Wie ein „Zeit“-Redakteur fahrlässig eine Postbank-Umfrage benutzt, um FFF für ausgebrannt zu erklären

KommentarFür alle LeserUnsereiner ahnt so etwas nicht mehr nur, sondern weiß es. Weil wir mittlerweile zu gut wissen, wie unsere Kolleg/-innen bei großen Zeitungen ticken in ihrer Einfalt. Wenn es nicht mehr ist, nämlich schlichtweg böse Absicht. Oder Unfähigkeit. Am Donnerstagmorgen haben wir unsere Kritik zu einer Umfrage-Meldung der Postbank veröffentlicht. Und postwendend zwei Stunden später benutzt die „Zeit“ denselben Stoff, um genau das damit zu tun, was die Postbank-Meldung suggerierte: „Fridays for Future stecken in der Krise, und das hat nicht nur mit Corona zu tun.“
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Die Erwähnung der Umfrage kommt etwas weiter hinten, nachdem „Zeit“-Redakteur Hannes Leitlein erläutert hat, dass der Besuch von Greta Thunberg und Luisa Neubauer am Donnerstag bei der BUndeskanzlerin Angela Merkel wohl wirklich nur ein Schönwettertermin ist. Fridays For Future hat sich zwar den Zugang zu den Mächtigen der Welt erkämpft. Aber wenn es dann an konkrete Taten geht, kriegt es auch das Kabinett Merkel nicht fertig, genau das zu tun, was der Klimawandel immer dringender erfordert.

„Das aktive Nichtstun der Regierung im Klimaschutz wird noch deutlicher, wenn man sich anschaut, mit welcher Kraft die Politik dem Coronavirus und seinen Folgen den Kampf ansagte. Von dieser Kraft hätten die Klimaschützer nicht zu träumen gewagt, als es noch um die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ging. Doch damals kam es nicht zu einem Klima-, sondern zu einem Autogipfel“, schreibt Leitlein in seinem Beitrag.

Doch dann nimmt er die Kurve, die nicht nur in der „Zeit“ seit einigen Monaten dominiert, wo man emsig FFF abmoderiert, egal, ob mit oder ohne Corona. Sichtlich völlig ignorant gegenüber der Tatsache, welche Rolle eigentlich Medien dabei spielen, einer solchen Bewegung Gewicht zu geben, sie zu stärken oder – wie aktuell – mit seltsamen Volten zu schwächen und – so Leitlein – für „ausgelaugt“ zu erklären.

Und das ohne faktische Grundlage, auch wenn es stimmt, dass die Corona-Allgemeinverfügungen FFF die wichtigste Bühne nehmen: den Massenprotest im öffentlichen Raum. Aber das ist nur eine Seite der Medaille.

Die zweite würde ich mit Worten wie Anstand und Respekt beschreiben.

Und es gehört zum Anstand, nicht jede Pressemitteilung aus einem hochgradig interessegeleiteten Unternehmen unverstanden zu übernehmen.

Bei Leitlein kommt das dabei heraus: „Eine repräsentative Digitalstudie im Auftrag der Postbank, für die im April und Mai dieses Jahres 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden, hat ergeben, dass nur sechs Prozent bislang an einem der Onlinestreiks von Fridays for Future teilgenommen haben. Auf der Straße war noch ein Drittel von ihnen gewesen. 37 Prozent sagen jetzt, das Thema interessiere sie nicht. Das sind satte sechs Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie.“

Er scheint nicht einmal gemerkt zu haben, dass April und Mai die Monate waren, in denen die Jugendlichen alle im Homeschooling steckten. Selbst die Postbank-Umfrage zeigte, wie schlecht in Wirklichkeit Kommunikation in den (a-)sozialen Netzwerken funktioniert: 32 Prozent der befragten Jugendlichen hätten gern an den Online-Streiks von FFF teilgenommen – wenn sie denn überhaupt davon erfahren hätten.

Denn vorher haben sich die Termine unter Freunden und Klassenkameraden verbreitet – mündlich, beim täglichen Treffen.

Das heißt im Klartext: Auch FFF ist es nicht gelungen, die Blasen und Mauern der von Algorithmen vorsortierten Kommunikationsplattformen auszuhebeln. Die Mechanismen der Algorithmen und die digitalisierte Erregungsmaschine funktionieren anders.

Und zum Respekt gehört auch, als Redaktion nicht permanent Römischer Kaiser zu spielen und aus Tribünensicht und mit markigen Worten Menschen und Bewegungen hoch- oder runterzuschreiben. Das ist gewissenlos und unmoralisch.

Am Mittwoch, 19. August, veröffentlichte der „Spiegel“ auch den Gastbeitrag von Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier für FridaysForFuture, quasi im Vorfeld ihres Treffens mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Frau Merkel, stellen Sie sich endlich der Klimakrise!“ Denn während diverse sehr wirtschaftsnahe Medien so tun, als wäre FFF jetzt wegen Corona vergessen, haben die jungen Leute ganz und gar nicht aufgehört, für ihre Zukunft zu kämpfen.

Die jungen Leute sehen, was für eine Welt da auf sie zukommt, wenn die Alten (also wir) nicht endlich die Kurve kriegen und den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen radikal mindern. Und zwar nicht irgendwann, etwa 2035 oder 2038, wie sich das auch die deutsche Bundesregierung in ihrer Feigheit bei ihrem „Kohlekompromiss“ dachte, sondern jetzt.

Denn dass Deutschland seine Klimaziele 2020 wahrscheinlich schafft, hat nichts mit politischen Erfolgen zu tun, sondern ist ein Begleiteffekt des Corona-Shutdowns.

Doch die Milliarden, die die Bundesregierung zur Linderung der Corona-Folgen bereitgestellt hat, fließen nur zum geringen Teil in echte Klimamaßnahmen. Die meisten sollen die alte Wirtschaft stabilisieren. Und Leitlein hat recht, wenn er das Ungleichgewicht sieht zwischen den Milliardensummen zur Bewältigung der Coronakrise und der Unfähigkeit auch der deutschen Regierung, genauso konsequent und mutig in der Bewältigung der Klimakrise zu agieren.

„Mit unserem Brief fordern wir, dass Investition in und Subventionen für fossile Energien beendet werden“, schrieben Greta Thunberg und ihre Co-Autorinnen in ihrem Beitrag. „Und bereits investierte Gelder abgezogen werden. Der Ökozid muss ein Straftatbestand des Völkerrechts werden. Wir brauchen eine Politik, die Arbeiternehmer/-innen und die Schwächsten der Gesellschaft schützt. Eine Politik, die Demokratie bewahrt und stärkt. Und wir brauchen verbindliche Obergrenzen für die Menge an Emissionen, die künftig jährlich ausgestoßen werden dürfen – basierend auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Standards.“

Eigentlich müsste Angela Merkel so etwas verstehen. Und auch das: „Es ist uns bewusst, dass die Welt kompliziert ist und unsere Forderungen nicht einfach zu erfüllen sind. Vielleicht erscheinen sie einigen unrealistisch. Doch anzunehmen, dass die Menschheit in der Lage wäre, die globale Erhitzung zu überleben, auf die wir aktuell zusteuern, ist um ein Vielfaches unrealistischer.“

Die Zeit, die wir zum Handeln hatten, ist abgelaufen. Zumeist tatenlos. Auch in Leipzig. Weil die Handelnden zwar rational verstanden hatten, was der CO2-Anstieg für das Klima bedeutet. Aber den meisten Menschen muss erst der Hosenboden in Flammen stehen, bis sie begreifen, dass es wirklich brennt.

„Das ist ein Problem, nicht nur für die Umwelt. Denn die ist der Jugend ja nicht egal geworden, es fehlt ihr schlicht die Energie, sich dafür zu erwärmen. Das gesellschaftliche Vorfeld jener Bewegung, die vor zwei Jahren mit so viel Kraft startete, ist heute ähnlich ausgelaugt wie die Mitte der Gesellschaft, die sie bewegen will“, schreibt Leitlein in seinem „Zeit“-Beitrag und stülpt damit wieder den gepflegten Zynismus seiner Redaktion über eine Umfrage, die genau das nicht bestätigt.

Der Rest ist dann Wunsch-Blabla, das davon erzählt, dass sich Leitlein überhaupt nicht ernsthaft mit den Forderungen von FFF beschäftigt hat: „Allerdings müsste die Bewegung, wenn demnächst die zweite Runde der Verteilungskämpfe zur Rettung aller möglichen Branchen beginnt, konkrete politische Forderungen haben, hinter denen sich neuer Druck erzeugen lässt. Und sie müssten kreativer und effektiver der Polemik begegnen, nach der sie nur Wohlstandskinder seien, die die Sorgen der einfachen Leute nicht verstünden.“

Müssten?

Warum schaut dieser Faulpelz nicht einfach mal auf die Homepage von FFF Deutschland, wo die sechs sehr konkreten Forderungen stehen, um die sich unsere deutsche Regierung immerfort herumdrückt?

Das sind sie:

Nettonull (bei klimaschädlichen Emissionen) bis 2035 erreichen
Kohleausstieg bis 2030
100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Und sofort:

Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
1/4 der Kohlekraft abschalten
Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180 Euro pro Tonne CO2.

Nein: Wenn die deutsche Regierung den Mumm nicht hat, diese Forderungen zu erfüllen, muss sich FFF keine neuen ausdenken. Denn das sind die Kernforderungen, die erfüllt werden müssen, damit wenigstens Deutschland mal anfängt zu zeigen, dass es den Klimawandel und seine Verantwortung endlich ernst nimmt.

Habe ich mich jetzt etwas echauffiert? Ja, habe ich.

Und jede jüngere Generation wird mich bestätigen, wenn die armen Hascherl nämlich ausbaden müssen, was wir angerichtet haben mit unserer römischen Selbstherrlichkeit.

Wenn die Postbank über jugendliche Klimaschützer redet, aber eigentlich Online-Shopping meint

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* Kommentar *Fridays for future
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