Kassensturz: Ein Arbeitsmarkt im Rausch der Beschönigungen

Gerade erst zeigte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, wie seltsam seine Sicht auf die deutsche Arbeitswelt ist, als er die Einführung von Kurzarbeit auch für Zeitarbeiter empfahl. Dass er seine Behörde auch im Jahr 2012 noch so betrachtet wie ein Unternehmen, das auf Effizienz getrimmt sein muss, beweist nun ein simples Wort: Seitwärtsbewegung.
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Verwendet hat er es am Donnerstag, 29. November, um zu beschreiben, dass sich am deutschen Arbeitsmarkt derzeit nicht viel tut. Das Wort stammt aus dem Jargon der Börsenbeobachter und der Vorstandsberichte, wenn beide das etwas klarere Wort „Stagnation“ nicht benutzen wollen, sondern dem Publikum suggerieren wollen, es bewege sich ja noch was, aber halt nicht mehr nach vorn – sondern zur Seite.

Vorher hatten es die deutschen Militärs gern in ihren Frontberichten verwendet, wenn sie bei allem Verheizen der Mannschaften keinen Schritt mehr weiterkamen und sie eigentlich längst den Rückzug hätten einleiten sollen. Da haben sie sich eben seitwärts bewegt mit den Resten der zerschossenen Mannschaften. Militärs sind ja bis heute berühmt dafür, dass sie das, was sie in ihrer Weisheit anrichten, gern beschönigen. Aber bei Weise spricht der ganze Satz zum Thema so eine Sprache.

„Der Arbeitsmarkt reagiert auf die nachlassende konjunkturelle Dynamik robust. Die aktuellen Daten zeigen überwiegend eine Seitwärtsbewegung“, sagte der Frank-J. Weise am Donnerstag in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz zum Arbeitsmarkt.

Wenn ein Linguist drin gesessen hätte, hätten sich ihm wohl die Haare gesträubt. Die Sätze vollgepfropft mit Verben, die Bewegung suggerieren – die Aussage das Gegenteil. Dass ein Arbeitsmarkt gar nicht reagieren kann, wird man dem Chef der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung vielleicht auch noch irgendwann erklären. Die Arbeitsanbieter können reagieren, die Arbeitsuchenden auch. Der Markt ist nur eine Abbildung des Suche-Finde-Prozesses, eine Plattform, wie man so schön sagt. Er kann gesättigt sein. Die Nachfrage kann nachlassen oder steigen, das Angebot schrumpfen.

Im November ist deutschlandweit die registrierte Zahl der Arbeitslosen nur noch um schlappe 2.000 auf 2.751.000 gesunken. Ist das viel? Ist das wenig?
Es ist viel. Andere Länder Europas würden Feuerwerke zünden, wenn sie eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent erreichen würden.

Hinter der Zahl der gezählten Arbeitslosen steckt auch eine andere Zahl, die den tatsächlichen Arbeitsmarkt beschreibt: „Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 279.000 auf 41,94 Millionen gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm nach der Hochrechnung der BA im September um 407.000 auf 29,39 Millionen Personen zu.“

Das heißt: Trotz all des Gejammers um einen möglichen Rückgang des Wirtschaftswachstums wurden in der Bundesrepublik binnen eines Jahres über 400.000 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. Darunter ist natürlich auch Vieles, was den Namen nicht verdient. Darunter leidet insbesondere Leipzig.

Offiziell nahm auch hier im November die registrierte Arbeitslosigkeit ab: um 384 Personen auf nunmehr 27.499. Das sind 10,3 Prozent nach 10,5 Prozent im Vormonat. Vor einem Jahr waren es noch 11,4 Prozent. Die meisten davon sind weiterhin arbeitslose Arbeitslosengeld II-Empfänger. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vormonat um 270 Personen gesunken auf nunmehr 21.810.

Parallel dazu sank auch die Zahl der Leistungsempfänger insgesamt wieder marginal um 363 auf nunmehr 71.085 und die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, in denen sie verrechnet werden, um 227 auf 42.590.

Die Selbstbestärkung im eigenen Tun hört man natürlich auch aus dem Leipziger Jobcenter.

„Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Monat November weiterhin stabil und davon profitieren auch die Menschen, die vom Jobcenter betreut werden. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vormonat leicht rückläufig“, sagte Dr. Michael Lange, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Leipzig, am Donnerstag. „In langfristiger Perspektive wird die gute Entwicklung noch deutlicher, denn im Vergleich zum Vorjahr, haben wir heute über 2.600 Menschen weniger im Bestand – das ist ein gutes Ergebnis. Dass die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind, rückläufig ist, zeigt auch ein Blick auf die Statistik zu den Bedarfsgemeinschaften in Leipzig. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir über 2.100 Bedarfsgemeinschaften weniger in unserer Betreuung. Aber trotz dieser guten Entwicklungen bleibt viel zu tun, denn die Arbeitslosigkeit in Leipzig ist weiterhin zu hoch.“

Es gibt zwar aus dem der Bundesarbeitsagentur angegliederten IAB jene Hochrechnung für 2013, die dem Freistaat Sachsen auch 2013 weiter sinkende Arbeitslosenzahlen bescheinigt, während deutschlandweit die Quote wieder steigt. Aber das hat nicht mit einem wirtschaftlichen Aufschwung der besonderen Art zu tun, auch wenn es der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Alexander Krauß am 25. November so sehen wollte: „Besonders erfreulich ist, dass der Freistaat im nächsten Jahr sogar das dynamischste Bundesland auf dem deutschen Arbeitsmarkt sein wird. Ein weiterer Beweis dafür, dass wir in Sachsen eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik betreiben“, sagte er dazu.

Die sächsische Arbeitslosenzahl nimmt zwar nach IAB-Berechnung von 209.200 auf 208.000 weiter ab. In seiner Mitteilung schätzt Krauß dazu ein: „Trotz der Eintrübung der Weltkonjunktur bleibt, so die Auffassung der Arbeitsmarktexperten, der sächsische Jobmotor am Laufen. Laut IAB-Prognose werden in Sachsen im kommenden Jahr rund 12.000 neue Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen. Besonders die Landkreise Bautzen und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge würden von der positiven Entwicklung profitieren. In diesen Regionen wird laut Studie die Arbeitslosigkeit am stärksten sinken.“

Aber diese Effekte hängen eng damit zusammen, dass die meisten in Sachsen entstandenen neuen Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich entstanden sind und im Dienstleistungssektor – der in der Regel erst mit Verspätung von den Einbrüchen in der exportorientierten Industrie betroffen ist. Und sie hängen mit den starken demografischen Verschiebungen zusammen, die Sachsen schon jetzt einen spürbaren Fachkräftemangel in vielen Bereichen beschert haben. Und da hat der Freistaat noch gar nicht begonnen, die Scharten auszuwetzen, die er sich mit seiner unüberlegten Sparpolitik geschaffen hat.

Vorerst, so sieht es jedenfalls die die Leiterin der Agentur für Arbeit Leipzig Elke Griese, geht es mit den Arbeitslosenzahlen auch in Leipzig erst mal wieder aufwärts: „In den kommenden Wochen und Monaten rechne ich mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser Anstieg wird aber hauptsächlich auf den Einfluss des Winters zurückzuführen sein.“

Die Hochrechnung des IAB:
http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Regionale_Prognosen_2012-2013.pdf


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