Leipzigs neuer Quartalsbericht ist da (2): Jobaufschwung und Einkommenstal

Es ist bei der Beschäftigung wie beim Einkaufen: Je höher die Quote ist, um so attraktiver ist eine Stadt - in diesem Fall als Jobmaschine. Von einer Beschäftigtenquote wie Frankfurt am Main von 103 Prozent kann Leipzig nur träumen. Natürlich ist das eine Ausnahme im automobilisierten Deutschland. Eher typisch ist eine Quote um die 80 Prozent, wie sie Hannover und Nürnberg haben.
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Stuttgart (83 Prozent) und Düsseldorf (91 Prozent) liegen noch drüber. München kommt auf 74 Prozent. Berlin hingegen nur auf 49 Prozent. Frankfurt hat mit 327.970 auch die meisten Einpendler. Da kann man nur ahnen aus Leipziger Sicht, welcher Nutzungsdruck dort auch auf dem ÖPNV liegt. Davon sind Leipzig und Dresden mit 85.629 Einpendlern bzw. 86.033 Einpendlern weit, weit entfernt. Mit einer Beschäftigtenquote von 61,2 bzw. 66 Prozent liegen sie im Mittelfeld der deutschen Großstädte. Was auch bedeutet: Sie sind Jobmotoren für ihre Region. Keine Frage. Wenn die Wirtschaft brummt, wird gependelt. Raus und rein.

Auf 85.626 Einpendler kamen in Leipzig 2011 schon 47.380 Auspendler, Leute also, die in Leipzig wohnen, aber andernorts arbeiten. Nicht nur in Schkeuditz und Leuna und Bitterfeld. Auch wenn das die Hot Spots in der näheren Umgebung sind, die gegenüber Leipzig etwas so Luxuriöses wie einen Pendlerüberschuss haben – hier arbeiten mehr Leipziger, als von hier aus zur Arbeit nach Leipzig fahren.

Und das Verblüffende im Jahr 2011: Die Zahl der Auspendler ist in Leipzig deutlich stärker gestiegen als die der Einpendler – von 43.847 auf besagte 47.380. Der Blick nach Schkeuditz macht da nicht klüger, auch wenn der Scheuditzer Pendlersaldo allein 2011 um 500 gestiegen ist. Das könnte ungefähr die Dimension neu entstandener Arbeitsplätze rund um den Frachtflughafen sein.

Aber der Rest? Wo fahren die Leute alle hin, während der sächsische Verkehrsminister grinsend an der Freistaatsgrenze steht und die Rückkehrer mit Eierschecke empfängt? War das nicht so? – In Leipzig jedenfalls nicht, auch wenn Leipzig 2011 die Zahl seiner sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter steigern konnte – von 214.616 im 1. Quartal auf 222.801 zum Jahresende. Ein ganzes Kapitel im Quartalsbericht 3/2012 beschäftigt sich mit den SV-Beschäftigten. Und eine Tabelle zeigt eindrucksvoll, wie der Abbau der Beschäftigung in Leipzig nach 2000 geradezu dramatische Züge annahm. Von 204.116 SV-Beschäftigten im Jahr 2001 sank diese Zahl bis 2005 auf 188.845.

Seitdem gibt es – wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Lohnniveau – einen permanenten Aufbau von Beschäftigung. Die Zahl der SV-Beschäftigten am Arbeitsort Leipzig stieg 2007 wieder über 200.000, 2010 dann über 210.000. „Der deutliche Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war auch der Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen zu verdanken“, betont Lars Kreymann in seinem Artikel. Selbst so eine nüchterne Statistik verrät, wie sich der Leipziger Arbeitsmarkt ab 2005 verändert hat.

Der zweite Blick zeigt: Die meisten Jobs entstanden im so genannten tertiären Sektor. Der primäre ist klassischerweise die Landwirtschaft, die in der Leipziger Wirtschaftsbilanz nur noch marginal erscheint. Der sekundäre Sektor ist das produzierende Gewerbe. Der tertiäre – das sind die Dienstleister. Was trotzdem noch nicht verrät: Wo fahren nun die ganzen neuen Auspendler von 2011 hin, wenn sie nicht nach Schkeuditz fahren?Das ganze Phänomen der Pendler hat Peter Dütthorn in einem eigenen Kapitel untersucht. Dazu braucht er nicht einmal sein Büro im Amt für Statistik und Wahlen zu verlassen – er muss nur die Daten aus den Melderegistern vergleichen und summieren. Und dann sind es lauter kleine Minuszeichen, die verraten, wo diese mysteriös auspendelnden Leipziger alle gelandet sind. Und irgendwie erinnert einen das an die frühen 1990er Jahre, denn alle diese Bundesländer und Großstädte mit einem Pendlerminus für Leipzig liegen im Westen. Ganz vorneweg Nordrhein-Westfalen und Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Hessen. Was auch wieder deutlich zeigt, was tatsächlich passiert, während ein paar sächsische Politiker das Lied von der Heiligen Kuh Niedriglohn als Standortvorteil singen.

Die Wahrheit ist: So wie vor 20 Jahren ziehen auch heute wieder die wirtschaftlich starken Bundesländer im Westen die Arbeitskräfte aus dem Osten ab. Und zwar in einem Moment, in dem die ostdeutschen Unternehmen wegen fehlenden Nachwuchses selbst ein Fachkräfteproblem bekommen und lauthals nach Fachkräften aus Osteuropa rufen.

Was vielleicht sogar die falsche Himmelsrichtung ist. Denn die Bundesregierung hat ja mit einer genialen Politik gegenüber den südeuropäischen Ländern dafür gesorgt, dass Millionen Griechen, Portugiesen, Spanier und Italiener schon auf gepackten Koffern sitzen, um im Heiligen Deutschen Paradies eine neue Zukunft zu finden.

Unternehmer in Sachsen sind also gut beraten, wenn sie jetzt Schnellkurse in Griechisch, Spanisch und Portugiesisch an der Volkshochschule belegen.

Oder die Löhne erhöhen. Denn da sind sich ja auch die Wirtschaftskammern mittlerweile einig: Der Kampf um die guten Leute wird zu einem wesentlichen Teil über die Gehaltshöhe geführt. Und da gibt es nicht nur Nachholbedarf. Auch wenn die Statistiken, die Andrea Schultz in ihrem Artikel „Einkommensentwicklung in sächsischen Großstädten 2011“ versammelt, beim monatlichen Nettoeinkommen der Dresdner, Chemnitzer und Leipziger seit 2007 einen fröhlichen Anstieg zeigen. In Leipzig zum Beispiel stieg dieses Nettoeinkommen (im Median gerechnet) von 923 Euro auf 998 Euro. Auch das errechnete Haushaltsnettoeinkommen stieg. Von 1.288 Euro auf 1.397 Euro. Was freilich schwerer zu fassen ist, weil sich hier alle Haushaltsgrößen mischen. Und die durchschnittliche Haushaltsgröße in Leipzig beträgt seit Jahr und Tag 1,7.

Und die Sache sieht schon ganz anders aus, wenn Andrea Schultz den ganzen Sums, der so schön nach „alles wird immer besser“ aussieht, in die reale Preisentwicklung umrechnet, die übliche Inflation, die ja immer so bei scheinbar lütten 2 Prozent pro Jahr liegt, mit einbezieht. Das Ergebnis sind lauter Kurven, die auf einmal eine etwas andere Richtung einschlagen. Was eben noch wie ein echter Zuwachs beim Nettoeinkommen aussah (65 Euro mehr pro Monat seit 2007!), erweist sich vor dem Hintergrund der allerseits steigenden Preise gerade mal als eine „stabile Seitwärtsbewegung“: Aus durchschnittlich 1.220 Euro Haushaltsnettoeinkommen 2007 wurden in Leipzig 2011 dann zumindest noch 1.250 Euro.

Die Langzeitbetrachtung bis 1991 zeigt aber auch, dass die Sachsen seit 1995, als das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen im Preisniveau von 2005 ungefähr 1.560 Euro betrug, bis 2009 allesamt heftige Einbußen erlitten haben. Selbst die Leipziger lagen damals bei 1.580 Euro. Heute liegen sie mit 1.250 Euro im Schnitt noch immer 150 Euro pro Monat unterm sächsischen Durchschnitt. Der leichte Einkommenszuwachs 2011 hat tatsächlich dazu geführt, die Armutsgefährdungsquote in Leipzig (gemessen am Bundesdurchschnitt) von 26,4 auf 25 Prozent zu senken.

Was übrigens auch den Fakt mit einschließt, dass die Einkommensverteilung in Leipzig eine der gleichmäßigsten unter deutschen Großstädten ist. Heißt im Klartext: Das allgemeine Einkommensniveau ist insgesamt so niedrig, dass eine Mehrheit tatsächlich mit sehr knappem Budget über den Monat kommen muss. Noch geringer sind die Unterschiede nur in Berlin und in Duisburg, beides bekanntlich Städte, die nicht gerade durch berauschenden Reichtum auffallen.

Womit man wieder bei Ruth Schmidts fröhlichem Bonmot vom „Arm aber glücklich“ wäre. Fallbeispiele? – Kinder, Wohnungen und Hunde. Dazu morgen mehr an dieser Stelle.

Der Quartalsbericht ist im Internet unter http://statistik.leipzig.de unter „Veröffentlichungen“ einzusehen. Er ist zudem für 7 Euro (bei Versand zuzüglich Versandkosten) im Amt für Statistik und Wahlen erhältlich. Postbezug: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, 04092 Leipzig. Direktbezug: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, Burgplatz 1, Stadthaus, Zimmer 228


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