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Im August 2015 knackte Leipzig auch ganz offiziell die 550.000er-Marke + Update zu neuen 570.000

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    Jetzt ist es offiziell. Am Mittwoch, 3. März, veröffentlichte das Landesamt für Statistik auch endlich die Bevölkerungszahlen für den Freistaat für den August 2015. Danach hat Leipzig jetzt auch in der offiziellen Landesstatistik die Zahl von 550.000 Einwohnern erreicht. Genauer - mit Stand vom 31. August: 550.608.

    Binnen acht Monaten – seit dem 31. Dezember 2014 – hat die Stadt damit 6.149 Einwohner hinzugewonnen und ist damit die eigentliche Zugmaschine für das Bevölkerungswachstum in Sachsen. Denn die wachsende Zahl von Asylbewerbern hat natürlich auch dazu geführt, dass das Land wieder in den Wachstumsmodus übergegangen ist. Rein statistisch zumindest.

    Hatte Sachsen im Dezember 2014 noch 4.055.274 Einwohner, waren es acht Monate später dann 4.061.067, also 5.793 mehr.

    Und die meisten der Asylbewerber werden natürlich in den großen Städten registriert, die dadurch auch ein zusätzliches Bevölkerungswachstum bekommen – zusätzlich zu dem, das die permanente Abwanderung aus den Landkreisen auslöst.

    Nach Leipzig profitiert derzeit von diesem Effekt vor allem Chemnitz, das in jenen acht Monaten von 243.521 offiziell registrierten Einwohnern auf 246.570 wuchs – ein auch für Chemnitz neues Plus in dieser Dimension von 3.049 Einwohnern. Da wird man selbst in Dresden staunen, der Stadt, die zuletzt in den rechnerisch wilden Zeiten des „Zensus 2011“ verkündete, sie sei die einwohnerstärkste Stadt in Sachsen. Aber wie das so ist mit Zahlen: Wenn das Hinterland kaum noch Zuwachs bringt, beginnt auch ein solcher Prozess zu stocken.

    Und so war Dresden in den ersten drei Monaten 2015 beim Wachstum nur noch die Nummer 3, legte von 536.308 auf 538.015 Einwohner zu – 1.707 Einwohner mehr.

    Womit aber allein die drei Großstädte einen Zuwachs in der Bevölkerungszahl von 10.905 verbuchen konnten – eine Zahl, die am Jahresende noch ganz anders aussehen wird. Denn allein Leipzig verzeichnete nach Melderegister zum Jahresende 2015 ein Plus von 15.975 Einwohnern. Die meisten Zuzügler kamen also erst in der zweiten Jahreshälfte. Was dann auch in der amtlichen Statistik des Landes am Ende nicht nur 550.000 Einwohner, sondern 560.000 bedeuten wird. Aber bevor es diese Zahl gibt, werden noch ein paar Monate vergehen.

    Was das Drama in den ländlichen Räumen natürlich nicht löst, denn die verlieren weiterhin an Einwohnern. In den ersten acht Monaten 2015 waren es allein 5.092. Und das – das muss auch betont werden – trotz steigender Flüchtlingszahlen.

    Rein statistisch bringt das jetzt auch einige kleinere Städte wieder auf den Wachstumspfad. Wobei noch offen ist, ob sie das dann auch in ein nachhaltiges Wachstum umwandeln können und die neu gewonnenen Einwohner dann nicht doch wieder umziehen in die Großstädte.

    Zu den vorläufigen Wachstumsgewinnern gehören im August 2015 zum Beispiel Plauen mit einem Plus von 312, Bautzen mit 160, Görlitz mit 328, Coswig mit 148, Meißen mit 205, Radebeul mit 172 oder Wilsdruff mit 193.

    Im Leipziger Raum sind aktuell Markranstädt mit 143 zusätzlichen Einwohnern auf Wachstumskurs, Taucha mit 170 und – mittlerweile deutlich langsamer – Markkleeberg mit 75, Naunhof mit 85 und Schkeuditz mit 91.

    Und ganz sicher werden wir es an dieser Stelle noch oft erzählen müssen, bis der sächsische Spargroschen in den entscheidenden Ministerien fällt: Das Wohl und Wehe der kleineren und mittleren Städte hängt von einem modernen ÖPNV ab. Denn Grimma leidet derzeit massiv unter dem Nicht-Eingebundensein ins Mitteldeutsche S-Bahn-Netz – ein Bevölkerungsrückgang in acht Monaten von 169 Einwohnern spricht Bände. Wesentlich glücklicher dran (und besser angebunden) sind Borna (+ 43 Einwohner), Regis-Breitingen (+ 93) und Eilenburg (+ 23). Was nicht heißt, dass schon alle Städte mit S-Bahn-Anschluss ihre Chancen nutzen. In Delitzsch ging die Bevölkerungszahl mit 98 ebenso zurück wie in der Kreisstadt Torgau mit 20.

    Aber in der Summe stehen die beiden Kreise – Leipzig und Nordsachsen – erstmals seit vielen Jahren sogar leicht im Plus, der Landkreis Leipzig mit 21 Bewohnern, Nordsachsen mit 40.

    Und so hat der gesamte Direktionsbezirk Leipzig jetzt wieder über 1 Million Einwohner: 1.005.358 mit Stand August 2015.

    Bevölkerungszahlen August 2015 nach Kreisen.

     

    Und als Ergänzung die Meldung des Leipziger Amtes für Statistik und Wahlen vom 3. März:

    Leipzigs Einwohnerzahl knackt die 570.000

    Die Stadt Leipzig zählt laut Melderegister zum Ende Februar 2016 insgesamt 570.087 Einwohner. Gegenüber Februar 2015 stieg damit die Einwohnerzahl um 16.942. Die Marke von 560.000 Einwohnern wurde im September 2015 überschritten.

    Im Januar und Februar dieses Jahres wuchs die Stadt um 2.241 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum entsteht vor allem aus einer weiter starken Anzahl an Zuzügen. Das natürliche Bevölkerungswachstum, also die Differenz zwischen Geburtenrate und Sterberate ist 2016 bisher leicht negativ. Dies war auch im Vorjahr so, erst im Laufe des Jahres überwogen die Geburten die Sterbefälle. Die Bevölkerungsentwicklung ist gegenüber 2015 deutlich stärker gestiegen (Januar und Februar 2015 +1.269 / Januar und Februar 2016 +2.241)

    Geburten Januar 2016: 556 / Februar 2016: 468
    Sterbefälle Januar 2016: 531 / Februar 2016: 511
    Zuzüge Januar 2016: 3.363 / Februar 2016: 3.440
    Wegzüge Januar 2016: 2.398 / Februar 2016: 2.146
    Entwicklung Januar 2016: +990 / Februar 2016: +1.251

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    2 KOMMENTARE

    1. Das mit dem bezahlbaren Wohnraum würde nicht reichen, es fehlen auch Kitas und Schulen. Und natürlich fehlt es auch im Stadtverkehr. Hat schon seinen Grund, warum das an sich schöne Grimma ausblutet, obwohl eigentlich „alles“, auch ein gutes Kulturangebot, da ist.

      In Leipzig werden die LVB weiterhin sicher treuherzig vorlügen, mit 11 Bahnen und 45 Mio. € Zuschuss auch eine 700.000-Einwohner-Stadt zu „versorgen“.

    2. Wenn Leipzig nun noch die erforderliche Marke an bezahlbarem Wohnraum knackt, können wir feiern – bis dahin, den Ball besser mal flach halten.

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