2000 endete tatsächlich ein 50 Jahre langer Schrumpfungsprozess für Leipzig

Für alle Leser Wir leben noch. Aber wie? Man kommt ins Grübeln, wenn man den Beitrag „Leipzigs natürliche Bevölkerungsentwicklung in den letzten 10 Jahren“ von Andreas Martin im neuen Quartalsbericht liest, der so schön mit der Kurznotiz am Anfang des Quartalsberichts korrespondiert: „Lebenserwartung der neugeborenen Sachsen“. Augenscheinlich werden wir immer älter, nur Gescheites kommt dabei nicht heraus.

Seit 1989 ist die Lebenserwartung für männliche Neugeborene von 70,4 Jahren auf 77,6 Jahre gestiegen, die für weibliche Neugeborene von 76,3 Jahren auf 83,6 Jahre. Das errechnen die Statistiker immer aktuell aus Sterbetafeln. Was übrigens ebenfalls dazu beiträgt, dass Leipzigs Bevölkerung wächst. Denn wenn die Älteren immer später sterben, sinkt vorübergehend natürlich die Sterberate.

Gründe für das immer längere Leben sind natürlich eine bessere medizinische Betreuung, aber auch ein gesünderes Leben – König Alkohol, der im wild wuchernden Staatssozialismus so manchem harten Mann half, den Alltag zu ertragen, ist auf dem Rückzug. Auch die Arbeitswelt geht nicht mehr so auf die Knochen. Und mit den relativ guten Renten können die meisten auch noch einen recht aktiven Lebensabend verbringen, sofern sie nicht im Pflegeheim landen und dort nur noch versorgt werden.

Ein längeres Leben macht ja nur Sinn, wenn man es noch aktiv gestalten kann.

Und wenn ringsum noch das Leben blüht. Was ja im fernen Jahr 2007 noch ein Thema war in vielen Leipziger Ortsteilen. Andreas Martin macht das in seinem Beitrag deutlich, in dem er Leipzigs natürliche Bevölkerungsentwicklung seit 2007 beschreibt – mit kleinen Rückblenden auch bis in die DDR- und die Nachwende-Zeit.

Denn so, wie die Stadt heute wächst, wuchs sie auch 2007 noch nicht. Und da spielen auch die Geburten eine Rolle. Denn bis 2013 hatte Leipzig sogar einen negativen Saldo: Es starben mehr Menschen als geboren wurden. Obwohl die Geburtenzahl permanent gestiegen ist.

Und zwar seit 1996. Ein halbes Leben. Aber wer die Entwicklung der Gegenwart verstehen will, muss diesen tiefen Einschnitt in die Stadtgeschichte immer mitdenken.

Geburtenraten in Leipzig 2016. Grafik: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Grafik: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Schon in DDR-Zeiten fielen sowohl die Geburten- als auch die Sterberate.

Noch so etwas Halb-Vergessenes: Leipzig war schon vorher auf dem absteigenden Ast. Seit 1950 war die Bevölkerungszahl ständig zurückgegangen. Das hatte mit der DDR zu tun und damit, dass die Ostdeutschen auch damals schon in Scharen gen Westen entfleuchten. Und in den 1980er Jahren sorgten die Ausreiseanträge dafür, dass es immer weniger Leipziger aushielten in der unsanierten und smogbelasteten Stadt. Grünau wurde ja damals nicht gebaut, weil Honeckers Familienpolitik so tolle Ergebnisse zeitigte, sondern weil die Gründerzeithäuser in der Innenstadt immer unbewohnbarer wurden.

Die Verwerfungen von heute haben alle damit zu tun. Ab 1990 brach dann auch noch die mühsam aufgepäppelte Geburtenquote der späten DDR zusammen. Gerade junge Menschen zogen zu Tausenden weg – der Arbeit im Westen hinterher. Oder mal so formuliert: Der Aderlass der einstigen 700.000-Einwohnerstadt endete nach 50 Jahren erst im Jahr 2000, als erstmals die Zuwanderung die Abwanderung übertraf und Leipzig nach dem Tief von knapp 2.500 Geburten im Jahr 1995 erstmals wieder die 4.000 streifte.

Was nie gereicht hätte, die Sterbedifferenz auszugleichen, obwohl sich ja Leipzigs Senioren wirklich bemühen. Die Sterbezahlen liegen seit 2010 recht stabil bei 6.000. Aber man sieht die Differenz: Wenn 2.000 Kinder zu wenig geboren werden, lässt das die Stadt dennoch vergreisen.

2014 war es so weit, dass die Geburtenzahl erstmals seit Jahrzehnten die Sterbezahl überstieg. Um 352. Ein Jahr später waren es 423 und 2016 sogar 868.

„Das wird wohl 2017 genauso aussehen“, sagt Statistiker Peter Dütthorn. Leipzig könnte sogar noch auf der Ziellinie die 7.000 Neugeborenen schaffen und wäre damit auf einem Niveau, wie es zuletzt in der DDR-Zeit erreicht wurde. Was trotzdem nicht reicht. Das muss man sich immer wieder sagen. Die hohe Geburtenzahl gibt es nur, weil die Zuwanderung seit 2000 vor allem junge Menschen aus nah und fern in die Großstadt gezogen hat, die hier eine Arbeit fanden und eine Familie gründeten.

Die Geburtenrate ist mit 1,5 Kindern je Frau zu wenig, um das Stadtwachstum aus sich selbst zu stabilisieren. Die Stadt ist auf Zuwanderung weiter angewiesen. Und noch kommen ja die jungen Leute. Es sieht ganz so aus, dass die Bevölkerung auch in diesem Jahr um über 10.000 wächst. Aber das Wachstum schwächt sich schon ein wenig ab. Denn natürlich sind die ländlichen Regionen rund um Leipzig irgendwann von junger Bevölkerung entleert, gibt es da kaum noch jemanden, der wegziehen müsste oder wollte. Dazu kommt das mittlerweile enge Wohnungsangebot in Leipzig. Davon werden die S-Bahn-Städte rings um Leipzig profitieren. Wer in Leipzig keine bezahlbare Wohnung mehr findet, wird in Delitzsch, Taucha, Eilenburg suchen. Oder gleich in Halle, wo die S-Bahnen noch häufiger fahren.

Andreas Marin beschäftigt sich in seinem Artikel auch noch mit den statistisch erfassten Todesarten der Leipziger. Aber eigentlich ist es jenseits der 80 eher egal, ob man an einem Kollaps des Kreislaufs stirbt oder an Krebs. Er verweist – wohl zu Recht – darauf, dass auch unser Gehirn und Nervensystem aufgrund heftiger Dauerbelastung (oder Unterforderung) immer öfter Ursache für einen Blackout sind. Die Zahl der psychischen und Verhaltensstörungen, die als mögliche Todesursache diagnostiziert wurden, hat auch in Leipzig deutlich zugenommen. Auch wenn die Steigerung von 1,5 auf 3,9 Prozent aller Todesfälle noch kein Grund ist, sich um die psychische Labilität der jetzt lebenden Leipziger zu sorgen. Denn auch hier geht es vor allem um jene psychischen Erkrankungen, die vermehrt mit hohem Alter einhergehen.

Je mehr Menschen immer älter werden, umso häufiger werden auch diese Todesursachen diagnostiziert.

Aber diese Erkrankungen haben oft eben auch damit zu tun, dass die Lebenswelt dieser Greise und Greisinnen verarmt. Wenn es keine Anregungen mehr für unser Gehirn gibt, bekommt es Probleme.

Deswegen sind die Karten auf Seite 12 im Quartalsbericht so tröstlich, die zeigen, wie sich immer mehr Leipziger Ortsteile grün einfärben. Grün: das sind hohe Geburtenraten, die sich früher auf zentrumsnahe Ortsteile wie Schleußig, Südvorstadt und Waldstraßenviertel konzentrierten. So etwas bringt Leben ins Viertel. Man sieht nicht mehr nur alte Leute, die sich tapfer durch den Alltag kämpfen, sondern auch junge Mütter und Väter mit Kindern aller Größen und Lautstärken. Das verändert auch das Klima im Ortsteil. Und zwar nicht zum Schlechteren.

Und ich gehe ganz bestimmt nicht zu weit, wenn ich sage: Das verändert auch Wahlergebnisse. Denn wer in einer optimistischen Umgebung mit vielen Kindern wohnt, ist ganz bestimmt weniger geneigt, eine verbiesterte Alte-Herren-Partei zu wählen.

Das überprüfen wir auch gleich im nächsten Text. Wenn es stimmt, könnten wir durchaus ein sächsisches Grundproblem geortet haben.

Und wer ist beim Jüngerwerden jetzt dazugekommen?

In dunklem Grün leuchten 2016 zusätzlich Ortsteile wie Lindenau und Plagwitz, Gohlis Süd und Mitte, Reudnitz, Volkmarsdorf und Neustadt-Schönefeld. Mit grünen Tendenzen in allen angrenzenden Ortsteilen.

Leipzig wird jünger. Und vielleicht auch wieder optimistischer.

Auf zum Wahltest also.

Fast so etwas wie eine Geburtstagsausgabe – Die neue LZ Nr. 50 ist da

BevölkerungswachstumQuartalsbericht
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Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.
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Ein bisschen mehr Gehalt - so im Durchschnitt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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