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Auch 2018 sind die Leipziger Pendlerzahlen in beiden Richtungen gewachsen

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    Wenn eine Stadt wie Leipzig sich so nach und nach zum wirtschaftlichen Mittelpunkt einer ganzen Region entwickelt, dann merkt man das auch bei der Arbeitsagentur. Nicht nur, weil weniger Leute sich arbeitslos melden, sondern auch, weil die Pendlerzahlen steigen. Und sie sind auch 2018 weiter gestiegen. In beiden Richtungen. Denn viele Leipziger finden ihren neuen Job im Umland. Jetzt liegen die jüngsten Zahlen aus dem Jahr 2018 für den 30. Juni vor.

    Insgesamt pendelten zum Stichtag 97.720 Menschen an ihren Arbeitsort in Leipzig. Gleichzeitig hatten 64.311 Leipzigerinnen und Leipziger ihren Arbeitsort außerhalb Leipzigs.

    Vor fünf Jahren pendelten 87.465 Personen zur Arbeit nach Leipzig und es gab 51.757 Auspendler. Damit ist die Zahl der Einpendler in fünf Jahren um 10.255 gewachsen und die Zahl der Auspendler stieg um 12.554.

    Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Einpendler innerhalb von einem Jahr von 97.383 um 337 auf 97.720 gestiegen. Die Zahl der Auspendler ist im gleichen Zeitraum von 61.586 um 2.725 auf 64.311 gewachsen.

    Natürlich fragt die Arbeitsagentur nicht die Leute persönlich ab, sondern macht einfach einen Datenabgleich aus gemeldeten Arbeitsorten und den zugehörigen Wohnsitzen der Erwerbstätigen. Wenn sie zum Arbeiten die Ortsgrenze überschreiten, werden sie als Pendler gezählt. Und wie stark das Beschäftigungswachstum mittlerweile die Region dominiert, fasst die Arbeitsagentur in den Satz zusammen: „Im Jahr 2018 war jede zweite Arbeitsstelle, die in Sachsen entstand, eine Stelle aus Leipzig.“

    In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Leipzig von 229.859 um 39.150 auf 269.009.

    „Obwohl die Zahl der Menschen, die aus Leipzig zur Arbeit auspendeln genauso wie die Einpendler in den letzten Jahren gestiegen ist, ist das starke Wachstum der Arbeitsplätze, die Attraktivität der Stadt und die Perspektive ungebrochen. Viele der ursprünglichen Einpendler haben sich in Leipzig dauerhaft angesiedelt und müssen nun nicht mehr pendeln. Ich freue mich darüber sehr“, versucht der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, Steffen Leonhardi, das Phänomen zu beschreiben.

    Und woher kommen die Einpendler eigentlich?

    60.913 der 97.720 Einpendler kommen direkt aus Sachsen, vorwiegend aus den beiden angrenzenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen, wo sich viele Leipziger schon in den Vorjahren eine Wohnung gesucht haben. Bei den Einpendlern nach Leipzig liegt der Landkreis Leipzig mit 32.015 vor dem Landkreis Nordsachsen 18.423 und Dresden 2.466, gefolgt vom Landkreis Mittelsachsen mit 1.922 Personen.

    An zweiter Stelle bei den Ländern liegt Sachsen-Anhalt mit 19.686, an dritter Thüringen mit 5.051 Personen. Aus Brandenburg kommen 2.357 Menschen zur Arbeit nach Leipzig und aus Berlin 2.202. Aus Bayern pendeln 1.387 und aus dem bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen 1.264 Personen zu ihrem Arbeitsort nach Leipzig. Die wenigsten Einpendler kommen aus dem Saarland 28, Bremen 64 und Schleswig-Holstein 196.

    Und wohin fahren die Leipziger zur Arbeit?

    Auch bei den insgesamt 64.311 Auspendlern geht es für die meisten Menschen mit 32.492 zur Arbeit in das eigene Bundesland Sachsen. Betrachtet man die Pendlerströme von Leipzig aus in die sächsischen Landkreise und Städte, so fahren die meisten mit 13.268 zur Arbeit in den Landkreis Leipzig und den Landkreis Nordsachsen 11.978, darauf folgen die Städte Dresden 3.026 und Chemnitz 1.311.

    Sachsen-Anhalt liegt mit 11.754 an zweiter Stelle der angesteuerten Bundesländer. Danach folgen, anders als bei den Einpendlern, Bayern mit 3.376, Berlin 3.168 und Nordrhein-Westfalen 3.111. Die wenigsten Leipzigerinnen und Leipziger pendeln nach dem Saarland 82, Bremen 145 und Mecklenburg-Vorpommern 268.

    Aber warum fahren überhaupt so viele Menschen jeden Tag stundenlang zur Arbeit?

    Natürlich geht es um Geld. Was einige Unternehmen, die vom Niedriglohnzeitalter nicht lassen wollen, nicht wahrhaben wollen. Gerade die Pendler stehen dafür, dass sie ihren Arbeitsplatz vorrangig nach den Verdienstmöglichkeiten suchen.

    Und so steht auch nach den Erfahrungen der Arbeitsagentur als Motiv fürs Pendeln ganz oben der Verdienst, aber auch die Arbeitsbedingungen wie Karrieremöglichkeiten, moderne Arbeitszeitgestaltung, zukunftsorientierte Weiterbildungsmöglichkeiten oder auch die Verkehrsinfrastruktur spielen eine große Rolle, ob Menschen zur Arbeit pendeln.

    Wie sächsische Pendlerzahlen von der modernen Konzentration der Arbeitsplätze erzählen

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