Ein Blick zurück ins Jahr 2001, ziemlich erschreckend

Für alle LeserManche Geschichten brauchen etwas länger, auch wenn es wiederkehrende Geschichten sind wie die zu den Leipzigern mit Migrationshintergrund, die es im Quartalsbericht der Stadt regelmäßig gibt. Und zwar seit der Zeit, als die hausgemachten Konservativen in Leipzig das mal zum Schlagzeilenthema gemacht hatten, weil sie das für ein Problem hielten. Das ist lange her. Wer heute in Leipzig so diskutiert, wirkt wie aus der Zeit gefallen.

Denn Leipzig ist eben nicht nur Wachstumsmotor, weil lauter junge Leute vom Lande hereinziehen. So funktionieren moderne Städte nicht. Und auf der Ebene spielt Leipzig auch nicht. Große Städte strahlen weit über die Grenzen eines kleinen Bundeslandes wie Sachsen hinaus. Sie bilden Arbeits- und Lebenstrukturen heraus, die für junge Menschen aus aller Welt attraktiv sind.

Und das spiegelt sich eben auch in der Zuwanderung aus dem Ausland. Denn das versteckt sich ja hinter dem Begriff „Migrationshintergrund“, der irgendwie noch nach dem alten Naserümpfen weißer, dicker alter Männer klingt, die sich dadurch ganz persönlich beleidigt fühlen. Helf’ ihnen einer.

Denn Migration ist völlig wertfrei. In einer offenen Welt haben alle Menschen das Recht, ihren Wohnort frei zu wählen. Am besten da, wo sie die besten Chancen sehen, ihre Vorstellungen vom richtigen Leben auch Wirklichkeit werden zu lassen. Das war auch früher schon so. Nur konnten die Ostdeutschen aus bekannten Gründen über 60 Jahre das Gefühl haben, dass das nicht so sein müsse, dass man hinter Mauern und Passkontrollen ganz allein unter sich bleiben müsste, könnte, durfte oder sollte.

Aber seit 1990 ist das anders. Seitdem wächst der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Leipzig ganz allmählich. Schon in den 1990er Jahren hatte Leipzig den zweithöchsten Ausländeranteil in den Neuen Bundesländern. Nur Berlin hatte von vornherein mehr. Und die westdeutschen Städte sowieso.

Ausgewertet hat Andreas Martin im neuen Quartalsbericht die Jahre 2011 bis 2018. In dieser Zeit wuchs die Leipziger Einwohnerzahl von 517.838 auf 596.517.

Wider Erwarten, muss hinzugefügt werden. Man vergisst es so leicht, dass die gesamte Leipziger Stadtpolitik lange Zeit auf Schrumpfen eingestellt war. Auch 2011 beherrschte dieser Gedanke noch manche Ämter und Ratsfraktionen. Leipzig war „shrinking city“, fertig das Nachdenken. Dass man deswegen bei sämtlichen Zukunftsthemen der Stadt viel zu spät – im Schnitt um die fünf Jahre – auf Wachstum umstellte, sorgt bis heute für gewaltige Probleme in der Infrastrukturplanung.

Das hat auch mit den Prognosen zu tun, mit denen immer wieder versucht wird, die Bevölkerungsentwicklung über mehrere Jahre vorwegzunehmen.

Eine Prognose aus dem fernen Jahr 2001

Eine dieser Prognosen aus dem Jahr 2001 zeigt dieses Dilemma. Damals war Leipzig längst wieder auf Wachstumsmodus umgeschwenkt. Die Geburtenzahlen stiegen, die Sanierungen der 1990er Jahre zeigten Wirkung, die Zuzugszahlen stiegen auch und so langsam kam auch wieder die Wirtschaft in Gang.

Das war auch die Zeit, als die tonangebenden Zeitungen und Sender der Republik deutschlandweit den Klagegesang über den „kranken Mann Europas“ erklingen ließen. Wohl platziert. Man wusste schon, warum man das tat. Nur wenn die Bürger das Gefühl haben, dass alles immer schlimmer wird, sind sie auch bereit, soziale Einschnitte als unumgänglich zu betrachten. Um die ging es damals. Und um ein Ende der Rot-Grünen Regierung.

Tatsächlich kam es in ganz Leipzig so wie hier in Schleußig. Foto: Marko Hofmann

Tatsächlich kam es in ganz Leipzig so wie hier in Schleußig. Foto: Marko Hofmann

Dass auch Leipzigs Statistiker aus dem Negativmodus nicht herauskamen, verblüfft im Nachhinein. Für die Jahre 1999, 2000 und 2001 schlugen folgende Bevölkerungszahlen zu Buche: 489.532, 493.208 und 493.052. Wachstum oder nicht?

Kein Wachstum, entschieden die Statistiker und werteten die negativen Trends stärker als die positiven. Für 2005 erwarteten sie ein Absinken auf 490.000 Einwohner. Was schon ein Spaß für sich ist, denn in diesem Jahr überschritt Leipzig tatsächlich wieder die Halbmillionenmarke: 502.651.

Ein Prozess hatte eingesetzt, der bis heute anhält und der vor allem eine Loskoppelung vom sächsischen Bevölkerungstrend ist. Nach 15 Jahren hatte es Leipzig geschafft, sich wieder als attraktiver Ort für Unternehmensansiedlungen auf der deutschen Landkarte zu platzieren. Nicht gerade für große Unternehmen – die Eröffnung der Produktion bei Porsche und BMW blieben in der Größenordnung bis heute die Ausnahme. Dafür kamen hunderte kleiner und mittelständischer Betriebe, die meisten davon aus dem Dienstleistungsbereich. Ein Bereich, den deutsche Ökonomen kaum zu fassen kriegen, weil sie im Studium nur die ganzen Wertzuwächse von industriellen Produktionszyklen gelernt haben und lernen.

Wie sollten also Statistiker mehr sehen, wenn nicht einmal Ökonomen solche Trends erkennen?

2010 wäre Leipzig nach der damaligen Prognose auf 483.000 Einwohner abgesackt und zunehmend überaltert. Von 600.000 oder gar 700.000 träumte da keiner. Das war weit jenseits des Vorstellungshorizonts.

Tatsächlich erreichte Leipzig 2010 die Marke von 522.883 Einwohnern und wurde 2010 tatsächlich schon als auffällig wachsende Stadt im Osten betrachtet.

2015 wurde in der Prognose von 2001 tatsächlich ein Absinken auf 473.000 Einwohner erwartet. Tatsächlich standen da aber 560.472 in den Melderegistern.

Unerwarteteter Wachstumskurs

Leipzig nahm also einen völlig anderen Weg, als noch 2001 erwartet. Und natürlich hat das auch mit der Zuwanderung aus dem Ausland zu tun. Eine Zuwanderung, die etwas mit dem Ruf der Stadt zu tun hat. Denn Städte gewinnen heute, wenn ihr Ruf stimmt. Das kann man mit Weltoffenheit umschreiben, mit Kultur, aber noch viel stärker mit Innovationsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit. Was wieder mit Raum für Veränderung und Ausprobieren zu tun hat.

Von dem Ruf zehrt Leipzig bis heute, auch wenn er arg zusammengeschnurrt ist. Der einstmals freie Raum zum Experimentieren und bezahlbaren Beginnen wurde – das ist dann wohl der deutsche Weg – verkauft, meistbietend oder auch wenig bietend. Jedenfalls wurde die nun prosperierende Stadt auch zum Spielfeld von Investoren und Geldanlegern, die die Preise hochtreiben. Was ich übrigens für einen der wesentlichen Gründe dafür halte, dass Deutschland wirtschaftlich abbremst wie ein Riesentanker. Denn ein Land, das sich junge kreative Leute nicht mehr leisten können, verliert an Innovationskraft. Besitz wiegt schwerer als Freiheit.

Das ist fatal und ein eigenes Thema.

Mittlerweile erwarten Leipzigs Statistiker das Überschreiten der 600.000-Einwohner-Linie im Oktober. Möglicherweise. Da sind sie vorsichtig, denn seit 2018 ist auch das Leipziger Wachstum wieder gebremst, weil der Raum fürs Wachsen und Ausprobieren nicht mehr zur Verfügung steht. Dafür durchdringt die Denkweise der Besitzenden die Politik. Besitz ist heilig. Sogar dann, wenn er nur zur „Wertsteigerung“ ungenutzt herumliegt.

Die alte Prognose von 2001 sah für das Jahr 2030 übrigens nur noch 428.000 Einwohner vor. Weit entfernt von den 720.000, die vor zwei Jahren als Prognose auf den Tisch kamen. So viele werden es wohl nicht. Leipzigs Kommunalmanager rechnen eher mit 650.000 bis 660.000. Aber auch das wäre noch anspruchsvoll genug und setzt Milliardeninvestitionen in die Infrastrukturen voraus.

Aber was ist nun mit der alten Angst, die Ausländer würden der Stadt irgendwie nicht guttun?

Das beleuchten wir gleich im nächsten Beitrag zum Thema.

Bevölkerungsentwicklung: Leipzigs Statistiker rechnen fest mit der 600.000 im Herbst

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

BevölkerungswachstumQuartalsbericht
Print Friendly, PDF & Email
 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Petition freundlich abgelehnt: Es ist noch nicht Zeit für ein Renaissance-Stadtfest aus Dank zur Errettung vor der großen Corona-Seuche
Plakat aus der Frühzeit von Corona in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. April schrieb ein Leipziger einen freundlichen Brief an den Petitionsausschuss: „Liebe Stadträte, es scheint, dass Gott die Stadt Leipzig vor vielen Toten nach großer Verderbnis in der Corona-Seuche zu bewahren gedacht hat, oder?“ Es ging dann noch ein bisschen um das „Sündenbabel Berlin“. Aber Ziel des Briefes war, dass Leipzig ein „großes Renaissance-Stadtfest“ feiern soll. Vielleicht im August oder September 2021. Am 16. September war die Petition Thema im Stadtrat.
Häusermeer – Gedichte von Passanten/Melodien aus den Kammern im MALA
Maria Schueritz.Foto: PR

Foto: PR

Am 24.9., 19.30 Uhr flirren Texte von Daniel Stojek und Maria Schüritz' Musik im Strudel der Stadt durchs Häusermeer. Urbane Miniaturen und Gedankenströme treffen auf Musik zwischen Soul, Lied und Chanson. Die beiden Leipziger treten an diesem Abend mit ihrem ersten gemeinsamen Programm auf die Bühne des Café Mala in der Schulze-Delitzsch-Str. 19.
Ausstellungseröffnung Nimmersatt: Unikatum feiert 10 Jahre Kinder- und Jugendmuseum
Außenansicht des UNIKATUM Kindermuseums. Foto: Roland Kersting

Foto: Roland Kersting

„Das Essen ist fertig!“ Die pfiffigen Protagonisten Peter Siel und Zitronella führen in der neuen Mitmachausstellung im UNIKATUM Kinder- und Jugendmuseum ab dem 26. 09. 2020 durch die spannende Welt der Ernährung und gehen einigen heißen Fragen unserer Zeit auf den Grund: Wie kommt mein Essen überhaupt auf den Teller? Was, wie und warum essen wir? Was passiert mit den Resten? Und warum beeinflusst unser Essverhalten die Lebensbedingungen auf unserer Erde?
Mentale Wissenskarten: Wie unser Gehirn alles, was es wahrnimmt, nach markanten Merkmalen abspeichert
Das Gehirn erwirbt Wissen, indem es die Kartierung von verhaltensrelevanter Information unterstützt. Grafik: MPI CBS

Grafik: MPI CBS

Für alle LeserWie funktioniert unser Gehirn wirklich? Wie speichert es all die Millionen Dinge ab, die wir tagtäglich wahrnehmen, einordnen und erkennen müssen? Die Leipziger Kognitionsforscher gehen davon aus, dass unser Gehirn dabei wie eine mentale Landkarte funktioniert, in der die hervorstechenden Merkmale eines Dings an verschiedenen Stellen gespeichert sind. Aus den markanten Merkmalen konstruiert unser Gehirn dann blitzschnell das richtige Muster: Aha, es ist eine Fliege!
Grünen-Antrag wird angenommen: LWB soll über Freiflächen nachdenken und der Shakespeareplatz braucht eine Neuerfindung + Video
Platz für neue Wohnbebauung an der Shakespearestraße. Foto: Tim Elschner

Foto: Tim Elschner

Für alle LeserAm Mittwoch, 16. September, wurde auch das Anliegen der Petition zu einem gewünschten Stadtteilpark zwischen Shakespearestraße und Bernhard-Göring-Straße behandelt. Die Petition selbst nicht mehr. Was auch in der kurzen Diskussion zur Sprache kam. Denn tatsächlich gibt es dort einen echten Zielkonflikt: Die stadteigene LWB hat den Auftrag, dort (Sozial-)Wohnungen zu bauen. Aber bislang ist die Brache auch ein wichtiges Stück Grün in Zentrum-Süd.
Thomas Dienberg antwortet auf Einwohneranfrage zum Sportforum: Warten auf den Rahmenplan + Video
Die Feuerbachschleife im heutigen Zustand. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ein Dauerthema, über das nun seit sieben Jahren diskutiert wird. 2014 mündete es in den Auftrag des Stadtrates, die Verwaltung solle den Bau einer größeren Wendeschleife für die Straßenbahn am Sportforum prüfen. Doch heraus kam nur der Plan, die alte, viel zu kleine Wendeschleife in der Max-Planck-Straße zu modernisieren. Das könne nicht funktionieren, stellte Ulf Walter in seiner Einwohneranfrage fest, die am 16. September in der Ratsversammlung auch weiter nach einer Antwort suchte.
Antisemitismus in der Sprache: Warum in einigen beliebten Worten noch immer die alte Judenverachtung steckt
Ronen Steinke: Antisemitismus in der Sprache. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMauscheln geht gar nicht und Schachern schon gar nicht. Und dabei sind es zwei Lieblingsworte der deutschen Schlagzeilen-Macher. Zwei, die sie besser nicht mehr benutzen sollten. Und wenn sie Ronen Steinkes kleinen Essay gelesen haben, wissen sie auch, warum. Steinke ist selbst Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“. Und er weiß, wie gedankenlos wir mit Lehnworten aus dem Jiddischen umgehen.
1. FC Lokomotive Leipzig vs. Chemnitzer FC 1:1 – Schiri im Mittelpunkt
Schiedsrichter Rasmus Jessen zeigt Lok-Kapitän Paul Schinke die Gelbe Karte. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer 1. FC Lok verspielt erneut gegen einen Drittliga-Absteiger eine Führung. Im Gegensatz zum 1:1 bei Carl Zeiss Jena, kam das 1:1 (1:0) gegen den Chemnitzer FC allerdings kurios zustande. Chemnitz' Bickel schoss den Ball bei einem Freistoß ins Tor während Lok-Torhüter Tasche noch die Mauer richtete. Schiedsrichter Rasmus Jessen hatte den Ball ohne Wissen der Hausherren freigegeben. Die Diskussionen danach änderten nichts, auch nicht die wütenden Pfiffe der 2.083 Fans. Erstmals waren wieder mehr als 1.000 Zuschauer zugelassen gewesen.
Livebericht: „Querdenker“ treffen auf „Leipzig nimmt Platz“ + Videos
Schlussbild mit Fahne auf dem Leipziger Marktplatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich ist das Thema irgendwie „durch“. Es gibt in Deutschland rund 40.000 Menschen, die unter größtmöglicher Mobilisierung, Bustransfers und letztlich mit Vorabunterstützung der Medien durch andauernde Berichterstattung am 29. August 2020 nach Berlin zur großen „Querdenker“-Demo kamen. Auch die Bilder aus der Hauptstadt gingen anschließend rund, die Eigenbezeichnung „Querdenker“ hat schon jetzt das Zeug zum Unwort des Jahres. Heute, am 19. September, möchte die mittlerweile umbenannte „Bewegung Leipzig“ als „Querdenken 341“ ab 16 Uhr auf dem Leipziger Marktplatz „ganz Mitteldeutschland“ zu Gast haben. Wer auf jeden Fall kommt, ist „Leipzig nimmt Platz“ – zum Gegenprotest und mit drei Informationspunkten am Markt.
Die neue Ausstellung der HALLE 14 widmet sich der digitalen Ökonomie: BIG D@T@! BIG MON€Y!
Varvara & Mar, Data Shop (Data Honey), 2017. Foto: Varvara & Mar

Foto: Varvara & Mar

Für alle LeserAb Samstag, 26. September, ist die neue Ausstellung der HALLE 14 geöffnet: „BIG D@T@! BIG MON€Y!“ Sieben Künstlerinnen, Künstler und Kunstkollektive präsentieren sich mit Arbeiten, die sich mit der Ökonomie der Daten- und Finanzindustrie auseinandersetzen. Durch die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags, durch unsere digitalen Spuren im Internet und Kryptowährungen beginnen bereits heute, Persönlichkeitsprofile und Geld zu verschmelzen.
Heute 18 Uhr: Eröffnung SPHINX von Claudia Rößger
Quelle: Delikatessenhaus e.V.

Quelle: Delikatessenhaus e.V.

Liebe Freunde des Kunstraums Neu Deli, liebe Förderer des Vereins Delikatessenhaus e.V., zur Eröffnung der Ausstellung SPHINX der Leipziger Künstlerin Claudia Rößger laden wir Euch herzlich ein.
Verkehrs- und Tiefbauamt: Die Einziehung der Beethovenstraße würde nur noch mehr Verkehr im Musikviertel erzeugen
Die Beethovenstraße kurz vor der Bibliotheca Albertina. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJa gibt es nun immer noch hohen Durchgangsverkehr durch die Beethovenstraße, seit sie im vergangenen Sommer zur Fahrradstraße erklärt wurde? Die Linksfraktion meinte „Ja“ und beantragte, das Stück vor der Universitätsbibliothek deshalb nach § 8 Sächsisches Straßengesetz einzuziehen. Das Verkehrs- und Tiefbauamt findet das nicht zielführend, denn aus seiner Sicht sei der Verkehr schon deutlich zurückgegangen.
Freibeuter-Antrag hat Erfolg: Leipzig mus endlich härter gegen Falschparker im fließenden Verkehr vorgehen
Thomas Köhler (Piraten, Frebeuter-Fraktion) wurde am 16. September im Stadtrat mal ganz grundsätzlich bei der Gefährdung von Radler/-innen in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMan hätte es eigentlich nicht erwartet, dass sich um diesen Freibeuter-Antrag am 16. September in der Ratsversammlung doch noch mal eine halbstündige Debatte entspinnt, denn eigentlich war das Abschleppen verkehrsgefährdend geparkter Fahrzeuge schon 2019 ausführlich im Stadtrat diskutiert worden. Aber im Februar hatte die Feibeuter-Fraktion nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas geändert hätte.
Das fehlende Stück Radweg: Greenpeace-Aktive organisieren am 19. September eine Pop-up-Bikeline auf der Karl-Heine-Straße
Karl-Heine-Straße vor der Einmündung der Erich-Zeigner-Allee. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMit der Fertigstellung der Plagwitzer Brücke sind auch neue Stücke Radwege in der Karl-Heine-Straße entstanden. Aber das neue Angebot macht erst richtig sichtbar, dass an einigen Stellen die Fortsetzung fehlt. Ein solches Stück findet man zwischen Zschocherscher Straße und Erich-Zeigner-Allee. Am Samstag, 19. September, errichten Greenpeace-Ehrenamtliche dort einen Pop-up-Radweg.
Johann Walter: Die große Quellensuche nach dem „Urkantor“ der evangelischen Kirchenmusik
Christa Maria Richter: Johann Walter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Torgauer Geschichtsverein hat sich ein richtig dickes Buch gegönnt über Johann Walter, den „Urkantor“, den Mann, der die evangelische Kirchenmusik geradezu erfunden hat, und der vor 450 Jahren in Torgau starb. Die Historikerin Christa Maria Richter hat die Quellen durchforstet, um das Leben und Schaffen Walters zu rekonstruieren. Ein Leben, das so geradlinig nicht verlief, wie es die Formel vom „Urkantor“ suggeriert.