Pläne für Leipzigs neue Verwaltung sollen im Frühjahr 2017 vorliegen

„Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis Ende II. Quartal 2017 ein ganzheitliches und langfristiges Konzept für die Unterbringung der Stadtverwaltung vorzulegen“, hatte die CDU-Fraktion im Frühjahr beantragt, nachdem die SPD-Fraktion vorgeprescht war und ein neues Technisches Rathaus am Rossplatz beantragt hatte. Warum nicht größer denken, dachte sich die CDU? Und hatte die Rechnung ohne die Verwaltung gemacht.
Anzeige

Die reagiert jetzt etwas verschnupft, denn kein Thema brennt dem Verwaltungsdezernat so auf den Nägeln wie die Unterbringung der Verwaltungsangestellten. Möglichst bezahlbar. Und langfristig. Das Thema liegt schon seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Und verursacht Ärger, weil das Geld für einen großen Befreiungsschlag fehlt. Man muss mit den übers Stadtgebiet verteilten Besitztümern der Stadt Vorlieb nehmen – was enorme Reisetätigkeit und enorme Nebenkosten verursacht. Deswegen wird auch im Verwaltungsausschuss eine große Lösung diskutiert, die den Verwaltungsbedarf auch für eine 700.000 Einwohner-Stadt abdeckt.

„Mit dem stetigen Bevölkerungswachstum, dem daraus resultierenden ansteigenden Personalbedarf in der Stadtverwaltung und den Anforderungen an ein modernes Arbeitsumfeld erhielten das Hauptamt und das Amt für Gebäudemanagement auf Beschluss der DB OB VI-DS-02081 vom 16.12.2015 den Projektauftrag, die mittelfristige Prognose für die Stellenentwicklung der Stadtverwaltung zu qualifizieren, um Handlungsbedarfe und Maßnahmen für eine moderne, mittel- und langfristige Verwaltungsunterbringung abzuleiten“, stellen das Verwaltungsdezernat und das Baudezernat jetzt gemeinsam fest.

Das, was die CDU da wünscht, ist also schon Auftrag. Seit 2015 arbeitet man dran. Das muss also eigentlich nicht noch einmal extra beschlossen werden.

„Wie bereits im Verwaltungstandpunkt VI-A-02467-VSP-01 zum Antrag ‚Modernes Verwaltungs- und Bürgerzentrum – Neues Stadthaus – auf dem Areal Wilhelm-Leuschner-Platz‘ ausgeführt, werden gemäß des Projektauftrages im 1. Teil des Projektes seit 06/2016 die Ergebnisse der Stellenprognose und der Organisationsanalyse der Verwaltungsprozesse in Form eines Grobkonzeptes der DB OBM zur Entscheidung vorgelegt. Darauf anschließend wird durch das AGM das Feinkonzept zur Verwaltungsunterbringung erarbeitet.“

Der Antrag, auf den da Bezug genommen wird, ist der der SPD-Fraktion. Schon dadurch fühlte man sich im Hohen Rathaus etwas vergräzt. Denn irgendwie sind die Fraktionen mit ihren ganzen Wünschen auf schnellere Entscheidungen ein bisschen zu schnell. So schnell galoppiert der Verwaltungsschimmel nicht. Man muss doch prüfen, zuordnen, Stellen beschreiben.

„Im Rahmen dieses Projektes werden bereits grundsätzlich die im oben genannten Antrag aufgeführten Themen gemeinsam von HA und AGM analysiert und sollen in das Endergebnis zur mittelfristigen Verwaltungsunterbringung einfließen. Es ist vorgesehen, dem Stadtrat das Ergebnis innerhalb des im Antrag genannten Zeitrahmens vorzulegen.“

Also bis zum Frühjahr 2017 soll alles vorliegen. HA ist übrigens das Hauptamt (das sich um das ganze Personal zu kümmern hat) und AGM das Amt für Gebäudemanagement (das sich um die ganzen Gebäude kümmern muss).

Während die SPD ein großes zentrales Technisches Rathaus am Rossplatz bevorzugte, sah die CDU die Stadt eher in der Pflicht, möglichst viele Ämter in den Stadtteilen zu verteilen: „Auch die Aufwertung strukturschwacher Stadtteile durch Ansiedlung von Verwaltungseinheiten wurde am Beispiel des Leipziger Ostens bereits vor ca. 15 Jahren diskutiert, damals ohne praktisches Ergebnis.“

Was dann wieder einen Spagat bedeutet, denn viele Ämter haben starken Besucherverkehr, sind also auf eine zentrale Lage angewiesen. Die Bildung des Technischen Rathauses hat das schon als Gedanke aufgenommen, auch wenn es in der Prager Straße noch etwas weit vom Schuss ist.

Und weil man schon dran arbeitet, empfehlen die beiden Dezernate jetzt erst einmal die Ablehnung des CDU-Antrages.

In eigener Sache: Für freien Journalismus aus und in Leipzig suchen wir Freikäufer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2016/11/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

Wilhelm-Leuschner-PlatzStadtverwaltungStadtholding
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

1. FC Lok Leipzig vs. Energie Cottbus 1:1 – Drittes Remis in Folge
Wieder mal Remis für Lok, in einer hart umkämpften Partie gegen Cottbus. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAuch im dritten Spiel der englischen Woche bringt der 1. FC Lok eine Führung nicht ins Ziel. Beim 1:1 (1:1) vor 2.257 Zuschauer im Plache-Stadion, fiel der Ausgleich allerdings nicht in der Schlussphase. Schinkes frühe Führung nach vier Minuten, glich Max Kremer per Elfmeter aus. Schiedsrichter Daniel Bartnizki aus Erfurt hatte in der 30. Minuten nach einem Cottbusser Freistoß auf den Punkt gezeigt. Anschließend hatten beide Teams noch Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Am Ende hätte wohl Lok den Sieg eher verdient gehabt.
Mehr als Musik: Die SKiLLZ! Awards geben der HipHop-Szene Leipzigs eine Bühne
Tobias Bieheim. Foto: Antonia Weber

Foto: Antonia Weber

Für alle LeserHipHop ist mehr als nur Rap. Hinter dem Genre versteckt sich eine Kultur, die verschiedene Künstler/-innen vereint und auch in Leipzig präsent ist. Seit 2015 rollen die SKiLLZ! Awards für diese Szene den roten Teppich aus. Im Interview mit der Leipziger Internet Zeitung erzählt Gründer Tobias Bieheim über die Geschichte der Awards, die pandemiebedingte Absage der diesjährigen Veranstaltung und wie es um die Zukunft der Kulturbranche steht.
Gut verdienende Akademiker haben die Leipziger OBM-Wahl 2020 überproportional beeinflusst
Die Leipziger Wählergruppen nach Einkommen. Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Für alle Leser„Wer ging wählen und wer nicht?“, fragt Falk Abel in seinem Beitrag zur Auswertung der beiden Befragungen zur Leipziger Oberbürgermeisterwahl am 2. Februar und 1. März. Mit denen wollte das Amt für Statistik und Wahlen tatsächlich herausbekommen, welche Bevölkerungsgruppen in Leipzig eigentlich OBM-Wahlen besonders stark beeinflussen. Die sind ja nicht ganz unwichtig, auch wenn sie nur alle sieben Jahre stattfinden.
„Den Saisonstart haben wir uns anders vorgestellt.“: Eintracht Leipzig-Süd und FC Phönix warten noch auf ersten Sieg
Die Frauen-Regionalliga Nordost ist mit einem neuen Modus in die Saison gegangen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelInzwischen rollt auch in der Frauen-Regionalliga Nordost wieder der Ball. In Sachen Spielmodus gab es hier allerdings gravierende Änderungen. Denn die bisher eingleisige Nordost-Liga wurde nun in zwei Staffeln geteilt: Nord und Süd. Jeweils sieben Vereine spielen dort untereinander. Die vier erstplatzierten Teams aus Nord und Süd treffen anschließend in der Meisterrunde aufeinander und spielen die Plätze 1-8 aus.
Stadtbezirksbeirat Altwest beantragt eine Stadtteilverbindung zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg, die auch die S-Bahn-Steige mit erschließt
Die untersuchten Varianten für eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserNein, Leipzigs Verwaltung muss sich nicht wirklich darüber wundern, dass Ratsfraktionen und Stadtbezirksbeiräte immer ungeduldiger werden und sich mit Prüfaufträgen nicht mehr abspeisen lassen. Die verschieben wichtige Entscheidungen in der Regel wieder nur um mehrere Jahre in die Zukunft, während Zustände, die alle Seiten längst als inakzeptabel empfinden, einfach erhalten bleiben. So wie bei der Verbindung von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg, wo der Stadtbezirksbeirat schon mehrmals fast verzweifelt ist.
Wo man mit deterministischen Bevölkerungsvorausberechnungen herauskommt, wenn man die Störfaktoren einfach ignoriert
Bevölkerungsvorausberechnung für die sächsischen Kreise. Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Grafik: Stadt Leipzig / Quartalsbericht 1 / 2020

Für alle LeserStatistiker sind kühle Rechner, aber keine Hellseher. Sie wissen nicht, wie sich die Welt in den nächsten Jahren verändert. Aber trotzdem wünscht sich die Politik immer neue, möglichst belastbare Prognosen für die Zukunft. Obwohl diese Prognosen tückisch sind. Sie suggerieren eine Aussage über die Zukunft, die aber nur aus Daten der Vergangenheit geschlussfolgert wird unter der seltsamen Annahme: Es geht immer so weiter.
Schluss mit der chaotischen sächsischen Asylpolitik: Endlich eine Bleibeperspektive für geflüchtete Menschen schaffen
Demo gegen Abschiebungen. Foto: René LochDemo gegen Abschiebungen. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserLasst sie doch einfach arbeiten! Lasst sie eine Ausbildung machen! Und gebt ihnen einen sicheren Aufenthaltstitel, wenn sie Arbeit haben! Sachsen ist schon längst auf Zuwanderung angewiesen. In allen systemrelevanten Branchen fehlen Arbeitskräfte. Aber erst allmählich verteilen sächsische Behörden Arbeits- und Ausbildungserlaubnisse, geradezu widerwillig. Auch wenn die Botschaft inzwischen lautet: Die Zahl der Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse von Geflüchteten in Sachsen steigt.
Teilung als Lebensthema: Am 29. September beginnt das Leipziger Uwe-Johnson-Festival „Eine Reise wegwohin“
Auf dem Naschmarkt wird das Uwe-Johnson-Festival "Eine Reise weghohin" am 29. September eröffnet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon ein pfiffiger Schachzug, ein Leipziger Festival, das sich dem am 3. Oktober anstehenden 30. Jahrestag der Deutschen Einheit widmet, motivisch einem Autor zuzuordnen, der diese Einheit nicht erlebte, weil er zu früh starb – im Exil. Kaum einer hat mit seinem ganzen Leben die deutsch-deutschen Widersprüche so durchgemacht wie Uwe Johnson.
Post aus Paidonesien: Ein Inselbriefroman mit einem sehr unheiligen Ende
Oriol Canosa: Post aus Paidonesien. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOriol Canosa ist nicht nur Kinderbuchautor aus Barcelona, er hat auch eine eigene Kinderbuchhandlung. 2017 veröffentlichte er „L'illa de Paidonèsia“. Kristin Lohmann hat diese Insel-der-Kinder-Geschichte jetzt aus dem Katalanischen ins Deutsche übersetzt und Meike Töpperwien hat sie mit witzigen Bildern illustriert. Am Anfang stand ein kleiner großer Ärger, den viele Kinder kennen.
UNIKATUM-Ausstellung vermittelt in Leipzig Wert und Wege von Lebensmitteln
Gisela Reetz © Pawel Sosnowski

© Pawel Sosnowski

Was essen wir, wie essen wir und wie kommt unser Essen auf den Tisch? Diesen und weiteren Fragen geht die Mitmachausstellung „Nimmersatt? - Was uns auf den Teller kommt“ im UNIKATUM Kinder- und Jugendmuseum in Leipzig nach.
Keine Angst, die wollen nur spielen: Wie die Leipziger Bundesliga-Teams in den Spielbetrieb zurückkehren
Die L.E. Volleys schlagen erst im Derby gegen Delitzsch in der heimischen Brüderhalle auf. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im HandelWie ein dicker, roter Filzstift, hatte die Corona-Pandemie im Frühjahr sämtliche Sportligen gestrichen. Verbunden mit jeder Menge Verunsicherung, teilweise dramatischen finanziellen Nöten und der ständigen Frage: Wie geht es jetzt weiter? Seit diesem September geht es nun tatsächlich weiter, zumindest im Spielbetrieb einiger Leipziger Bundesligisten. Die „Leipziger Zeitung“ wirft einen Blick auf den Stand der Dinge.
Am 2. Oktober um 18 Uhr im Literaturhaus Leipzig: Buchpremiere „Gespaltene Nation? Einspruch!“
Cover: NZZ Libro

Cover: NZZ Libro

Es handelt sich um die Premiere und Erstvorstellung für dieses Ende September erscheinende Buch. Die Autoren Prof. Dr. Dr. Karl-Heinz Paqué, Volkswirt und ehemaliger Finanzminister der FDP in Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. Dr. Richard Schröder, Theologe und Philosoph, SPD-Fraktionsvorsitzender der letzten Volkskammer der DDR stellen ihr gemeinsames Buch vor und diskutieren mit dem Publikum Mythen und Fakten rund um die Deutsche Einheit.
„Sport vor Ort“ – die anderen Sporttipps sind wieder da!
"Sport vor Ort" ist wieder da.

Sport vor Ort.

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 83, seit 25. September im Handel„Sport vor Ort“ zeigt, dass spannender Sport in Leipzig nicht nur in den großen Arenen, sondern überall stattfindet. Ob in Schulsporthallen oder auf Ascheplätzen, ob Ringen, Rugby oder Rollhockey, Bundesliga oder Kreisliga – Sport vor Ort hat die Höhepunkte auf dem Schirm, die nicht im großen Rampenlicht stattfinden. Ehrlichen, erdigen Sport – in Leipzig – vor eurer Haustür.
Am 8. Oktober im Cineding: Die Wiese – Ein Paradies nebenan
Wilde Wiese im Vorgarten. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Sie ist das Paradies nebenan - die Wiese. Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese.
Am 15. Oktober in der Schaubühne Lindenfels: Endivien – Plotpoints of Life
Die Schaubühne Lindenfels in der Karl-Heine-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Schock und Surprise. Liebe und Verletzung. Kontakt und Isolation. Akzeptanz des Schicksals und Widerstand gegen das Ausgeliefertsein. Zwischen Theaterchoreografie und Text-Komposition inszeniert die Leipziger Compagnie erweiterte zugeständnisse in den wirren Zeiten eines Paradigmenwechsels ihr neues Stück in einem dramatischen „Dreisprung": INDIVIDUUM - PAS DE DEUX - TOUS ENSEMBLE.