Kein Stadtplan auf Knopfdruck in Leipzig

Für alle LeserEs wäre ja zu schön gewesen und in Hamburg hatten es Leipzigs Jugendparlamentarier ja sogar schon gesehen. Da kann man an interaktiven Werbesäulen einfach auf einen Knopf drücken und dann erscheint statt der Werbung der Plan der Stadt. Wäre doch auch für Leipzig ganz nett, fand das Jugendparlament. In der Innenstadt stehen doch so ein paar Leuchtsäulen von JCDecaux. Aber nicht mehr lange, teilt das Planungsdezernat jetzt mit.

„Menschen, die in Leipzig zu Gast sind, brauchen Orientierungspunkte. Oft stehen an geeigneten Stellen bereits Werbeaufsteller. Diese zwei Interessen miteinander zu verbinden scheint daher naheliegend. Hamburg verwendet besagte Stadtpläne bereits erfolgreich, beispielsweise in der Nähe von Bahnhöfen“, hatte das Jugendparlament in seinem Antrag festgestellt und ihn dann so formuliert: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt in Kooperation mit dem städtischen Ausstatter JCDecaux Werbeanzeigetafeln an strategisch günstigen Stellen derart umzurüsten, dass auf Knopfdruck ein Umgebungsplan zum jeweiligen Standort innerhalb der Stadt Leipzig erscheint.“

Aber was da auf der Petersstraße und in der Grimmaischen Straße flimmert, ist nur ein zeitlich befristetes Experiment, teilt nun das Planungsdezernat mit.

„Bei den gewünschten Anlagen handelt es sich um City-Light-Poster-Vitrinen mit einem Wechsler. (Nur) auf Knopfdruck unterbricht der Wechsler seine Tätigkeit und lässt automatisch einen Stadtplan erscheinen. Diese Werbeanlagen befinden sich hauptsächlich in Hamburg, in Leipzig ist momentan keine City-Light-Poster-Vitrine mit einem Wechsler ausgestattet, bereits daher wäre eine Umsetzung nicht möglich“, teilt das Dezernat mit.

„Eine Änderung an den Werbeanlagen wäre zudem auch aus vertraglicher Sicht derzeit nicht möglich, da im Werbevertrag zwischen der Stadt und dem bisherigen Konzessionsnehmer Wall GmbH alle Werbeanlagen auf öffentlichen Flächen in ihrer Art abschließend geregelt sind, der Vertrag läuft darüber hinaus zum 30.06.2019 aus. Zusätzlich war von Wall zu erfahren, dass es sich bei den Werbeanlagen mit Knopfdruck um Auslaufmodelle handelt, die in Zukunft bundesweit nicht mehr zum Aufbau kommen.“

Wall hat in Leipzig die Geschäfte von JC Decaux übernommen, kabbelt sich aber mit der Stadt nun seit Monaten um die Neuvergabe der Werbekonzessionen an den Haltestellen der LVB, für die ein anderer Anbieter den Zuschlag bekam.

„Unabhängig von der derzeitig faktischen Unmöglichkeit der Umsetzung, wird für eine solche Ausstattung auch zukünftig kein Bedarf gesehen, da an vielen Stellen im Stadtgebiet bereits auf der B-Seite der Werbeträger ein Stadtplan dauerhaft ausgehängt ist und auch mit der neuen Werbekonzession der Aushang von 30 Stadtplänen an wichtigen Knotenpunkten dauerhaft auf der B-Seite von City-Light-Poster-Vitrinen erfolgen wird“, teilt das Planungsdezernat noch mit.

Leipzig hofft nun, den Austausch der Fahrgastunterstände endlich beauftragen zu können

 

Jugendparlament
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