Auch die Oper war am 26. März Thema im Stadtrat. Gleich im Doppelpack, denn nicht nur der Wirtschaftsplan für 2026 stand zur Abstimmung, sondern auch die neuen Eintrittspreise. Denn um die absehbaren Defizite irgendwie in den Griff zu bekommen, könnte die Erhöhung der Eintrittspreise eine Lösung sein. Niemand weiß, ob das wirklich klappt, ob das Publikum treu bleibt und bereit ist, mehr für den Platz in der Opernaufführung oder im Ballett zu bezahlen. Aber die rapide steigenden Kosten lassen kaum eine andere Wahl.

77,7 Millionen Euro an erwartbaren Einnahmen stehen in diesem Jahr in der Oper Kosten von 80,8 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber. Auch dahinter stecken steigende Aufwendungen für Energie und Material, aber auch gestiegene Gehälter für das Personal. Es bleibt also ein erwartbares Defizit von 3,1 Millionen Euro. Und natürlich die Frage, was ein großes Haus wie die Oper eigentlich tun kann, um das Defizit irgendwie zu verringern.

Mal abgesehen von den mal wieder von der CDU-Fraktion hervorgekramten Vorstellungen, man könnte mit einer großen Strukturreform irgendwie die Kosten bei den Eigenbetrieben der Kultur spürbar senken.

Oper nur noch für Betuchte?

Am 26. März wurde deshalb auch eine Vorlage behandelt, in der die neuen Eintrittspreise für Oper, Muko und Ballett verabschiedet werden sollten, mit Steigerungen in allen Preiskategorien. Was die Linksfraktion auf den Plan rief, die einen Antrag stellte, die deutliche Steigerung der Preise in der „billigsten“ Kategorie deutlich geringer ausfallen zu lassen. Denn schon jetzt ist ja das Preisniveau für die Oper für Menschen mit geringem Einkommen kaum noch zu bezahlen. Wird die Oper also zu einer Einrichtung, die sich nur noch betuchte Leipziger leisten können? Das fragte Marco Götze, der für den Linke-Antrag warb.

Der dann aber von der Ratsmehrheit mit 17:38 Stimmen abgelehnt wurde. Vielleicht auch, weil es nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen wäre. Mit einer überschaubaren Anzahl von Plätzen im Opernhaus.

Für Leute mit kleinem Geldbeutel heißt das natürlich: Ein Opernbesuch wird zur Ausnahme. Während Menschen mit guten Einkommen kein Problem mit den neuen Preisen haben dürften. Hofft man zumindest. Denn es ist völlig offen, wie sich das Opern- und Muko-Publikum bei den neuen Preisen dann wirklich entscheidet.

Beschlossen wurden die Eintrittspreise mit einer deutlichen Mehrheit von 42:2 Stimmen bei 12 Enthaltungen.

Ein Auftrag, neue Einnahmequellen zu finden

Beschlossen wurde auch der Wirtschaftsplan der Oper mit dem 3-Millionen-Euro-Minus. Aber das soll nicht nur durch gestiegene Eintrittspreise irgendwie aufgefangen werden. Weshalb die SPD-Fraktion einen Antrag geschrieben hatte, die Oper solle bis zum 2. Quartal 2026 einen Maßnahmenkatalog vorlegen, „der konkrete Vorschläge zur Erhöhung der Einnahmen“ macht.

Vorschlagsweise sind das eine „Steigerung der Vermarktung der Veranstaltungsflächen im Hau“, der „Aufbau eines Sponsorings nach dem Vorbild des Gewandhauses“, die „Steigerung von Auslastung und Rentabilität des Hauses mit mehr Fremdproduktionen wie z. B. Musicals“. Die Zielstellung laut SPD-Antrag sollten perspektivisch bis 2030 Mehreinnahmen von jährlich 2,5 Millionen Euro sein.

Der SPD-Antrag bekam mit 52:3 Stimmen ein ganz deutliches Votum. Und auch den Wirtschaftsplan befürwortete die Ratsversammlung mit 46:9 Stimmen. .

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