Bergbaufolgen rund um den Kulkwitzer See: Sächsisches Oberbergamt sucht nach Gefahrenstellen

Das Sächsische Oberbergamt sucht nach Gefahrenstellen in dem ehemaligen Kohlerevier bei Markranstädt. Das geht aus einer Antwort der sächsischen Regierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Landtagsabgeordneten Gisela Kallenbach hervor. Auch die Gefahr von Rutschungen am Kulkwitzer See könne nicht ausgeschlossen werden, heißt es dort.
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Mit Kulkwitzer Revier verbinden heute viele Badespaß und Tauchvergnügen. Doch Revier ist ein Begriff aus der Bergmannssprache: Vor gut hundert Jahren begann hier der Abbau von Braunkohle im Tief- und Tagebau. So ist auch der Kulkwitzer See ein geflutetes Bergbaurestloch.

Seit mehr als zwei Jahren fragen sich Menschen in Mitteldeutschland besorgt, wie es um die Sicherheit in diesen ehemaligen Bergbaugebieten steht. Denn am 18. Juli 2009 kam es am Concordiasee in Nachterstedt bei Aschersleben zu einem Erdrutsch. Drei Menschen sind seitdem vermisst.
„Der Kulkwitzer See ist wie der Concordia-See bei Nachterstedt nicht saniert worden“, schrieb denn auch unlängst die grüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach in einer Kleine Anfrage an Sachsens Staatsregierung. Lediglich in Teilbereichen seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Erosion zu bremsen und steile Uferböschungen zu stabilisieren, so die Leipziger Parlamentarierin unter der Überschrift „Gefahr von Erdrutschen am Kulkwitzer See bei Markranstädt“ weiter. Zudem verwies Kallenbach in ihrer Anfrage darauf, dass in der Nähe von Markranstädt bereits einige ältere Schächte eingestürzt sind.

„In Gebieten mit Altbergbau können Tagesbrüche oder andere negative Auswirkungen auf die Tagesoberfläche nicht ausgeschlossen werden“, beschied dazu Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) in seiner Antwort.

Einen Tagesbruch in der Gegend, nämlich auf Albersdorfer Gemarkung, sei bis letzten November bereits vom Sächsischen Oberbergamt gesichert worden, teilte der Minister weiter mit. Gegenwärtig wertet nach Angaben des Ministers das Amt auf der Suche nach möglichen weiteren Gefahren Altakten aus. Hierzu soll es im ersten Quartal diesen Jahres einen Bericht geben.

Von besonderem Interesse ist für Kallenbach in diesem Zusammenhang die Hochkippe am Südwestufer des Sees. „Hier könnten durch Frost, Wasser und Setzungen sowie Wellenschlag die Ufer soweit destabilisiert werden, dass sie in den See rutschen“, befürchtete die Umweltexpertin in ihrem Fragenkatalog.

„Sowohl an natürlich entstandenen Böschungen als auch an nicht natürlich entstandenen Böschungen kann die Gefahr von Rutschungen nicht ausgeschlossen werden“, gab dazu Sachsens oberster Bergmann im Ministerrang die klassische Radio-Jerewan-Antwort.

Selbstverständlich liegt für das Tagebaurestloch Kulkwitz – Miltitz ein amtlicher Standsicherheitsnachweis vor, teilte Morlok weiter mit. Dieser wurde am 28. Januar 1984 erteilt. Im Jahre 2009 folgten zwei Nachträge, die die Stadt Markranstädt anforderte, als sie sich dem Bebauungsplan für das Westufer des Kulkwitzer Sees widmete.

„Das Baugrundrisiko fällt auf die Grundeigentümer oder mögliche Bauherren“, heißt es weiter in der Regierungsantwort. Denn für den Bereich des Kulkwitzer Sees gebe es keinen Rechtsnachfolger des Bergbautreibenden.


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