Eine Vergrößerung des Einkaufsparks nova eventis ist nichts als Kaufkraftabschöpfung

Die Fehler bei dem riesigen Einkaufspark im Leipziger Westen, der früher mal Saalepark hieß, wurden schon in den frühen 1990er Jahren gemacht. Jedes kleine Dorf im Leipziger Umfeld versuchte, seine Ackerflächen in gewinnbringende Einkaufs-, Gewerbe- und Wohnparks umzumünzen. Eine verbaute Landschaft ist das Ergebnis und Verkehrsströme, die mit Vernunft nichts mehr zu tun haben. Nun soll in Günthersdorf weiter Fläche bevorratet werden.
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Seit 2014 schwelt nun der neu entfachte Streit. Die Stadt Leuna, zu der Günthersdorf mit dem Einkaufspark nova eventis mittlerweile gehört, hat Einspruch gegen den Landesentwicklungsplan in Sachsen-Anhalt erhoben.

„Gemäß des Landesentwicklungsplans des Landes Sachsen-Anhalt ist die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel nur in Mittel- oder Oberzentren zulässig“, benennt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig das Thema, mit dem sich die Stadt seit den 1990er Jahren auseinandersetzen muss. Übrigens nicht nur im Fall „Saalepark“. Auch auf sächsischer Seite haben Immobilienentwickler riesige Einkaufsparks rings um die Großstadt Leipzig platziert, um die Leipziger zum Einkaufen auf die verbaute Wiese zu lotsen. Was direkt dazu führte, dass Leipzigs City bis Anfang der 2000er Jahre unter Druck stand und die Leipziger Kaufkraft ins Umland abfloss.

Statt zentrale Einkaufsbedürfnisse in den Zentren zu etablieren und diese damit zu stärken, wurden gigantische Parks in die Landschaft gesetzt, die so nebenbei auch noch wertvolle Ackerflächen verschlangen. Immer wieder erhob Leipzig Einspruch gegen neue Flächenausweitungen bei Günthersdorf. Zuletzt immerhin mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, wo man die weitere Zerfledderung der Landschaft ebenfalls mit Sorge sieht.

Dass der Wunsch der Stadt Leuna, das Einkaufszentrum künftig doch noch erweitern zu können, auf geharnischten Widerspruch aus Leipzig stößt, war zu erwarten. Am 28. Februar wird sich der Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau mit der Leipziger Stellungnahme beschäftigen.

„Die Stadt Leuna besitzt gemäß Regionalplan für die Planungsregion Halle lediglich den Status eines Grundzentrums. Somit ist die Darstellung der Handelseinrichtungen im Flächennutzungsplan als Sondergebiet Einkaufszentrum und Sondergebiet Einrichtungshaus nicht mit den Zielen der Landes- und Regionalplanung vereinbar. Auf diesen Konflikt wird in der Begründung zum Flächennutzungsplan nicht eingegangen“, betont das Leipziger Planungsdezernat. „Gegenwärtig wird von der Planungsregion Halle ein Teilplan Daseinsvorsorge aufgestellt. Im bisherigen Entwurf wird die Aussage getroffen, dass kein weiterer großflächiger Einzelhandel in Günthersdorf und Kötzschlitz zugelassen werden solle. Hierzu hat die Stadt Leuna Einspruch erhoben.“

Nicht der einzige Einspruch in Leuna, wo man mit harten Bandagen für die eigenen Interessen kämpft. Denn was man den Großstädten Halle und Leipzig an Einnahmen abjagen kann, landet ja irgendwie dann im eigenen Haushalt.

„In der geplanten Änderung des Regionalplans für die Planungsregion Halle soll der Standort Günthersdorf/Kötzschlitz als regional bedeutsamer Standort für Industrie und Gewerbe festgelegt werden. Hierzu hat die Stadt Leuna ebenfalls eingewandt, dass im Bereich des Saaleparks Gewerbe als auch Einzelhandel zugelassen werden sollen. Dies verdeutlicht, dass die Stadt Leuna nach wie vor eine Erweiterung dieser Einzelhandelsagglomeration in Betracht zieht“, benennt das Leipziger Planungsdezernat die Folgen, die der Leunaer Protest nach sich ziehen kann.

Was dann dazu führt, dass Leipzigs Verwaltung erhebliche Bedenken gegen die Flächendarstellung im Bereich des Saaleparks anmeldet, was sie mit der massiven Kaufkraftabschöpfung aus der Stadt Leipzig in den Saalepark (nova eventis) begründet.

Logisch, dass Leipzig auch auf der Forderung beharrt, „dass die Stadt Leuna sicherstellt, dass im Saalepark zukünftig keine weiteren Handelsflächen entstehen.“

Jetzt muss der Stadtrat die Stellungnahme noch beschließen.

Die Formulierung der Stellungnahme der Stadt.

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