Burkhard Jung bleibt auch die nächsten drei Jahre der Steuermann der Metropolregion

Für alle LeserNun diskutieren wieder alle, nachdem Burkhard Jung, mittlerweile flotte 60 Jahre alt, angekündigt hat, noch einmal zur OBM-Wahl in Leipzig antreten zu wollen. Die einen finden ihn schon ganz schön amtsmüde. Die anderen trauen ihm das locker zu. Aber in Wirklichkeit hat das ja Gründe, denn Jung hat mittlerweile so viele Führungsposten in der Region, dass man sich fragt: Was dirigiert der Mann eigentlich nicht? Den Spitzenposten in der Metropolregion hat er sich am Donnerstag wieder gesichert.
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Die Mitgliederversammlung des Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland e. V. wählte nämlich am Donnerstag, 22. März, ihren Vorstand und den Aufsichtsrat neu. Burkhard Jung wurde in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Beide Gremien werden für eine Amtszeit von drei Jahren besetzt.

Die Metropolregion – das ist jener Zusammenschluss von Städten, Landkreisen und Unternehmen rund um Leipzig, die gemeinsam die Vision eines wirtschaftlich starken Mitteldeutschlands verfolgen.

Früher war das Ganze mal größer – aber ausgerechnet die drei Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt wollten lieber nicht mehr mitmachen. Mit unterschiedlichen Begründungen. Aber eigentlich war klar: Sie wollten die langsam zum wirklichen Mittelpunkt der Wirtschaftsregion aufstrebende Stadt Leipzig nicht noch stärken. So operieren die drei Bundesländer also weiter dezentral. Und kriegen damit nicht allzu viel auf die Reihe, während Burkhard Jung in Leipzig immer darum gekämpft hat, dass die Metropolregion nicht erlischt. Denn die Schwäche Ostdeutschlands war immer, dass es eigentlich nur eine richtige Metropole hat: Berlin.

Aber alle Regionen, die kein stark besetztes Zentrum haben, drohen in der augenblicklichen Art der weltweiten Wirtschaftsentwicklung auf der Strecke zu bleiben. Die EU hat schon lange – genauso wie die Bundesrepublik – das neoliberale Denken übernommen, das Wirtschaft nur noch als Wettbewerb aller gegen alle definiert. Länder konkurrieren gegen Länder (zusehends mit härteren Bandagen), Regionen gegen Regionen, Städte gegen Städte.

Und gegenwärtig gehört der Knotenpunkt Leipzig noch zu den Gewinnern in diesem Rennen um Ansiedlungen, Investitionen und Arbeitsplätze. Burkhard Jung hat das zu einer seiner Arbeitsmaximen gemacht: „Leipzig wächst nur, wenn es mehr Arbeitsplätze gibt.“

So hat er auch seinen Einfluss ausgebaut und praktisch alle Steuereinheiten, wo es um wirtschaftliche Entwicklung in Leipzig und Umgebung geht, selbst besetzt. Und die Region nimmt es dankbar an. Die Zeit, dass die Landräte aus den Nachbarkreisen ihr eigenes Ding durchzogen, ist vorbei. Das trauen sich nur noch Landgemeinden wie Markkleeberg, die Schlafvorstadt von Leipzig.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, trat nun mit der Wiederwahl seine zweite Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland an.

„Die Metropolregion Mitteldeutschland hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Sie gibt den Städten und Landkreisen in der Region Schlagkraft und Durchsetzungsvermögen. Gemeinsam treten wir im bundesdeutschen und europäischen Wettbewerb mit einer deutlich besser zu vernehmenden Stimme auf als das jeder einzeln von uns könnte“, sagt er. Und man merkt, wie seine Denkweise mittlerweile auch die Politik der Metropolregion prägt. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auch künftig nur erfolgreich sein werden, wenn wir als Region unsere Kräfte bündeln. Gute Beispiele sind unsere Präsenz auf der Immobilienmesse EXPO Real in München sowie der vor uns stehende Strukturwandel im mitteldeutschen Braunkohlerevier. Nur wenn wir hier gemeinsam agieren, können wir diesen Wandel in den nächsten Jahren aktiv gestalten.“

Zur zweiten Vorsitzenden des achtköpfigen Vorstandes wählte die Mitgliederversammlung Antje Strom, Leiterin der Leipziger Niederlassung der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Damit ist diese Position erstmals mit einer Frau besetzt.

„Ein starkes, erfolgreiches und innovatives Mitteldeutschland können wir nur gemeinsam gestalten – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kammern und Verbände. Mit dem in Mitteldeutschland vorhandenen Potential haben wir eine gute Ausgangsbasis, bei anstehenden, teilweise disruptiven Veränderungen und einhergehenden Herausforderungen aus Digitalisierung, Transformation und Strukturwandel starke Impulse zu setzen und uns als innovative, attraktive und wettbewerbsfähige Region weiter zu positionieren. Das ist mir ein persönliches Anliegen, für das ich mich gern engagiere“, erklärte Antje Strom nach ihrer Wahl.

Weitere Vorstandsmitglieder:

Neben dem 1. und der 2. Vorsitzenden wurden außerdem Oliver Fern, Vorstand der LBBW Sachsen Bank, Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Airport Holding AG, sowie Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), Michaele Sojka, Landrätin des Landkreises Altenburger Land, und Frank Bannert, Landrat des Landkreises Saalekreis, als Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Neues Mitglied ist Bodo Rodestock, Vorstand der VNG Verbundnetz Gas AG.

Darüber hinaus stimmte die Mitgliederversammlung auch über die Neubesetzung des 14-köpfigen Aufsichtsrates der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland ab. Wiedergewählt wurden Dr. Frank Büchner, Leiter der Niederlassung Berlin der Siemens AG, Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH, Thomas Büschel, Beauftragter des Vorstands des TÜV Thüringen e.V., Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Peter Kuras, Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, Prof. Dr. Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung und Transfer an der Universität Leipzig, Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena, sowie Götz Ulrich, Landrat des Burgenlandkreises. Als neue Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, Ralf Irmert, Geschäftsführer der Trinseo Deutschland GmbH, Klaus Papenburg, Geschäftsführer der GP Günter Papenburg AG, Mathias Reuschel, Vorsitzender der S&P Gruppe, und Michael Stötzer, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Chemnitz gewählt.

Zurück in die Zukunft oder doch lieber endlich drüber reden? – Die neue LZ Nr. 53 ist da

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