12.7 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland beauftragt weitere Untersuchungen zur Anbindung des Markkleeberger Sees an die Pleiße

Anzeige

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Anzeige

    Nur nicht lockerlassen. Vor einem Jahr sind die Pläne für den Bau der 15 Millionen Euro teuren „Wasserschlange“ von der Pleiße zum Markkleeberger See krachend gescheitert. „Nicht genehmigungsfähig“, beschied die Landesdirektion. Im Herbst entschied dann die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland, trotzdem weiterzumachen. Jetzt hat sie ein paar Ideen skizziert, wie sie vielleicht doch noch eine Bootsverbindung hinbekommt.

    Und weil auch Leipzigs Stadtrat immer nur abnickt, wenn der zuständige Wasserbürgermeister seine dicken Papiere zum „Wassertouristischen Nutzungskonzept“ (WTNK) zur Abstimmung vorlegt, kann die Steuerungsgruppe auch weiterhin verkünden: „Die Anbindung des Markkleeberger Sees an das Leipziger Fließgewässernetz ist und bleibt ein Schlüsselvorhaben im Leipziger Neuseenland.“

    Zwar sollte das WTNK jetzt irgendwie mit Bürgerbeteiligung fortgeschrieben werden. Aber der Prozess ist schon in den Anfängen recht schräg verlaufen. Denn korrigieren will man nichts. Selbst dann nicht, wenn alte „Schlüsselprojekte“ scheitern.

    Dann beauftragt man halt neue Untersuchungen und lässt nach neuen Möglichkeiten zur Herstellung einer bootsgängigen Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und der Pleiße suchen.

    Die Mitglieder der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland haben sich deshalb in ihrer 53. Sitzung am 22. März über diesen Strauß neuer Möglichkeiten unterhalten.

    Aktuell werden zwei Studien bearbeitet.

    Zum einen wird die Ertüchtigung der Kleinen Pleiße zur Ableitung des Überschusswassers aus dem Markkleeberger See in Kombination mit einer gewässertouristischen Nutzung für das Wasserwandern mit muskelbetriebenen Booten untersucht. Zum anderen werden alternative Varianten für eine touristische Gewässerverbindung mit weitergehenden Nutzungsmöglichkeiten betrachtet, heißt: für Motorboote.

    Die Studie zur Nutzung der Kleinen Pleiße wurde vom Projektträger, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), beauftragt. Bislang haben sich hierbei zwei Varianten ergeben, bei denen die Nutzung von Kanus, Paddel- oder Ruderbooten zumindest aus Sicht der Steuerungsgruppe als möglich erscheint und zugleich die hydraulischen Anforderungen zur Regulierung der Wasserstände erfüllbar sind. Die Genehmigungsfähigkeit für diese Varianten ist freilich noch weiter zu prüfen.

    Da man dabei nicht nur ein relativ kleines Gewässer, das die Kleine Pleiße ja ist, ausbauen müsste, und gleichzeitig ganz ähnlich ins Wassersystem eingreift wie bei der „Wasserschlange“, kann man gespannt sein, was dann im Genehmigungsverfahren gesagt wird. Das ist freilich noch Zukunftsmusik.

    „Der Grund für die derzeitigen Untersuchungen liegt in der Rücknahme des Antrages auf Genehmigung für die Markkleeberger Wasserschlange – einer touristischen Gewässerverbindung zwischen dem Markkleeberger See und dem Leipziger Fließgewässernetz“, meint die Steuerungsgruppe.

    Etwas anderes blieb ja gar nicht übrig, nachdem die Landesdirektion die Nichtgenehmigungsfähigkeit festgestellt hatte.

    Was die Gruppe nicht davon abhielt, auf ihrer 51. Sitzung am 28. September 2018 zu beschließen, andere Möglichkeiten einer Gewässeranbindung zu suchen, konkreter: einer wassertouristischen Anbindung.

    „Daraufhin wurde eine Arbeitsgruppe mit Entscheidungsträgern von Kommunen, Behörden, Institutionen und Verbänden gebildet. Im Ergebnis ist die Aufgabenstellung zu einer Studie zur Bewertung von Alternativvarianten für eine gewässertouristische Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und dem Leipziger Fließgewässernetz entstanden“, teilt die Steuerungsgruppe mit.

    Diese enthalte nun sogar neun Optionen und darüber hinaus Neuvorschläge, die auch eine „wasserlose“ Verbindung einschließen.

    Zum ersten Mal gesteht man ein, dass womöglich am Ende nur eine „wasserlose Verbindung“ stehen könnte.

    Beginn der „Wasserschlange“an der Mönchereischleuse. Karte: Kommunales Forum Südraum Leipzig
    Ursprünglicher Plan für den Verlauf der „Wasserschlange“. Rechts davon sieht man den Bogen der Kleinen Pleiße. Karte: Kommunales Forum Südraum Leipzig

    Aber bis dahin ist noch Zeit. Denn die Untersuchungen dieses Straußes von Möglichkeiten beginnen ja jetzt erst: „Nun gilt es, eine vergleichbare Bearbeitungstiefe herzustellen, um alle Varianten bewerten zu können. Zu einigen liegen bereits Untersuchungen bzw. umfangreiche Betrachtungen vor, während andere sich noch im Ideenstadium befinden. Auch für einen möglichen Eigenvorschlag der Auftragnehmer ist die Aufgabenstellung offen.“

    „Mit der Aufgabenstellung haben wir eine gute Grundlage geschaffen, die bestehenden Handlungsoptionen qualifiziert zu untersuchen. Dies verdeutlicht, dass die Hauptbeteiligten ‚an einem Strang ziehen‘“, meint der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Andreas Berkner. „Davon ausgehend bin ich zuversichtlich, dass sich doch noch eine genehmigungsfähige und realisierbare Variante für die wassertouristische Anbindung des Markkleeberger Sees an die Pleiße finden lässt.“

    Diese Studie wird ebenfalls von der LMBV mbH beauftragt und als § 4-Maßnahme nach dem Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert. Ergebnisse sollen bis zum Herbst 2019 vorliegen. Die Arbeitsgruppe fungiert als Fachbeirat zur Begleitung der Untersuchungen. In der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland erfolgen weiterhin regelmäßig Berichterstattungen zu Sachständen und neuen Erkenntnissen.

    Wasserschlange zum Markkleeberger See soll weiter geprüft werden

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      1 KOMMENTAR

      1. Halten wir einmal kurz fest:

        In bisher zahlreichen Jahren und mit dem Einsatz von 2.6 Mio Euro hat man eine „Bearbeitungstiefe“ erreicht, welche die Landesdirektion in vielen Punkten auseinander genommen und (nett formuliert) als nicht genehmigungsfähig bezeichnet hat.
        Das war also ein Wisch, der sein Geld nicht wert und vermutlich dilettantisch erstellt war. Drängt sich die Frage auf: Wer bekam sogar noch Geld dafür?

        Eine „Arbeitsgruppe mit Entscheidungsträgern von Kommunen, Behörden, Institutionen und Verbänden“ zöge „an einem Strang“? Aha.
        Oder nur „die Hauptbeteiligten“? Die da wären?
        Alles anscheinend unbelehrbare Hardcore-Fans bzw. Nutznießer einer wassertouristischen Anbindung.

        Wer hat diese sogenannte Arbeitsgruppe gegründet unter welchen Prämissen?

        Und wer hat festgelegt, dass diese Verbindung ein „unverzichtbarer Bestandteil für den Gewässerverbund Neuseenland“ sei?

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige