Eilenburg legt den ersten eigenen Wohnungsmarktbericht vor

Für alle LeserWenn in Leipzig die bezahlbaren Wohnungen fehlen, müssen gerade Gering- und Normalverdiener zunehmend in die angrenzenden Landkreise ausweichen. Davon profitieren gerade die Leipzig nahe gelegenen Kommunen. Eilenburg hat ja daraus schon eine richtige Kampagne gemacht, um Leipzigern den preiswerten Wohnungsmarkt in der Muldestadt schmackhaft zu machen. Und deshalb hat die Stadt jetzt auch erstmals einen Wohnungsmarktbericht vorgelegt.

Den hat die Muldestadt am Mittwoch, 11. Dezember, als erste Kommune in Nordsachsen veröffentlicht. „Mit dem Report geben wir einen guten Einblick in die Eilenburger Wohnungsmarktsituation. Indem wir erstmals in dieser Form stadtweite Wohnungs- und Bevölkerungsdaten sowie Marktentwicklungen abbilden, erhöhen wir die Transparenz auf dem lokalen Markt, die unter anderem auch ein wichtiger Aspekt bei der Wohnortwahl von potentiellen Neubürgern sein kann“, sagt Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos).

Der Vorteil Eilenburgs: Die Mieten steigen bislang nur moderat.

Der Marktbericht belegt, dass 2018 Mietgeschosswohnungen stadtweit insgesamt mit einem Medianwert von 5,19 Euro pro Quadratmeter angeboten wurden, das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Größer fällt der Anstieg zwischen 2015 und 2018 aus. In dieser Phase erhöhten sich die durchschnittlichen Angebotsmieten um 8,1 Prozent.

„Die Preisentwicklung ist moderat, spiegelt aber dennoch die Anziehungskraft des Wohnstandortes Eilenburg wider. Unser Vorteil: Wir können mit einem Preisniveau locken, das deutlich unter dem einer Großstadt wie Leipzig liegt“, so Ralf Scheler. Tatsächlich betrug die Mietpreisdifferenz beider Städte im Jahr 2017 mehr als 1,50 Euro pro Quadratmeter. Wurden zu dieser Zeit in Eilenburg je Quadratmeter 5,01 Euro im Median gezahlt, waren es in Leipzig laut dem aktuellen Monitoringbericht Wohnen 6,59 Euro.

Und auch Eigentumswohnungen finden in Eilenburg vermehrt Interesse.

Bei der Analyse der Kaufpreisentwicklung für Eigentumswohnungen zeigt sich in Eilenburg ein kontinuierlicher Preisanstieg zwischen 2015 bis 2017. Binnen dieser Phase hat sich der angebotene Kaufpreis pro Quadratmeter mit 22,8 Prozent im Median fast um ein Viertel erhöht: von 814 Euro auf glatt 1.000 Euro. Auch im Jahr 2018 fällt durchschnittlich ein Betrag von 1.000 Euro je Quadratmeter für eine Eigentumswohnung an. In Leipzig waren es allein 2017 sowohl im sanierten Altbau wie im Neubau rund 3.700 Euro je Quadratmeter.

Durch einen zuletzt rasanten Preisanstieg ist der Eilenburger Markt für Wohn- und Geschäftshäuser gekennzeichnet. Wurde eine entsprechende Immobilie im Jahr 2017 im Median für 237.500 Euro angeboten, sind es ein Jahr darauf 325.000 Euro. Das ist ein Plus von 36,8 Prozent, die Differenz beträgt fast 90.000 Euro. Bei reinen Mehrfamilienhäusern legten die mittleren Angebotspreise in dieser Zeitspanne um 8,6 Prozent auf 391.000 zu. Signifikanter ist jedoch die Steigerung um rund 22,0 Prozent von 2016 (295.000 Euro) auf 2017 (360.000 Euro).

Man spürt also auch in Eilenburg, wie die Entwicklung in Leipzig bis in die Region ausstrahlt und Städte wie die 15.500-Einwohner-Stadt nicht nur attraktiver macht, sondern auch Wohnraum begehrter, auch wenn sich das erst einmal nicht in einem verstärkten Bevölkerungswachstum manifestiert. Tatsächlich hat sich die Einwohnerzahl in den letzten Jahren stabilisiert, nachdem diese von 20.000 in der DDR-Zeit nach der „Wende“ auf 15.000 gefallen war. Im August verzeichnete die Stadt offiziell 15.579 Einwohner, vier weniger als im Dezember 2018.

Und was tut die Stadt, um mehr Wohnraum zu schaffen?

2017 hat die Stadtverwaltung dem Bau von 30 Einfamilienhäusern grünes Licht erteilt. Das waren 42,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dieser Trend setzt sich 2018 fort. Erneut liegen Baugenehmigungen für 30 Einfamilienhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser (zehn Wohneinheiten) vor. Oberbürgermeister Ralf Scheler konstatiert: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Dazu gehört die Entwicklung von neuen Baugebieten, die Beseitigung von Brachen, die überplant worden sind. Jedes Grundstück, das in den vergangenen Jahren auf den Markt kam, fand sofort Abnehmer. Das sehe ich als ein sehr gutes Zeichen.“

Der „Marktbericht 2018 – Der Wohnungsmarkt in Eilenburg“ wurde im Rahmen der Wohnstandortkampagne „Lieblingsstadt Eilenburg – Das Beste an Leipzig“ erstellt. Der Marktbericht kann kostenlos auf der Website von „Lieblingsstadt Eilenburg“ unter https://lieblingsstadt-eilenburg.de/ heruntergeladen werden.

Das sächsische Wachstum bis 2018 ist längst wieder zum Schrumpfen geworden

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