Was passiert mit dem Deponiegas, dem Sickerwasser und den Wertstoffen auf der Deponie Cröbern?

Für alle LeserIst es wirklich so, dass den Leipzigern egal ist, was aus ihrem Müll wird? Oder gar, was da draußen auf der Zentraldeponie Cröbern, wo die Stadt Leipzig und der Landkreis Leipzig ihren Hausmüll abliefern, mit den Lieferungen passiert? Wahrscheinlich doch nicht, auch wenn es nur wenige Leipziger wirklich zu den Tagen der Offenen Tür auf der Zentraldeponie schaffen. Dass Deponiebetreiber und Abfallverband jetzt stärker den Klimaschutz in den Fokus nehmen, dürfte mancher Leipziger doch sehr aufmerksam wahrnehmen.

Die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH (WEV), Tochtergesellschaft des ZAW, präsentierte nämlich am Donnerstag, 19. Dezember, ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht. Der Verbandsvorsitzende des ZAW, Bürgermeister Heiko Rosenthal, und der Aufsichtsratsvorsitzende der WEV, Landrat Henry Graichen, stellten die Hauptthemen vor.

ZAW ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen, in dem die Stadt Leipzig und der Landkreis Leipzig gemeinsam die Abfallwirtschaft für ihr Territorium managen.

Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1995 wurden rund 13,6 Millionen Tonnen Abfälle abgelagert, seit 2005 aber nur noch Abfälle, die nicht verwertet werden können, weil sie zum Beispiel Schadstoffe enthalten. Diese sind in der Deponie sicher von der Umwelt ausgeschlossen.

Was übrigens dazu geführt hat, dass die Ausgasung aus der Deponie seit 2005 deutlich zurückgegangen ist. Das Deponiegas (Methan) wird fast vollständig aufgefangen und gleich wieder zur Stromgewinnung genutzt, sodass sich die Deponie zu 90 Prozent selbst mit Strom versorgt.

Die Behandlung von Haus-und Sperrmüll in der MBA in Cröbern erwirtschaftet auch einen positiven Klimaschutzbeitrag, betont der Betreiber. Nach Abzug von direkten und indirekten Emissionen an Klimagasen wird durch die Wertstoffe und die Brennstoffe eine CO2-Gutschrift von ca. 190 kg/Tonne Haus- und Sperrmüll erreicht.

Hochgerechnet auf das Verbandsgebiet entspricht das ca. 25.000 Tonnen CO2 jährlich. Heißt übersetzt: Dass die in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) heraussortierten Wertstoffe – vor allem Metall – wieder einer Verwertung zugeführt werden können, wird dieser Minderverbrauch an Neu-Rohstoff gegengerechnet. Der Müll der Leipziger hat nun einmal einen Wert.

Der erste Nachhaltigkeitsbericht der WEV. Foto: Ralf Julke

Der erste Nachhaltigkeitsbericht der WEV. Foto: Ralf Julke

Künftig sollen auch die Bioabfälle der Leipziger nach Cröbern geliefert werden. „Bislang geben wir die an private Kompostierer“, sagt Heiko Rosenthal.

Aber eine eigene Bioabfallvergärungsanlage soll am Entsorgungsstandort Cröbern entstehen: Aus dem Bioabfall entsteht qualitätsgesicherter Kompost, „der dann auch an den Wertstoffhöfen unseren Bürgern angeboten werden wird. „Und“, so Rosenthal weiter, „mit der Vergärung wird regenerative Energie erzeugt. Mehr als 15 Mio. kWh stecken jährlich im Biogas. Daraus erwarten wir eine CO2-Gutschrift von ca. 10.000 Tonnen jährlich.“

Heißt im Klartext: Aus dem Biotonnenabfall der Leipziger wird hochwertiger Kompost. Die in Planung befindliche Anlage soll sogar so gestaltet sein, dass fast alle Fremdbestandteile (wie Plastik) nach dem Trocknungsvorgang leicht herausgesiebt werden können. So könne man auch das leidige Problem der Plastiktüten und ähnlicher „Fehlwürfe“ besser in den Griff bekommen, so Bernd Beyer, Geschäftsführer der WEV.

„Wir werden trotzdem noch eine große Aufklärungskampagne starten, die Bürger noch einmal darüber aufzuklären, was alles nicht in den Bioabfall gehört“, betont André Albrecht, Geschäftsführer des ZAW.

Und auf einen recht jungen Aspekt weist Landrat Henry Graichen hin. Denn 2015 übernahm ja der Kommunalverband wieder die Anteile der SITA, die als privatwirtschaftlicher Teilhaber seit 2002 Anteile am ZAW besaß. Die Re-Kommunalisierung hat besondere Bedeutung für die finanzielle Absicherung für die Zeit nach der Deponieverfüllung.

Denn die erwirtschafteten Gewinne der Deponie müssen seitdem nicht mehr ausgeschüttet werden, sondern fließen in die Rückstellungen, mit denen dann die Bewirtschaftung der Deponie nach Auslaufen der geplanten Deponiezeit bis 2035 finanziert werden können. Denn eine Nachsorge braucht die Deponie mindestens bis 2070.

André Albrecht, Geschäftsführer ZAW; Bürgermeister Heiko Rosenthal, Aufsichtsratsvorsitzende der WEV, Landrat Henry Graichen,Aufsichtsratsvorsitzender der WEV und Bernd Beyer, Geschäftsführer der WEV. Foto: Ralf Julke

André Albrecht, Geschäftsführer ZAW; Bürgermeister Heiko Rosenthal, Aufsichtsratsvorsitzende der WEV, Landrat Henry Graichen,Aufsichtsratsvorsitzender der WEV und Bernd Beyer, Geschäftsführer der WEV. Foto: Ralf Julke

„Diese Vorsorge ist für unser Unternehmen strategisch der wichtigste Maßstab“, betont Graichen. Dass der Deponieberg zukünftig ein Plus in der sonst eher flachen Topographie der Südraum-Landschaft werden wird, davon ist Graichen überzeugt.

„Eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten sind heute denkbar, Sport und Freizeit, Erholung und Natur, Energie oder sogar Kunst. Das Konzept dazu werden wir in den nächsten Jahren gemeinsam entwickeln.“

Beim aktuellen Deponiebau profitiert der Klimaschutz auch von der veränderten Kubatur. Denn da seit 2005 keine biogenen Stoffe mehr abgelagert werden, kann die trockenere Baumasse deutlich höher geschichtet werden. Die in Anspruch genommene Grundfläche reduziert sich von 48,85 Hektar auf 42,3 Hektar.

Durch die Einsparung an Fläche und damit Baustoffen ist die Zahl der LKW-Transporte deutlich reduziert, in der gesamten Bauzeit um ca. 50.000 Transporte.

Bernd Beyer, Geschäftsführer der WEV, freut sich besonders über die Initiativen und Vorschläge der Mitarbeiter für Umweltschutz, Energieeinsparung und Nachhaltigkeit, die sich im Bericht widerspiegeln. „Bei unserer Unternehmensgröße von ca. 100 Mitarbeitern sind die vielen Beiträge keine Selbstverständlichkeit, sondern dem Engagement unserer Mitarbeiter zu verdanken.“

Und man sehe noch ganz andere Möglichkeiten, die Umweltbilanz der Deponie weiter zu verbessern, betont Beyer.

Recht frisch sind auch die neuen Verträge zur Abnahme der heizwertreichen Fraktionen, die nach dem Sortierprozess in der MBA übrig bleiben. Denn abgelagert werden ja nur noch stabile Restabfälle. Wertstoffe werden möglichst an Verwerter abgegeben, obwohl das gerade bei Verpackungsabfällen noch immer auf einen Markt trifft, der damit nicht wirklich umgehen kann.

Umso wichtiger, so Beyer, dass die brennbaren Reste dann auch tatsächlich in fachlich versierten Verbrennungsanlagen landen. Lange Zeit haben die Stadtwerke Delitzsch diese abgenommen. Der neue Vertrag sieht erst einmal bis 2023 zwei Drittel zur Lieferung an das MAKW Magdeburg vor, ein Drittel geht in die Verbrennungsanlage Bernburg.

Die Deponie Cröbern gehört jetzt zu 100 Prozent den Kommunen in Westsachsen

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