Zehn Jahre nach der Jahrhundertflut: Sachsen glaubt weiter an technische Lösungen – Nachhaltigkeit Fehlanzeige

Zehn Jahre nach den verheerenden Flutereignissen in Sachsen hat das sächsische Umweltministerium am 12. Juli 2012 eine fast durchweg positive Bilanz des Hochwasserschutzes in Sachsen gezogen. "Dabei wurde, wie es scheint, die zurückliegende Entwicklung durch eine rosarote Brille betrachtet", erklärt dazu Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU Sachsen. "Zwar räumt Minister Kupfer ein, dass noch viel zu tun bleibt, aber an keiner Stelle seiner Fachregierungserklärung kommen die existierenden Defizite zur Sprache."
Anzeige

Dabei wurde in den Jahren nach 2002 eine Hochwasserstrategie entwickelt, die mit der Synthese aus natürlichem Rückhalt, technischem Hochwasserschutz und weiteren flankierenden Maßnahmen den Anforderungen an einen modernen Hochwasserschutz zukunftsweisend Rechnung trug. Nur hat die sächsische Landesregierung den technischen Ausbau der Schutzbauwerke bevorzugt. Auch Leipzig hat das nach dem kleinen Winterhochwasser im Januar 2011 so erlebt: Im Februar, als längst keine Gefahr mehr im Verzug war, wurden die Deiche und Ufer von Bäumen befreit – mit schweren Schäden im gewachsenen Auwaldbestand.

Zweifelsohne – so Heinitz – hat es seit 2002 Erfolge beim Hochwasserschutz gegeben, zum Beispiel kürzere Warnzeiten im Katastrophenfall, ein besser ausgebautes Pegelnetz, technische Maßnahmen usw. Doch die ursprüngliche richtige Mehrfachstrategie wurde nach Ansicht des NABU nicht mit Konsequenz verfolgt, so dass sich die Relation zwischen Maßnahmen mit Beton und Stahl und der Schaffung von Retentionsflächen leider zum Nachteil der natürlichen Rückhaltestrategie entwickelt hat.

Das sei schon durch die Tatsache belegt, dass bei nicht einmal 10 Prozent aller an Gewässern erster Ordnung durchgeführten Maßnahmen der Retentionsraum vergrößert wurde. Symptomatisch ist auch, dass der Freistaat mit dem unnötigen Verzicht auf sein Vorkaufsrecht eine wichtige Möglichkeit aus der Hand gegeben hat, potenzielle Überflutungsflächen zu erwerben. Kritikwürdig sei zudem die Konzentration der Maßnahmen auf die „großen“ Fließgewässer.

Bernd Heinitz: „Wir müssen das Übel aber bei der Wurzel packen, also dort handeln, wo das Hochwasser entsteht. Mehr Wald, dezentrale kleine Becken, funktionierende Grabensysteme, der Verzicht auf Melioration im Grünland sind nur einige der möglichen Maßnahmen, um das Wasser ?festzuhalten?. Doch den Gemeinden fehlt dafür oft das Geld. Übrigens war ?Graben machen? früher in der vom jüngsten Hochwasser betroffenen Neißeaue eine ganz normale Sache in der bäuerlichen Wirtschaft. Heute wird oft bis dicht an die inzwischen zugewachsenen und nicht mehr funktionsfähigen Gräben heran Ackerbau betrieben, sodass bei Starkregen Krume und Wassermassen abgeschwemmt werden, zum Beispiel ins Dorf. Ich kann also dem Görlitzer Landrat, Herrn Lange, der u.a. Gespräche mit Landwirten und ein Umdenken bei der Flächenbewirtschaftung gefordert hat, nur zustimmen.“Heftige Kritik auch von der SPD

Heftige Kritik für sein Selbstlob bekam der Minister auch von anderen. Gleich am 12. Juli zum Beispiel von Thomas Jurk, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft des Sächsischen Landtags: „Die wichtigste Erkenntnis aus dem Hochwasser 2002 war, dass wir den Flüssen mehr Raum geben müssen. Diesem Aspekt des vorbeugenden Hochwasserschutzes wird in Sachsen eindeutig immer noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wir brauchen in Sachsen mehr Flächen, wo unsere Flüsse bei Hochwasser Platz finden – sogenannte Retentionsflächen. Zudem muss das Messpegelnetz dringend verbessert werden. Denn die Messpegel sind wichtig, damit die Menschen vor Ort rechtzeitig über nahende Katastrophen gewarnt werden und Vorsorgemaßnahmen ergreifen können. Das Augusthochwasser 2010 zeigte, dass das vorhandene Messpegelnetz für einige Gebiete Sachsens keine zuverlässigen Werte liefern konnte. Dies betraf unter anderem die Neißeregion – mit verheerenden Folgen. Bis jetzt sind Vorschläge der Jeschke-Kommission nur unvollständig umgesetzt.“

Dr. Liane Deicke, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, ergänzte: „Die sächsischen Kommunen benötigen dringend eine bessere Unterstützung zur Bewältigung der noch anstehenden Aufgaben. Der Freistaat muss den Weg frei machen, damit sich Kommunen zu Wasser- und Bodenverbänden zusammenschließen können. Dafür muss der Freistaat auch finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Ein weiteres Problem ist die Bebauung von Gewässerrandstreifen. – Häufig sind sie in gesamten Orten verbaut. Viele dieser Bebauungen müssen rückgebaut werden. Hier müssen die Behörden stärker durchgreifen. Für die Zukunft muss gelten: Keine Bebauung von Gewässerrandstreifen.“

Linke kritisiert fehlende Berücksichtigung des Klimawandels

Heftige Kritik gab es am 12. Juli auch von Dr. Jana Pinka, stellvertretende Vorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, die dem Umweltminister vorwarf, den Klimawandel in seinem Aktionismus völlig auszublenden. Den versprochenen Aktionsplan hat es bis heute nicht gegeben. Dafür einen völlig unbegründeten „Tornadoerlass“.

„Zunächst erinnere ich an den Vorgang des ‚Tornadoerlasses‘ vom Sommer 2010. Das Problem bestand in Folgendem: Auf vielen Deichen und Dämmen Sachsens stehen und standen Bäume, Ziel des Erlasses war: diese möglichst schnell fällen zu können. Der besagte Erlass kam, er war in der Sache verfehlt und der Freistaat ist berechtigterweise vom Ökolöwen Umweltbund Leipzig e.V. hierzu verklagt worden. Die Begründung für diesen Erlass war bereits haarsträubend, denn ein Tornado war hierfür der Anlass. Ich hatte Herrn Kupfer noch im Januar 2011 zur Aktuellen Debatte ‚Hochwasserschutz – Aus Erfahrung gelernt!?‘ aufgefordert, den Erlass zurückzuziehen. Heute kann ich nur noch konstatieren: Wer nicht hören kann, will offensichtlich fühlen!“, erklärte Pinka. „Es bleibt jetzt bei Gerichten die Frage im Raum, wer hier was vergisst oder gern vergessen möchte.

Einige Bemerkungen zum Thema Wassergesetzgebung, da gibt es ja auch einige Kapitel zum Hochwasserschutz. Auch da haben wir 2010 intensiv mit der Regierung, aber auch den Koalitionsparteien gerungen. – Bis heute ist der §99a – nämlich der Hochwasserschutz-Aktionsplan nicht umgesetzt, der Entwurf für das neue Sächsische Wassergesetz sieht vor, diesen Hochwasserschutz-Aktionsplan zu streichen – es sind ja nun acht Jahre auch ohne Umsetzung vergangen. In diesem Plan sollten Grundsätze und Ziele des landesweiten Hochwasserschutzes für den Freistaat Sachsen im Sinne eines fachübergreifenden nachhaltigen Gesamtkonzeptes dargestellt werden – aus unserer Sicht wäre das eine sinnvolle Planung gewesen – wenn der Plan denn auch etwas getaugt hätte.“Und auch das Thema Bodenerosion gehört für sie in diese Diskussion: „Vor 10 Jahren stand ich als Bauleiterin an vielen Flüssen Sachsens – an der Freiberger Mulde, am Ketzerbach und dessen Zuflüssen oder am Lockwitzbach und und und. Ich habe mit meinen Kolleginnen und Kollegen die Schadensaufnahmen vorgenommen und Sanierungsmaßnahmen geplant und betreut. Was ich da gelernt habe, könnte auch ein Büchlein füllen. Und es stimmt einfach nicht, dass keine Häuser in Überschwemmungsgebieten wieder aufgebaut wurden. Es ist aber die Wahrheit, dass Kolke oder andere weggespülte Flächen der Landwirte mit viel Geld wieder aufgebaut wurden, wohl wissend, dass beim nächsten Hochwasser der Fluss genau an dieser Stelle wieder durchbricht und dass in Außenbereichen zum Teil Gelder verschleudert wurden – wir standen ja kurz vor Wahlen und Sie brauchten die Stimmen der Landbevölkerung. Es ist auch die Wahrheit, dass ich viele Diskussionen um die Erosionswirkungen von Maisanbau geführt habe und diese im Nichts geendet haben.“

Grüne bemängeln fehlende Nachhaltigkeit

Die Grünen-Abgeordnete Gisela Kallenbach sah zwar, dass das Umweltministerium den Klimawandel zumindest wahrnimmt – nur Folgen scheint es daraus keine zu ziehen. Kallenbach: „Wir erfahren aber auch, nicht zuletzt durch die Gefahren der vergangenen Woche oder die Ereignisse 2010 und 2011, der Klimawandel ist trotz anderslautender Auffassung der sächsischen FDP im Freistaat angekommen. Notwendig für eine ausreichende Vorsorge und Schutz vor Hochwasser ist eine Gesamtstrategie des Freistaats, nicht nur eine des Umweltministeriums. – Es konterkariert bspw. dessen Maßnahmen, wenn gleichzeitig in der Verkehrs- oder Raum- und Stadtentwicklungspolitik großflächige Versieglungen be- und gefördert werden.“

Gebaut hat der Freistaat augenscheinlich nur, was groß, teuer und technisch war. Der Rest der Bilanz, in dem es eigentlich um nachhaltigen – das heißt auch für künftige Generationen noch bezahlbaren – Hochwasserschutz gehen müsste, sieht miserabel aus.

Gisela Kallenbach: „Die 47 Hochwasserschutzkonzepte mit 1.600 Einzelmaßnahmen beschäftigen sich nahezu ausschließlich mit einer Vielzahl von technischen Maßnahmen, wie Flutmauern, Deicherhöhungen und Deichertüchtigungen, Objektschutzmaßnahmen, Brückendurchlässen, Straßenerhöhungen uvm.

Wir meinen, der Wasserrückhalt in der Fläche muss in der Praxis viel stärker in den Fokus gerückt werden. „Den Flüssen mehr Raum geben“, darf kein inhaltsleerer Slogan bleiben.

Sachsen hatte mit der Planung von insgesamt 49 Deichrückverlegungen von jeweils mehr als fünf Hektar Retentionsraumgewinnung ein weitreichendes Konzept vorgelegt, das wir durchaus positiv bewertet haben.

Mehr zum Thema:

Sachsen im Schwarzbuch: Auch der Sparmeister schmeißt gern Geld zum Fenster raus
Alle Jahre wieder veröffentlicht der Bund …

Bauarbeiten an Leipzigs Deichen: Ökolöwe fordert Veröffentlichung aller Planungsunterlagen
„Stuttgart 21“ ist überall. Nicht nur da und dort …

Neun Jahre nach der Elbeflut: Sachsens Umweltministerium hat keine Lust zum Umdenken
Die Flutkatastrophe vom 12. August 2002 hat …

Aber das weithin beklagte Kurzzeitgedächtnis für Hochwasserereignisse hat auch vor der Regierung nicht Halt gemacht. Bisher wurden von diesen Deichrückverlegungen nur zwei umgesetzt. Anders ausgedrückt: In den letzten zehn Jahren wurde nicht einmal ein Prozent des angestrebten und bitter nötigen Retentionsraums geschaffen.

Auf der anderen Seite wurde fleißig und ausdauernd und viel Geld in den technischen Hochwasserschutz investiert. Bei einigen der realisierten und geplanten Maßnahmen fragt man sich allerdings, ob dabei dem Hochwasserschutz oder der Baulobby gedient wurde.“

Und noch einmal, was diese Lastenverteilung auf künftige Generationen betrifft: „Technische Schutzmaßnahmen wie Deiche, Betonmauern und -wände, Hochwasserrückhaltebecken, Wehre, Durchlassbauwerke etc. haben eine begrenzte Lebensdauer. Fachleute gehen davon aus, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer solcher Bauwerke zwischen 30 und 100 Jahren liegt. Das bedeutet, ein Großteil der Milliardeninvestition muss in absehbarer Zeit erneut investiert werden. – Da ist es wohl ehrlicher, von einer Mehrgenerationen-Aufgabe zu sprechen, schließlich bürden wir den nächsten Generationen die Unterhaltslast auf.“


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Ministerpräsident/-innenrunde am Mittwoch – Jetzt ist Akzeptanz gefragt!
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

KommentarZwei Tage vor dem Treffen der Ministerpräsident/-innen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet sich leider das gleiche Szenario ab wie im Oktober: Der seit dem 2. November 2020 verfügte Lockdown soll bis 20. Dezember 2020 verlängert werden. Damit bleiben kulturelle Veranstaltungen, der Freizeitbereich, Gastronomie und Tourismus geschlossen bzw. verboten.
Montag, der 23. November 2020: Haribo macht Sachsen nicht mehr froh
Sachsen will die Zusammenarbeit mit Haribo sofort beenden und die 16.000 übrigen Gummibärchen an interessierte Schulen liefern. Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Für alle LeserSachsen möchte künftig auf Gummibärchen von Haribo verzichten, der Landtag darf bei der kommenden Corona-Schutzverordnung mitreden und Leipzig plant ein Hilfeprogramm für Eigenbetriebe in Höhe von 68 Millionen Euro. Außerdem: Obwohl der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ausfällt, soll es in der Innenstadt weihnachtlich aussehen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 23. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Leipziger Weihnachtsmarkt: 2017, als wäre es eben gerade gewesen
Das beliebte nostalgische Karussel vom Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Ich sende Ihnen in der Anlage ein Gedicht, das ich vor 3 Jahren geschrieben habe, unter dem Eindruck eines Heimwegs mit dem Fahrrad quer durch die weihnachtliche Innenstadt“, schreibt uns Daniela Neumann. „Es kam mir wieder in den Kopf, weil ich letzte Woche mit ganz anderen Gefühlen durch die nun am frühen Abend doch sehr ausgestorbene Innenstadt ging und wieder ein Gedicht zu den aktuellen Gefühlen verfasste.“
Die VISIONALE LEIPZIG 2020 gibt es ab dem 25. November im Internet
Preisverleihung zur VISIONALE 2019. Foto: Medienpädagogik e.V., Projektbüro VISIONALE

Foto: Medienpädagogik e.V.,
Projektbüro VISIONALE

Für alle LeserMedien machen ist seit 1991 ein Thema in Sachsen. Zumindest wenn es darum geht, junge Leute zum Medienmachen zu animieren. Und Jahr für Jahr lässt sich das beim großen Medien-Wettbewerb VISIONALE sehen, was für kreative Ideen die jungen Leute so haben. In den Vorjahren gab es dazu immer auch eine große öffentliche Preisverleihung. Corona zwingt auch hier dazu, dass die VISIONALE LEIPZIG online gehen muss. Am Mittwoch geht's los.
5 Minuten Sendezeit für Leipziger Extrempianisten: Das brennende Klavier am Cospudener See + Video

Foto: L-IZ

Für alle LeserNormalerweise ist die Badesaison vorbei. Aber wer am Freitagnachmittag am Cospudener See seinen Spaziergang machte, der bekam Abenteuerliches zu sehen. Auch wenn man nicht nah herangehen durfte, denn es war brennend heiß. So wie das ganze Thema Kultur jetzt mitten im Corona-Lockdown. Denn tausende Künstler/-innen haben dadurch sämtliche Auftrittsmöglichkeiten eingebüßt. Auch der MDR versucht da auf seine Weise zu helfen.
Corona-Einschränkungen mit Folgen: LVB büßen 29 Prozent ihrer Fahrgäste ein
Klare Ansage. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie heftig die nun zwei Corona-Lockdowns auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) getroffen haben, ist nun auch mit Zahlen zu belegen. Am heftigsten schlug ja das Frühjahr zu Buche, wo fast die gesamten innerstädtischen Bewegungen der Leipziger/-innen zum Erliegen kamen. Auch auch im Sommer und Herbst erreichten die LVB nicht wieder die Fahrgastzahlen des Vorjahres. Selbst das Erreichen von 100 Millionen Fahrgästen bis zum 31. Dezember könnte ein sportliches Ziel werden.
Mit Kunst helfen: Verkauf des „Connewitzer Kunstkalender“ soll bedrohten Kulturprojekten zugute kommen
Connewitzer Kunstkalender 2021. Cover: Carrin Bierbaum

Cover: Carrin Bierbaum

Für alle LeserCorona verändert vieles. Es bringt auch viele Menschen dazu, sich Wege auszudenken, wie man mit der Lage umgehen kann und denen helfen kann, die die Auflagen besonders hart treffen. So entstand auch die Idee eines „Connewitzer Kunstkalenders“. Ausgedacht hat ihn sich Carrin Bierbaum, selbst Malerin, die ein kleines Atelier in der Meusdorfer Straße 55 hat. Im Schaufenster sieht man dort schon seit fünf Jahren, dass hier Kunst gemacht.
100 Karten über Sprache: Die bunte Welt der Sprachen mal aus der listigen Perspektive des Sprachwissenschaftlers gezeichnet
100 Karten über Sprachen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Greifswald gibt es einen kleinen Verlag, der seit fünf Jahren ein großes Magazin herausgibt: das „Katapult Magazin“. 75.000 Mal gedruckt erscheint es vierteljährlich und ist in der kurzen Zeit so etwas geworden wie „die Geo der Sozialwissenschaft“. So preist zwar der kleine Verlag sein Produkt selber an. Aber der Erfolg gibt ihm recht. Denn das Magazin macht Dinge anschaulich, die man sonst eigentlich nicht sehen kann. Und seit September bringt Katapult auch noch eigene Bücher heraus.
SC DHfK Leipzig vs. Lemgo Lippe 32:32 – Torreiche Partie erst gedreht, dann Punkte geteilt
Nur ein Punkt für Philipp Weber und seinen SC DHfK im Geisterspiel gegen Lemgo. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserMit vielen technischen Fehlern starteten die Leipziger in die erste Partie nach ungewollter Sars-Cov2-Pause. Die längere Trainingsphase mit dem Nachwuchs brachte zwar auch neue Defensivvarianten, doch im Angriff wirkten die Männer von André Haber noch ungeordnet. Aufgrund einiger personeller Engpässe, auch durch Nachwirkungen des Virus, kam ab der 20. Minute auch „Hexer“ und Torwarttrainer Milos Putera noch einmal zu einem Bundesliga-Einsatz. Der gleichzeitig eingewechselte Finn-Lucas Leun konnte bei seinem Debüt tolle Akzente setzen.
Der Stadtrat tagte: Antrag der Linksfraktion zur Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte beschlossen + Video
Juliane Nagel (Linke) am 8. Juli 2020 im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Juliane Nagel (Linke) . Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich gab es keinen wirklichen Konflikt zwischen Kulturdezernat und Linksfraktion beim Thema Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte, auch wenn das Kulturdezernat extra einen langen alternativen Verwaltungsstandpunkt schrieb. Doch manchmal geht es tatsächlich um ein politisches Signal. Die Mehrheit bekam in der Ratsversammlung am 12. November die Neufassung des Linke-Antrags „Leipziger Kolonialgeschichte in die Erinnerungskultur aufnehmen“. Und das nach eine sehr erhellenden Diskussion.
Am 25. November leuchtet Leipzig orange und setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGeschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen, auch in Deutschland. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht das Frauennetzwerk Zonta am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam. Auch in Leipzig.
Fahrgastverband PRO BAHN: Öffentlichen Verkehr nicht grundlos schlechtreden
Abellio bei der Fahrt durch die Elsteraue. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war schon verblüffend, wie schnell nach Verhängung des ersten Shutdowns im Frühjahr die Ratschläge selbst aus der Politik kamen, die nahelegten, dass der ÖPNV gefährlich wäre und der Umstieg aufs Automobil eine Frage der Gesundheit. Ratschläge, die es – direkt oder indirekt – immer noch gibt. Als wäre das eine prima Gelegenheit, die Verkehrswende gleich mal wieder rückgängig zu machen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist jedenfalls höchst irritiert.
Der 157 Millionen Euro teure Neubau des St. Georg soll bis 2027 stehen
Scheckübergabe: Wolf-Dietrich Rost (MdL CDU); Dr. Iris Minde (GF Klinikums St. Georg); Staatministerin Petra Köpping (Sächsisches Ministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Claudia Pfefferle (GF Klinikum St. Georg), Torsten Bonew (Finanzbürgermeister Stadt Leipzig / Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums). Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Für alle LeserAm Freitag, 20. November, überreichte Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Fördermittelbescheid in Höhe von 101,7 Millionen Euro an das Klinikum St. Georg und gab somit grünes Licht für den neuen Zentralbau II, das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Klinikums.
Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501–1512: Was Leipziger Ratsschreiber im frühen 16. Jahrhundert alles beurkundeten
Das dritte Leipziger Ratsbuch 1501 - 1512. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBei diesem Buch merkt man, was für eine Arbeit darin steckt. Das Original steht im Stadtarchiv. So wie die beiden Vorgänger-Bände, die ebenfalls schon in einer aufwendigen Edition im Universitätsverlag erschienen sind. Das Digitalisieren war dabei noch der einfachere Teil, zumindest der schnellere. Denn dann mussten die 1.241 Einträge ja auch noch transkribiert werden. Wer kann schon die Handschrift von Ratsschreibern aus dem 16. Jahrhundert lesen?
Liveticker: Pandemie-Leugner/-innen wollen erneut auf den Ring + Videos

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZwei Wochen nach der eskalierten Großdemonstration von „Querdenken“ zieht es Pandemie-Leugner/-innen am Samstag, den 21. November, erneut nach Leipzig. Diesmal ist zwar nicht mit 45.000 Menschen zu rechnen – die Schätzungen von Polizei und Expert/-innen reichen von wenigen tausend bis zu einer fünfstelligen Zahl –, aber vor allem mit Neonazis und anderen Rechtsradikalen. Die L-IZ wird heute im Liveticker fortlaufend über das Geschehen informieren.