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Legida und HoGeSa am Montag und ein „privater Spaziergang“

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    Ein wenig haben die Legida-Organisatoren ihre Anhänger heute warten lassen. Mit deutlichem Verzug nach der angekündigten Zeit 18 Uhr veröffentlichten die Administratoren einen seltsamen Ergebnisbericht ihres heutigen Treffens. Auf den Montag, 9. Februar bezogen sie sich gar nicht groß, ganz so, als ob dieser nicht mehr interessant sei. Lediglich, dass man den Bescheid noch nicht in rechtsgültiger Zustellung in Händen halte und deshalb juristisch noch nicht dagegen vorgehen könne. Ob dies noch geschehen wird, sagen die Veranstalter nicht.

    Dafür gab’s die Ankündigung einer Vereinsgründung und den Hinweis, dass seitens „unseres Rechtsbeistandes“ eine juristische Stellungnahme am Dienstag erfolge. Man würde weiter darum kämpfen, auf die Straße zu dürfen. Unterdessen mobilisieren die Anhänger von den Organisatoren unwidersprochen zum „privaten Spaziergang“ am Montag. Beistand kam heute dafür noch von einer alten Bekannten. HoGeSa sagte zur Freude mancher Legidas Unterstützung zu.

    Seit das Demonstrationsverbot aus Sicherheitsgründen in der Welt ist, rumort es unter den Legida-Anhängern. Die Organisatoren sehen darin gar in einer Stellungnahme auf ihrer Facebookseite die Vorboten eines kollabierenden Staates und veröffentlichten heute noch ein kleines Liedchen. Die Kernbotschaft des singenden Gitarristen darin: Tut jetzt etwas, was einige durchaus als Hinweis werten könnten, nun gerade am Montag zu einer unangekündigten Versammlung zusammenzukommen.

    Um die Unfähigkeit des derzeitigen sächsischen Innenministers genügend Polizeieinheiten zu stellen, geht es in den Debatten auf der Facebookseite der „Bewegung“ nicht – Leipzigs OBM Burkhard Jung ist das näherliegende Ziel des Hasses.

    Dass morgen Polizeieinheiten in Leipzig auftauchen werden, ist hingegen sicher. Denn die Ankündigungen der Anhänger des Bündnisses Legida, dann eben „privat spazieren“ zu gehen, sind deutlich. Ein Beitrag von „HoGeSa“ (Hooligans gegen Salafisten) ebenfalls. Dort heißt es nun: „Morgen Abend erwartet Leipzig mehrere Tausend private Spaziergänger, welche trotz Verbot ein friedliches Zeichen setzen wollen. Diese Spaziergänger müssen vor dem linken Radikalen Block geschützt werden. Das Protokoll von Legida fordert inhaltlich ähnliche Positionen wie die HoGeSa. Für Legida steht auch der Frieden in Deutschland, Europa und der ganzen Welt im Vordergrund.“

    Nun wächst also in Leipzig zusammen, was zusammengehört. Die Vereinigung HoGeSa, welche sich Ende 2014 randalierend in Köln positionierte und anschließend ins Netz zurückzog, ist wieder da und wirbt um Unterstützung bei der Mobilisierung nach Leipzig. Der Feind ist klar umrissen und mal wieder bleiben die zigtausenden friedlichen Gegendemonstranten in Leipzig unerwähnt. Da die Organisatoren den Bestrebungen ihrer Anhänger, sich doch zu versammeln, derzeit nicht aktiv entgegenwirken, ergibt sich nun ein weiterhin angespanntes Bild für den Montag, 9. Februar in Leipzig.

    Das einer dezentralen Demonstration von zunehmend radikalisierten Legida-Anhängern, ein Veranstalter, der aktuell an Lenkungskraft einbüßt und bislang zugestandene halbierte Polizeieinheiten gegenüber dem 30. Januar 2015 nach Beschluss des sächsischen Innenministers Markus Ulbig. Obenauf noch mobilisierende „HoGeSa“-Aktivisten.

    Es könnte noch einige hektische Entwicklungen geben am Montag in Leipzig. Eigentlich unsinnigerweise. Zuletzt hatte Legida mit gerade noch 1.500 Teilnehmern zunehmend an Strahlkraft eingebüßt, doch ein Innenministerium traute der Sicherheitseinschätzung der Polizeidirektion Leipzig nicht und versagte die entsprechend nötigen Polizeikräfte.

    Nun wähnen sich einige Legidas bereits im letzten Gefecht.

    Nachtrag der Redaktion, 8. Februar, 22:30 Uhr: Während sich manche Anhänger enttäuscht über die heutige Erklärung zeigen und nun nicht mehr zu Legida gehören wollen, kommt es auf der Facebookseite heute Abend vermehrt zu Streitigkeiten. Gleichzeitig versuchen andere Anhänger eine Art “innoffizielle Demo” zu veranstalten. Man möchte sich demnach nach derzeitigen Ideen am 9. Februar ab 18 Uhr im Umfeld des Hauptbahnhofes Leipzig treffen.

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