Notärzte in Sachsens Landkreisen fehlen, viele Rettungsfahrzeuge zu lange unterwegs

Augenscheinlich hat die Linksfraktion im Landtag Recht. Seit Jahren kritisiert sie das Fehlen von Notärzten in Sachsen. Regelmäßig bekommt sie Beruhigungspillen durch den Innenminister. Aus seiner Sicht ist alles in Ordnung. Nur 2,4 Prozent der Einsatzschichten bleiben unbesetzt. Und irgendwie kämen die Rettungswagen in 95 Prozent der Fälle rechtzeitig. Zumindest planerisch. Die Realität sieht anders aus.

Aber Grund zum Handeln sieht Innenminister Ulbig, der für das Thema zumindest als Kontrollinstanz zuständig ist, nicht. Die Ausstattung der Rettungsstellen ist Aufgabe der Kommunen. Der Freistaat muss nur kontrollieren, ob alles abgedeckt ist.

Ist es aber nicht, wie Susanne Schaper, die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, feststellen muss: „In Sachsen bleiben immer mehr Notarztdienste unbesetzt. 2015 fand sich für 1.153 Zwölfstundenschichten kein Arzt, 2016 waren es schon 1.324,5. Geht man davon aus, dass im letzten Jahr insgesamt 55.032 Zwölfstundendienste abzuleisten waren, was 27.516 24-Stundendiensten entspricht, dann lautet die bittere Bilanz: Die sächsischen Notarztdienste blieben 2016 statistisch gesehen an 25 Tagen unbesetzt. Das gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung, denn niemand kann garantieren, dass in dieser Zeit nichts passiert.“

Im Klartext heißt das tatsächlich, dass Notärzte fehlen. Es ist ein harter Job. Und die Probleme gibt es vor allem in den ländlichen Bereichen. Auch wenn im Großen und Ganzen das Bild noch irgendwie gut aussah. Markus Ulbig: „Der Anteil an den insgesamt zu besetzenden 55.032 Soll-Zwölfstundendiensten beträgt 2,41 %.“

Großstädte wie Leipzig haben eher keine Probleme, die Notarztschichten besetzt zu bekommen, auch wenn es auch in Leipziger Krankenhäusern immer wieder dazu kommt. Dazu ist das ganze System einfach zu sehr auf Effizienz getrimmt. Ersatzkräfte, die schnell mal einspringen können, gibt es nicht.

Doch wo in Leipzig eher Einzelschichten unbesetzt bleiben, haben Einsatzstellen im ländlichen Raum zum Teil gravierende Probleme. In Dippoldiswale blieben 123 Schichten unbesetzt, in  Burgstädt/Hartmannsdorf waren es 105, in Weißwasser 91 und eine halbe.

Und dann stutzt man beim Lesen der Tabelle und trifft auf bekannte Namen: In Heidenau blieben 84,5 Schichten ohne Notarzt, in Freital 58. Das mag Zufall sein, aber es erzählt ganz beiläufig über die Nöte der sächsischen Provinz, in der es scheinbar gärt, weil die Leute dort Angela Merkel nicht mögen und irgendwie ausländerfeindlich sind.

Aber solche Zahlen erzählen von etwas anderem: der immer weiter ausgedünnten Infrastruktur in den ländlichen Räumen. Der Unmut gärt dort ja, weil ein Grundgefühl ins Negative gerutscht ist: das Gefühl, abgehängt zu sein, abserviert, nicht mehr gemeint von der Politik. Der Frust entsteht, weil man um die Einsparungen in sämtlichen sozialen Infrastrukturen weiß und die Folgen der Einsparungen auch spürt, mit neuen Herausforderungen aber nicht umgehen kann. Woher auch, wenn nicht mal die verantwortlichen Minister darüber reden? Sonst müsste ja Susanne Schaper nicht extra nachfragen.

Da lobt sich der Innenminister zwar für den Aufbau eines neuen, strafferen Rettungssystems im Land – und dann reißen bei aller Effizienz solche Löcher. Übrigens auch bei den Einsatzzeiten.

„Problematisch bleibt auch das Einhalten der Hilfsfrist. Der Gesetzgeber gibt vor, dass Rettungsmittel in 95 Prozent der Fälle innerhalb von zwölf Minuten vor Ort sein müssen. Dieses Ziel wird nirgendwo in Sachsen erreicht. Im Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge konnte die Hilfsfrist nur zu 72,46 % eingehalten werden, in den Landkreisen Görlitz (75,38 %) und Bautzen (76,58 %) sieht es nicht viel besser aus“, stellt Schaper fest.

Das heißt: Das neoliberale Denken, das Innenminister Ulbig so verinnerlicht hat, erweist sich nach dem Experimentierfeld Polizei auch im Rettungswesen als fataler Trugschluss. Und politisch ist es im Grunde eine Katastrophe, wenn Ulbig zufrieden ist mit der Vorgabe, dass „planerisch“ die Rettungsdienste in 95 Prozent der Fälle rechtzeitig vor Ort sind – also innerhalb der 12-Minuten-Regel.

Ein verantwortungsvoller Minister plant nicht mit 95 Prozent, denn da gibt es keine Reserven mehr, im Gegenteil – es fehlen schon von vornherein Reserven.

Das Ergebnis ist, dass es keinen einzigen Rettungsverband in Sachsen gibt, der auch nur die 95 Prozent schafft. Einige kommen nur auf die von Schaper benannten katastrophalen Werte von 72 und 74 Prozent. Die Stadt Leipzig hat es im zweiten Halbjahr 2015 immerhin auf 83,4 Prozent gebracht. Für 2016 liegen überhaupt noch keine Zahlen vor. Was ist das für ein Rettungssystem, das keine eklektronischen Meldungen produziert? Sollte Ulbig nicht aller halben Jahre pünktlich eine Meldung bekommen?

Für die betroffenen Menschen kann so ein löchriges System fatal sein.

Und augenscheinlich ist auch der oberste Aufseher im sächsischen Rettungswesen nicht gewillt, die Ursachen für die Fehlstellen zu ermitteln.

„Die Staatsregierung unternimmt nichts gegen diese Probleme, sondern schiebt den Rettungsdiensten den schwarzen Peter zu“, kritisiert Schaper. „So lässt sie nicht nur die Menschen im Stich, die auf dringende Hilfe angewiesen sind, sondern auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie Notärztinnen und Notärzte. Ihnen danken wir für ihre ständige unermüdliche Einsatzbereitschaft. Auch in ihrem Interesse muss die Regierungskoalition Abhilfe schaffen.“

Und nicht zu vergessen ist: Hinter den Zahlen von 2015 und 2016 stecken schon zum Großteil die teuren Integrierten Rettungsleitstellen, wie sie auch in Leipzig gebaut wurden. Eigentlich sollten sie das System schneller und reibungsloser machen.

„Die letzten noch fehlenden Integrierten Rettungsleitstellen müssen schnellstens in Betrieb gehen“, fordert Schaper. „Die Gründe für die Überschreitungen der Hilfsfrist sind zu erforschen und zu beseitigen. Für die Notärztinnen und Notärzte ist ein arbeitszeitgerechtes System zu schaffen, welches eine gesetzes- und aufgabenkonforme Tätigkeit ermöglicht. Schließlich muss die Umwandlung weiterer Klinikstandorte in Medizinische Versorgungszentren vorangetrieben werden.“

Denn was nutzt die millionenteure Schaffung Integrierter Rettungsleitstellen, wenn hunderte Notarztschichten nicht besetzt sind und die Rettungsfahrzeuge immer noch viel zu oft nicht innerhalb der Hilfsfrist eintreffen? Das hat man augenscheinlich mit all den kühnen Träumen moderner Effizienz nicht gelöst. Aber man scheut die Analyse, warum es immer noch genauso klemmt wie im alten System.

Anfrage von Susanne Schaper (Die Linke) zu Notarztdiensten in Sachsen. Drs. 8676

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

RettungsleitstellenNotärzte
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie Leipzigs Verwaltung Anfang März in den Corona-Krisen-Modus überging
Leipzig im Standby-Modus. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVor wenigen Tagen war die Welt in Leipzig scheinbar noch in Ordnung. Bekanntlich entschied sich ja die Leipziger Messe erst auf den allerletzten Drücker, die Buchmesse abzusagen. Dass in den nächsten Tagen noch ganz andere Dinge abgesagt und geschlossen werden würden, war noch nicht in diesem Ausmaß abzusehen, als sich die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat mit einen Fragenpaket an die Rathausspitze wandte. Die Antworten wollte man gern am 25. März hören zur Ratsversammlung. Aber auch die wurde abgesagt.
Die Umweltbibliothek des Ökolöwen steht vor den gleichen Finanzproblemen wie schon 2014
VorLeseLust in der Umweltbibliothek. Foto: Ökolöwe -Umweltbund Leipzig e.V.

Foto: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Für alle LeserMan fühlt sich an die Jahre 2014 und 2015 erinnert, als die Umweltbibliothek des Ökolöwen schon einmal um eine bessere Förderung durch die Stadt kämpfte. Seit Jahren war die Fördersumme für die Bibliothek im Haus der Demokratie konstant geblieben, obwohl die ganz normalen Fixkosten gestiegen waren. Die 35.000 Euro Förderung reichte nicht mehr zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Und jetzt meldet der Ökolöwe mitten in der Corona-Krise: Die Bibliothek steht vor dem Aus.
Münchhausen: Der echte Lügenbaron und die Männer, die seine Geschichten berühmt gemacht haben
Erik Gloßmann: Münchhausen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNach Sachsen hat es ihn wohl nie verschlagen, dafür nach Russland, Lettland und Finnland, diesen Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, den berühmtesten aller Münchhausen, auch wenn er für seinen Nachruhm eigentlich nichts kann. Für den haben andere gesorgt. Aber am 11. Mai wäre der erzählfreudige Baron aus Bodenwerder 300 Jahre alt geworden. Wer hat seine Geschichten nicht im Bücherschrank stehen?
Gastkommentar von Christian Wolff: Der Exit aus dem Shutdown – nicht das „Wann“, das „Wie“ ist entscheidend
Shutdown. Foto: Marko Hofmann

Shutdown. Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMenschen im Ausnahmezustand werden schnell ungeduldig. Kaum sinkt das Fieber, möchte der Kranke wieder aufstehen. Kinder wollen nach einer Grippe so schnell wie möglich wieder zum Spielen nach draußen. Die Arbeit ruft, auch wenn das Herz noch schmerzt. So werden auch noch in der Krankheit die STOP-Signale überfahren. Genau dieses jedem Menschen sehr vertraute Verhalten spiegelt sich in der seit Tagen entbrannten Diskussion darüber wieder, wann der sogenannte „Shutdown“, also das systematische Herunterfahren des öffentlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Lebens, beendet werden kann.
Samstag, 28. März 2020: Der Tag in Bildern
Alle wollen raus bei dem Wetter. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Samstag, 28. März 2020, war wohl nur deshalb an sich interessant, weil er der erste nach den sächsischen „Ausgangsbeschränkungen“ war. Diese hatten zu vielzähligen Debatten geführt, das Sitzen auf Parkbänken wurde infrage gestellt, eine Definition von „Wohnumgebung“ zu „bitte nicht allzu weit aus der Stadt hinaus“ und als letzte Maßnahme schloss die Stadt Leipzig diverse Parkplätze an Ausflugsorten. Das Ergebnis heute: Radler/-innen, Sonne, leere Fernverkehrsstraßen und volle Parks und Seeufer.
Ein Spiel auf Zeit: Die neue Leipziger Zeitung zwischen Ausgangsbeschränkung, E-Learning und dem richtigen Umgang mit der auferlegten Stille
Leipziger Zeitung Nr. 77: Spiel auf Zeit. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserDa haben wir schon heftig hin und her überlegt: Bringen wir die neue Ausgabe der „Leipzige Zeitung“ jetzt raus oder unterlassen wir das lieber aufgrund der Covid-19-Pandemie? Immerhin muss sie ja gedruckt werden, ausgefahren, in Haushalte und noch offene Verkaufsstellen verteilt werden? Aber was wäre die Alternative? Brauchen die Leipziger/-innen, die wegen der Corona-Epidemie zu Hause bleiben müssen, nicht gerade jetzt eine Zeitung, die sie auch ernst nimmt, aber keine Panik verbreitet?
Gesundheitsamt sieht Gabenzäune skeptisch: „Im Sinne der Hygienevorgaben problematisch“
Am 22. März erstmals am Connewitzer Kreuz entdeckt: Ein Gabenzaun am Streetball-Platz. Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Für alle LeserZur Debatte um die Aufstellung von „Gabenzäunen“, also Orte, an denen zum Zwecke der scheinbaren Versorgung Obdachloser und Bedürftiger mildtätige „Gaben“ aufgehängt werden, gibt es nun ein Statement der Stadt Leipzig. Auf Anfrage von L-IZ.de haben sich Gesundheits- und Sozialamt zur Einrichtung der Gabenzäune eher negativ geäußert, mit der Kontrolle der wild entstehenden Stellen in der Stadt kommt man offenbar nicht hinterher. Die sprunghafte Verbreitung der Idee der Gabenzäune hatte vor wenigen Tagen vor allem in Großstädten wie Dresden, Leipzig und Berlin begonnen.
Ökolöwe schreibt an Baubürgermeisterin: Schaffen Sie Platz für Radfahrer/-innen!
Radfahrer-/Fußgängerampel am Martin-Luther-Ring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) sieht die Folgen der Ausgangsbeschränkungen in der Covid-19-Pandemie als Chance, im Leipziger Straßenverkehr endlich ein paar Verbesserungen durchzuführen, die im vorherigen Gedränge einfach nicht durchzusetzen waren. Der ADFC bekommt jetzt Schützenhilfe vom Leipziger Ökolöwen: Schaffen Sie mehr Platz zur Kontaktvermeidung auf Rad- und Fußwegen, Frau Bürgermeisterin!
Wie kam es überhaupt zu den verschärften Ausgangsbeschränkungen in Sachsen?
Verlassene Innenstadt. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit dem 23. März gelten in Sachsen verschärfte Ausgangsbeschränkungen, teilweise schärfere als in anderen Bundesländern. Manchmal so unscharf formuliert, dass selbst die Polizei nicht weiß, wo sie nun eine vernünftige Grenze ziehen soll. Die Allgemeinverfügung liest sich für die linke Landtagsabgeordnete Juliane Nagel wie mit heißer Nadel gestrickt. Und so richtig rechtskonform scheint ihr die Sache auch nicht zu sein.
Leipziger Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus griechischen Flüchtlingslagern und linke Unterstützung für Mission Lifeline
Neues Rathaus in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit 2015 hat es die EU nicht hinbekommen, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik auf die Beine zu stellen. Immer „kam irgendwas dazwischen“ – der Brexit z. B., dessen Zirkuspirouetten noch immer nicht zu Ende sind, nun die Corona-Epidemie. Da ging auch völlig unter, dass in Leipzigs Stadtrat seit Dezember darüber debattiert wurde, Minderjährige aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Fünf Stadtratsfraktionen haben jetzt die Nase voll und veröffentlichen eine Resolution.
„Ich bin irgendwie so unruhig, Mama“: Gedanken einer Leipziger Mutter
Die geschlossene „Märchenwiese“ im Lene-Voigt-Park im Corona-März 2020 - Zeit für Alpträume? Foto: Luise Schöpflin

Foto: Luise Schöpflin

Für alle Leser„Ich bin so unruhig, Mama...“, sagte mein Sohn beim Zubettgehen, etwas, was er noch nie sagte. Es ist der Freitag der ersten Woche der Corona-Ausgangsbeschränkung. Wir durchleben die „virologische Bedrohung“ meistens im Garten im engsten Kreis der Familie. Was sage ich meinem Sohn, meinen Kindern, zur Beruhigung?
Wagners Werk und Wirkung im Deutschen Kaiserreich: Was zu Wagner damals in Leipziger Zeitungen stand
Peter Uhrbach: Wagners Werk und Wirkung im Deutschen Kaiserreich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser1883 starb Richard Wagner in Venedig. Mit dem Jahr 1883 endete auch die 2018 erschienene Dokumentation von Peter Uhrbach „Richard Wagners Werk in Leipzig“, in der es natürlich nicht um Wagners Werk ging, sondern um dessen Rezeption in Leipziger Zeitungen und Zeitschriften. Denn wie ein Komponist mit seinen Werken bei den Leuten ankommt, das beeinflussen bis heute die Medien. Auch wenn sich die Redakteure oft uneins sind, ob sie nun Hosianna oder „Alles ganz schrecklich“ schreiben sollen.
Freitag, der 27. März 2020: Polizei wegen angeblicher Corona-Verstöße im Dauereinsatz und Wochenendvorbereitungen
„Coronatime“ - Die Zeit spiegelt sich längst auch in den Graffitis in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Deutschland wird gerade ganz genau beobachtet, wie sich der Nachbar verhält. Galt die Aufmerksamkeit früher dem neuen Auto oder der schicken Frisur, ruhen die Blicke nun auf großen Gruppen und anderen „verdächtigen“ Aktivitäten. Die Polizei hatte 58 Einsätze innerhalb von 24 Stunden – nicht immer lagen tatsächlich Verstöße gegen die Allgemeinverfügung vor. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
In der (Corona-)Krise: Toilettenpapier für mehr persönliche Kontrolle
Prof. Dr. Immo Fritsche, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig. Foto: Universität Leipzig, SUK

Foto: Universität Leipzig, SUK

Für alle LeserWarum bunkern Menschen in der Corona-Krise Toilettenpapier und Nudeln? Wie kann es gelingen, die sozialen Herausforderungen durch die Ausgangsbeschränkungen zu meistern? Und wie lange kann das alles noch gutgehen? Die L-IZ befragte dazu Prof. Dr. Immo Fritsche. Er ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig.
In der (Corona-)Krise: Kultusminister meldet sich mit Brief: Sächsisches Abitur soll durchgezogen werden
Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Für alle LeserDer sächsische Kultusminister Christian Piwarz will das Abitur 2020 mit allen Mitteln durchziehen. Das teilte er den Abiturienten am Freitag per Brief mit. So sei ein Notabitur eine Lösung, die man den Schülern ersparen will. Stattdessen werden verschiedene Szenarien diskutiert: Auch ein Abitur zum Nachtermin ist möglich.