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Sächsisches Duell: Showdown zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig

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    Die Saison ist eröffnet. Nachdem bereits am Freitagabend der FC St. Pauli, der FC Augsburg und der FC Bayern München in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen sind, möchte nun Bundesligist Rasenballsport Leipzig diesem Beispiel folgen. Dabei wartet am Samstagnachmittag eine gleichermaßen reizvolle wie ambitionierte Aufgabe auf den Red-Bull-Club. Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur im sportlichen Bereich.

    Nein, ein Derby sei das selbstverständlich nicht, wenn die in den 50er Jahren auf Betreiben der damaligen DDR-Führung gegründete SG Dynamo Dresden in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den gerade einmal sieben Jahre alten Emporkömmling Rasenballsport Leipzig antreten muss. Dies hatten in den vergangenen Wochen sowohl Dynamos Sportdirektor Ralf Minge als auch Präsident Andreas Ritter klargestellt. Dass auf der eigenen Vereinshomepage noch heute ein Artikel mit der Überschrift „Sachsenderby in der B-Junioren-Bundesliga“ abrufbar ist, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Als solches war im November 2013 ein Spiel zwischen den Nachwuchsmannschaften beider Clubs bezeichnet worden. Der Twitter-User „crankRBL“ hatte dies bemerkt.

    Am Samstagnachmittag kommt es nun zum zweiten Duell beider Mannschaften auf Profiebene. Das erste Aufeinandertreffen liegt bereits fünf Jahre zurück: Der damalige Viertligist aus Leipzig besiegte im Halbfinale des Sachsenpokals den damaligen Drittligisten aus Dresden. Weil sich Dynamo in jener Saison bereits über die Liga für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, trat man in Leipzig lediglich mit einer B-Elf an. Gästefans waren damals kaum vor Ort, die Brisanz hielt sich also in Grenzen. Das ist heute anders.

    Knapp 2.000 Leipziger werden ihre Mannschaft in die sächsische Landeshauptstadt begleiten. Damit ist der etwa 2.500 Plätze fassende Gästeblock trotz kurzer Anreise nicht ausverkauft. In den vergangenen Jahren hatte es RB Leipzig geschafft, in deutlich weiter entfernte Städte mehr als 2.000 Fans mitzubringen. Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung gegen Dresden dürften Sicherheitsbedenken bei vielen Anhängern sein. Die Polizei hat die Partie zum Hochsicherheitsspiel erklärt. Aus Dresden kam zudem der Vorschlag an RB Leipzig, erst am Spieltag selbst anzureisen – mit einem neutralen Mannschaftsbus. Die Führung der Rasenballsportler lehnte dies ab.

    Jene der Dresdner wiederum bemühte sich wenig darum, im Vorfeld der Partie für Entspannung zu sorgen. Auf der offiziellen Webseite sucht man das Vereinslogo des Gegners vergeblich. Stattdessen ist nur ein Fußball zu sehen. Auf die Frage nach den Gründen für diese Entscheidung antwortete Dynamo-Präsident Ritter im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung lediglich, dass „in der jüngeren Vergangenheit eine ganze Reihe anderer Vereine“ ähnlich gehandelt hätten.

    Dynamo-Fans bei einem Spiel im Leipziger Zentralstadion im Mai 2012. Foto: Martin Schöler
    Dynamo-Fans in Leipzig. Diesmal findet das Spiel in Dresden statt. Foto: Martin Schöler

    Nicht nur aus emotionaler, sondern auch aus sportlicher Sicht steht RB Leipzig vor einer durchaus schwierigen Aufgabe. Der Gegner hat bereits zwei Ligaspiele absolviert und dabei gegen den Vorjahresdritten Nürnberg ein Unentschieden herausgeholt. Auch die Partie bei Union Berlin endete Remis. Bedenkt man, dass in der ersten Runde mit Ausnahme von 1860 München, Dynamo Dresden und den beiden anderen Zweitligaaufsteigern Aue und Würzburg maximal drittklassige Clubs als Gegner infrage gekommen wären, hat RBL also ein relativ schweres Los erwischt.

    Cheftrainer Ralph Hasenhüttl muss wie schon im Testspiel gegen Betis Sevilla auf die beiden Olympia-Fahrer Lukas Klostermann und Davie Selke verzichten. Diese treten am Abend für die deutsche Nationalmannschaft im Endspiel gegen Brasilien an. Ebenfalls nicht dabei sind Stürmer Terrence Boyd, der am Freitag für die U23 zum Einsatz kam, und laut übereinstimmenden Medienberichten Innenverteidiger Atınç Nukan.

    Gegen Sevilla präsentierte sich die Abwehr der Rasenballer – anders als in den beiden Testspielen zuvor – weitgehend sicher. Einzig der eingewechselte Marvin Compper war ein Unsicherheitsfaktor und verschuldete unter anderem den Strafstoß, der zum Gegentor führte. Neben Willi Orban dürfte deshalb erneut Stefan Ilsanker in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Gut möglich, dass Hasenhüttl an der Startformation vom Sonntag keine Änderungen vornimmt. Lediglich der zusammen mit Compper nach einer Stunde eingewechselte Timo Werner darf sich wohl noch Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen.

    Als Bundesligist geht RB Leipzig als Favorit in das Duell mit dem sächsischen Rivalen. Eine Sensation wäre es gleichwohl nicht, sollte Dynamo die nächste Runde erreichen. In der vergangenen Saison haben die Leipziger das Kunststück vollbracht, ohne sportlichen Erfolg die zweite Runde zu erreichen. Die Erstrundenpartie beim VfL Osnabrück war beim Stand von 0:1 aus Leipziger Sicht in der 71. Minute wegen eines Feuerzeugwurfs auf den Schiedsrichter abgebrochen worden. Das DFB-Sportgericht wertete das Spiel anschließend mit 2:0 für RBL. Es folgte ein peinliches und verdientes 0:3 bei Regionalligist Unterhaching.

    Dynamo hingegen konnte in den vergangenen Jahren im DFB-Pokal einige Erfolge feiern: So warf man unter anderem die Bundesligisten Schalke 04 und Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb. Besonders das letzte Spiel sollte RB Leipzig eine Warnung sein: Der Gast aus dem Rheinland verspielte eine 3:0-Führung und unterlag am Ende mit 3:4 nach Verlängerung. Nach all den verbalen und symbolischen Attacken im Vorfeld der Partie wäre ein ähnlicher Verlauf für Fans, Spieler und Funktionäre von RBL wohl nur schwer zu verkraften.

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