Haben wir das? Haben wir nicht! Der lange Weg für den 1. FC Lok

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 40Als Jens Kesseler seinen fünf­zigminütigen Vortrag über die Zulassungsvoraussetzungen für die 3. Liga beendet, ist es still im VIP-Raum des 1. FC Lok. Die 70 Mitglieder, die am vergangenen Freitag zum neuerlichen Mitgliederabend gekommen waren, mussten offensichtlich nicht nur ihr Schnitzel auf Brot, sondern auch alle Informationen erstmal verdauen. So erging es auch Lok-Präsident Jens Kes­seler und dem Geschäftsführer der Spiel­betriebs-GmbH Martin Mieth bei einer Informationsveranstaltung des Deutschen Fußballbundes (DFB) Anfang Februar.

„Ich fragte jedes Mal Martin, ob wir das schon haben. Martin sagte jedes Mal ‚Haben wir nicht‘“, berichtete Kesseler. Fünf Stunden lauschten und staunten die beiden zusammen mit Vertretern von 30 weiteren Clubs, darunter Carl Zeiss Jena, FC Schweinfurt oder Viktoria Berlin beim Workshop über die Zulassungsvoraussetzungen des DFB für die 3. Liga und bekamen ein achtzigseitiges Pamphlet quasi als Hausaufgabenheft mit nach Hause. An diesem Mitgliederabend, den der 1. FC Lok seit dieser Saison regelmäßig veranstaltet, zitierten sie daraus.

Grundsätzlich teilen sich die Zulassungsvor­aussetzungen auf drei Säulen auf: sportliche Leistungsfähigkeit, technisch-organisatori­sche Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. „Die sportliche Leis­tungsfähigkeit, da waren sich Martin und ich einig“, so Kesseler, „ist noch am einfachsten zu schaffen. Wir müssen aufsteigen, das ist dann die 3. Liga.“ Nur: Das Drumherum muss dann auch den Bestimmungen des DFB entsprechen, und das geht nicht mit einem Fingerschnippen. „Es sind nur noch drei Jahre, wir werden also hart arbeiten müssen“, forderte Kesseler, während Mieth einen Einblick in die technisch-organisatorischen Ansprüche gewährte.

Lok muss hauptamtliche Mitarbeiter für Finanzen, Medien und Geschäftsführung beschäftigen. Bisher ist nur ein Posten besetzt. Lok braucht mindestens ein 10.000-Mann-Stadion, davon müssen 2.000 Sitzplätze und überdacht sein und zehn Pro­zent der Gesamtkapazität muss für Gästefans vorbehalten sein. „Letzteres machen wir schon. Allerdings brauchen wir auch 200 Sitzplätze für die Gäste.“

Lok-Präsident Jens Kesseler. Foto: Jan Kaeferund Partylaune bei Lok-Präsident Jens Kesseler. Foto: Jan Kaefer

Lok-Präsident Jens Kesseler. Foto: Jan Kaefer

Seit jeher ist der Gästeblock im Bruno-Plache-Stadion ein Stehrang, wie mittlerweile alle Ränge außer der Tribüne. Hier können zurzeit allerdings nur 1.200 Menschen sitzen. Früher war mehr Platz, ehe man im Zuge der Stadionertüchti­gung 1995 die letzten vier Reihen der Tribüne hinter eine Wand steckte.

Ein Fan schlug vor, genau diese Wand wieder herauszunehmen. „Aber das wird aufgrund der Statikprobleme nicht gehen“, musste Mieth abwiegeln. Deutschlands älteste Sitzplatztribüne ist in die Jahre kommen. Schon im Oktober 2015 erklärte Bauvorstand Thomas Löwe gegenüber der LEIPZIGER ZEITUNG, dass in spätestens fünf Jahren eine Lösung für die Tribüne her muss, dann ist sie 98 Jahre alt.

Doch die Sitzplatz-Prob­lematik ist nicht mal die einzige Hürde.

„Der DFB fordert in jedem Drittliga-Stadion eine Rasenheizung – spätestens in der zweiten Saison“, so Kesseler. „Die wird uns zwischen 250.000 und 750.000 Euro kosten“, ergänzte Mieth. Die meisten Clubs bezahlen diese Summe mit den TV-Geldern in Höhe von 711.000 Euro, die dann natürlich wiederum bei der Investition in die Mannschaft fehlen.

Derzeit entsprechen die Investitionen in die Mannschaft des 1. FC Lok einem Platz im unteren Tabellen-Mittelfeld der Regionalliga.

Auch das müsste sich spätestens 2019 ändern. „Wenn wir hoch wollen, müssen wir schon in der Regionalliga mit Vollprofis spielen. Kein Club hat den Aufstieg bisher mit Amateuren geschafft“, so Mieth, der gleichzeitig auch verkündete, dass sich an der Aufstiegsregelung, wonach die fünf Regionalliga-Meister die drei Aufstiegs­plätze in einer Relegation ausspielen, nichts ändern wird. „Dafür sind die mitglieder­starken Landesverbände von Bayern und Nordrhein-Westfalen zu dominant.“
Die Professionalisierung muss auch bei den erweiterten Clubstrukturen Einzug halten.

Seit Januar 2016 ist Martin Mieth 1. Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH des 1. FC Lok. Foto: Bernd Scharfe

Seit Januar 2016 ist Martin Mieth 1. Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH des 1. FC Lok. Foto: Bernd Scharfe

Lok braucht neben einem Finanzchef und einem Medienchef auch einen Fanbeauftrag­ten und einen Sicherheitsbeauftragten. Keine Posten, die für eine gute Work-Life-Balance bekannt sind – folglich war der bisherige Bewerbungsrücklauf gleich null. Im Schnitt beschäftigt ein 3. Liga-Verein 67 Voll- bzw. Teilzeitkräfte inklusive Mannschaft. Lok hat zurzeit ungefähr die Hälfte. Bei der wirt­schaftlichen Leistungsfähigkeit steht der 1. FC Lok derzeit nicht besser da.

„Die 3.Liga- Clubs sind laut Saisonreport im Schnitt alle überschuldet. Das haben wir immerhin schon geschafft“, witzelte Präsident Jens Kesseler, dem ob der wirtschaftlichen Her­ausforderungen nicht gerade Freudentränen aus den Augen liefen.

Im Schnitt macht ein Club der 3. Liga 9 Millionen Erlös und gibt 3,4 Millionen Euro nur für Personal aus – pro Saison. „Davon sind wir noch weit entfernt“, erläuterte der Marathonläufer, während im VIP-Raum die zweite Runde Getränke und das Abendbrot an die Tische kam. Zwischen Hefeweizen und Schnitzel auf Brot mit Ei sorgte die Aussicht, dass kein Club überfällige Ver­bindlichkeiten in die 3. Liga mitbringen darf, für Schluckbeschwerden. Lok hat derzeit noch ein paar, die abgearbeitet wer­den müssen.

Dafür sind die Probstheidaer schon bei den Merchandisingerlösen nahezu drittligareif.

Überhaupt stimmte die anwesenden Mit­glieder hoffnungsvoll, dass die Mitarbeiter des DFB am Rande ihrer Veranstaltung durchblicken ließen, dass man sich sehr über den FCL in der 3. Liga freuen würde. Die Marke 3. Liga und der Club passen immerhin gut zusammen. Laut eigenem Markenbild steht die Liga für die Nähe zu den Fans, für Fankultur, sieht sich als hungrig, boden­ständig, selbstbewusst. Doch wie sollen die ehrenamtlichen Gremien je die Weichen in Richtung Aufstieg und vor allem Zulassung stellen können?

„Es muss ein Ruck durch Lok gehen“, forderte ein älterer Herr. „Wir alle müssen mehr machen, die Zeit für Lok muss ein­fach da sein, auch wenn alle arbeiten gehen. Das ist unser Club und wir stehen hier in der Verantwortung“. Das war Wasser auf die Mühlen für Kesseler und Mieth, die unterstrichen, wie lang der Weg ist und dass er ohne die Hilfe der Fans nicht zu bewältigen ist.

Die neue „Leipziger Zeitung“ liegt seit Freitag, 17. Februar 2017, an allen bekannten Verkaufsstellen aus. Besonders in den Szeneläden, die an den Verkäufen direkt beteiligt werden. Also, support your local dealer. Da es vermehrt zu Ausverkäufen kam, ist natürlich auch ein LZ-Abonnement möglich, um garantiert nichts mehr zu verpassen.

Die LEIPZIGER ZEITUNG gibt es seit Freitag, 17. Februar 2017 in Leipzig zu kaufen

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