Die Feuerprobe für das neue HCL-Trainerduo Wieland Schmidt und Max Berthold ist gelungen. Gegen Bundesliga-Schlusslicht HSG Bensheim Auerbach setzten sich die Leipzigerinnen am Mittwochabend deutlich durch. Eine Riesen-Partie bot dabei Torhüterin Nicole Roth. Die 18-Jährige HCL-Juniorin hielt gleich drei Siebenmeter und sorgte mit zahlreichen Paraden dafür, dass ihr Team auch in den schwächeren Phasen auf Kurs blieb.

Vor 1.379 Zuschauern in der Leipziger Arena war der HCL nicht optimal ins Spiel gestartet. Zu Anfang gingen deshalb die extrem abstiegsgefährdeten Hessen zweimal in Führung. Erst als Nicole Roth beim Stand von 2:2 (3.) ihren ersten Siebenmeter parierte, wendete sich das Blatt entscheidend. Der HCL zog auf 5:2 (5.) davon, schusselte dann allerdings in eine Phase, in der offensiv kaum mehr etwas gelingen wollte. Die Gäste, die um ein munteres und engagiertes Spiel bemüht waren, kamen so beim 6:5 (9.) noch einmal in den Genuss eines Anschlusstreffers. Die bestens aufgelegte Leipziger Keeperin rettete in diesen Minuten ihrem Team die Führung.
Doch auch wenn die Gastgeberinnen wenig Stammpersonal an Bord hatten und daher insgesamt sechs (!) Juniorinnen im Kader standen, brannte gegen Bensheim zu keinem Zeitpunkt die rote Alarmlampe. Dank größerer individueller Klasse, setzte sich der HCL jetzt immer weiter ab: 10:6 (15.), 13:7 (22.) und 16:9 (29.) lauteten die Stationen, bevor es mit 16:11 in die Halbzeitpause ging.

Da hatte Nicole Roth bereits ihren zweiten Siebenmeter gehalten und ließ keine zwei Minuten nach Wiederbeginn ihren dritten Streich folgen. Überhaupt ließ die Leipziger Defensive ihren Gegner zunehmend verzweifeln. Lediglich sechs Treffer rutschten der HCL-Abwehr in der zweiten Halbzeit durch. Allerdings kam die Offensive erneut nur schwer in Fahrt. In den ersten neun Minuten standen nur drei HCL-Tore zu Buche. Dann allerdings brach es über die Gäste herein, denn nun kam auch HCL-Goalgetterin Susann Müller richtig in Fahrt, was für den Gegner meist böse endet. Zehnmal schlug die WM-Torschützenkönigin zu und leistete wieder einen erhebliche Anteil am klaren 31:17-Sieg.

Nach der Schlusssirene durfte sich Nicole Roth über besonders viele Glückwünsche freuen. Ihre eigene Top-Leistung konnte die Torhüterin allerdings selbst noch kaum glauben. “Ich hatte gehofft, dass ich gut ins Spiel finden werde, aber dass es dann so gut wird, hätte ich nicht gedacht. Für mich war das hier ja auch eine ganz neue Erfahrung.”, bekannte sie im L-IZ-Interview.
Nicht minder aufgeregt war vor dem Spiel Max Berthold gewesen. Erst am Vortag hatte der LVB-Kapitän telefonisch von HCL-Manager Kay-Sven Hähner die Einladung ins Trainergespann erhalten. “Die ganze Sache ist eine Ehre. Ich bin sehr dankbar für die Chance, die ich hier bekomme.”, freute sich der 26-Jährige. Mit Olympiasieger Wieland Schmidt bildet er nun ein gleichberechtigtes Duo. “Wir hauen jetzt nicht das ganze Spielsystem über den Haufen, werden nicht viele neue Aufstellungen durchprobieren. Wir machen so weiter, wie zuvor gearbeitet wurde, verändern nur punktuell.”, verriet Berthold.

Die ersten beiden Arbeitstage stimmten ihn hoffnungsfroh: “Ich habe ein gutes Gefühl, die Mannschaft ist gut drauf, hat ordentlich trainiert und heute in der zweiten Halbzeit auch richtig Spaß gehabt am Handball. Wenn es so weitergeht, ist das auf jeden Fall positiv.” Weiter geht es schon am Sonntag. Dann ist zum vierten Heimspiel in Folge Frisch Auf Göppingen zu Gast (19.1. um 15 Uhr). Das Team aus Baden-Württemberg hängt aktuell mit Platz 8 in der Tabelle den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Allerdings: Mit Maike Daniels, Maria Kiedrowski und Marlene Windisch sind drei Ex-Leipzigerinnen gewiss ganz besonders motiviert.
HC Leipzig vs. HSG Bensheim Auerbach 31:17 (16:11)
1. Bundesliga, Frauen, 12. Spieltag (Nachholer)

HC Leipzig: Roth, Detjen – Visser (3/1), Mazzucco (3), Bont (2), Schulze (2), Kudlacz (5/1), Hubinger (2), S.Müller (10/3), Sturm, Rösike (1), Reimer (1), Lederer (2), Rode. Trainer: Wieland Schmidt/ Max Berthold.
HSG Bensheim Auerbach: Melching, Radke, Veith – Schmohl, Lauenroth (1), Edlbauer, Hertlein (4), Bartaseviciene, Diehl (3), Kleinjung (3), Hermenau (2/1), Klein, Rode (3/1), Moser, Logdanidou (1). Trainerin: Gordana Covic.

Schiedsrichter: Patrick Arndt/ Christian Kobilke. Zwei-Minuten-Strafen: HCL 5x (Visser, Mazzucco, Schulze, 2x S.Müller), Bensheim 6x (Hertlein, Diehl, Rode, Laogdanidou, 2x Lauenroth). Siebenmeter: HCL 5/5 (Visser 1/1, Kudlacz 1/1, S.Müller 3/3), Bensheim 6/2 (Diehl 1/0, Hermenau 2/1, Rode 2/1, Logdanidou 1/0). Zuschauer: 1.379 in der Arena Leipzig.

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