Leichtathletik-DHM 2020: Medaillen aus dem Kugelstoßring

Für alle LeserDavid Storl ist zurück. Nach dem verletzungsbedingten Saisonabbruch im Vorjahr, scheint der Kugelstoßer vom SC DHfK in Sachen Olympia-Vorbereitung auf einem guten Weg zu sein. Bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der Arena Leipzig setzte der 29-Jährige mit seinem goldenen Auftritt das Highlight für die Farben der Gastgeber-Stadt. Teamkollege Dennis Lewke erkämpfte sich zudem im selben Wettbewerb Bronze und übertraf erstmals die magische 20-Meter-Marke.

Zum achten Mal durfte sich Storl bei Deutschen Hallenmeisterschaften die goldene Plakette umhängen lassen. Und es war ein überzeugender Sieg, denn alle seiner vier gültigen Versuche hätten für den Meistertitel gereicht. Schon im ersten Durchgang haute der zweifache Weltmeister mit 20,58 Metern die höchste Weite des Tages raus.

Ein Ausrufezeichen setzte auch Kugelstoß-„Oldie“ Tobias Dahm aus Sindelfingen. Der 32-Jährige erwischte ebenfalls gleich im ersten Versuch seinen besten Wert und wuchtete die Kugel auf 20,13 Meter. Genau andersherum machte es Dennis Lewke. Der DHfK-Athlet hob sich seinen besten Stoß bis zum letzten Durchgang auf – und konnte anschließend umso mehr jubeln.

Denn: Der 27-Jährige kam damit auf 20,03 Meter, erkämpfte Bronze und feierte den ersten 20-Meter-Stoß seiner Karriere. „Die Stöße waren dafür, wie ich sie gestoßen habe, eigentlich verdammt weit. Dann habe ich gedacht: ‚Mensch, du musst doch EINEN Stoß mal durch kriegen!‘.“ Es war ein Geduldsspiel mit Happy End. „Der letzte Stoß heute war nicht perfekt, ich habe ihn ein bisschen mit Gewalt rausgeknallt. Ich habe mir das heute erarbeitet und bin jetzt auch total fertig.“, so Lewkes Tagesfazit.

Für David Storl geht es wieder aufwärts. Foto: Jan Kaefer

Für David Storl geht es wieder aufwärts. Foto: Jan Kaefer

Meister David Storl analysierte seinen erfolgreichen Auftritt hingegen etwas nüchterner: „Die Hallenwettkämpfe waren für mich eine Standortbestimmung. Ich hatte letztes Jahr im März den letzten schmerzfreien Wettkampf gemacht, da ist es wichtig, erst mal wieder ein bisschen Grundvertrauen rein zu bekommen und von Wettkampfversuch zu Wettkampfversuch einen Schritt weiter zu kommen. Das ist gut gelungen, ich bin jetzt auf einem guten Grundniveau.“

Ein gutes Niveau demonstrierte auch 800-Meter-Läufer Robert Farken vom SC DHfK. Der amtierende Hallenmeister gewann seinen Vorlauf kontrolliert und steht damit im Finale am Sonntag (14:45 Uhr). Dort stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung recht gut, denn der Saisonbeste Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) musste seine Teilnahme an der Meisterschaft wegen einer Sturzverletzung absagen.

Titelverteidiger Robert Farken ist am Sonntag im 800-Meter-Finale ein heißer Gold-Kandidat. Foto: Jan Kaefer

Titelverteidiger Robert Farken ist am Sonntag im 800-Meter-Finale ein heißer Gold-Kandidat. Foto: Jan Kaefer

Ganz knapp am Finaleinzug gescheitert ist hingegen Florian Tschernikl von der TSG Markkleeberg. Der 26-Jährige kam im Halbfinale über 60 Meter Hürden auf dem 9. Platz ein und landete nur 0,05 Sekunden hinter Rang 8, der fürs Finale gereicht hätte.

Ebenfalls nur einen Platz am Finale vorbeigeschrammt ist Julia Klein. Die DHfK-Läuferin hatte sich den Finaleinzug über 1.500 Meter fest vorgenommen, doch dann kam es anders: „Der Plan war eigentlich an dritter, vierter Stelle vorn mitzulaufen. Das ist schon am Start gescheitert, weil sich das Feld so sortiert hat, dass ich auf einmal hinten war. Ich war aber immer ganz hinten und innen, und neben mir war immer jemand.“

Diese Situation wurde auch im Rennverlauf nicht besser. „Ich habe den Punkt verpasst, meine Position zu verbessern. So wusste ich: Wenn es jetzt los geht, bin ich nicht dabei, einfach weil ich viel zu weit weg bin. So war es dann auch.“

Julia Klein lief über 1.500 Meter meist hinterher. Foto: Jan Kaefer

Julia Klein lief über 1.500 Meter meist hinterher. Foto: Jan Kaefer

Außerdem für Leipzig im Einsatz waren am Samstag über 60 Meter Hürden Ann-Cathrin Vogl und Lydia Schubert vom SC DHfK. Vogl landete im Halbfinale mit 8,69 Sekunden auf dem 17. Platz, während Schubert mit 8,71 Sekunden auf Rang 18 lief und gleichzeitig eine neue persönliche Bestzeit aufstellt.

Auch den 60-Meter-Sprintern Roy Schmidt und Felix Straub – ebenfalls SC DHfK – war keine Finalteilnahme gegönnt. Straub lief in 6,71 Sekunden auf Platz 10 und verbesserte seine eigene Bestzeit, während Schmidt mit 6,74 Sekunden 13. wurde. Und schließlich war mit Rocco Martin noch der frisch gebackene U20-Meister über 800 Meter am Start – diesmal allerings auf der 400-Meter-Strecke. Dort wurde er in 49,41 Sekunden Elfter.

Florian Tschernikl (in weiß) verpasste das Hürden-Finale nur knapp. Foto: Jan Kaefer

Florian Tschernikl (in weiß) verpasste das Hürden-Finale nur knapp. Foto: Jan Kaefer

Alle Ergebnisse der Leichtathletik-DHM:
https://livecache.sportresult.com/…

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