Prominente Würdigung eines großen Engagements! Zum zehnten Mal hat die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis ausgeschrieben, der Menschen und Initiativen ehrt, die sich in besonderer Weise der Aufarbeitung von Diktaturen widmen und zugleich für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage eintreten. Preisträger in diesem Jahr ist das Leipziger „Archiv Bürgerbewegung“, wie die Bundesstiftung soeben in einer offiziellen Note mitteilte.
Gestiftet von einstigem Fluchthelfer
Der Preis trägt den Namen des Journalisten und Publizisten Karl Wilhelm Fricke („Akteneinsicht“) und ist mit 20.000 Euro dotiert. Finanziell ermöglicht wird die Auszeichnung durch eine Spende des ehemaligen Fluchthelfers und Publizisten Dr. Burkhart Veigel. „Wir freuen uns sehr, dass unserem Verein für seine in 35 Jahren geleistete Arbeit der Karl-Wilhelm-Fricke-Preis verliehen wird. Was für eine Ehre, einen Preis zu erhalten, der diesen Namen trägt und durch eine Spende von Burkhart Veigel möglich wurde, der unter großen Gefahren so vielen Menschen aus der DDR die Freiheit schenkte“, schreibt der das Archiv betreibende Verein in einer Mitteilung.
Man danke der Bundestiftung für das entgegengebrachte Vertrauen und nehme es als Herausforderung an und wolle sich „angesichts der immer mehr um sich greifenden DDR-Nostalgie und der zunehmenden Sehnsucht nach Autokraten weiterhin dafür einsetzen, dass diese ostmitteleuropäischen Freiheitsrevolutionen und die Menschen, die sie unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Freiheit getragen haben, nicht vergessen werden.“

Glückwünsche des Oberbürgermeisters
In einer Grußbotschaft an Geschäftsführerin Saskia Paul und Mitbegründer Uwe Schwabe würdigt Oberbürgermeister Burkhard Jung die Arbeit der Zeitzeugen. „Mir liegt sehr am Herzen, Ihnen meine Wertschätzung für Ihr unermüdliches, beharrliches und ungemein wichtiges Wirken zu übermitteln. Sie bewahren das Gedächtnis der Friedlichen Revolution mit den Erinnerungen und Erzählungen derer, die sie unmittelbar vorbereitet, gestaltet und getragen haben – Zeitzeugnisse, die unter die Haut gehen, erschüttern und berühren.“
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. (ABL) wurde im Mai 1991 von ehemaligen aktiven Mitgliedern kirchlicher Basisgruppen und verschiedener Oppositionsgruppen in der DDR gegründet und sammelt Dokumente und Selbstzeugnisse der ostdeutschen Oppositionsbewegung. Der Bestand an Archivalien umfasst derzeit 220 laufende Meter, darunter etwa 23.500 Fotografien.
Die Preisverleihung findet am 11. Juni 2026 im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung in Berlin statt und wird in einem Live-Stream übertragen. Seit 2017 wurden 35 Persönlichkeiten, Initiativen und Projekte für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet.
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