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globaLE Filmfestival: Der gewöhnliche Faschismus

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    In dieser Woche zeigt das Leipziger globaLE-Filmfestival am Mittwoch und Donnerstag Filme. Vor 80 Jahren überfiel die Wehrmacht Polen und begann damit den 2.Weltkrieg. Über die tatsächlichen Ursachen des Angriffskriegs erfahren Schüler hierzulande heute nur noch wenig.

    Mittels Dämonisierung und grotesker Personalisierung wird Adolf Hitler zu einer Art Alleintäter überhöht. Die Hauptgefahr des Faschismus geht aber heute, wie früher, von der imperialistischen Bourgeoisie aus. Faschistische Bewegungen sind keine selbständige Kraft, sondern werden von den Herrschenden an der kurzen Leine gehalten, wenn sie ihrer in der Regierung nicht bedürfen.

    Ihr Wachstum zu regierungsfähiger Größe wird dann gefördert – durch politische und wirtschaftspolitische Maßnahmen und durch „Spenden“, wenn es als zweckmäßig erscheint, um den gewünschten Sozial- und Demokratie-Abbau forciert voran zu bringen oder außenpolitischen Expansionen eine stärkere innere Unterstützung zu sichern.

    Am Mittwoch, 25.09. läuft um 20 Uhr im UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Str. 12a) der Film „Der gewöhnliche Faschismus“ (Sowjetunion / 1965). Der Film stellt die Frage, wie es zum deutschen Faschismus kommen konnte und welche zentrale Rolle die großen Monopole dabei spielten. In sechzehn Kapiteln sucht der Filmemacher nach Antworten auf seine Frage, was Menschen dazu bringt, den Faschismus zu bejahen und sogar zum Mörder zu werden.

    Aus rund zwei Millionen Metern Material des Reichsfilmarchivs, aus Wochenschauen und Fotos einzelner Soldaten filtert der Film Momente, die belegen, wie sehr das faschistische Deutschland auf Massensuggestion, Auslöschung des Denkens und der Vernunft sowie auf unbedingten Gehorsam gegenüber dem „Führer“ setzte. In beeindruckenden Montagen zeigt er die Verwandlung der zivilen Menge in eine uniformierte Gesellschaft.

    Am Donnerstag, 26.09. läuft um 20 Uhr, in der Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50) der Dokumentarfilm „Revenir“ (Frankreich, Elfenbeinküste / 2018, OmU). Seit langem schon erzählen Journalisten die Geschichten von Geflüchteten aus Westafrika – doch es ist stets ein fremder Blick auf sie. Dieser Film ist eine Geschichte von innen. Teilweise Roadtrip, teils Memoiren, teils journalistische Recherchen.

    Der Film folgt Kumut Imesh, einem in Frankreich lebenden Geflüchteten von der Elfenbeinküste, auf seiner Rückkehr auf den afrikanischen Kontinent und versucht, den gleichen Weg zurückzuverfolgen, den er selbst bei seiner Flucht vor dem Bürgerkrieg Jahre vorher eingeschlagen hat. Aber diesmal mit einer Kamera in der Hand.

    Kumut reist alleine und dokumentiert seine eigene Reise. Sowohl als wichtigster Protagonist vor der Kamera als auch als Person dahinter, die den menschlichen Kampf für Freiheit und Würde auf einer der noch immer gefährlichsten Migrationsrouten der Welt enthüllt. Ein kontroverses Filmexperiment, eine mutige Reise und eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen Filmemacher und Geflüchteten.

    Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist jeweils frei. Das komplette Programm mit den Filmbeschreibungen und weiteren Informationen findet sich auf der Webseite www.globale-leipzig.de bzw. auf FB: www.facebook.com/globaleipzig/events.

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