Unsere Turnschuhe, unsere Nachttischlampe, unser Smartphone und vielleicht sogar der Apfelsaft, den wir trinken: Ein Großteil der in Deutschland verfügbaren Produkte wird in China produziert.  Gleichzeitig kaufen sich chinesische Investoren mit Milliardenbeträgen in europäische Unternehmen ein. Besonders begehrt sind deutsche Marken wie Daimler oder Biontech.

Chinas politisches System mit Überwachung der eigenen Bevölkerung, Unterdrückung ethnischer Minderheiten wie der Uiguren sowie dem schonungslosen Umgang mit politischen Gegnern wurde seitens des Westens im Namen guter wirtschaftlicher Kontakte in Kauf genommen.

Autor Christian Geinitz fragt in seinem Buch, ob von der chinesischen Mischung aus „Kaderordnung und Turbokapitalismus eine Gefahr für den Westen, für Europa, für Deutschland“ ausgehe. Durch die sogenannte Neue Seidenstraße erweitere China auch seinen politischen Einfluss. Und als Atommacht mit der Ambition, als Nation „zu alter Größe“ zurückzukehren, flöße China vielen im Westen Furcht ein. 

Doch statt sich abzugrenzen, sollten Deutschland und die Europäische Union die Kooperationen mit chinesischen Investoren aktiv mitgestalten, so Geinitz. Dazu sei unabdingbar, dass die EU China gegenüber geeint auftrete, um als starker Handelspartner agieren und eigene ethische Standards setzen zu können.

Christian Geinitz ist seit 25 Jahren Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Experte für Transformationsökonomien. Von 2009 bis 2014 berichtete er aus Peking. Sein aktuelles Buch „Chinas Griff nach Westen“ ist am 14. März erschienen. Nach der Lesung möchten wir mit dem Autor ins Gespräch kommen und laden alle ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Die Moderation übernimmt die Journalistin Alexandra Gerlach.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung mit dem Sächsischen Volkshochschulverband und Teil der Reihe „Kontrovers vor Ort“. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.slpb.de/veranstaltungen/kontrovers-vor-ort

Zeit: Freitag, 18. März 2022, 18:30–20:00 Uhr

Ort: Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3-7, Aula

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