Connewitzer Verlagsbuchhandlung darf sich jetzt „Hervorragende Buchhandlung“ nennen

Es ist etwas in Bewegung im Land. Leser laufen wieder öfter in die Buchhandlung um die Ecke. Ein fast schon verabschiedetes Relikt in Zeiten der riesigen Sortimentsbuchhandlungen und gar des alles erdrückenden Online-Buchhändlers. Am Donnerstag, 17. September, setzte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Frankfurt ein Zeichen und lud 108 Buchhändler zur Preisvergabe ein - darunter auch zwei Leipziger.
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Es war das erste Mal, dass Buchhändler auf diese Weise öffentlich gewürdigt wurden. Bislang hatte auch die deutsche Politik ihrem langen und zähen und auch sehr kräftezehrenden Kampf ums Überleben eher tatenlos zugesehen. Und die Buchhändler haben schon viele Kämpfe hinter sich – gegen die großen Kaufhäuser, die ihnen ab den 1960er Jahren insbesondere beim Taschenbuch wichtige Käufergruppen abjagten, gegen die großen Sortimentsbuchhandlungen, die ab den 1970er Jahren im Westen und ab den 1990ern auch im Osten den wichtigen Verkauf in den Innenstädten an sich zogen. Jedes Mal hat es den Markt verändert und zwang die inhabergeführten Buchhandlungen zu immer neuen kreativen Lösungen.

Aber richtig gefährlich wurde die Lage erst durch den Auftritt des us-amerikanischen Versandriesen Amazon ab 1998 auf dem deutschen Buchmarkt. Anfangs nicht richtig ernst genommen („So etwas funktioniert nur in Amerika!“) hat der Internethändler in den letzten Jahren immer größere Marktanteile erobert und immer mehr Buchhändler zum Aufgeben gezwungen.

Die ersten, die sich gegen die allesumarmende Übermacht wehrten, waren kleine und mittlere Verlage, die dem Großhändler die Kundschaft aufkündigten. Aber selbst renommierte Verlage wie der Diogenes Verlag legten Werbekampagnen auf, die Leser wieder zum Besuch der Buchhandlung um die Ecke aufriefen. Denn Bücher, die es dort nicht gibt, sind über die Bestellsysteme binnen Tagesfrist fast alle zu besorgen. Der kleine Buchhändler ist genauso schnell wie der große Online-Gigant. Und er versteuert seine Umsätze vor Ort. Und er berät.

Diogenes brachte es auf die griffige Formel: Wer fährt denn an den Amazonas, wenn er sich ein Buch kaufen will?

Man geht einfach um die Ecke. Das ist auch in Leipzig noch möglich.

Neun Buchhandlungen aus Sachsen waren unter den Geehrten am Donnerstag, den Titel „Hervorragende Buchhandlung“ bekamen die in der Karl-Heine-Straße ansässige Buchhandlung Drift und einer, für den die Auszeichnung gleich wie ein Geburtstagsgeschenk war: Peter Hinke, Inhaber der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, die in diesem Jahr nicht ganz zufällig 25 Jahre alt wurde, denn sie war ein echtes Kind der Friedlichen Revolution – als neu eröffnete Buchhandlung in Connewitz damals noch, heute tapfer im Specks Hof mitten in der City am Werben um Leser und Buchkäufer.

Und ein zweiter Geburtstag ist jetzt im Oktober noch dran: Die Gründung der Tochterbuchhandlung „Wörtersee“ im Peterssteinweg. Eine „geistige Tankstelle“ direkt am Weg von tausenden Südvorstädtern, die hier täglich Richtung Innenstadt unterwegs sind. Die Formel „geistige Tankstelle“ hat Monika Grütters verwendet, als sie am Donnerstag die Buchhändler aus der ganzen Republik auszeichnete. Das hat sich Peter Hinke gemerkt, denn das trifft ein gut Teil dessen, was er mit seinen Leuten seit 25 Jahren in der Buchhandlung und im Verlag auf die Beine stellt.

Denn der Verlag gehört ja von Anfang an dazu. Verlagsbuchhandlung – das greift die ganz große Leipziger Tradition auf, in der oft aus Buchhändlern auch Verleger wurden oder Verleger auch des Prestiges wegen eine eigene Buchhandlung unterhielten. Und wenn im Oktober die Buchhandlung „Wörtersee“ feiert, dann feiert auch gleich noch die ebenfalls vor zehn Jahren gegründete Buchreihe „Wörtersee“ Geburtstag, eine handliche, ästhetisch anspruchsvolle Reihe für Gedichte und kleine Prosa, in der mittlerweile schon einige namhafte Leipziger Autorinnen und Autoren debütiert haben – oder eingestiegen sind mit neuen Titeln, weil ihnen das Format gefällt.

Und dieses Engagement für das besondere Buch und die Pflege der jungen, ambitionierten Literatur, wurde auf der Leipziger Buchmesse 2015 mit dem Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung gewürdigt. Zwei Auszeichnungen in einem Jahr – das war auch für Peter Hinke etwas Neues. „Bis jetzt gab es auch für uns eher Preise für ‚das schöne Buch‘ oder so in der Art“, sagte er beim Kurzbesuch im „Wörtersee“ am Freitagnachmittag. Vor der Tür nimmt die Baustelle so langsam Formen an. Fußgänger und Radfahrer drängen sich auf dem schmalen Fußweg vorbei, manchmal kommen sie rein, richtig scheu die meisten.

Denn Buchhandlungen sind auch ein Unikum fast vergessener Einkaufskultur: Richtig spannend werden sie erst, wenn man den Buchhändler anspricht und zum Komplizen macht auf der Suche nach dem richtigen Buch. Leser wissen es: Man wird nicht mit allen Büchern warm, egal, was einem Bestsellerlisten oder Verlagskampagnen suggerieren. Man gewinnt Vertrauen zu bestimmten Schreibhaltungen, lernt literarische Sprachen lieben und schätzen, hat erlebt, was für ein Erlebnis es ist, auf echte literarische Perlen zu stoßen – und irgendwann möchte man nur noch eines: dieselbe Schreibqualität immer und immer wieder.

Man lässt sich gern anregen. Das stimmt. Dann stellt man sich vor die Regale und liest sich auch mal in Titel wildfremder Autoren ein. Eine Zeit lang war das der echte Vorteil der großen Sortimentsbuchhandlungen, weil sie scheinbar von fast allem was stehen hatten in ihren riesigen Regalreihen. Das hat sich im Amazon-Zeitalter sichtlich verändert. Die Regale sind immer noch voll – aber die Auswahl ähnelt sich überall. Alles ist aufs Griffige, Schnellverkäufliche getrimmt. Bücher und Autoren, die Zeit und Begegnung brauchen, haben da kaum eine Chance.

Erinnerungstafel für den Kurt-Wolff-Verlag in der Inselstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Was dann wieder die Chance der Leser ist, die eben doch mal einfach um die Ecke gehen und sich auf das Gespräch mit dem Buchhändler einlassen. Denn Buchhändler sind Lotsen. Je länger sie im Metier sind, umso mehr. Sie kennen die großen Ozeane im Allgemeinen und können zumindest helfen, den richtigen Lesestrand oder die richtige Leseinsel zu finden.

Auch mal zu klassischen Orten. Denn im Meer der Literatur geht eigentlich nichts verloren. Jedenfalls nichts, was schwimmen kann. Und auch hier ist einer wie Peter Hinke Lotse, denn er kennt auch Leipzigs Verlagsgeschichte. Dazu musste nicht erst 2000 in Leipzig die Kurt-Wolff-Stiftung gegründet werden – auch wenn ihre Gründung seinerzeit fällig war. Sie hat mit Kurt Wolff einen alten Leipziger Verlegernamen wieder ins Bewusstsein gehoben, den emsige Leser kennen, weil sie ihm bei Werfel und Kafka begegnet sind. 1912 hatte Kurt Wolff – nachdem er sich mit Ernst Rowohlt verkracht hatte – in Leipzig seinen Kurt-Wolff-Verlag gegründet, der binnen weniger Jahre praktisch alle jungen Autoren veröffentlichte, die damals (und eigentlich bis heute) die moderne deutsche Literatur präsentieren.

Und schon eine geraume Weile plante Peter Hinke auch eine Würdigung für diesen Verleger – ein Lesebuch des Kurt-Wolff-Verlages unter dem Titel „Vom Jüngsten Tag“. „Der Jüngste Tag“ hieß die Broschürenreihe, die Kurt Wolff in seiner Leipziger Zeit herausgab und die im Grunde das „Who is who“ der deutschen expressionistischen Literatur in sich vereinte. Nicht zu verwechseln mit der berühmten Gedichtanthologie „Menschheitsdämmerung“ von Kurt Pinthus, auch wenn das alles eng verflochten ist. Denn Pinthus war als Lektor genauso bei Kurt Wolff tätig wie Werfel. Und die „Menschheitsdämmerung“ veröffentlichte er dann 1920 beim Ex-Partner von Wolff, in Rowohlts neu gegründetem Verlag.

Als Peter Hinke im Herbst 2014 dann erfuhr, dass ihm der Förderpreis des Kurt-Wolff-Preises verliehen werden sollte, machte er aber flugs die Weihnachtstage zu Arbeitstagen und stellte das Lesebuch rechtzeitig fertig, dass es zur Leipziger Buchmesse erscheinen konnte.

Wir besprechen es noch an dieser Stelle – in Kürze.

Dass nun aber 108 Buchhandlungen von der Staatsministerin für Kultur und Medien endlich mal mit einer Würdigung bedacht wurden, das sieht er auch als Zeichen der Veränderung (neben dem der Anerkennung, die in diesem Fall richtig gut tut). Denn damit wird der Blick wieder auf die gar nicht unwichtige Rolle der Buchhändler gleich um die Ecke gerichtet. Und auf die spürbare Renaissance der Straßengeschäfte. Zumindest in Großstädten wie Leipzig ist es sichtbar, dass viele Bewohner solcher Straßen wie der „KarLi“ eben doch wieder genießen, in kleine Geschäfte zu gehen, das Besondere zu kaufen, wieder innehalten und sich Zeit nehmen. Etwas, was man nun wirklich nicht „Shoppen“ nennen kann. Der Gemüsehändler ist Teil dieser Szene genauso wie die kleine Boutique, der Bäcker mit seinem kleinen Straßencafé oder der Friseur, der noch seinen eigenen Namen übers Ladenfenster geschrieben hat.

Und wenn man damit erst einmal anfängt, dann blüht Peter Hinke erst richtig auf. Denn da geht es ums bewusste, umweltfreundliche Einkaufen. Und wer bei ihm seine Bücher einkauft, bekommt sie schon mal in Druckbögen eingewickelt oder ins Literaturmagazin der „Süddeutschen“.

Aber mit welchem Preis fotografiert man den emsigen Buchhändler, der schnell noch ein T-Shirt überstreift, mit dem er einen seiner Lieblingsautoren würdigt: Rainald Goetz? Vielleicht mit dem Pokal vom 2. Platz, den das Team der Connewitzer Verlagsbuchhandlung beim nato-Cup gewonnen hast? Lang ist’s her. 2013 fand der letzte nato-Cup statt, bei dem sich jahrelang ein Großteil der Leipziger Kulturszene in gemischten Teams in Fairness und Sportlichkeit maß. „Und wir waren immer dabei. Das war uns wichtig“, sagt Hinke. Der 2. Platz ist ihm fast genauso wichtig wie jetzt der Deutsche Buchhandlungspreis, auf den nun auch ein Aufkleber an der Tür hinweist.

Und weil es ja eine Verlagsbuchhandlung ist, werden auch wieder schöne Bücher vorbereitet, die möglicherweise gut unter den Weihnachtsbaum passen: Thomas Böhmes „Asservate – Alter Worte Welt“ kommt neu überarbeitet für alle Freunde der Böhmeschen Sprach-Spiel-Lust heraus. Und für Lene-Voigt-Liebhaber gibt es das von Phillip Janta gestaltete „Kleine Lene Voigt Buch“ in neuem Gewand. Für 2016 wird dann „Mein Jahr hinter den Wäldern“ von Elmar Schenkel vorbereitet. Das Stichwort heißt nicht „Walden“, sondern Rumänien.

Und einen Satz von Monika Grütters findet Hinke auch noch so schön, dass er unbedingt zitiert werden muss: „Politiker müssen die Freiheit insbesondere der kleinen Buchhandlungen sichern, denn die bieten den kleinen Verlagen ein Podium, das sie verdammt noch mal auch verdienen.“

KarLiBuchstadtVerlage
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