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Sachsens Grüne beantragen ein echtes Konzept zum Ökolandbau

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    4,04 Prozent. Das ist der fast beschämend geringe Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Sachsen. So steht es im Agrarbericht 2014 des Freistaats zu lesen. Um die von der Landesregierung dermaleinst verkündeten 10 Prozent zu erreichen, würde es bei dem Tempo noch ungefähr 150 Jahre dauern. Und der kleine Wert hat zur Folge: In Sachsen kann die Nachfrage nach Bioprodukten nicht annähernd aus eigener Produktion gedeckt werden.

    Der sächsische Biomarkt wird deshalb zu einem großen Teil aus benachbarten Bundesländern oder aus dem Ausland bedient. Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, möchte sich damit nicht abfinden: „Zur Entwicklung des Ökolandbaus muss im Freistaat noch viel mehr getan werden. Momentan vergibt sich Sachsen sowohl positive Effekte regionaler Wertschöpfung als auch die Umweltleistungen der ökologischen Landwirtschaft.“

    Die Grünen haben extra einen Antrag formuliert: „Strategie zur Ökolandbauförderung in Sachsen entwickeln“. Der soll nun am Donnerstag, 17. Dezember, als Tagesordnungspunkt 3 auf der Tagesordnung des zuständigen Landtagsausschusses besprochen werden. Ob dabei etwas herauskommt, ist völlig offen, denn das hängt – wie so oft – davon ab, ob sich die regierende CDU-Fraktion bemüßigt fühlt, das Thema aufzunehmen, oder weiter auf die alte, industrialisierte Landwirtschaft mit all ihren negativen Folgen für die Umwelt setzt – mit dem Verlust von Ackerrainen und Biotopen, der Überdüngung der Böden, der Nitratbelastung der Gewässer, dem Verlust großer Bodenmengen durch Erosion, der Gefahr der Ausrottung ganzer Tierbestände, die noch vor 20 Jahren in sächsischen Fluren zu Hause waren, wenn man nur an den Feldhasen denkt.

    „Von Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) erwarte ich mehr als Sonntagsreden zur Bedeutung des ökologischen Landbaus. Ich bin mir sicher, er kennt diese ganz genau – nun muss er Taten folgen lassen. Bisher fehlt zum Beispiel eine konkrete Umsetzungsstrategie zur Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in Sachsen. Bundesländer wie Thüringen machen es vor: Nur mit einem Ziel vor Augen lässt sich eine Branche entwickeln.“

    Und auch wenn Sachsens Landwirtschaftsminister immer gern auch ein Lob für den Ökolandbau übrig haben, zeigen die bloßen Zahlen, dass ein echtes Förderprogramm, das wirklich einmal nennenswerte Anteile an ökologischer Landwirtschaft entstehen lässt, fehlt. Die bestehenden Förderungen jedenfalls sind nicht attraktiv genug, um auch nur das selbstgesetzte Ziel von 10 Prozent Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu erreichen.

    Die von Öko-Bauern bewirtschaftete Fläche wuchs seit 2010 nur von 34.036 Hektar auf  36.663 Hektar, die Zahl der Betriebe von 444 auf 506. Nach Zahl der Betriebe hat die Ökolandwirtschaft zwar 8 Prozent Anteil. Aber die Betriebe sind dafür deutlich kleiner als die zumeist industriell wirtschaftenden Großbetriebe.

    „Wir Grünen meinen, dass es möglich ist, den Anteil des ökologischen Anbaus an der landwirtschaftlichen Fläche in Sachsen bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern“, betont Wolfram Günther. „Das passiert jedoch nicht von allein. Deshalb schlagen wir in unserem Antrag ein ganzes Bündel von konkreten Maßnahmen vor. Dazu gehören u.a. eine verstärkte Forschung, Ausbildung und Beratung für den Bereich ökologische Landwirtschaft, die Weiterentwicklung von regionalen Erzeuger- und Vertriebsstrukturen sowie eine Verbesserung der Förderbedingungen. Außerdem wäre Staatsminister Schmidt gut beraten, endlich mehr mit den Branchenvertretern zusammenzuarbeiten. Nur so können vernünftige Konzepte entstehen, nicht im ’stillen Kämmerlein‘.“

    Der Grüne-Antrag: „Strategie zur Ökolandbauförderung in Sachsen entwickeln“.

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