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Ein Fünfer-Team soll jetzt die Ideen für die wirtschaftliche Zukunft in Mitteldeutschland sammeln

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    Während gerade rund um die Lausitz noch mit verbalen Keulen darum gekämpft wird, wie lange der Kohleausstieg denn nun noch dauern darf und ob ihn irgend ein politischer Lautsprecher noch verhindern kann, hat sich die Region Mitteldeutschland längst zusammengerauft und versucht jetzt, ein paar Ideen für die Zeit nach der Kohle zu finden. Das passt ganz gut in die Metropolinitiative Mitteldeutschland.

    Auch wenn es auch hierzulande Leute gibt, die versuchen, ihre Extra-Würstchen zu braten. Wie zum Beispiel einen hübschen Kanalbau von der Elster zur Saale. Eins von mehreren vorgeschlagenen Themen zur Jahreskonferenz der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland in der Zentralwerkstatt Pfännerhall in Braunsbedra am 13. Dezember.

    Tagungsthema: „Gewässerlandschaft Mitteldeutschland“.

    Ist das wirklich die Zukunft in Mitteldeutschland?

    Garantiert nicht. Nicht mal die touristische. Wirtschaftlich schon gar nicht, egal wie oft die schönen Projekte in der saisonal bespielbaren Gewässerlandschaft angepriesen werden. Die wirtschaftliche Musik spielt woanders. Und das ist auch der Grund, warum sich einige der Akteure so sehr auf die Gewässerlandschaft versteifen: Sie fürchten, außen vor zu bleiben.

    Die wirtschaftliche Zukunft spielt in den und um die Großstädte. Denn die neuen Wirtschaftszweige sind allesamt im Bereich Dienstleistung und Kommunikationstechnologie angesiedelt. Das braucht starke Knotenpunkte.

    Die Region täte also gut daran, die Nahverkehrsstrukturen und den Breitbandausbau in der Region voranzutreiben und ein interagierendes Netzwerk der Knotenpunkte zu schaffen.

    Irgendwann werden wir das wohl an der Hauswand vom Haus der Demokratie plakatieren müssen, damit die Botschaft auch die Köpfe der Entscheider ereicht.

    Aber wohin geht denn nun die Reise?

    Das entsprechende Förderprojekt zum Strukturwandel ist ja schon gestartet.

    Die Metropolregion Mitteldeutschland hat den Auftrag für das Management des Projekts „Strukturwandel Innovationsregion Mitteldeutschland“ erhalten. Damit kann sie zusammen mit ihren Partnern nun mit der Erstellung eines Masterplans zum Strukturwandel im Mitteldeutschen Braunkohlerevier beginnen.

    Das umfasst den ganzen Raum Halle, Leipzig und die noch bestehenden und die ehemaligen Braunkohlereviere. Im Süden wird ja noch gebaggert, auch wenn alles darauf hindeutet, dass hier spätestens 2030 kein Bedarf mehr besteht. Im Norden sind längst alle Tagebaue stillgelegt.

    Mit den Mitteln aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) werden bis 2020 Maßnahmen zur Flankierung des Strukturwandels unterstützt. Für das Mitteldeutsche Braunkohlerevier wurde die praktische Umsetzung des GRW-Projekts der Metropolregion Mitteldeutschland übertragen, die diese Aufgabe in enger Abstimmung mit den neun beteiligten Gebietskörperschaften (Kreisen und Städten) wahrnimmt.

    Neben der operativen und inhaltlichen Steuerung des Projekts wird die Metropolregion auch die Bereitstellung von personellen Ressourcen und Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen.

    „Wir freuen uns sehr über diesen Zuschlag und die bevorstehende Zusammenarbeit mit allen Akteuren“, sagt Werner Bohnenschäfer, Projektleiter bei der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH. „Nachdem wir in Anlehnung an die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Region fünf Handlungsfelder definiert haben, erstellen wir für jedes Feld Aktionspläne mit entsprechenden Maßnahmen. Diese sollen dann in einem Masterplan zum Strukturwandel für die Innovationsregion Mitteldeutschland zusammengefasst werden. Dabei geht es neben der Nutzung der wirtschaftlichen Entwicklungspotenziale und der Gestaltung der künftigen Energieregion auch um Mobilität und die touristische Infrastruktur.“

    Das Modellvorhaben umfasst ein Projektvolumen von rund 8 Millionen Euro. 90 Prozent dieser Projektkosten tragen jeweils zur Hälfte der Bund und die betroffenen Länder. Bei einem Fördersatz von 90 Prozent stehen für das Mitteldeutsche Revier in diesen Zeitraum etwa 7,2 Millionen Euro für nicht-investive Maßnahmen zur Verfügung.

    Für die Umsetzung des Projekts sind seit 1. Oktober fünf neue Mitarbeiter an Bord der Metropolregion Mitteldeutschland. Johannes Gansler, Julia Mayer, Henning Mertens und Rita Schröck werden als sogenannte Handlungsfeldmanager Maßnahmen initiieren und relevante Partner in den Prozess mit einbinden.

    Dem Team obliegen zudem die Akquise von weiteren Fördermitteln und Investitionen sowie die Unterstützung eines breitangelegten Beteiligungsprozesses aller betroffenen Akteure in der Region. Kai Bieler, ebenfalls seit 1. Oktober bei der Metropolregion Mitteldeutschland tätig, übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt.

    „Mich freut, dass mit den neuen Kolleginnen und Kollegen nun richtig Schwung in das Vorhaben kommt. Damit auch die Öffentlichkeit im Bilde ist, wie sich der Strukturwandel in Mitteldeutschland gestaltet, werden wir kontinuierlich über unsere Aktivitäten informieren“, meint Werner Bohnenschäfer.

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    2 KOMMENTARE

    1. Tcha lieber Olaf, das ist so! Der Tourismus ist in Deutschland, nach der Autoindustrie, der zweit wichtigste Wirtschaftszweig. Und der ERSTE ist gerade am schwinden durch Selbstvernichtung. Alle reisen wir und geht es um den Tourismus im eigenen Land tun wir so, als sei dieser ein ausschließliches Charakteristikum einer sogenannten „Bananenrepublik“. In was für eine Infrastruktur meinst du denn? Noch mehr Straßen die die Natur platt machen, zerschneiden und zerstückeln. Und welche „Bildung“ meinst du? Solange ich mit dem gesamtdeutschen „Wahlkampf“ konfrontiert bin säuseln die Politiker ihre Hauptforderungen: Bildung und Infrastruktur. Bitte mal was Neues! Z.B. wie stellen sich all die jetzigen Eiferer um den Strukturwandel denn diesen vor? Welche Struktur meinen sie?!
      Kein Wunder, daß Ersatz-MP Kretschmer meint, daß dafür ein Vorlauf von min. 25 Jahren gebraucht wird. Da hat er Zeit und muß selbst nicht mehr drüber nachdenken. In den vergangenen 28 Jahren hat sich da ja sehr, sehr wenig in den ehemaligen Braunkohglebergbau gebieten getan. Wer von den wartenende noch nicht gestorben ist, braucht da immer noch viel Geduld. Womit wir wieder beim Tourismus wären.

    2. Es ist unglaublich, daß in einem Hochtechnologieland der Tourismus eine tragende wirtschaftliche Säule spielen soll.
      Bratwurst verkaufen und Betten machen. Sogenannten „Wasser“tourismus gibt es gleich gar nicht, was die“ Herrschaften“ auch wissen – und trotzdem das Gegenteil lügen. Die Natur zernutzen und hierfür noch hunderte Millionen € versenken. Das sind die Visionen „unserer“ Politiker. „Die Wirtschaft“ assistiert willfährig, verdient sie doch goldig auf Kosten der Steuerzahler, die den Scheiß finanzieren (statt Bildung und Infrastruktur).
      Doch vermutlich habe ich Koch und Kellner gerade verwechselt…

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