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Das Wichtigste ist erst einmal der Erhalt der Leistungsfähigkeit des Netzes in der wachsenden Stadt

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    Die Vokabeln tauchen schon auf: „wachsende Stadt“ und „steigende Fahrgastzahlen“. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben sie auch in ihre Mitteilung zu den Investitionen im Jahr 2018 einfließen lassen. Obwohl es bei den Projekten im Umfang von 30 Millionen Euro erst einmal um den Erhalt der Leistungsfähigkeit geht. Eine Leistungssteigerung steckt da noch gar nicht drin.

    Die steckt eher im Beschaffungsprogramm für die 41 neuen Straßenbahnen Solaris XL, von denen Leipzig in diesem Jahr wieder zehn Stück bekommen wird – Leistungsumfang: rund 30 Millionen Euro.

    Weitere rund 30 Millionen Euro investieren die LVB in ihre Infrastruktur.

    „Damit setzt das Unternehmen seine Investitionen in die Leistungsfähigkeit des Straßenbahnnetzes fort, um den steigenden Fahrgastzahlen Rechnung zu tragen. Die Verkehrsbetriebe nutzen die gute Fördermittelsituation und investieren auch 2018 in den grundhaften Ausbau des Netzes, ergänzt durch Maßnahmen der Instandhaltung und Prävention“, heißt es weiter.

    Das ist erst einmal Bestandssicherung.

    Aber auch die wird in diesem Jahr für einige Großbaustellen sorgen.

    1. Großbaustelle: nördliche Georg-Schwarz-Straße

    Der barrierefreie Aus- und Neubau von Haltestellen wird auch 2018 fortgesetzt. So gehen Ende Februar die Arbeiten in der Georg-Schwarz-Straße weiter, wobei die Haltestellen Pfingstweide und Philipp-Reis-Straße barrierefrei als Haltestellenkaps ausgebaut werden. Während des notwendigen Schienenersatzverkehrs finden zudem Gleisinstandhaltungsarbeiten auf den Georg-Schwarz-Brücken statt. Gebaut wird dieser Teil von April bis Dezember. 770 Meter Gleise werden dabei komplett erneuert. Sperrzeiten gibt es im Juli und November.

    2. Neubau der Plagwitzer Brücke

    Am 7. Mai beginnen die Bauarbeiten im Bereich der Plagwitzer Brücke. In der Karl-Heine-Straße werden zwischen Klingerweg und Kolbestraße die Gleisanlagen, der Bahnstrom und die Fahrleitungen neu gebaut. Voraussichtlich bis 2020 wird hier gebaut. Von Mai 2018 bis Oktober 2019 ist die Durchfahrt gesperrt und nicht nur die Linie 14 muss Umleitungen fahren.

    3. Haltestelle Stahmeln

    Auch die Haltestelle Stahmeln wird barrierefrei. In den Sommerferien bauen die Verkehrsbetriebe außerdem den gesamten eingleisigen Abschnitt auf 1,187 Kilometer Länge grundhaft aus. Das bedeutet: Sperrzeit von Ende Juni bis August.

    4. Haltestelle Baaderstraße in Gohlis

    Lang erkämpft und einmal verschoben: Für September ist nun der barrierefreie Neubau der Haltestelle Baaderstraße fest eingeplant. Bauzeit ist vom August bis zum Oktober. Im September gibt es eine zeitweilige Sperrung für die Straßenbahn.

    5. Haltestelle Arcuspark

    Auch die Haltestelle Arcuspark, inklusive der Gleise im Haltestellenbereich, wird erneuert. Die Gleise werden auf 110 Meter erneuert. Bauzeit ist von August bis September. Eine zeitweilige Sperrung für die Linie 3 inbegriffen

    6. Prager Straße

    In der Prager Straße, in den Bereichen Kregelstraße sowie Riebeckstraße, werden im März und April die Gleise erneuert. Die Grunderneuerung der Gleise läuft auf 160 Metern und diese Baustelle beginnt schon am 13. März und dauert bis Ende April. Was auch für Besucher des Technischen Rathauses wichtig ist, denn ab dem 19. März gibt es hier Sperrzeiten für die Straßenbahnen der Linien 12 und 15.

    7. Karl-Liebknecht-Straße

    Eine grundhafte Gleiserneuerung läuft im Sommer in der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Kurt-Eisner- und Richard-Lehmann-Straße. Die Bauarbeiten beginnen am 10. April, auf 600 Metern werden die Gleise komplett erneuert. Und von Juni bis Juli fahren die Straßenbahnen der Linien 10 und 11 Umleitungen.

    Die Baumaßnahmen 2018 (mit einer etwas anderen Nummerierung). Karte: LVB
    Die Baumaßnahmen 2018 (mit einer etwas anderen Nummerierung). Karte: LVB

    1. Lindenauer Markt

    Eine Instandhaltung der Gleise im Bereich Haltestelle Lindenauer Markt erfolgt im Mai – die Baumaßnahme ist koordiniert mit Gleisfestlegungsarbeiten in der Kuhturmstraße. Dabei wird es einen zweiwöchigen Schienenersatzverkehr geben. Baubeginn ist am 14. Mai. 320 Meter Gleise werden erneuert.

    1. Großzschocher

    Mit Beginn der Sommerferien bis Ende November wird in der Hutten- und Pfeilstraße im Bereich zwischen Breitschuhstraße und Gerhard-Ellrodt-Straße ein grundhafter Ausbau der Gleise durchgeführt und die Haltestelle Großzschocher, Gerhard-Ellrodt-Straße barrierefrei ausgebaut. Von September bis November ist ein zehnwöchiger Schienenersatzverkehr für die Linie 3 notwendig. Gebaut wird von Juni bis November. 780 Meter Gleise werden erneuert und vom 1. September bis November ist die Strecke für die Straßenbahn gesperrt.

    1. Innenstadt-Ring

    Auch entlang des Innenstadtringes sind eine Reihe von Arbeiten erforderlich. Wer hier mit der Bahn fährt, merkt, wie abgefahren viele Gleise schon sind. So gibt es im Frühjahr auf dem Martin-Luther-Ring Gleisinstandhaltungen im Bereich Karl-Tauchnitz-Straße bis Dittrichring (31. Mai bis 30. Juni, auf 580 Metern werden hier die Gleise der Linie 9 erneuert – die logischerweise Umleitung fahren muss) sowie auf dem Tröndlinring an der Gleiskurve zur Pfaffendorfer Straße (hier werden vom 23. April bis 13. Mai 40 Meter abgefahrene Gleise erneuert, die Linie 12 ist betroffen). Und am Hauptbahnhof werden im August in der Kurt-Schumacher-Straße Weichen und Gleise instand gesetzt sowie der Gleisabzweig zwischen Georgiring und Willy-Brandt-Platz. Hier gibt es jeweils mehrwöchige Umleitungen der betroffenen Straßenbahnlinien. Die Arbeiten in der Kurt-Schumacher-Straße dauern vom 16. Juli bis 20. August und 195 Meter Gleis werden erneuert, an der Haltestelle Hauptbahnhof wird im Oktober gearbeitet und 110 Meter Gleis werden erneuert.

    1. „Kleinkram“

    An der Kreuzung Zschochersche Straße/Karl-Heine-Straße wird schon seit dieser Woche gearbeitet – hier werden die Gleise auf 100 Metern erneuert. In der Riesaer Straße werden ab November 300 Meter Gleis erneuert.

    Man sieht: Das ist alles Netzerhalt. Das zielt noch nicht wirklich auf eine Leistungssteigerung im Straßenbahnsystem. 2017 haben die LVB immerhin schon mal 155 Millionen Fahrgäste transportiert. Die Angaben, was das aktuelle Straßenbahnnetz leisten kann, schwanken je nach Schätzung zwischen 170 bis 190 Millionen Fahrgästen. Aber die Probleme gibt es schon jetzt im Berufsverkehr –  teilweise bedingt durch die viel zu kleinen alten Fahrzeuge, die da selbst auf Hauptlinien eingesetzt werden. Deswegen haben die LVV ja schon einmal als Option geäußert, nach Beschaffung der 41 Solaris XL ab 2020 dann 20 weitere Fahrzeuge dieses Typs kaufen zu wollen. Beschlossen ist das noch nicht. Aber die Wagenkapazitäten spielen für die Leistungssteigerung eine erhebliche Rolle.

    Völlig offen ist die Steigerung der Durchlassfähigkeit am Innenstadtring.

    Insgesamt werden rund 20 Millionen Euro für die aufgezählten 16 Baustellen aufgewandt. Und ein Löwenanteil davon ist – wie man sieht – reine Instandhaltung.

    Investitionen in die Stromversorgung

    Fast ein Drittel der Gesamtinvestitionssumme fließt in 2018 in die Modernisierung der Bahnstromversorgung. Bereits seit 2007 erneuern die Verkehrsbetriebe ihre Infrastruktur, mit dem Ziel, im Jahr 2022 die Fahrleitungsspannung von derzeit 600 Volt auf 750 Volt zu erhöhen. Fahrgastwirksam wird damit die Verbesserung der Beschleunigung der Fahrzeuge, die Leitungsverluste werden minimiert und damit der Gesamtbedarf an Strom um etwa 3 Prozent reduziert.

    Um die Versorgungssicherheit der Straßenbahnen auf dem hohen Niveau weiter abzusichern, werden jedes Jahr zwischen zwei und sechs Unterwerke modernisiert. Im Rahmen des Programms werden 37 Unterwerke modernisiert. 2018 wird das zentrale Gleichrichterunterwerk Nord sowie die sogenannte Infrastrukturleistelle modernisiert. In der Infrastrukturleistelle laufen alle Informationen zur gesamten Infrastruktur der Verkehrsbetriebe zusammen und werden dort bearbeitet. Weitere Modernisierungen sind in der Wittenberger Straße, in Connewitz und Böhlitz-Ehrenberg geplant. Die Einzelvorhaben werden durch den Freistaat und durch den Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) gefördert.

     

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