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Ab Dezember gehört auch der Raum Dessau zum Verbundgebiet des MDV

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    Nahverkehr ist ein zähes Ringen. Denn die Kommunen sind Aufgabenträger. Jede versucht irgendwie, mit den eigenen Mitteln einen Nahverkehr auf die Beine zu stellen. Bevor daraus ein großes Verbundsystem wird, in dem die Nutzer von Bussen und Bahnen nicht mehr merken, dass es ein Flickenteppich ist, vergehen Jahrzehnte. Jetzt geht der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) den nächsten Schritt: Er wächst um zwei Landkreise und eine Stadt in Sachsen-Anhalt. Aber erst im Dezember.

    Ab dem 15. Dezember dieses Jahres gilt in den S-Bahnen und Regionalzügen nach Dessau-Roßlau und in die Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV). Mit der dritten Erweiterung des Verbundgebietes seit der Gründung des MDV im Jahr 2001 profitieren künftig insgesamt über 2,1 Millionen Einwohner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von den integrierten Nahverkehrsangeboten im Verbund.

    Durch die Teilintegration des Schienenpersonennahverkehrs in den MDV wächst die Region im Osten Sachsen-Anhalts stärker an den Großraum Leipzig/Halle heran. So wird es beispielsweise möglich sein, von Bitterfeld mit der S-Bahn nach Halle (Saale) oder Leipzig zu fahren und dort mit dem gleichen Ticket auch Bus und Straßenbahn in den Großstädten zu nutzen. Bisher mussten für diese Strecke zwei Tickets erworben werden.

    Seit mehreren Jahren arbeiten MDV, NASA und ZVNL gemeinsam mit vielen weiteren Partnern an der Verbunderweiterung für diese Region Sachsen-Anhalts.

    „Daher freuen wir uns ganz besonders, ab 15. Dezember 2019 in einem ersten Schritt den dortigen Schienenverkehr in die Verbundstrukturen des MDV zu überführen“, erklärte Rüdiger Malter, Geschäftsführer der NASA GmbH, am Mittwoch beim Vorort-Termin in Dessau. Die NASA zeichnet als hundertprozentige Gesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt für die Umsetzung dieses Projektes verantwortlich. „Mittelfristiges Ziel ist die Integration aller Verkehre der Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg sowie der Kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau in den MDV-Tarif, um eine attraktive Mobilität in der Region zu bieten.“

    „Ein gut ausgebauter Nahverkehr ist ein wichtiger Standortvorteil für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität für die Menschen. Die Integration von Teilen des östlichen sachsen-anhaltischen Schienennahverkehrs in den MDV wird langfristig die Nachfrage auf den Zugstrecken von und nach Leipzig erhöhen. Deshalb werden wir im Fahrplan 2020 mit Mehrbestellungen auf der Linie RE 13 zwischen Leipzig und Dessau reagieren, um mehr Sachsen-Anhalter auf die Schiene nach Sachsen zu locken“, betonte bei der Gelegenheit Bernd Irrgang, stellvertretender ZVNL-Geschäftsführer.

    Die Teilintegration bedeutet eine tarifliche Änderung im Zugverkehr, betont der MDV. Das Verkehrsangebot, welches bereits in den letzten Jahren deutlich erweitert wurde, bleibt unverändert. Ebenfalls davon unberührt bleiben die Tarife für Bus- und Straßenbahnfahrten in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie in der Stadt Dessau-Roßlau.

    Das neue Verbundgebiet des MDV ab Dezember. Karte: MDV
    Das neue Verbundgebiet des MDV ab Dezember. Karte: MDV

    „Ich freue mich, dass mit der Integration des Regional- und S-Bahn-Verkehrs in Sachsen-Anhalt noch mehr Menschen Zugang zu den Vorteilen des Verbundgebiets erhalten und damit ein weiteres Stück Mobilität fernab des Autos gewinnen“, erklärt MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann. „Damit das gut gelingt, arbeiten wir eng mit der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA), dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) sowie den Bahnunternehmen DB Regio und Abellio auf die Verbunderweiterung im Dezember hin.“

    Im Februar 2018 verkündete der MDV gemeinsam mit dem sachsen-anhaltischen Verkehrsminister Thomas Webel sowie der NASA die bevorstehende Verbunderweiterung im Zugverkehr im östlichen Teil des Landes. Zuvor hatte die Gesellschafterversammlung des MDV diesen ersten Teilschritt der erneuten Verbunderweiterung beschlossen. Damit folgt die Verbundgesellschaft der Strategie des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt (MLV), landesweit Verbundstrukturen einzuführen. Das mittelfristige Ziel ist eine komplette Integration des gesamten Nahverkehrsangebotes im MDV Nord in den Verbundtarif.

    Und eigentlich ist das ein Zukunftsprojekt. Denn künftig werden sich die Verkehre noch stärker um das mitteldeutsche Zentrum Leipzig/Halle konzentrieren. Und das S-Bahn-Netz wird das Rückgrat dieses Verkehrsknotens sein.

    „Die Verbunderweiterung trägt auch zu einer ökologischen Verkehrsabwicklung und nachhaltigen Umweltpolitik im Großraum Halle/Leipzig und den umliegenden Landkreisen bei. Insbesondere durch die Vermeidung von Verkehrskollapsen in den wachsenden Oberzentren und einer verstärkten Schadstoffentlastung. Das ist ein Zugewinn für alle Beteiligten“, erklärt Steffen Lehmann.

    Was auch Henriette Hahn, Leiterin Marktgebiet bei DB Regio Südost, so sieht: „Die S-Bahn Mitteldeutschland erfreut sich wachsender Beliebtheit. Mit dem einheitlichen Verbundtarif wird das Preissystem einfacher und übersichtlicher. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine komfortable Mobilität ohne Auto.“

    Ab Dezember 2019 wächst der MDV um drei Landkreise in Sachsen-Anhalt

     

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      3 KOMMENTARE

      1. Das ist wohl richtig, erübrigt aber nicht meine Frage.

        Ich formulierte evtl. etwas unkonkret:
        Ein sinnvolles Zusammenwachsen ist sogar über Ländergrenzen möglich, aber in Sachsen herrscht ein Flickenteppich.

        Herr Dulig wollte eine Harmonisierung in Sachsen, wird da noch etwas getan oder war das nur ein Medien-Gag?

      2. @Christian
        Der MDV heißt Mitteldeutscher Verkehrsverbund, weil er von Anfang an den Großraum Halle-Leipzig als Gebiet hatte. D.h. Vom ersten Tage an waren Teile von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen im Verbundgebiet.

      3. Prinzipiell begrüße ich die Erweiterung!
        Mögen sich daraus viele Vorteile für alle Nutzer ergeben.

        Verwirrend finde ich, dass sich der MDV über Landesgrenzen hinweg vergrößert, in Sachsen selber aber noch viele Verkehrsverbünde existieren.

        Wäre es nicht mehr als überfällig, die Verbünde landesweit zu vereinigen?
        Was ist aus dem einstigen Vorstoß von Herrn Dulig geworden?

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