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Erster Schritt zu einer neuen Straßenbahntrasse: Studie soll mögliche Straßenbahntangente Südsehne untersuchen

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    Am 16. September wurde zwar die Beschlussfassung im Stadtrat aus Zeitgründen vertagt. Aber das Planungsdezernat macht jetzt tatsächlich ernst mit seinen Vorschlägen zu den Erweiterungen im Netz der Leipziger Straßenbahn. Eine der priorisierten Netzerweiterungen ist ja die sogenannte Südsehne. Und zu der ist jetzt eine Machbarkeitsstudie beauftragt.

    Anhand einer Machbarkeitsstudie wird jetzt die Schaffung einer durchgängigen Straßenbahntrasse untersucht, die die westlichen Stadtteile über die südlichen mit den östlichen verbinden könnte. Dabei sollen bestehende Strecken des Leipziger Straßenbahnnetzes eingebunden werden, meldete das Verkehrs- und Tiefbauamt am Montag, 21. September.

    Diese „Straßenbahntangente Südsehne“ gehört zu den Projekten, die der Freistaat Sachsen der Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ prioritär empfohlen hatte. Damit sollte die Region Leipzig nach dem Auslaufen der Braunkohleförderung gestärkt werden.

    Mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie wurde die Schüßler-Plan Ingenieurbaugesellschaft mbH beauftragt, so das zuständige Amt. Entwicklungspartner sind neben dem Verkehrs- und Tiefbauamt auch die Leipziger Verkehrsbetriebe. Ende September soll es ein Auftakttreffen der Projektpartner geben.

    Amtsleiter Michael Jana erklärt zu diesem Schritt: „Ich freue mich sehr, dass uns der Freistaat bei diesem für die städtische Verkehrsinfrastruktur so zukunftsweisenden Projekt unterstützt. Nur mit einem in allen Ortsteilen Leipzigs leistungsfähigen ÖPNV kann die Verkehrswende nachhaltig gestaltet werden.“

    Die Pläne zur „Straßenbahntangente Südsehne“ sind Teil des Leipziger Nahverkehrsplanes und des erst im Juli vom Stadtrat beschlossenen Rahmenplans zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030. Hintergrund ist das enorme Bevölkerungswachstum Leipzigs, das neben der Ansiedlung neuer und der Erweiterung vorhandener Unternehmen zu steigenden Anforderungen an die städtische Infrastruktur führt. Mit der Mobilitätsstrategie 2030 sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, künftigen Mobilitätsanforderungen zu entsprechen.

    Die neue Straßenbahntrasse würde durch den Schleußiger Weg führen. Foto: Marko Hofmann
    Die neue Straßenbahntrasse würde durch den Schleußiger Weg führen. Foto: Marko Hofmann

    Die Ergebnisse der Studie sollen Ende des kommenden Jahres vorliegen und in die weitere Planung für das Infrastrukturvorhaben einfließen.

    Dabei soll die „Südsehne“ nicht nur eine Straßenbahnverbindung über Antonienstraße, Schleußiger Weg und Kurt-Eisner-Straße bis zur Prager Straße schaffen. Mit ihr verknüpfen sich auch noch weitere Netzteile, die ergänzend gebaut werden müssen. Dazu gehört das „Brünner T“: eine Neubaustrecke von der Lützner Straße (bzw. Ratzelstraße) über die Brünner Straße (optional Grünauer Allee) und Antonienstraße bis zur Diezmannstraße.

    Außerdem soll die Straßenbahntrasse aus der Philipp-Rosenthal-Straße in die Straße des 18. Oktober im Abschnitt zwischen Bayerischer Bahnhof und Semmelweisstraße umverlegt werden.

    Etwas weiter davon entfernt soll die Strecke in der Hermann-Liebmann-Straße zwischen Eisenbahnstraße und Wurzner Straße neu gebaut werden. Das Planungsdezernat begründet diesen Neubau so: „Dieser Abschnitt gilt als begleitende Einbindungstrasse für die ,Südsehne‘, da die Verbindung zwischen der Riebeckstraße/Breite Straße und der Hermann-Liebmann-Straße eine Fortsetzung der ,Südsehne‘ im Osten und damit eine verbesserte Netzverknüpfung sicherstellt.“

    Was trotzdem noch jede Menge Geduld für Leipzigs ÖPNV-Nutzer bedeutet. Denn: „Für die Maßnahmen ,Südsehne mit begleitenden Einbindungstrassen‘ und ,Anbindung S-Bahnhof Wahren über Linkelstraße‘ sind aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität zunächst umfassende Voruntersuchungen nötig, weshalb eingeschätzt wird, dass frühestens ab 2030 mit dem Bau begonnen werden kann.“ Die Planungen könnten schon 2023 beginnen, erläuterte die Stadt in ihrer Vorlage zur Priorisierung des Netzausbaus.

    Und dann braucht es noch feste Zusagen der Fördergeldgeber, damit auch gebaut werden kann.

    Planungsdezernat priorisiert die ersten drei Streckenerweiterungen im Straßenenbahnnetz der LVB

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    3 KOMMENTARE

    1. @christof
      Zentrales Element bei Alternativen ist die Gleichwertigkeit.
      O-Busse vereinen den Nachteil des Busses (geringe Kapazität) mit dem Nachteil der Straßenbahn (Streckenbindung). O-Busse sind daher ein teurer Spaß, aber keine Alternative.
      Da die Flächen bereits heute definiert sind (niemand wird Häuser abreißen oder den Auwald dezimieren), ist die Straßenbahn auch das perfekte Instrument um den Straßenraum für eine Verkehrswende zu nutzen. Kommt ein separater Gleiskörper (sehr wahrscheinlich) verbleibt nur noch Platz für eine Fahrspur/Richtung.

    2. Ich kann nicht verstehen, warum in Leipzig immer nur in Straßenbahnlinien gedacht wird. Es gibt auch noch andere ÖPNV-Technik wie zum Beispiel die Wiedereinrichtung einer O-Buslinie. Diese gab es in Leipzig noch bis in die 60ziger Jahre. uA. auch schon im Bereich des jetzigen Schleußiger Weges. Das wäre relativ schnell umsetzbar und es brauchten keine neue Schienen verlegt werden, nur die Oberleitungen. Weitaus preiswerter und platzsparender. Wer denkt aber über Alternativen nach?

    3. Endlich geht es weiter…

      Ich glaube, man wird das Leipziger SPNV-Netz nur weiterentwickeln können, in dem man periphere Verbindungen zur City aufbaut.
      (Dann wären z.B. auch Schleifenverbindungen durch verschiedene Stadtbezirke möglich, die immer wieder an einem Punkt der Schleife über den Ring fahren.)
      Der Ring ist einfach das Nadelöhr, welches auch mit einer Sanierung nur bedingt geweitet werden kann.
      Jeder, der bspw. von Reudnitz Richtung Grünau will, muss – außer mit dem Bus, wenn möglich – über die City fahren.
      Diese zentrale Sternstruktur wird nur begrenzt aufzubohren sein.

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