Es war die Jubiläumssitzung, die 100. Sitzung der Verbandsversammlung des ZVNL, die am Montag, 30. März über etwas beriet, was alle Nutzer des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes interessiert: die Nachbestellung von Verkehrsleistungen im S-Bahn-Netz in den Jahren 2027 bis 2030. Dieser Tagesordnungspunkt basierte auf dem Prüfauftrag aus der 98. Sitzung der Verbandsversammlung vom 23. Juni 2025.
Damals wurde der ZVNL beauftragt, technologisch und finanziell realisierbare zusätzlichen Verkehrsbestellungen auf mehreren S-Bahn-Linien gegenüber dem ursprünglich geplanten neuen MDSB2025plus-Netz zu untersuchen.
Die Verbandsmitglieder des Zweckverbands für den Nahverkehr Leipzig (ZVNL) hatten zum Beispiel die Prüfung der Linienführung der S-Bahn S4 beauftragt – insbesondere die Verkehrsleistungen für den Streckenabschnitt Torgau – Beilrode – Falkenberg sowie zusätzliche Fahrtenpaare ab Wurzen bis Oschatz oder zwischen Taucha und Torgau.
Ferner waren mögliche zusätzliche Fahrtenpaare auf den Verbindungen S3 Halle – Borna und S1 Leipzig Miltitzer Allee – Leipzig-Stötteritz Gegenstand der Prüfung.
Im Ergebnis hat die Verbandsversammlung am Montag den Beschlussvorschlägen einstimmig zugestimmt. Das bedeutet insbesondere für die Linie S4, dass eine Bestellung von zusätzlichen Verkehrsleistungen für den Streckenabschnitt Torgau – Falkenberg ab Fahrplanjahr 2027 bis 2030 ermöglicht wird.
Unter diesen aktuellen Voraussetzungen kann das derzeitige Fahrplanangebot der S4 bis Falkenberg über Dezember 2026 hinaus bis Dezember 2030 aufrechterhalten werden und damit einhergehend 6 Fahrtenpaare der S-Bahn Montag bis Freitag und 3 Fahrtenpaare am Wochenende zusätzlich zum RE 50 Saxonia angeboten werden.
Weitere Bestellungen ab Dezember 2026 bis Dezember 2030 umfassen:
• Zwei zusätzliche Fahrtenpaare S3 Halle – Schkeuditz – CTL – Borna
• Vier zusätzliche Fahrtenpaare S1 Leipzig Militzer Allee – CTL – Leipzig Stötteritz
• Eine zusätzliche Fahrt S4 auf dem Laufweg Torgau – CTL – Wurzen
• Eine zusätzliche Fahrt S5 auf dem Abschnitt Leipzig Connewitz – CTL – Halle
• Zwei zusätzliche Fahrtenpaare S4 über Taucha hinaus nach Torgau verlängert
Unabhängig vom Prüfauftrag werde planmäßig im MDSB II-Netz die Verlängerung der Linie S2 über Leipzig-Connewitz hinaus bis nach Markkleeberg-Gaschwitz ab Dezember 2026 umgesetzt, so der LZVNL.
Dass diese zusätzlichen Leistungen nun doch finanziert werden können, ist auf zahlreiche Zugausfälle in Folge umfangreicher Baumaßnahmen der DB InfraGO AG zurückzuführen, da infolgedessen nicht alle geplanten finanziellen Mittel eingesetzt wurden, teilt der ZVNL mit. Diese Mittel werden nunmehr entsprechend ihrer Zweckbindung für den Schienenpersonennahverkehr im Rahmen dieser Nachbestellungen verwendet.
Was dann nach 2030 passiert, weiß man auch im ZVNL noch nicht.
Denn die Höhe des Anteils der Bundesfinanzierung für den Schienenpersonennahverkehrs wird ab dem Jahr 2031 neu festgesetzt, sodass erst ab diesem Zeitpunkt auf Basis von derzeit noch unbekannten Summen entsprechend neu entschieden werden kann.
Weiterhin wurde in der Sitzung am Montag das Aktionsprogramm des ZVNL beschlossen, sodass weitere insbesondere infrastrukturelle Verbesserungen auch für die Herstellung der Barrierefreiheit und Bike-and-Ride-Anlagen im ÖPNV umgesetzt werden können.
In weiteren Beschlüssen wurde der erhöhten Nachfrage in Folge des Deutschlandtickets Rechnung getragen und die Umsetzung und Finanzierung von Kapazitätsverstärkungen besonders stark betroffener Zugfahrten für die Folgejahre bestätigt.
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