Das Thema VPN ist in aller Munde, insbesondere wenn es um die eigene Sicherheit im Internet geht. Die Funktionalität ist denkbar einfach. Der Client wird auf dem jeweiligen Gerät installiert und stellt eine Verbindung zum gewählten VPN-Server her. Nun gibt es einen verschlüsselten Tunnel, der die persönlichen Daten (Browser, IP-Adresse, Herkunft) schützt. Damit wird die eigene Online-Identität verborgen, was ein großer Vorteil ist. Hat ein VPN womöglich irgendwelche Nachteile? Irgendwie hat doch alles immer seinen Preis, nicht wahr und daher kommt hier die Aufklärung dazu!

Vorteil 1: Keine digitalen Spuren beim Surfen

Im Internet ist Anonymität ein wichtiges Thema. Mit einem VPN lassen sich digitale Fußspuren verwischen. Die eigene IP-Adresse wird verborgen und Hacker haben nur mit einem gigantischen Aufwand eine Chance, unseren Spuren zu folgen. Diese maximale Sicherheit beinhaltet ganz nebenbei auch den Schutz vor Verfolgung durch staatliche Behörden. Der Datenverkehr kann nicht ausspioniert werden, da er über das VPN verschlüsselt und umgeleitet wird.

Es muss nicht einmal in Richtung Hacker gedacht werden, schon Werbetreibende sind ein großer Störfaktor im Netz. Daten werden weiterverkauft und sämtliche Online-Bewegungen lassen sich nachvollziehen. Schon blinkt auf jeder Website die Werbung des Online-Shops, in dem der Nutzer zuletzt aktiv war. Nervig und beängstigend, denn der gläserne Bürger ist ein Albtraumszenario!

Vorteil 2: Gesperrte Inhalte lassen sich umgehen

Die Ländersperre kann ein echt nerviges Problem werden, wenn Inhalte in anderen Ländern angeschaut werden sollen. Schon der Live-Stream zum Fußball wird zur Herausforderung und meist ist die geografische Sperre das Hauptproblem. Mit einem VPN kann genau diese Sperre umgangen werden. Das Netzwerk hilft dabei, die Online-Freiheit wiederherzustellen und auch auf gesperrte Seiten zuzugreifen.

Das funktioniert, in dem die IP-Adresse geändert wird. Der jeweiligen Website oder dem Stream-Anbieter wird suggeriert, dass sich der Nutzer eigentlich im eigenen Land befindet. So können User aus Deutschland problemlos auf Inhalte aus den USA zugreifen. Das VPN braucht als Voraussetzung Server in den entsprechenden Ländern! Wenn gestreamt werden soll, ist es außerdem wichtig, dass die Geschwindigkeit des Netzwerks stimmt.

Sicherheit spielt auch am Handy eine wichtige Rolle. Foto: BiljaST CCO Public Domain via Pixabay

Nachteil 1: Geringere Geschwindigkeit durch das VPN

Da das VPN alle Online-Aktivitäten verschlüsselt, leidet die Performance darunter. Websites laden nur sehr langsam und der Stream stockt immer wieder. Hier kann ein VPN mit maximaler Geschwindigkeit Abhilfe schaffen. Wichtig ist, dass auch die persönliche Sicherheit nicht darunter leidet.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Anti-VPN Software immer besser ausgebaut wird. So sind beispielsweise Anbieter wie Netflix ganz vorn dabei, wenn es um die VPN-Sperre geht. Im schlimmsten Fall funktioniert die Umgehung der Ländersperre morgen nicht mehr, obwohl gestern noch alles okay war. Es gibt VPNs, die sich der Herausforderung stellen und trotzdem immer ein Schlupfloch finden.

Nachteil 2: Plötzliche Verbindungsabbrüche sind möglich

Je mehr Krisen, desto höher die Nachfrage nach VPNs. Es muss dabei immer bedacht werden, dass die Verbindung plötzlich ausfallen kann. Selbst ein gutes VPN kann vorübergehend Probleme machen und die echte IP enthüllen. Das Risiko lässt sich nicht vollkommen umgehen, kann mit einem guten Anbieter aber maximal minimiert werden. Durch einen Notausschalter wird die Verbindung zum Netz direkt getrennt, wenn ein Server des Netzwerks ausfällt. So wird Sicherheit gewährt.

Nicht jedes VPN bietet diesen „Panikknopf“ an. Wer Wert darauf legt, muss bei der Auswahl darauf achten. Funktionsprobleme kann es auch geben, wenn das VPN nicht optimal konfiguriert wurde. In diesem Fall kann es zu DNS- und IP-Lecks kommen. Online-Bedrohungen sind dann wieder vorhanden und werden oft gar nicht wahrgenommen.

VPN sinnvoll oder nicht? Wer darauf setzen muss

Der Mensch erledigt immer mehr Aufgaben im Internet. Überweisungen werden durchgeführt, E-Mails geschrieben und immer wieder wird mit Kreditkarte bezahlt. Für Hacker ein Freudenfest, denn sie versuchen immer wieder, Daten unbescholtener Bürger abzugreifen.

Es sind längst nicht nur Firmen, die im Fokus von Hackern stehen. Immer häufiger werden auch Privatpersonen Opfer von Cyber-Kriminalität. Ein gut funktionierendes VPN kann die Gefahren deutlich reduzieren. Sämtliche Daten werden so verschlüsselt, dass sie von außen nicht eingesehen werden können. Wer also häufig im Netz mit privaten Daten jongliert, profitiert von einem guten VPN.

Auch im Homeoffice spielt die richtige Verschlüsselung eine entscheidende Rolle. Bekommen Hacker Zugriff auf die Arbeitsdateien, sind nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Unternehmen betroffen. Das VPN nutzt auch dann, wenn die Arbeit von unterwegs ausgeführt wird. Beim Abrufen der Dienst-E-Mails über das Handy im öffentlichen Netzwerk ist das VPN in einigen Unternehmen sogar verpflichtend!

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