Am 30. Juni wollen die Stadtwerke Leipzig ihr Energie- und Umweltzentrum in der Katharinenstraße 17 eröffnen. Gleichzeitig schließt das Energieberatungszentrum in der Pfaffendorfer Straße. Mit dem Ortswechsel rücke das städtische Energieversorgungsunternehmen in das Zentrum Leipzigs - nämlich zwischen "Höfen am Brühl" und Marktplatz, gegenüber dem Bildermuseum - und damit näher an seine Kunden heran, freut sich das Energieunternehmen.

Künftig wollen die Stadtwerke Leipzig ihr Angebot noch stärker auf die Anforderungen ihrer Kunden ausrichten. Aus dem Kundencenter wird ein Umweltzentrum. Die Berater informieren dann umfassend und anschaulich über die verschiedenen Themen rund um die Energie – denn im Energie- und Umweltzentrum ist der Name Programm. Kunden erfahren, wie man Energie sparen und langfristig die Umwelt und auch den Geldbeutel schonen kann. Die aus dem Energieberatungszentrum bekannten Beratungsleistungen zu Verträgen, Produkten oder Preisen werden ebenso im neuen Energie- und Umweltzentrum angeboten. Die neuen Räumlichkeiten sollen auch für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden.

Gemeinsam mit den Schwesterunternehmen Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB) und Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) wollen die Stadtwerke Leipzig eine umfassende Beratungskompetenz an einem Ort bündeln. Neben dem Beratungsangebot der Stadtwerke Leipzig wird ein Berater der KWL über den Leistungsumfang des Unternehmens rund um die Themen Trinkwasser und Abwasser informieren. Außerdem steht mit einem Automaten der LVB Kunden die Möglichkeit zum Erwerb von Fahrkarten zur Verfügung.

Kunden der Stadtwerke Leipzig können auch künftig das Service-Center in der Markgrafenstraße/Ecke Petersstraße nutzen. Zusammen mit dem Energie- und Umweltzentrum stehen ihnen damit zwei Anlaufstellen zur Beratung im Zentrum Leipzigs zur Verfügung.In Kretschmanns Hof, der Katharinenstraße 17, ist seit dem Frühjahr auch die Verbraucherzentrale Sachsen zu finden. Und im Innenhof findet man das Kabarett Leipziger Pfeffermühle.

Für Leipzigs Klimapolitik könnte das neue Beratungszentrum eine wichtige Rolle spielen. Immerhin will die Stadt ganz offiziell den mit knapp 5,7 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr berechneten Emissionswert schrittweise auf 2,5 Tonnen senken. Das geht nur, wenn auch in den privaten Haushalten, die rund 2 Tonnen pro Kopf und Jahr zu diesem Wert beitragen, alle Einsparpotenziale erschlossen werden. Für viele Leipziger wird das sogar bitter nötig, denn ihnen wachsen schon jetzt die Heizkosten über den Kopf. Die Nebenkosten betragen in Leipzig mittlerweile mehr als 2 Euro pro Quadratmeter. Und alle ernsthaften Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren ein weiteres Ansteigen der Energiekosten – vor allem getrieben von steigenden Erdöl- und Erdgaspreisen.

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Einige wenig schamhafte Lobbyisten machen gern den Umbau der deutschen Energiewirtschaft und die damit entstehenden Kosten allein für den Preisanstieg verantwortlich – und klammern dabei aus, dass der Zickzack-Kurs der Bundesregierung und einiger Landesregierungen verhindert, dass der Ausbau tatsächlich in der nötigen Geschwindigkeit vorankommt und nicht nur die Atomkraftwerke vom Netz genommen werden können, sondern auch die hoch subventionierten Kohlekraftwerke. So sinken die Aufwendungen für die alte, konventionelle Energiewirtschaft nicht in dem Maß, in dem sie es längst sollten.

Die Zukunft aber, das betonte auch Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal jüngst erst wieder, liegt in der dezentralen Energieversorgung und einer hochgradigen Autonomie der Stadt in ihrer Stromversorgung. Dazu wären die Stadtwerke Leipzig der wichtigste Baustein.

Völlig ungeklärt ist bis heute auch die Kostenverteilung bei der energetischen Sanierung der Gebäudesubstanz. Die Umlage der Kosten auf die Mieter kann nicht die Lösung sein. Die landen dann wieder vermehrt in der Krisenberatung der Stadtwerke.

www.swl.de

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