Branche ohne Lobby: Soloselbstständige aus Kunst und Kultur befinden sich finanziell im freien Fall

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelEigentlich ist Daniel Barke Künstler. Er singt, schreibt, probt, komponiert, spielt, unterhält Menschen. Vor einigen Wochen aber hat er unfreiwillig die Branche gewechselt und ist nun als Vollzeit-Bürokraft tätig. Sein Arbeitgeber: die Coronakrise. Sein Gehalt: nicht vorhanden. „Ehrlich gesagt, habe ich vor zwei Wochen den Überblick verloren, welche Corona-Soforthilfe ich wo beantragen kann“, sagt der gebürtige Leipziger Ende Mai im Telefoninterview.

Wie ihm geht es vielen Soloselbstständigen der freien Kulturszene, denen die Krise die berufliche Grundlage unter den Füßen weggezogen hat: verschobene Konzerte, abgesagte Filmdrehs, weggebrochene Aufträge. Möchte man sich ein Bild der aktuellen finanziellen Situation freischaffender Künstler/-innen machen, so muss man differenzieren. Kinderbücher beispielsweise kann man gut im Homeoffice illustrieren, während Theaterspielen vor Publikum eher schlecht von zu Hause aus funktioniert.

Daniel Barke ist Musiker und einer von jenen, die es am härtesten getroffen hat. Mit seiner Vokalband Voxid tourt er normalerweise durch Europa, doch fast alle für 2020 geplanten Konzerte mussten wegen Corona verschoben oder abgesagt werden. Als selbstständiger Künstler schließt Barke je nach Auftragslage jährlich zwischen 30 und 100 Verträge ab – für jeden Auftritt einen extra Vertrag. In kürzester Zeit musste er nun all diese Verträge annullieren, „quasi ein Monat unbezahlte Büroarbeit“, wie er sagt.

„Die Grundkrux liegt für viele in der Musikbranche darin, dass die Konzerte zwar faktisch oft nicht abgesagt, sondern auf 2021 verlegt werden, doch da sie nächstes Jahr sowieso in derselben Spielstätte aufgetreten wären, heißt ‚verlegt‘ letztendlich oft ‚ausgefallen‘.“ 2020 wird somit bei vielen Musiker/-innen ein klaffendes Loch im Geldbeutel hinterlassen, das nicht so schnell gestopft werden kann.

Soloselbstständige fallen oft durchs Hilfspaket-Raster

Ein Konglomerat aus verschiedensten Corona-Hilfsprogrammen – oft lokal beschränkt und nur auf bestimmte Berufsgruppen ausgerichtet – soll Soloselbstständige aus der Kreativbranche nun finanziell über Wasser halten. Beispielsweise zahlt die Stadt Leipzig Soloselbstständigen eine Soforthilfe; die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL bieten registrierten Künstler/-innen vorzeitige Ausschüttungen und Corona-Nothilfen an. All diese Optionen entstanden erst, als deutlich wurde, dass reihenweise Freischaffende bei der Corona-Soforthilfe des Bundeswirtschaftsministeriums durchs Raster fallen.

Die Richtlinien des Ende März auf den Weg gebrachten Zuschusses besagen, dass damit nur laufende Betriebskosten gedeckt werden dürfen, etwa die Miete für den Proberaum. Für Lebenserhaltungskosten wie die Miete für die Privatwohnung oder gar für einen Ausgleich wegfallender Honorare ist der Zuschuss nicht vorgesehen. Viele Soloselbstständige in Kunst und Kultur aber haben nur wenige bis gar keine Betriebskosten und somit keinen Anspruch auf das Geld. Und selbst wer die Zahlung erhält, beispielsweise aufgrund eines gemieteten Ateliers, bleibt auf dem Minus durch wegfallende Honorare sitzen.

„Die Fördersituation von Staatsseite bezüglich Corona ist katastrophal, da sind sich alle in der Kunstszene einig“, sagt Sänger Barke. Er wirft der Bundesregierung vor, zu spät und unzureichend eingelenkt zu haben, um seine Branche zu retten. „Es kann nicht die Herangehensweise vom Bund sein, so lange zu warten, bis andere den Buckel hinhalten.“

Wenig ist besser als nichts

„Andere“, das ist zum Beispiel die Leipziger Beratungsagentur Grote und Thomas Kulturprojektbüro. Die beiden Unternehmer haben Mitte März den Leipziger Kulturfallschirm ins Leben gerufen, ein Crowdfundingprojekt, das Spenden für Kulturschaffende der hiesigen freien Szene sammelt.

Die einfache Rechnung: Die zusammengekommene Summe wird nach Ende der Projektlaufzeit auf alle gleich verteilt, die sich für das Hilfsprojekt angemeldet haben. In der ersten Runde kamen knapp 37.500 Euro zusammen, die an 185 Kulturschaffende ausgezahlt wurden – auch Sänger Daniel Barke freut sich über die Spende von rund 200 Euro. Bis Ende Juni läuft eine zweite Runde. „Natürlich ist das ein Tropfen auf den heißen Stein, doch die Dankbarkeit der Betroffenen und der Zuspruch der Öffentlichkeit motivieren uns“, sagt Initiator Kim Grote.

Die deutlich größte der für den Kulturfallschirm angemeldeten Berufsgruppen bilden Musiker/-innen, wovon wiederum ein Großteil Sänger/-innen sind, berichtet Grote. Auch eine recht große Gruppe aus dem Bereich Schauspiel und Pantomime nehme die Spende in Anspruch.

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Grote erzählt weiter: „Es sind nicht nur Freischaffende, die schon vor der Krise mehr schlecht als recht von ihrer Kunst leben konnten, sondern namhafte Größen, die durch die Eventabsagen Verluste im hohen vierstelligen, teilweise sogar fünfstelligen Bereich haben.“ Und: „Wir wissen auch von Fällen, bei denen der Gang zum Arbeitsamt sehr schnell unvermeidlich war.“

Zahlen sind aufgrund der dynamischen Lage schwer zu bekommen, doch viele sächsische Kulturverbände berichten ähnliches. „Einige unserer Mitglieder mussten bereits Grundsicherung beantragen“, schreibt der Bund Bildender Künstler Leipzig. Lydia Hempel vom Landesverband Bildende Kunst sagt: „Jetzt kommt mit ganzer Dramatik zutage, dass sich die Gesellschaft auf die Eigenverantwortlichkeit für Kulturarbeit verlassen hat. Eine Verantwortung für Kultur und deren Qualität kann nicht mehr den Akteuren selbst überlassen bleiben.“

Auch die Stadt versucht, Freischaffende aus Kunst und Kultur dort zu unterstützen, wo die Corona-Soforthilfe des Bundes nicht greift. So können Leipziger Soloselbstständige aller Branchen seit dem 18. Mai einen Antrag auf einen Einmalzuschuss von bis zu 2.000 Euro stellen, der ausdrücklich Lebenserhaltungskosten decken soll.

Außerdem hat der Stadtrat am 20. Mai ein temporäres Stipendienprogramm für freischaffende Künstler/-innen auf den Weg gebracht, dessen Antragsphase im Juli starten soll. Dabei sollen konkrete Arbeitsvorhaben von maximal 50 Kulturschaffenden gefördert werden, die im Zeitraum Oktober bis Dezember umzusetzen sind. Verwendet werden dafür 150.000 Euro aus dem bereits beschlossenen Haushalt, die eigentlich für öffentlich zugängliche Kulturprojekte vorgesehen waren, von denen coronabedingt aber der Großteil verschoben oder abgesagt werden musste.

Die Kulturbranche wird lange kriseln

Die berufliche Existenz vieler Soloselbstständiger in Sachsen ist derzeit nicht nur direkt durch den Ausfall von Honoraren gefährdet, sondern auch indirekt durch die bisher fehlende finanzielle Unterstützung freier Kulturträger – die wichtigsten Auftraggeber der Kulturschaffenden, vor allem in der kulturellen Bildung. Dazu gehören beispielsweise soziokulturelle Zentren, Kunstgalerien und Theatergruppen, die meist als Verein organisiert sind. Sollten einige von ihnen die Krise nicht überstehen, so wird sich die Auftragslage freischaffender Künstler/-innen nachhaltig spürbar verschlechtern.

Mitte Mai forderte die Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände Sachsen deshalb die Landesregierung in einem Brief dazu auf, freie Kulturträger mit einem Corona-Schutzschirm von 20 Millionen Euro zu berücksichtigen. Das Schreiben macht deutlich, dass trotz der seit 18. Mai stattfindenden schrittweisen Lockerungen an einen regulären Betrieb der freien Kulturinstitutionen lange nicht zu denken sein wird: Das vorerst bis August geltende Verbot von Großveranstaltungen, die Reduktion von Teilnehmendenzahlen bei erlaubten Angeboten und erhöhte Ausgaben für Hygienemaßnahmen machen die Rückkehr zum Normalumsatz oder gar eine Kompensation der bisherigen Einnahmen unmöglich.

Musiker Daniel Barke geht davon aus, dass seine Branche etwa ein Jahr brauchen wird, um nach Aufhebungen aller Einschränkungen überhaupt zum Regelbetrieb zurückzukehren. Denn im Vergleich zur Gastronomie, die mit relativ wenig Aufwand – Tische umstellen, Gästezahl reduzieren, los geht’s – zur „Corona-Normalität“ zurückkehren konnte, ist in der Musikwirtschaft monatelange Vorlaufzeit von Nöten, um Konzerte zu organisieren. „In der Regel braucht es ein dreiviertel Jahr, um Verträge zu schließen, die Werbetrommel zu rühren, Mundpropaganda zuzulassen“, erklärt er.

Dazu kommt, dass sich die Auftragslage im Eventbereich – Auftritte bei Hochzeiten etwa – verschlechtern wird. Barke: „Die Firma XY wird sich zur Weihnachtsfeier keine Liveband gönnen, wenn das Jahr finanziell eine Katastrophe war.“ Da kann noch so oft beteuert werden, dass Kultur systemrelevant ist.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 79: Von Gier, Maßlosigkeit, Liebe und Homeschooling in Corona-Zeiten

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