Wenn Leipziger träumen: „Für Ideen für mehr soziale Gerechtigkeit endlich mal eine Mehrheit …“

Für alle LeserBeim Träumen driften wir zuweilen ins Unverständliche, völlig Abgefahrene oder Pathetische ab. Vielleicht ist das aber manchmal sogar eine passende Gelegenheit, den gut eingeimpften Zynismus zumindest für einen kurzen Moment abzuschütteln. Also gut – ich träume davon, dass das Wort Solidarität keine Floskel mehr ist.

Dass es immer und überall selbstverständlich wird, die Klappe aufzumachen, wenn rassistische oder andere menschenverachtende Beleidigungen fallen. Einfach weil sich jeder dafür verantwortlich fühlt, den Betroffenen beizustehen. Auch persönliche Egoismen könnten öfter mal zurücktreten, das würde vieles ein ganzes Stück angenehmer machen.

Dann gibt’s da noch die * großen * Träume: Davon, dass die Menschen mehr Gehör bekommen, für die nicht alles „tippi toppi“ ist. Davon, dass die vielen guten Ideen für mehr soziale Gerechtigkeit endlich mal eine Mehrheit bekommen. Oder die für effektiven Umwelt- und Klimaschutz. Oder für richtig gute Bildung für alle – da gibt’s noch so viel zu träumen!

Schon die Vorstellung, wir würden endlich mal darüber diskutieren, wie mehr Menschen unsere Demokratie mitgestalten könnten, wie staatliches Handeln nachvollziehbarer und selbst organisierte Projekte Wirklichkeit werden können, statt immer nur diesen zähen Kampf gegen Überwachung, Repression und die Aushöhlung des Asylrechts führen zu müssen – Hach, das wär’ schon was.

Last but not least – In meinen Träumen entdecken Katzen irgendwann ihre Superkräfte und fliegen dann wie kleine, flauschige Zeppeline durch die Gegend – das würde die Welt auf jeden Fall ein bisschen besser machen!

So, doch ein bisschen pathetisch und abgefahren geworden. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm und am Jahresende findet sich dann doch noch ein Moment zum Träumen.

Zur Reihe „Wenn Leipziger träumen“: Wie schon im Jahr 2017 und manchen Jahren zuvor, sind sie wieder unter uns – die Leipziger Träumer. Mal visionär oder fragend, mal ganz nah bei sich haben Menschen ihre Wünsche und Träume frei von redaktionellem Eingriff unsererseits aufgeschrieben. Für die Stadt in der sie leben, für sich und für alle Leser der L-IZ.de und der Leipziger Zeitung. Ein unverstellter Blick auch auf die, die im Alltag oft eher leisere Stimmen als haben oder bekanntere Namen, die sich zur Abwechslung mal ganz persönlich äußern wollen.

Dabei ist es logisch, dass jeder der bereits 2017 und in den folgenden Tagen auf der L-IZ.de veröffentlichten Träumer durch Beruf, das persönliche Umfeld und eigene Erlebnisse verschiedene Ansätze bei der Beantwortung der Frage nach einem besseren Miteinander, wichtigen Vorhaben und einer gemeinsamen Zukunft in unserer Gesellschaft haben muss. Vor allem aber: viele voller Hoffnung auf ein besseres Miteinander in unserer Stadt.

Alle Träume, welche bereits veröffentlicht sind, finden Sie unter dem Tag l-iz.de/tag/traeume.

Wenn Leipziger träumen: „Wie wertvoll ein selbstbestimmtes Leben ist …“

Träume
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Verkehrssituation am Johannisplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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