Die Photovoltaik wird durch das Osterpaket weiter gestärkt. Der Grund dafür ist vor allem der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien. Durch diesen sollen nicht nur die Klimaziele erreicht werden, vor allem die Unabhängigkeit von russischem und dem Gas aus totalitären Staaten soll so erst möglich werden. Bis 2030 soll dadurch 80 % des Bruttostromverbrauchs in Deutschland von erneuerbaren Energien gedeckt werden, heute sind es ca. 42 %.

EEG-Novelle – Bedeutung für deutsche Haushalte

Für die Haushalte bedeutet das Osterpaket vor allem eine Entlastung durch den Wegfall der EEG-Umlage und damit auch die größere Bedeutung für beispielsweise Wärmepumpen. Außerdem wird die Einspeisevergütung erneuert und Photovoltaikanlagenbetreiber, die ihren Strom nun voll in das Netz einspeisen, bekommen weiterhin eine garantierte und nun höhere Vergütung.

Die steigt nämlich von ca. 7 Cent pro Kilowattstunde auf bis zu 13,8 Cent pro Kilowattstunde, wenn der Strom komplett eingespeist wird. Zusätzlich wird die weitere Degression der Einspeisevergütung bis zum Jahr 2024 ausgesetzt, sie betrug 0,4 % pro Monat.

Photovoltaik lohnt sich

Der technologische Fortschritt und damit die Effizienz der Module, aber auch die günstigere Herstellung und Installation macht diese immer wirtschaftlicher. Die stark steigenden Strompreise sorgen dafür, dass sich die Anlagen immer schneller amortisieren, vor allem wenn der Strom selbst verbraucht wird. Bei einem jährlichen Verbrauch von 4500 kWh und der Installation von Energiespeichern, kann mit Solarmodulen bis zu 80 % des eigenen Stromverbrauchs abgedeckt werden, das entspricht einem vierköpfigen Haushalt.

Aber auch eine Volleinspeisung wird durch die neue Novelle immer attraktiver, vor allem wenn zusätzliche freie Flächen damit bestückt werden und der Strom an dem Standort nicht selbst verbraucht wird. Gerade Landwirte benutzen so ihre Ackerflächen, um gleichzeitig Pflanzen anzubauen und Sonnenenergie in das Stromnetz einzuspeisen.

Kleinstanlagen auf dem Balkon

Bisher konnten vor allem Hausbesitzer ihre Dächer mit Photovoltaikanlagen ausstatten. 26,67 Millionen Menschen leben im eigenen Haus und können, wenn die finanziellen Mittel es zulassen, ihr Dach mit den Modulen ausstatten. Wenn die eigene Wohnung aber mit einem Balkon ausgestattet ist und der Vermieter es zulässt, können diese auch mit Kleinstanlagen ausgestattet werden.

Wie funktionieren Kleinstanlagen?

Der Unterschied zu ihren großen Pendants ist nicht allzu groß. In der Regel wird der Strom hier aber meist in eine Batterie und dann in eine Steckdose eingespeist, also direkt in das eigene Hausnetz. Dabei sind die Module sehr mobil und können schnell an anderen Orten installiert werden. Das Resultat kann dann auch am eigenen Stromzähler beobachtet werden: Der Stromzähler läuft langsamer. Zu beachten ist aber, dass der Stromzähler nicht einfach so rückwärtslaufen darf, es darf also nicht einfach in das Stromnetz eingespeist werden.

Dafür sind die Anlagen auch nicht ausgelegt, größere mit einer Fläche von 1,7 m² erreichen in der Regel eine Leistung von bis zu 300 Watt. Damit können aber effizient Elektrogeräte mit Strom versorgt werden, zuerst wird dabei der eigens erzeugte Strom verbraucht, der Rest wird dann über das Netz gezogen. Die Investition von 300 € bis 500 € amortisieren sich so nach ca. 10 Jahren und das bei einer Laufzeit von bis 20 Jahren. Bei den steigenden Strompreisen amortisieren sie sich bald sogar noch schneller.

Solaranlage für Heizung und Beleuchtung der Gewächshäuser. Foto: H. Brüllmann via pixabay

Förderung von Photovoltaikanlagen

Deutschland fördert die Photovoltaikanlagen schon mit der Einspeisevergütung, zusätzlich bieten die Kommunen und Länder noch eigene Fördergelder für Photovoltaikanlagen an. Auch die KfW stellt günstige Kredite für entsprechende Investitionen bereit. Möglich ist damit eine Vollfinanzierung der Photovoltaikanlage und der weiteren Komponenten, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bietet dann auch noch spezielle Förderungen für die Installation von Wärmepumpen, oder der Modernisierung von vorhandenen Heizungssystemen.

Fachleute beraten bei der Auslegung

Die Auslegung der Photovoltaikmodule auf dem Dach, oder auch der Kleinstanlagen auf dem Balkon sollte durch Spezialisten erfolgen. Sie beraten, welche installierte Leistung Sinn ergibt und wie man den größtmöglichen Gewinn mit den Modulen erzielen kann. Die Installation sollte auch bei Kleinstanlagen durch Fachleute durchgeführt werden, damit die Anlage am Ende auch wirklich funktioniert und alle Regularien eingehalten werden.

Photovoltaik als eine Säule der Energiewende

Die Photovoltaik ist eine der Säulen, auf die Deutschland mit der Energiewende baut. Nur wenn auch private Dächer mit Modulen ausgestattet werden, können die Ziele 80 % des Bruttostromverbrauchs mit erneuerbaren Energien zu decken, erreicht werden. Gleichzeitig bietet sich so die Chance, mit den Investitionen günstigen Strom zu produzieren und sich unabhängiger von steigenden Strom- und Heizkosten zu machen. Die Amortisierung der Anlagen und Heizsysteme wird sich so in Zukunft noch beschleunigen.

Schon heute sind Strompreise von 41 Cent pro kWh der Durchschnittspreis, zum Vergleich: vor einem Jahr lagen der Preis noch bei 31,9 Cent. Auch die Aussetzung der EEG-Umlage und damit eine Vergünstigung um 3,72 Cent, lässt die Strompreise weiterhin auf einem sehr hohen Niveau stehen. 

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