Ein historischer Roman über eine hochtalentierte Frau: Hildegard von Bingen

Ein historischer Roman schreibt sich nicht einfach so. Selbst Alexandre Dumas war auf ein gewisses Maß an Recherchen angewiesen, auch wenn er dann beim Schreiben (und Schreibenlassen) der Phantasie die Zügel schießen ließ. Abenteuer musste sein, fand er. Natürlich kann man so keinen Roman über Hildegard von Bingen schreiben. Könnte man schon. Aber das deutet Hermann Multhaupt nur an.

Es hat weniger mit dem abenteuerlichen Leben der 1098 geborenen Adelstochter Hildegard zu tun, die 1112 – also vor nunmehr 900 Jahren – ins Kloster Disibodenberg eintrat. Denn abenteuerlich im Dumas’schen Sinne war ihr Leben nicht. Abenteuerlich im geistigen und menschlichen Sinn dagegen sehr. Und auch wenn von der Mystikerin geredet wird – gar so mystisch war das Leben der jungen Nonne, die später das Nonnenkloster auf dem Rupertsberg gründete, nicht. Ihre Schriften sind es in Teilen. Und wer die Glaubenswelt des 12. Jahrhunderts in Deutschland begreifen möchte, ist hier genau auf der richtigen Spur.

Doch nicht ohne Grund wird auch die so genannte „Hildegard-Medizin“ wieder gepflegt. Denn die gebildete Nonne war in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit. Schreiben und Lesen waren eigentlich das Hoheitsgebiet der Mönche. Dass Frauen die wenigen und teuren Handschriften aus den Klosterbibliotheken zu lesen bekamen, war ganz gewiss die Ausnahme. Und dass Hildegard selbst dann gar noch vier gewichtige Bücher schreiben konnte, muss mehr als eben nur mystische Ursachen haben. Es ist bis heute eines der offenen Rätsel in der Biographie der späteren Äbtissin: Wer erschloss ihr den Zugang zu Lesen und Schreiben? Wer war ihre Mentorin oder ihr Mentor? – Denn auch für kluge Adelstöchter galt Lesen und Schreiben nicht als üblich.Aber nicht nur darin war Hildegard ihrer Zeit voraus. Oder sollte man besser sagen: Sie war auf der Höhe der Zeit und hat mit ihrem Wirken schon an der Schwelle eines neuen Zeitalters gestanden? – Denn Multhaupt macht etwas, was viele Hildegard-Biografen unterlassen: Er beleuchtet die politischen Zeitereignisse, die nicht nur die politischen Landschaften in Deutschland zerrissen, sondern mit dem Anspruch der deutschen Kaiser, auch in Italien die Macht in Händen zu halten, auch die Kirche beeinflussten. Über Jahre befehdeten sich Päpste und Gegenpäpste und waren auch die deutschen Amts- und Würdenträger gespalten in papst- und kaisertreue Lager. Das wirkte natürlich bis in die Klöster hinein.

Bischöfe und Äbte waren gezwungen, Partei zu bekennen und die politische Rolle stärker zu wichten als die kirchliche. Gleichzeitig erschütterten Scholastiker wie Peter Abaelard die Denkgebäude der Zeit. Verständlich, dass selbst gewachsene Klostergemeinschaften nach einem Halt suchten. Und das Erstaunliche ist: Sie suchten ihn auf schriftlichem Wege bei der Äbtissin im Kloster Rupertsberg. So dass bis heute über 300 Briefe von Hildegard überliefert sind, in denen sie zu Glauben, Klosterleben, Auslegung von Ordensregeln, Strenge und auch politisch richtigem Handeln Stellung nahm.

So deutlich hat das noch niemand gezeichnet, wie es Multhaupt hier tut, der gar nicht erst eine Fabel erfindet für dieses 82jährige Leben, das – obwohl doch Klöster eigentlich abgeschiedene Orte sein sollten – stets von Rastlosigkeit geprägt war. Hildegard schrieb – mit Hilfe eines schreibgewandten Mönches – nicht nur vier dicke Bücher und wohl viel mehr als die über 300 bekannten Briefe. Sie machte auch vier große Reisen in West- und Süddeutschland, was im 12. etwas anderes war als im 21. Jahrhundert. Tatsächlich lebte sie ja wohl ein ganzes Jahrhundert vor dem Autor des „Nibelungenliedes“. Und wer dort die Reiseschilderungen liest, weiß, wie beschwerlich das Reisen auch im 13. Jahrhundert noch war.

Und Hildegard besuchte auf ihren Reisen nicht nur andere Klostergemeinschaften, sondern traf sich auch mit den Herren der Zeit. Ihre Begegnung mit Kaiser Barbarossa wird zwar von einigen Forschern in Zweifel gezogen – aber so fern liegt sie nicht. Mit den mächtigen Fürsten und Bischöfen ihrer Zeit stand sie im Briefwechsel. Und Manchem half sie mit ihrem Rat, der zumeist ein persönlicher war, was ihn wohl leichter annehmbar machte als jede politische Ratsuche. Wenn man sein Handeln am Glauben ausrichtete, war das durchaus ein verlässlicher Kompass in durchaus bewegten Zeiten, in denen auch Klöster niedergebrannt wurden, von den Kriegen in Italien ganz zu schweigen.Man ahnt: Hier liegen die Ansätze für einen großen historischen Roman mit großem Panorama. Aber auch Multhaupt lässt ahnen, dass Hildegards Rolle in dieser Zeit so abgesondert und mystisch nicht war, dass sie zu den großen und berühmten Persönlichkeiten des Reiches gehörte. Und ihre Korrespondenz – unter anderem mit dem Ordensgründer Bernhard von Clairvaux – zeigt auch, wie intensiv sie in die theologischen Diskussionen ihrer Zeit einbezogen war. Diese kleine, so oft kränkelnde Nonne, die auch zum menschlichen Dasein im Mikro- und im Makrokosmos Wesentliches zu sagen hatte, war als Autorität geschätzt.

Dass sie auch noch 77 liturgische Gesänge schrieb, lässt ahnen, welche Fülle an Talenten sie hatte. Dass sich die Herren der Zeit daran stießen, war schon fast zwangsläufig. Immer wieder hatte sie Streitfälle mit den Mönchen vom Disibodenberg auszutragen, geriet mit kirchlichen Beamten in Clinch, die sich an Paragraphen klammerten, wo einfach nur Menschlichkeit gefragt war, bekam die Häme von Neidern zu spüren, denen die unternehmungsfreudige Nonne zu agil und zu zielstrebig war.

Man begegnet tatsächlich einer Frau, die in all ihrem Tun und Handeln sehr modern anmutet, über ihre Zeit und deren enge geistige Horizonte hinausweisend. Multhaupt überzeichnet das nicht. Es reicht völlig aus, dass er all diese Dispute, Dissonanzen, ihre Unternehmungen, ihre Äußerungen immer wieder reflektiert und auch aus ihren Schriften mehrere Passagen einstreut, damit man die ganze, nimmerruhende Persönlichkeit erahnen kann.

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Hildegard von Bingen
Hermann Multhaupt, St. Benno Verlag 2012, 9,95 Euro

Und so nebenbei wird das vormoderne 12. Jahrhundert mit seinen politischen Brandlinien sichtbar. Oder soll man nicht doch eher sagen: mit den Narreteien der Männer, die um ihren Stolz, um Macht und Selbstsucht Kriege und Fehden vom Zaun brachen? Und von der Ganzheitlichkeit, die Hildegard beschrieb, auch 900 Jahre später nichts verstehen und auch nichts verstehen wollen. Denn sie sind ganz Partei. Und in der Regel meist nur ihre eigene.

Und es wundert auch nicht, dass Hildegard in einigen ihrer Briefe, die Multhaupt zitiert, spürbar wütend ist. Eine Wut, die auch 900 Jahre später begreifbar ist. Ein einfühlsamer historischer Roman mit bemerkenswerten Gedankenstrichen.


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