Die Rhetorik der Fußball-Professionellen: Uwe Lolls „Moderne Fußball-Sprache“

Jede Szene hat ihre Sprache, ihr Kauderwelsch, ihre Worthülsen und Stereotype. Die Bankmanager haben ihre, die Politiker und die Flugzeugpiloten. Natürlich haben auch die Fußballer eine. Oder wohl doch besser zwei oder drei. Ein durchaus reichhaltiges Thema für einen Burschen wie den ehemaligen Pressesprecher und Stadionsprecher des FC Sachsen Uwe Loll. Er hat ein Buch darüber geschrieben.
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Es ist nicht das erste Buch zur Fußball-Sprache, deren Eigenarten schon Generationen von Autoren beschäftigt haben. Selbst einen Duden zur Fußball-Sprache gibt es schon, ein Lernwörterbuch zur Fußballsprache, einen Langenscheidt …. Aber Loll hätte nicht Politikwissenschaften, Anglistik und Soziologie studieren müssen, um sich noch einmal mit all den Fachtermini der Trainer und Kicker zu beschäftigen. Das ist Fachsprache. Das ist ein eigenes Kapitel. Die Sprachwelt, die er analysiert, ist die mediale – das, was über Fußball so geredet wird, die öffentliche Inszenierung von Fußball. Die natürlich nicht nur Moden unterliegt, sondern auch von ihren Sprechern und den medialen Erwartungen abhängig ist.

Eigentlich ein spannendes Forschungsfeld. Denn Fußball ist eben doch nicht nur eine kleine Experten-Welt wie etwa die der Philatelisten oder Rotwildjäger. Allein schon die Dauerpräsenz im Fernsehen, in Radio und Zeitungen sorgt dafür, dass die Vorgänge in den und um die Stadien die Öffentlichkeit 53 Wochen im Jahr beschäftigen. Auch über den Rasen hinaus, auch wenn das Thema Fankultur bei Loll nur da und dort angerissen wird. Da wäre dann wirklich der Soziologe gefragt.

Sein Fokus liegt auf der medialen Inszenierung von Spiel, Spielern und Sprechern. Dem, was ihn als Radiomann bis heute interessiert: das Drüber-Reden. Und geredet wird rund um den Fußball eine Menge. Und manches davon ist legendär, weil es in der Aufbereitung der Sportart auch immer wieder neu inszeniert und aufgekocht wird. Man denke nur an die Sprüche des langjährigen Bundestrainers Sepp Herberger, der auch schon vor 1945 die deutsche Fußballnationalmannschaft betreute und mit ihr 1954 den ersten Weltmeistertitel gewann. Das WM-Endspiel gegen die ungarische National-Elf ist ja selbst zur Legende geworden und hat, neben Mannschaftskapitän und Torschütze, auch den Radiomoderator Herbert Zimmermann berühmt gemacht.Die anderen Berühmten – von Kaiser Franz bis Giovanni Trapattoni – kommen natürlich auch drin vor. Und die Kapitel-Überschriften verraten es eigentlich: Es geht nicht um Fußball-Sprache, sondern um Fußball-Rhetorik. Und in seinem Vor-Wort geht Loll dann genauer darauf ein, was er da nun genau betrachtet und aus welchem Blickwinkel. Und es geht wirklich um Rhetorik – ihre Abgründe und ihre Veränderungen. Und tatsächlich steht sein Buch auf dem Kopf. Mit dem Eigentlichen beginnt er sofort – nämlich mit der Analyse und der Klassifizierung: Sieger-Rhetorik, Dino-Rhetorik, Verlierer-Rhetorik. Denn im Fußball gilt längst – wie im Show-Biz, in der Politik und in der Wirtschaft: Es gilt, ein Produkt zu verkaufen. Es so gut wie möglich zu verkaufen.

Egal, ob man nun gewonnen oder verloren hat, ob die Leistung gut war oder unterirdisch. Und so stehen auch die wichtigsten Beobachtungen gleich hier vorn im Buch. Denn Dino-Rhetorik ist ja keine falsche Fußball-Rhetorik – sie fällt nur auf, weil sie noch nach den Prinzipien vergangener Jahrzehnte arbeitet. Deswegen tauchen hier Typen wie Otto Rehhagel auf, der mit über 70 natürlich längst ein Urgestein der Branche ist. Und er muss den Vergleich aushalten mit jungen Fußballlehrern wie Jürgen Klopp, der natürlich gleich ganz vorn auftaucht unter Sieger-Rhetorik. Ein Kapitel übrigens, das nicht nur diesen seltsamen Weg zeigt, den die Sprecher in den letzten Jahrzehnten genommen haben vom Ich zum Wir, sondern auch, was das mit dem zielstrebig aufgebauten Image des jeweiligen Clubs zu tun hat. Denn nicht nur der FC Bayern ist ja längst ein Marken-Unternehmen wie Apple oder Siemens. Auch Clubs wie Dortmund arbeiten daran, mehr zu sein als eben ein Verein mit Anhängern. Und wenn es um Image geht, geht es auch um Psychologie. Und es ist schon erstaunlich, wieviel moderne Unternehmens-Psychologie mittlerweile in die Trainerarbeit bei den großen Clubs eingeflossen ist. Mitsamt den Wortmarken, mit denen heute ganze Marketing-Abteilung das Image ihrer Konzerne versuchen aufzuhübschen oder gar zu retten.

Im Klopp-Kapitel tauchen die entsprechenden Schlüsselbegriffe natürlich auf: Vertrauen. Wenn man der Suchmaschine Yahoo das Wort zum Fressen gibt, spuckt sie gleich mal 10,8 Millionen Treffer aus. Aber jeder Medienkonsument braucht nur tagtäglich darauf zu achten, wie inflationär eben nicht nur Fußballmanager sondern auch und gerade beratungsresistente Politiker und Konzernbosse das Wort benutzen. Erst verscherzen sie sich jegliches Vertrauen, dann wollen sie es zurückgewinnen und werben darum, dass man es ihnen wieder gibt.

Das nächste Wort: Authentizität. Man achte nur darauf, wer einem sich oder sein Produkt mittlerweile alles als „authentisch“ zu verkaufen versucht. 1,8 Millionen Treffer bei Yahoo. Die anderen Suchmaschinen kann ja jeder selbst für sich ausprobieren.

Ehrlichkeit: 1,3 Millionen Suchtreffer.

Offenheit: 2 Millionen Suchtreffer.

100 Prozent: 5 Millionen Treffer.

Und dann das Lieblingswort, das Loll bei Klopp entdeckt: Gier. 10,6 Millionen Treffer.Verbunden mit einem Wort, das man eigentlich in der ehemaligen DDR verortet hätte: Kollektiv. – Das kommt – auch dank Klopp – auch auf seine 2,2 Millionen Treffer bei Yahoo. Und steht natürlich für das veränderte Denken, das jüngere Trainer wie Klopp wieder in den Fußball gebracht haben: das Spiel als Mannschaftsleistung zu sehen, die Mannschaft als sensiblen Organismus, der „gierig“ ist auf Tore oder Siege. Was sich bis in die Pressekonferenzen hinein auswirkt, wo man von den paar Kickern, die tatsächlich noch was sagen, auch immer öfter nur geschliffenes Manager-Deutsch hört. So geschliffen, dass weder Zeitungen noch Radiosender damit irgendetwas anfangen können.

Was ja zu erwarten war, wenn dieselben Rhetorik-Trainingsmethoden, die schon die Manager-Etagen der deutschen Konzerne glatt und kantenlos geschliffen haben, nun auch noch in die Trainingseinheiten der kleinen Fußballstars einfließen. Nicht ganz ohne Ursache. Denn viele der medial inszenierten Skandale in den letzten Jahren gingen auf aufgebauschte Zitate von Fußball-Stars oder ihrer Trainer zurück. Selbst aus den Facebook- und Twitter-Accounts der Sportler wurden Zitat-Fetzen geklaubt, die dann in großen Lettern einen Zoff oder ein Drama suggerierten. Wochenlang konnten sich ganze Blätterwälder mit solchen Sprüchen und Schein-Konflikten verausgaben. Manche tun es ja längst schon als Dauerskandalisierung, weil sie über die tatsächlich immer besser abgeschotteten Trainingscamps und Vereinsführungen fast nichts mehr erfahren oder wissen.

Loll geht – weil’s ja auch seine Profession war und ist – auf die diversen Rollen von Stadion- und Pressesprechern ein. Auf Radiomoderatoren und Fernsehkommentatoren sowieso, all die Leute, die durch ihr Drüber-Reden eigentlich erst den Stoff für so ein Buch geschaffen haben. Der zweite Teil des Buches ist gespickt mit Fallbeispielen und legendären Fußball-Sprech-Momenten. Er zeigt ziemlich eindrucksvoll, in welchem medialen Zirkel die Fußball-Rhetorik tatsächlich entsteht und sich durch immer neue Wiederholung selbst bestätigt. Etliches davon kann man tatsächlich nicht mehr hören, so oft wurde es einem freudeschmetternd um die Ohren gehauen.

In der Mitte der Buches versucht sich Loll ein bisschen in Prognose, wohin sich die Fußball-Rhetorik möglicherweise entwickeln wird.

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Moderne Fußball-Sprache
Uwe Loll, Engelsdorfer Verlag 2012, 9,99 Euro

Aber eigentlich steckt alles im Kern in den ersten drei Kapiteln. Wenn Trainer lernen, dass sie ihre Arbeit und den Club auch „verkaufen“ müssen, dann werden sie künftig noch viel mehr wie Vorstandsvorsitzende eines Großkonzernes klingen. Auch die werden künftig noch viel häufiger von Authentizität, Ehrlichkeit, Offenheit und in irgendeiner Weise von Kollektiv reden, um eine Art Mannschaftsgeist und Gemeinschaftsgefühl zu beschwören, das auch Aktionäre, Presse und Belegschaft mit einschließt. Auch wenn sich am eigentlichen Inhalt ihres Tuns nicht viele geändert hat.


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