Einkreisen: Wie Radiomann Michael Hametner versucht, den Maler Sighard Gille einzufangen

Michael Hametner ist ein Radiomann. Ein echter. Das ist selten geworden. Auch in Sachsen. Denn nicht jeder, der Radio macht, ist auch ein Radiomann. Denn dieser Typus entstand noch in einer Zeit, als man Radio für Zu-Hörer machte. Für Leute also, die sich Zeit nahmen, hinsetzten und zuhörten. Das durfte dann durchaus auch einmal ausführlich und zeitverschlingend sein. So etwas ist heute noch ein bisschen beim MDR Radio Figaro zu hören. Auch mal über Maler.
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Auch wenn Hametner gleich mal zugibt, dass er mit der Malerei als Radiomacher eher nichts am Hut hat. Sein Metier ist eher die Literatur und die Literaturkritik. Trotzdem hat es ihn gereizt, dem Leipziger Maler Sighard Gille ein bisschen auf den Zahn zu fühlen. Ihn ganz wie ein alter Radiomann einzukreisen mit Fragen und Nachfragen. Ein Versuch, den Mann, seine Malerei und seine Motivation zu entschlüsseln und dabei vielleicht der modernen Malerei an sich irgendwie auf die Schliche zu kommen.

Er versucht es mit 15 Zitaten von Künstlern als Aufhängern, Zitaten, die sich mit Themen beschäftigen, über die sich Kunstkritik und Kunstwissenschaften in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zerfetzt hat: Muss Malerei gegenständlich sein? Darf sie willkürlich sein? Braucht man das Vorbild der freien Natur? Braucht man eine Richtung oder sind Doktrinen schädlich? Oder gilt gar der Gerhard-Richter-Spruch „Das Bild darf nie interessant sein“?

Natürlich hat er mit Sighard Gille, der neben Volker Stelzmann und Wolfgang Peuker zu den wichtigsten Vertretern der 2. Generation der Leipziger Schule gehört, einen besonders harten Brocken ausgewählt. Einen mit allen Wassern Gewaschenen, der schon in DDR-Zeiten gegen den Strom schwamm und sich auch provokant gegen die Diskussionen und Erwartungen stellte. Der auch Kontra gab, wenn Malerkollegen die Welt mal wieder mit ihren zitierfähigen Sprüchen beglückten. Auch jene aus dem Westen oder im Westen Gelandeten – von Beuys bis Baselitz.
Denn Kunst ist ein Markt. Das war sie auch in DDR-Zeiten, auch wenn dort das Wider-den-Stachel-Löcken durchaus einträglich sein konnte, weil sich gerade dissidente Kunst viel lukrativer in den Westen verkaufen ließ. Aber aus purer Dissidenz entsteht keine Kunst. Über die Probleme der DDR-Kunst hat Gille schon immer reflektiert. Da ging es nie nur um Staatskunst oder nicht. Denn ebenso problematisch ist die Problemkunst, die die staatlich verordnete Doktrin unterlaufen will. Was sie ja bekanntlich gern und immer lieber tat. Damit machten auch die Maler der Leipziger Schule Furore auf den Kunstausstellungen in Dresden. Und für das in Scharen herbeiströmende Publikum war es auch der Besuch eines intellektuellen Freiraums: Hier war gemalt, was viele sich nicht trauten zu sagen. Hier war die vorgegebene Linie durchbrochen.

Aber wird das Kunst? Und wie ist das heute, wo sich Marktpreise fast völlig losgelöst vom Maler und seinem Werk entwickeln? Gelten da überhaupt noch Regeln, die ein Kunstwerk unterscheidbar machen von einem missglückten Produkt? – Gille nimmt da wenigstens kein Blatt vor den Mund, auch wenn er dem beharrlich insistierenden Interviewer immer wieder sagen muss, dass sein Ansatz der Falsche ist. Was weniger an Hametner liegt, der sich ja auf Künstler selbst und ihre Aussprüche beruft. Aussprüche, die sich so auch in Kunstwissenschaftlichen Theorien wiederfinden. Ganze Kataloge und Doktorarbeiten beschäftigen sich mit solchen oft genug abwegigen Interpretationsfragen.

Dem Künstler selbst ist es wurscht. Einem wie Gille sowieso. An der Kunst interessieren ihn weder Schulen noch Doktrinen. Techniken schon eher. Das ist das, was man auch von anderen Lehrern und Schülern der Hochschule für Grafik und Buchkunst hört, wo Gille studiert und gelehrt hat: Technik muss man beherrschen. Nur wer sein Handwerkszeug drauf hat, hat die Freiheit, seine Ideen und Ahnungen auch adäquat in Bilder umzusetzen. Anregungen schaden auch nicht, ebenso wenig wie die Auseinandersetzung mit Vorbildern – Heisig nennt er, der auch sein Lehrer war, Corinth und Dix. Er nennt auch andere. Aber das ist schon ein Kosmos, in dem sich einer austoben und ausprobieren kann. Und wo er was lernen kann über das Sehen und das Ins-Bild-Setzen. Der Rest ist, das verschweigt Gille nicht: ein intensiver Arbeitsprozess. Das Bild entsteht auf der Staffelei, manchmal in einem zähen Ringen. Gesucht wird der Punkt, an dem das Bild selbst signalisiert: Jetzt ist es fertig. Ein Effekt, den auch andere Maler kennen. Das ist der Punkt, an dem nichts mehr geht, an dem man nichts mehr verbessern kann, ohne das Bild zu zerstören.

Manchmal hat man bei Hametners Nachfragen das Gefühl, dass er es so nicht stehen lassen mag. Was auch daran liegt, dass er sich vorgenommen hat, Sighard Gille in 15 Sitzungen mit 15 pointierten Aussprüchen zu konfrontieren. Da geht es auch um Staatsmalerei, um Geld und Preisfindung, um Erotik (Gustav Klimt: „Alle Kunst ist erotisch.“) und die Haltung zur Kritik. Und um die Frage, die die gesamte Moderne durchzieht: Dürfen Künstler sich selber finden? Oder müssen sie bei Gnade ihres Untergangs immer wieder Neues schaffen, sich selbst immer wieder in den vollkommenen Zustand des Beginnens versetzen?

Darüber haben Generationen ergebnislos gestritten. Auch als Begleitmusik zur Moderne, die für Gille vor allem eines war: das Ausprobieren aller künstlerischen Möglichkeiten, die es gibt. Mehr gehe wohl nicht. Sagt er. Aber das sei ein Reservoir, aus dem künftig geschöpft werden könne. – Was ja wohl heißt: Es gilt, was auch für Slevogt, van Gogh und Dix galt: Jeder Maler steht selbst vor der Aufgabe, das in Bilder zu verwandeln, was ihn aufregt, umtreibt und fasziniert. Und ob das funktioniert, das liegt letztendlich an seiner Konsequenz, seiner Fähigkeit, die Sache so lange voranzutreiben, bis das Bild seinem Schöpfer das Gefühl gibt: Das ist es jetzt.

Und noch schöner ist es, wenn es das Bild so auch beim Betrachter schafft.

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Einkreisen
Michael Hametner, Mitteldeutscher Verlag 2014, 24,95 Euro

Der Band bietet nicht nur die 15 umfangreichen Einkreisungen, in denen sich Hametner immer wieder versucht, dem Eingemachten zu nähern und des Pudels Kern zu erfragen. Was nicht gelingt und nicht gelingen kann. Übrigens auch nicht in der Literaturkritik, die auch so gern ihre Theorien und Schubladen entwickelt für das, was ein Schreibwerk zu leisten habe. Mehrere Bilderstecken präsentieren auch Arbeiten aus Gilles Werk – von seinen frühen Bildern der 1970er Jahre, in denen er sich auch teilweise satirisch mit den Erwartungen des Sozialistischen Realismus beschäftigt, bis zu seiner immer stärker von der Farbe dominierten Bildwelt der letzten Jahre. Mittendrin spielt auch sein gewaltiges Wandbild „Gesang vom Leben“ im Gewandhaus eine Rolle.

Am Ende hat Hametner den Künstler zwar 15 Mal emsig umkreist und eingekreist. Aber das Wesentliche bleibt natürlich offen, das, was der Betrachter vielleicht beim Blättern spürt (auch wenn die Reproduktionen natürlich wesentlich kleiner sind als die Originale) oder bei der Begegnung mit einem echten Gille-Bild da draußen in der Wirklichkeit, wo man meist gar nicht richtig weiß, warum einen ein Bild umhaut. Und warum nicht. Und wie es der Maler geschafft hat. Entschlüsseln lassen sich die Techniken – und Gille verrät auch ein paar der seinen – aber selten bis nie die Intentionen und die Prozesse, in denen ein vager Gedanke sich auf der Staffelei Strich für Strich in ein Bild verwandelt, das alles sagt. Und trotzdem nichts verrät.


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