Der Historiker Sven Felix Kellerhoff erzählt die durchaus lehrreiche Geschichte des Hitler-Buches „Mein Kampf“

Ist "Mein Kampf" gefährlich? Werden die Deutschen wieder alle zu Nazis, wenn im Januar möglicherweise Berge von Neuauflagen von Hitlers Kampfschrift in die Buchläden kommen? Denn dann läuft das Urheberrecht für das Monsterbuch des Herrn Hitler aus, der sich am 30. April 1945 das Leben nahm. Dann kann auch der Freistaat Bayern die Veröffentlichung nicht mehr unterbinden.

Zumindest mit den gegebenen rechtlichen Mitteln nicht. Das Einzige, was die bayerische Staatsregierung mit ihrer Mauertaktik geschafft hat, ist die Verzögerung einer intensiven wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Buch, das seinerzeit in 12,8 Millionen Exemplaren in Deutschland verkauft wurde. Bis heute das deutsche Autorenbuch mit der höchsten Auflage. Und das mit den meisten Mythen drumherum, denn gleich 1945 war es einer der ersten Akte der us-amerikanischen Besatzer, die weitere Verbreitung dieses Buches zu untersagen. Eine Haltung, die die bayerische Regierung übernahm, als das Bundesland Bayern das Erbe des in München registrierten verstorbenen Herrn Hitler antrat. Dazu gehörte auch das Urheberrecht, auf das zumindest die Bundesregierung noch Anspruch hätte erheben können, doch die schlug das Erbe dankend aus. Also war 70 Jahre lang der Freistaat Bayern der Sachwalter der Hitlerschen Autorenrechte. Und da man – so strikt es ging – an der Verhinderung aller Neuauflagen von „Mein Kampf“ festhielt, wurde das Buch zu einem regelrechten Mythos.

Oder – aus Sicht der Historiker betrachtet – zu einem Loch in der Hitlerforschung. Denn alles andere, was von ihm an Reden, Erlassen, Tischgesprächen und Ähnlichem verfügbar war, wurde wissenschaftlich ediert, ausgewertet und eingeordnet. Selbst die lärmigen Tagebücher von Joseph Goebbels wurden aufwendig ediert. Und die sind in vielen Belangen, wie Sven Felix Kellerhoff feststellt, noch hetzerischer und antisemitischer als Hitlers Texte. Auch die in „Mein Kampf“.

Eine kommentierte Ausgabe ist überfällig

Im Januar könnte es freilich auch passieren, dass nur eine Ausgabe in die Läden kommt und trotzdem viele Käufer findet: Die kommentierte Ausgabe des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, an der die Historiker seit 2012 arbeiten, seinerzeit von der bayerischen Staatsregierung mit einer halben Million Euro unterstützt – bis Ministerpräsident Horst Seehofer nach einem Israel-Besuch eine Kehrtwende hinlegte und die Unterstützung entzog. Ein Vorgang, der seinerzeit für eine Menge Schlagzeilen sorgte. Und für berechtigte Empörung bei den Historikern. Denn eine kommentierte Ausgabe zu Hitlers Schlüsselbuch ist überfällig.

Denn auch wenn Politiker und Journalisten gern so tun, als käme der Teufel wieder in die Welt, wenn das Buch, das Hitler in seiner Haft in Starnberg begann zu schreiben, wieder gedruckt wird. Aber Sven Felix Kellerhoff, Historiker, Journalist und langjähriger Redakteur der „Welt“, geht wohl zu Recht davon aus, dass jeder, der den 800-Seiten-Wälzer haben wollte (oder eine der zweibändigen oder der gekürzten Ausgaben), diesen auch bekommen konnte. Einige hunderttausend Exemplare, so schätzt er, sind bis heute von der gewaltigen Auflage von 12,8 Millionen Stück aus dem Eher-Verlag erhalten geblieben, etliche sind antiquarisch erhältlich. In anderen Ländern sind sogar immer wieder Neuauflagen der Übersetzungen erhältlich. Und seit es das Internet gibt, bieten dutzende einschlägige Seiten den Originaltext an, mal in Gänze, mal in Auszügen. Und wer wirklich an die Quelle wollte, konnte auch Bibliotheken nutzen.

Seit den 1960er Jahren halten die Versuche der Historiker nun an, dieses Buch endlich auch wissenschaftlich bearbeiten, edieren und kommentieren zu können. Wohl wissend, dass man dem Gemunkel um Hitlers Schrift nur Fakten und klare wissenschaftliche Analyse entgegensetzen kann. Kellerhoff selbst beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Buch, kennt also den ganzen Streit, die Editionsgeschichte und den Text. Denn den sollte man schon kennen, wenn man sich mit Hitlers Denken, Demagogie und Wirkung beschäftigt. Auch wenn das anfangs in zwei Teilen erschienene Buch nicht wirklich die Erklärung dafür ist, dass der Faschismus in Deutschland an Boden gewinnen konnte.

Denn eigentlich war es ein Buch des Scheiterns, von Hitler während der Festungshaft begonnen, die er nach dem gescheiterten Putsch in München aufgebrummt bekam.

Hitler erfand sich eine passende Lebensgeschichte

Beim Wort Festungshaft darf man sich nicht täuschen lassen: Augenscheinlich ähnelte Hitlers Unterbringung zeitweise eher einem Firmenbüro, in dem sich die Verleger die Klinke in die Hand gaben, um mit Hitler über die Rechte an seinem Buch zu verhandeln. Man merkt schnell, wie dieses Buch über „Mein Kampf“ den Autor schon lange beschäftigt haben muss. Denn wenn man sich schon allein mit der Entstehungsgeschichte beschäftigt, stößt man auf Berge von Mythen. Beim Text des Buches erst recht. Denn was im 1. Band wie eine Autobiographie aussieht, in deren Rahmen Hitler seinen Weg zum Nationalsozialismus und zum Antisemitismus schildert, erweist sich bei genauem Hinsehen als Verfälschung. Hier hat Hitler sich eine Lebensgeschichte zurechtgezimmert, in der gerade die Löcher und Lücken schon den zeitgenössischen Lesern verrieten, dass es mit diesem Helden des 1. Weltkrieges nicht weit her gewesen sein kann.

Jüngst hat ja der Historiker Thomas Weber mit „Hitlers erster Krieg“ diese Kriegslücke sehr fundiert und faktenreich gefüllt. Es gibt auch fundierte Arbeiten zu Hitlers Wiener Zeit, aber auch zu seiner Zeit in München, bevor er Kontakt zu rechtsradikalen Kreisen fand und sich quasi im Handstreich zum Antisemiten entwickelte. Kellerhoff nimmt nicht nur diese Mythen auseinander, er beschäftigt sich auch mit der nachweisbaren Entstehungsgeschichte des Buches, das für Hitler einen doppelten Zweck bediente: Einmal war es für ihn eine Art Bekenntnisschrift, in der er so klar, wie ihm das möglich war, seine revanchistischen und antisemitischen Ansichten darlegte, ebenso seine Sicht auf Staat, Parteien und Außenpolitik. Aber er wollte damit auch Geld verdienen.

Das mit den Hitlerschen Möglichkeiten einer klaren Sprache sei hier betont. Denn schon Zeitgenossen stöhnten über Hitlers miserablen Stil, seine falschen Bilder, seine Wiederholungen und Abschweifungen. Und dabei zitiert Kellerhoff nicht nur die kritischen Journalisten der Weimarer Republik, die „Mein Kampf“ in der Regel auch erst rezipierten, als Anfang der 1930er Jahre eine mögliche Machtbeteiligung der Nazis immer wahrscheinlicher wurde.

Kellerhoff versucht die ganze Rezeptionsgeschichte des Buches zu erkunden, dieser „Bibel“ des Nationalsozialismus, die in den 1920er Jahren gerade mal den harten Kern der Hitler-Anhänger erreichte und auch von denen wohl zumeist gar nicht gelesen wurde. Jeder Wahlrückschlag der NSDAP ließ auch die Verkaufszahlen von „Mein Kampf“ in den Keller rutschen. Das änderte sich tatsächlich erst mit dem Jahr 1933 richtig, als augenscheinlich der Bedarf stieg, nun vielleicht aus erster Hand zu erfahren, was dieser frisch ernannte Reichskanzler denn eigentlich will.

Schon in „Mein Kampf“ kündigte Hitler den nächsten Krieg an

Wer „Mein Kampf“ vorher schon gelesen hatte, der wusste es eigentlich. Aus seinen Ansichten hatte Hitler beim Verfassen des Buches keinen Hehl gemacht. Seitenweise ergießt er nicht nur Schmähungen, Drohungen und Beleidigungen über alles, was er für den Feind seiner auserlesenen Nation hielt, er wurde auch recht konkret bei dem, was er dann machen wollte, wenn er Deutschland erst einmal aufgerüstet hatte. Wer das Buch kannte, wusste was von dem Mann zu erwarten war. Nur: Selbst die bedrohten Regierungen in London und Paris nahmen den Mann, seine Partei und seine Absichten bis 1933 nicht wirklich ernst. Und auch danach taten sich beide Regierungen schwer, das, was Hitler geschrieben hatte, als Blaupause für die Zukunft zu nehmen.

Im Grunde macht Kellerhoff mit seiner gründlichen Faktensuche etwas deutlich, was in den einschlägigen Erklärungsmustern zum Aufstieg Hitlers und seiner Partei in der Regel so nicht gesehen wird: Mit den Inhalten von Hitlers Denken hat sich in den 1920er Jahren kaum jemand beschäftigt. Und die, die es auf kritische Weise taten, erreichten nur eine sehr kleine Öffentlichkeit. Kellerhoff betont es an einigen Stellen: Der Aufstieg des Faschismus in Deutschland geschah nicht durch ein Buch wie „Mein Kampf“, sondern eher trotzdem. Und die meisten Deutschen haben wirklich erst 1933 begonnen, sich mit Inhalten und Zielen des Hitlerschen Denkens zu beschäftigen.

Kellerhoff liefert auch die Zahlen, wie viele Deutsche wahrscheinlich das Buch nicht nur gekauft, sondern auch gelesen haben. Ob sie das fast 800 Seiten dicke Buch überhaupt in Gänze gelesenen haben, ist dafür nicht mehr nachzuvollziehen. Wahrscheinlich mussten sie es auch gar nicht und viele werden den Schinken schon nach wenigen Seiten beiseite gelegt haben, denn die zentralen Behauptungen bekamen sie ab Februar 1933 in fast allen Zeitungen, im Radio, bei Festveranstaltungen und öffentlichen Schauinszenierungen immer und immer wieder vorgesetzt. Hitlers Reden wirkten nicht, weil sie sprachlich genial waren, sondern weil sie redundant waren und immerfort denselben Refrain hatten: An allem war „der Jude“ schuld. Dazu kam natürlich, dass es spätestens ab Frühjahr 1933 keine wirklich alternative Presse mehr gab.

Und er geht auch auf die berechtigte Kritik der Zeitgenossen ein, dass Hitler in seinem dicken Wälzer keine Quellen angab, als hätte er sich alles selber ausgedacht, auch wenn ihm schon zeitgenössische Leser nachweisen konnten, dass er sich eifrig bei anderen Autoren bedient hatte – vorzugsweise ausgewiesenen Antisemiten, Militaristen und Nationalisten. Dass er Zusammenhänge und Tatsachen verdrehte, das wird wohl einen Großteil der Anmerkungen ausmachen, die das Institut für Zeitgeschichte der kommentierten Ausgabe beigeben wird. Dadurch werden dann – wenn die Ausgabe Anfang 2016 kommt – aus rund 800 Seiten wohl an die 2.000. Aber nicht nur als schlampigen Sachbuchautoren und Verfälscher der eigenen Biografie zeigt Kellerhoff diesen „Bibel“-Schreiber des Nationalsozialismus, er erzählt auch Hitlers Trickserei bei der Steuer. Denn als „Mein Kampf“ Millionenauflagen erreichte, wurde auch Hitler zum Millionär. Nur mit dem Steuerzahlen hatte er es nicht so.

Je mehr man von diesem Mann erfährt, um so deutlicher wird, wie sehr er all den anderen Amigos der politischen Weltgeschichte gleicht, getrieben von einer völligen Selbstüberschätzung, manischer Eitelkeit und am Ende einer billigen Raffkementalität, dass man sich jedes Mal fragt: Wer wählt eigentlich solche Typen?

Kellerhoffs Buch zeigt im Grunde, dass Typen wie dieser Adolf Hitler an die Macht kommen, ohne dass sich die Mehrheit ihrer Wähler überhaupt mit den Inhalten ihrer Politik beschäftigen. Und auch nicht mit den Methoden, mit denen sie es erreichen wollen. Wie leicht verführbar „das Volk“ ist, das wusste der talentierte Redner Hitler schon 1923. Das Thema Propaganda taucht auch in „Mein Kampf“ auf. Und das sei – so Kellerhoff – für viele Leser sogar die lehrreichste und prägnanteste Stelle im ganzen Buch. Hitler wusste, wie man Propaganda macht. Und hat es auch öffentlich erzählt – in einem Buch, das bei Erscheinen kaum jemanden interessierte.

Sven Felix Kellerhoff ‚Mein Kampf‘. Die Karriere eines deutschen Buches, Klett-Cotta, Stuttgart 2015, 24,95 Euro.

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