Artikel zum Schlagwort NS-Diktatur

Muss man das jetzt sagen dürfen oder ist das Müll?

Verbrannte Wörter: Matthias Heine erklärt, wie man mit alten Wörtern aus der Nazi-Zeit umgehen sollte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJede Gesellschaft hat ihre Sprache. Aber Diktaturen neigen nicht nur dazu, Sprache zu zensieren, sie betreiben die Sprachnormierung auch systematisch. Sprache wird zum Instrument der Propaganda. Und sie wird kontaminiert. Manche Wörter werden regelrecht verbrannt. Andere setzen sich fest und sorgen – wie einiges aus der Sprache des Hitlerreiches – auch nach über 70 Jahren für die berechtigte Frage: Kann man diese Wörter eigentlich noch benutzen? Weiterlesen

Ein verstörender Briefwechsel aus dem Nachlass der Eltern

Die Frames der NS-Ideologie, Liebe, Hoffen und Zweifeln in den Briefen dreier junger Menschen

Foto: Ralf Julke

Ist es tatsächlich so, dass erst die Enkelgeneration die Lügen und Täuschungen der Großväter entlarvt? Es sieht ganz so aus. Auch wenn es die Kindergeneration war, die in den 1960ern die Aufarbeitung der Nazi-Zeit endlich ins Rollen brachte. Nur hatten die Kinder ein gewaltiges Problem: Sie trauten sich nicht, die eigenen Eltern infrage zu stellen. Vielleicht sollten sie tatsächlich die Kisten auf dem Dachboden mal öffnen. Weiterlesen

Die nachgelassene Fleißarbeit des Leipziger „Hobby“-Historikers Dieter Kürschner

Über 500 Leipziger Opfer der NS-Justiz werden in diesem Buch in kurzen Porträts gewürdigt

Foto: Ralf Julke

Ohne all die fleißig forschenden „Hobby“-Historiker in Leipzig wären viele Kapitel der Stadtgeschichte überhaupt nicht oder nur oberflächlich erforscht. Manche stürzen sich in ihr Themengebiet, wie es Dieter Kürschner tat, nachdem sein Leben als Offizier der NVA durch die Zeitenwende 1990 komplett umgekrempelt wurde. Fortan wurde er zum Fachmann für Leipziger Militärgeschichte, Denkmale und die Opfer des NS-Regimes. Weiterlesen

Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Ist die Leitung der sächsischen Gedenkstättenstiftung beim Thema NS-Zeit überfordert?

Foto: Ralf Julke

Seit Herbst 2015 steht der Leiter der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, unter Beschuss. Autoritärer Führungsstil wird ihm vorgeworfen. Prof. Manfred Wilke, Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Bautzen, nennt den 2009 zum Geschäftsführer Gewählten „nicht mehr tragbar“. Und die Förderpolitik der Stiftung scheint derzeit völlig aus dem Lot, wie die Grünen erfuhren. Weiterlesen

Erinnerung an eine finstere Zeit

Website zu Kindereuthanasie-Verbrechen in Leipzig erzählt jetzt online von den Schicksalen der getöteten Kinder

Screenshot: L-IZ

Da und dort haben sich Engagierte in Leipzig schon seit Jahren mit dem Thema Kinder-Euthanasie-Verbrechen beschäftigt. Aber so richtig ins Bewusstsein der Stadt kam das Thema erst mit Tino Hemmanns Buch "Hugo. Der unwerte Schatz". Ein Buch mit Folgen. Eine der beeindruckensten ist die 2011 im Friedenspark eingerichtete Gedenkstätte für die ermordeten Kinder, die zum Teil auf dem ehemaligen Neuen Johannisfriedhof ihre letzte Ruhestätte fanden. Weiterlesen

Gerhard Ackermann erkundet das Leben seines Vaters

Wie der Pfarrer Johannes Ackermann in den Mühlen der Nazi-Kirchen-Zeit zermahlen wurde

Foto: Ralf Julke

Die Edition am Gutenbergplatz Leipzig (EAGLE) hat auch eine Reihe "EAGLE Essay", wo vor allem Texte erscheinen, die sich mal nicht mit den eher wissenschaftlichen Themen beschäftigen, sondern mit Zeit- und Wissenschaftsgeschichte. Da hinein gehört auch die Geschichte des Pfarrers Johannes Ackermann. Weiterlesen

Das nahende Ende eines Urheberrechts und die überfällige Aufarbeitung eines Mythos

Der Historiker Sven Felix Kellerhoff erzählt die durchaus lehrreiche Geschichte des Hitler-Buches „Mein Kampf“

Foto: Ralf Julke

Ist "Mein Kampf" gefährlich? Werden die Deutschen wieder alle zu Nazis, wenn im Januar möglicherweise Berge von Neuauflagen von Hitlers Kampfschrift in die Buchläden kommen? Denn dann läuft das Urheberrecht für das Monsterbuch des Herrn Hitler aus, der sich am 30. April 1945 das Leben nahm. Dann kann auch der Freistaat Bayern die Veröffentlichung nicht mehr unterbinden. Weiterlesen

Jetzt mal für ganz Deutschland

Sascha Lange auf Spurensuche nach Edelweißpiraten, Swing-Kids, Stenzen und Meuten

Foto: Ralf Julke

Die großen, bräsigen Alt-Historiker streiten sich noch immer: Haben sich die Deutschen den Nationalsozialismus einfach gefallen lassen? Waren das alles Mitläufer und Mittäter? Haben sie sich nicht gewehrt gegen die NS-Diktatur? Sind die Attentäter vom 20. Juli und die Weiße Rose nur eine Randerscheinung? - Wahrscheinlich irren sie. Sogar katastrophal. Denn so lässt sich die Funktionsweise von Diktaturen nicht verstehen. Weiterlesen

Erinnerungssteine in der Eutritzscher Straße

Ü40-Fußballer von Roter Stern Leipzig haben Stolpersteine für Familie Teutsch ermöglicht

Foto: privat

Am Samstag, 21. März, war wieder einmal Stolperstein-Tag in Leipzig. An zehn Orten wurden weitere 22 Stolpersteine verlegt, die an Opfer der NS-Diktatur in Leipzig erinnern. Diesmal spielte auch der Leipziger Sport eine Rolle: Die Ü40-Fußballabteilung des Sportvereins Roter Stern Leipzig '99 e. V. und Cordula Schröder ließen in der Eutritzscher Straße 45 Stolpersteine anbringen, die an die Familie Teutsch erinnern. Weiterlesen

Breslau 1933 bis 1941: „Kein Recht – nirgends“

Die Tagebücher des jüdischen Historikers Willy Cohn

Foto: Marko Hofmann

Breslau 1933: Die jüdische Gemeinde ist die drittgrößte im Deutschen Reich. Noch. Binnen weniger Jahre zerfällt das Gemeindeleben, flüchten die, die können, verschwinden die, die nicht mehr weg können oder wollen. Nach und nach werden die Bleibenden entrechtet und entnervt. „Kein Recht - nirgends“, Willy Cohns Tagebücher sind ein eindrucksvolles Zeugnis dieses Absturzes bis in gesellschaftliche Ächtung und Ermordung. Weiterlesen

Die Oktober-Bibliothek* (1)

Zwei junge Leipziger auf den Spuren der Zwangsarbeit in den Stadtteilen Connewitz und Lindenau

Cover: Bookra Verlag

Da und dort haben engagierte Leipziger Historiker in den letzten Jahren auch schon ein bisschen hineingeleuchtet in die Finsternis der zwölfjährigen NS-Herrschaft in Leipzig. Jeder Beitrag eine neue Bestätigung für die Vermutung, dass diese scheinbar medial so gut erschlossene Zeit tatsächlich in weiten Teilen terra incognita ist. Auch weil nach 1945 eine Menge Leute vergessen wollten. Auch die Tatsache, dass tausende Zwangsarbeiter auch in Leipzig für den deutschen Krieg schufteten. Weiterlesen