Die Frames der NS-Ideologie, Liebe, Hoffen und Zweifeln in den Briefen dreier junger Menschen

Ist es tatsächlich so, dass erst die Enkelgeneration die Lügen und Täuschungen der Großväter entlarvt? Es sieht ganz so aus. Auch wenn es die Kindergeneration war, die in den 1960ern die Aufarbeitung der Nazi-Zeit endlich ins Rollen brachte. Nur hatten die Kinder ein gewaltiges Problem: Sie trauten sich nicht, die eigenen Eltern infrage zu stellen. Vielleicht sollten sie tatsächlich die Kisten auf dem Dachboden mal öffnen.

Die Krauses haben es getan. Das machen Kinder eigentlich nicht. Meist wird der Nachlass der Eltern in einem großen Aufwasch entsorgt, das Fotoalbum und die alten Briefe in dieser unlesbaren Sütterlin-Schrift gleich mit. Erst recht, wenn das Haus der Eltern sowieso leer geräumt werden muss. Wer hebt den ganzen alten Krempel auf? Doch so ein paar kleine Skrupel hatten Joachim Krause und seine Geschwister Michael und Ursula schon. So blieb zumindest die alte Kiste mit Briefen und Tagebüchern der Eltern noch jahrelang stehen, bis Joachim Krause begann, die Briefe zu sichten – und sein blaues Wunder erlebte.

Denn seine liebevollen Eltern, die er zeitlebens immer als menschenfreundlich, demokratisch und kritisch erlebt hatte, schrieben sich in einem Tonfall Liebesbriefe, den er so von ihnen nicht kannte. Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, war Margarete Liebelt aus Ehrenhain bei Altenburg gerade 18, Karl Christian Krause war ein Jahr älter, ein Alter, von dem man annimmt, dass der Mensch da schon erwachsen ist und nicht mehr anfällig für neue Ideologien. Die in diesem Fall so ganz neu nicht waren. Tatsächlich war es auch in der späten Weimarer Republik ganz ähnlich wie heute: nationalistische Ressentiments waren weit verbreitet und Heilsversprechen für ein wiedererstarktes Deutschland waren in weiten Teilen der Bevölkerung im Schwang. Das war auch den Krauses und Liebelts nicht fremd.

Aber gerade Margarete scheint all das, was sie nun im BDM und im Frauenarbeitsdienst erlebte, regelrecht aufgesogen zu haben in sich. Schon früh begegnet sie dem Leser dieser Briefe als überzeugte Anhängerin des Nazismus. Was diese Briefe natürlich frappierend macht. Denn bislang gibt es so gut wie keine Veröffentlichung, die dieses Übergreifen der NS-Ideologie im Alltag sichtbar macht. Gar in den Aufzeichnungen dreier junger Menschen, die sich brieflich intensiv austauschen über ihrer Leben, ihre Gefühle und ihre Ansprüche an den anderen.

Denn nicht nur Christian taucht als Briefpartner Margaretes auf, sondern auch dessen Bruder Helmut, dem Margarete begegnet, nachdem sie die Verbindung zu Christian komplett gelöst hatte. Während ihr der angehende Pfarrer Christian als nachdenklicher, suchender und den Auswüchsen des NS teils kritisch begegnender Mensch fremd geworden zu sein scheint, begegnete sie in Helmut nicht nur einem jungen Mann, der mit Begeisterung Offizier geworden war, sondern auch ein in diesem Sinne wirklich fanatischer Nazi.

Was es mit diesem Fanatismus auf sich hatte, kann man bei Viktor Klemperer gut nachlesen. Das müssen wir hier nicht auswalzen. Aber was gerade der Austausch zwischen Gretel und Helmut lesbar macht, ist, wie sehr die Ideologie der NS-Zeit eine voller Phrasen, falscher Überhöhungen, aber auch eine mit in sich geschlossener Logik war.

Das verblüfft schon, weil gerade die klugen Analysen der NS-Zeit den Aspekt ja immer wieder beleuchten. Deutlich wurde es jüngst erst mit Thomas Webers „Wie Adolf Hitler zum Nazi wurde“. Und trotzdem beschäftigt sich kein Forscher wirklich intensiv mit dieser Funktionsweise von Ideologien über Meme und Framing. Gerade das aber würde einige sehr klare Antworten geben zu der ewig gärenden Frage: Wie konnte es ausgerechnet in diesem hochkultivierten Deutschland zu diesem „Sündenfall“ kommen? – Das Mem „Land der Dichter und Denker“ gehört übrigens auch zu den Memen des Nationalsozialismus, kommt auch in den Briefen der drei jungen Leute vor und gehört in den ganzen Kranz von „Kulturvolk“, „kulturelle Überlegenheit“, „höhere Kultur“ und was da noch so alles auftaucht. (Die „Leitkultur“ in der heutigen Diskussion gehört ebenfalls hierhin, auch wenn es ihre Verfechter abstreiten würden.) Im Grunde ist es sogar die Basis allen Nazismus, der das eigene Volk verherrlicht. „Herrenvolk“ schreibt Christian später als Kommentar zu einigen Zeilen Margaretes, in denen sie wieder beschwor, wie sehr die Kriegsgegner Hitlers doch von Herrschsucht besessen seien, anders als die Deutschen.

Christian war eigentlich klar, auf wen er sich da einließ, als er nach dem Tod seines Bruders Helmut an der Ostfront wieder den Kontakt aufnimmt zu Margarete. Er wusste es ja auch bei seinem Bruder. Und wer Christians Briefe genau liest, der merkt, wie vorsichtig er seine Worte wählt und auch seine Kritik am Nazismus und an Hitlers Kriegen versteckt hinter vorsichtigen Mahnungen an die Menschlichkeit und an die Notwendigkeit eines christlichen Lebens. Gerade gegenüber dem jüngeren Bruder. So sicher, dass der Bruder das auch brüderlich verstehen würde, war er sich augenscheinlich nicht.

Die drei Krause-Kinder haben übrigens im Nachspann des Buches alle drei versucht, den Widerspruch für sich zu erklären, der auftauchte, als sie diese Briefe lasen – zwischen liebenswerten und sehr humanistisch denkenden Eltern und dem, was insbesondere Margarete und Helmut schrieben. Und wie sie schrieben. Irgendwo muss es da einen Bruch gegeben haben. Einen Bruch, den alle Überlebenden des NS-Reiches gehabt haben müssen. Nur dass viele eben einfach nur die angelernte Gesinnung verbargen und vergruben und im Familienkreis weitergaben – bis heute, wie wir wissen. Denn der Grund, auf dem die neuen Rechten tanzen, ist dieses unverdaute alte nazistische Myzel, diese ganze Rosenberg-Mythologie, die den Nationalsozialismus zur neuen Religion machte. Eben dem, was Christian in seinem christlichen Glauben nicht akzeptieren konnte. Ein Christentum ohne Christus war für ihn nicht denkbar – was ihn dann früh zur Bekennenden Kirche brachte.

Aber auch zum Wissen darum, wie sehr Führerkult und die Überhöhung von Volk und Heldentum für Margarete und Helmut zur neuen Religion geworden ist.

Da fragt man sich natürlich: Wie hat er das ausgehalten? War er nur feige und hat versucht, irgendwie mit heiler Haut durchzukommen? Wahrscheinlich nicht. Denn aus Christians Briefen an Bruder und Geliebte spricht auch etwas, was man bei aller Klugheit im Leben nicht ausschalten kann: Er liebte die beiden wirklich. Und das wohl zu Recht, denn jeder Mensch ist immer mehr als die Ideologie, die ihm eingetrichtert wurde. Gerade bei Helmut wird das deutlich – unter dem ganzen Wortballast der in sich kreisenden NS-Logik wird auch immer wieder das Jungenhafte, Herzhafte und menschlich Offene sichtbar. Man ahnt es bei jedem seiner Briefe, dass der junge Offizier sich genauso auch für tausend andere Sachen begeistert hätte, wenn sie mit Feuereifer, Einsatzbereitschaft und Anerkennung in der Gesellschaft verbunden gewesen wären. Gerade diese Begeisterungsfähigkeit hat ihn missbrauchbar gemacht.

All seine ausschweifenden Erklärungen, wie er zu Krieg, Heldentum oder gar Ehe steht, nimmt ihm der späte Leser nicht ab. Zu deutlich sind die Versatzstücke aus NS-Schulungen, Hitlerreden und Nazi-Zeitungen sichtbar. Deutlich wird auch, wie stark die gleichgeschalteten Medien ab 1933 das Denken und Fühlen im ganzen Reich bestimmten. Auch das wird in der historischen Forschung selten bis nie betrachtet, welche Rolle Radio, Kino, Wochenschau und die vielen organisierten Versammlungen und Schulungen spielten. Selbst der eigentlich doch etwas kritischere Christian merkt es, als er ein Semester seines Theologie-Studiums in Zürich absolviert und damit konfrontiert wird, wie sehr sich das Denken in einer selbstbewussten Demokratie von dem unterschied, was er in Deutschland täglich zu hören bekam.

Die „Gleichschaltung“ hatte Folgen. Erst recht, wenn die Elternhäuser der jungen Menschen selbst nicht wirklich kritisch eingestellt waren, sondern eher selbst auf die Verlockungen der NS-Ideologie hereinfielen, diesen ganz auf Heimat, Volk, Boden und kulturelle Überlegenheit fixierten Bombast, der sich in stocksteifen Überhöhungen artikulierte. Und natürlich in einer systematischen Verachtung aller anderen Völker und Kulturen. Gerade Margarete und Helmut tun zwar so, als würden sie sich all das selbst ausdenken, was sie da in ihren Briefen ausbreiten. Aber dazu sind all die Versatzstücke längst zu bekannt. Es ist genau das Baumaterial, aus dem die Glaubensformeln der neuen NS-Kirche bestanden. Und gerade beim Lesen von Gretels Briefen bekommt man das Grausen: Kann man sich mit so einer vom Nazismus regelrecht begeisterten Frau überhaupt abgeben? Immerhin liest man von ihr solches Gedankengut selbst noch nach der Kapitulation am 8. Mai, als die Amerikaner längst in Ehrenhain waren.

Aber gerade das spricht eher von der Wirksamkeit des Framings, mit dem völkisches und nationalistisches Gedankengut ja nicht erst unter den Nazis in die Köpfe gebracht wurde. Ohne dieses Framing ist Faschismus gar nicht denkbar. Nur wer frei ist von dieser Gleichschaltung, begreift das Theatralische und Falsche an dieser Inszenierung von Überlegenheit, Auserwähltheit und Macht. Und auch erst dann begreift man, was passiert, wenn einfache Formeln genügen, ganzen Gruppen von Menschen ihre Menschlichkeit abzusprechen, sie zu Unter-Menschen zu machen. Die ganzen abwertenden Bilder gegen Juden, Polen und Russen tauchen in den Briefen wieder auf. Und das oft sogar neben authentischen Schilderungen, die eigentlich davon erzählen, dass die angelernten Frames nichts mit der vorgefundenen Wirklichkeit zu tun haben. Da merkt man, wie sich selbst Helmut und Gretel in ihren Zeilen wieder aufraffen und auf die NS-Formeln zurückgreifen und sich selbst beschwören, dass ja doch der Nazismus Recht haben muss.

Für Leute, die klares Denken leben, sind die Briefe – und die sind allesamt nur in Ausschnitten zitiert – schwer zu verdauen. Selbst dann, wenn man merkt, wie krampfhaft die drei Briefeschreiber versuchen, dem nazistischen Wortgebrauch zu genügen und sich auch in den Briefen als überzeugte Anhänger der NS-Ideologie zu beweisen. Ganz so, als würden sie jederzeit damit rechnen, dass jemand anders diese Texte liest.

Was den nächsten Aspekt dieser NS-Zeit zumindest wahrnehmbar macht: Den allgegenwärtigen Druck, sich als „überzeugter NS-Anhänger“ zu beweisen – bis in die Familie hinein. Denn wo nur die absolute Überzeugung gilt, die Linientreue, wie es schon damals hieß, da werden alle humanen Regungen zur Gefahr, ist der Schritt vom Zweifel in den medial permanent beschworenen „Verrat“ nicht weit.

Man geht nicht fehl, wenn man dieselben Wirkungsmechanismen auch im Stalinismus wiederfindet – anders verkleidet, da und dort nicht ganz so brutal. Aber auch das ist nur ein weiteres Kapitel aus mittlerweile immer mehr Kapiteln der um sich greifenden modernen Ideologien.

Eigentlich ist die Geschichte von Christian und Margarete sogar die Geschichte einer späten Wandlung, auch wenn die Kinder nicht wirklich benennen können, wann und wie es geschah. Oder – das erwägen sie auch in ihren Kommentaren nicht – ob es nicht gerade Christians Bemühen um Gretel war, die sie nach vielen Gesprächen und Auseinandersetzungen geöffnet hat für seine Zweifel und seine christliche Sicht auf die Welt. Das ist das Pech der späten Beschäftigung: Beide Elternteile können nicht mehr gefragt werden. Der Moment für das Gespräch über das nun Gelesene ist ungenutzt vorübergegangen. Auch weil die Kinder ja nicht ahnten, wie tief die Eltern in der nazistischen Ideologie gesteckt hatten.

Der Historiker Christoph Dieckmann geht im Nachwort auf das Problem ein. Denn dieses Gespräch der Kinder mit ihren Eltern über deren wirkliches Leben in der NS-Zeit ist in den meisten Familien vermieden worden. Nicht nur im Westen, auch im Osten. Beide Gesellschaften haben sich emsig darum bemüht, jede Schuld an den Untaten der NS-Zeit von sich zu weisen und ein paar Wenige zu „Schurken“ zu erklären. Was „Hitlers willige Vollstrecker“ (Daniel Goldhagen) zu einer fast mystischen Größe gemacht hat. Am Ende waren nur die paar Spitzennazis schuld, die in Nürnberg verurteilt wurden. Selbst nach dem 8. Mai 1945 zeigte sich Gretel, die ihren Christian noch im Kriegsjahr 1943 heiratete, überzeugt, dass „unser Führer von all dem nichts gewusst haben kann“. Dabei hatte Christian schon in viel früheren Briefen versucht, mit ihr vom christlichen Standpunkt über die Pogrome gegen die Juden zu sprechen.

Die Indoktrination durch die NS-Propaganda wirkte auch im Verschweigen noch fort und über das Kriegsende hinaus.

Insofern verblüfft schon, wie eifrig Christian versucht, seinen christlichen Glauben irgendwie mit der das Land beherrschenden NS-Ideologie in Übereinstimmung zu bringen. Aber immer da, wo es wirklich um menschliche Haltungen geht, scheitert er, hat das, was der „von der Vorhersehung gesandte Führer“ predigte, nichts mit den so einfachen Ansprüchen des Neuen Testaments zu tun.

Die drei Geschwister haben sich nicht leicht getan, die Briefe nun in einem Buch öffentlich zu machen. Aber wie Dieckmann betont, ist auf diese Weise ein einzigartiges Zeugnis öffentlich geworden, wie es in der Aufarbeitung der NS-Zeit sichtlich gefehlt hat. So intensiv in die Beweggründe dreier junger Menschen, die mitten in Zeiten zunehmender Radikalität und eines als „Blitzkrieg“ gestarteten Marathons von Kriegen ihren Weg ins Leben suchten, hat man auch in den vielen Biografien der Zeitzeugen noch nicht gefunden. Wobei gerade die Mitläufer so gut wie nie wirklich über das Erlebte und vor allem über ihre Verführbarkeit berichteten. Gerade das aber würde uns Einiges lehren – nicht nur über die Funktionsweise von Diktaturen, sondern auch die von modernen Mediengesellschaften. Und das Nazi-Reich war eine. Ohne eine auf die gleichen Frames gepolte Bevölkerung hätte das Nazireich so nicht funktionieren können.

Und gerade der Aspekt wurde noch nicht wirklich beleuchtet. Denn in dieser Macht über die Köpfe steckt auch für die heutige Demokratie dieselbe Gefahr, die auch die Weimarer Republik zerstört hat. Denn an die Macht gekommen sind die Nazis ja nicht mit Gewalt, sondern mit Worten, die in Frames steckten, von denen einige bis heute durch die Bodenschichten unserer Gesellschaft wabern.

Joachim Krause Fremde Eltern, Sax Verlag, Beucha und Markkleeberg 2016, 24,80 Euro.

In eigener Sache – Eine L-IZ.de für alle: Wir suchen „Freikäufer“

RezensionenNS-DiktaturGeschichteFramingBriefeIdeologien
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Grüne beantragen ein bisschen mehr Transparenz für die Fachausschüsse des Leipziger Stadtrates
Treppenhaus im Neuen Rathaus. Foto: Ralf

Foto: Ralf

Für alle LeserMühsam nährt sich ja das Eichhörnchen. Eigentlich wissen alle, dass eine transparente Politik auch bei den Bürgern Vertrauen schafft. Und trotzdem verschwindet nicht nur der größte Teil der Verwaltungsarbeit hinter dicken Mauern, verschlossenen Türen und in abgeschotteten Gremien. Auch ein Großteil der Stadtratsarbeit findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das ist nur zum Teil begründbar, stellt die Grünen-Fraktion jetzt in einem Antrag fest.
Sächsische Bildungsempfehlungen erzählen noch immer von Benachteiligung nach Wohnort und Herkunft
Wohin mit dem Knaben? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAn Schulen, die wirklich die Bildung und die Förderung von Kindern zum Ziel hätten, gäbe es keine Bildungsempfehlungen. Jedenfalls nicht solche wie in Sachsen, wo auch die Entschärfung der alten Sortierregeln nicht wirklich etwas am System der Auslese geändert haben. Auch wenn das Kultusministerium am 10. März stolz meldete: „Von rund 31.400 Grundschülern der 4. Klassen an öffentlichen Schulen haben 48 Prozent (14.959 Schüler) in diesem Jahr eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 51 Prozent (16.147 Schüler) für die Oberschule erhalten.“
Das Fördernäpfchen für Sportstätten in Sachsens Kommunen war schon am 1. Januar leer und eine Ballsporthalle sorgt für Erstaunen
Alte Messe: Viel Platz für eine Ballsporthalle? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWarum wird die geplante Schwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz vom Freistaat nicht gefördert? Der Aufschrei war ja groß in Leipzig, als die Ablehnung des Förderantrags bekannt wurde. Und im Landtag hat der Abgeordnete der Linksfraktion Franz Sodann extra nachgefragt, woran das liegt. „Der Freistaat lehnt eine Bezuschussung durch Landesmittel, die in Höhe von 6,255 Mio. € beantragt wurden, ebenso ab, wie eine Förderung aller weiterer von der Stadt Leipzig geplanter kommunaler Sportbauten“, stellte er fest.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #32
Nachwachsender Rohstoff - Holz. Foto: Gernot Borriss

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs scheint eine kleine Ironie der großen Geschichte zu sein, dass ausgerechnet während der Präsidentschaft von Donald-The-Ol'-King-Coal-Trump der Kohleverbrauch der USA unter den der erneuerbaren Energien gefallen ist. Zum ersten Mal seit 135 Jahren. Der Blick auf die Verbrauchsstatistik zeigt die Wachablösung in Form von zwei Graphen – und beschreibt dabei einen fast schon romantischen Moment.
Herrlichstes Kopftheater: Zum 300. gibt es die Münchhausen-Geschichten mit den phantasievollen Zeichnungen von Thomas M. Müller
Gottfried August Bürger: Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDieses Geburtstagsfest fiel gründlich ins Wasser, oder besser: dem Corona-Ausnahmezustand zum Opfer. Am 11. Mai hätte Bodenwerder so gern den 300. Geburtstag seines berühmtesten Einwohners gefeiert. Aber die Feier musste ausfallen. Vielleicht wird sie im Herbst noch nachgeholt. Dafür hat sich der Leipziger Verleger Michael Faber einen großen Wunsch erfüllt: Er hat die Geschichten des Lügenbarons von Thomas M. Müller illustrieren lassen.
„Reiß‘ dich zusammen und suche dir Hilfe!“ – Kampf gegen Essstörungen, für Melanie Apitzsch der härteste Langstreckenlauf
Melanie Apitzsch: „Es ist kein Schritt zurück, sondern ich nehme nur Anlauf.“ Foto: Daniel Halangk

Foto: Daniel Halangk

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelAuf den Tag genau vor fünf Jahren erschien mit der 1. Ausgabe der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) auch meine erste große Sportgeschichte. Es war die Geschichte der Leistungssportlerin Melanie Apitzsch, die zuvor als großes Leipziger Talent auf den langen Laufstrecken und über 3.000 Meter Hindernis galt. Doch der härteste Wettkampf fand für sie nicht auf der Rundbahn statt, sondern es war der Kampf mit sich selbst, der Kampf gegen Essstörungen.
Auch Leipziger Wasserwerke schaffen ihr Jahresziel und ärgern sich trotzdem über sparsame Leipziger
Klärwerk im Rosental. Foto: KWL

Foto: KWL

Für alle LeserAuch die Kommunalen Wasserwerke Leipzig haben das Geschäftsjahr 2019 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Auch wenn die Wasserwerker damit hadern, dass die Leipziger immer noch so wenig Wasser pro Kopf verbrauchen. Obwohl dieses Hadern überhaupt keinen Grund hat, denn auch das ziemlich wasserarme Jahr 2019 hat gezeigt, dass auch die Wasserwerke Leipzig die Wasserbereitstellung nicht einfach mal so aus der Hüfte erhöhen können.
Sächsische Arbeitsagentur versucht, Folgen der Umstellung auf E-Auto-Bau zu modellieren
Pkw-Produktion in Deutschland und weltweit. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen / IAB

Grafik: Arbeitsagentur Sachsen / IAB

Für alle LeserEin paar Klicks genügen, und man ist mitten in den sächsischen Debatten um eine Krisenindustrie, die gerade die größte Transformation ihrer Geschichte vor sich hat: die Automobilindustrie. Im Januar und Februar diskutierten Wirtschaftskammern und Politiker heftig darüber, wie man den Strukturwandel im Automobilbau auffangen könnte. Da war von irgendwelchen Corona-Einschränkungen noch gar keine Rede. Die Autobauer sind nicht erst mit dem Export-Einbruch durch Corona in schweres Fahrwasser geraten.
Stadtwerke Leipzig haben 2019 ihr Ergebnis überraschend stark auf 67 Milionen Euro gesteigert
Das Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig an der Eutritzscher Straße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSo optimistisch klang ein Geschäftsbericht der Stadtwerke Leipzig seit Jahren nicht mehr. Nirgendwo war die Bremserpolitik einer von Fossilkonzernen getriebenen Bundes-Anti-Klimapolitik stärker zu spüren als in den Stadtwerken der Bundesrepublik. Viele hatten sich darauf verlassen, dass auch die Merkel-Regierungen die von Rot/Grün eingeleitete Energiewende fortsetzen würde, hatten sogar extra noch eigene Gaskraftwerke gebaut. Auch die Leipziger Stadtwerke wurden von dieser Politik für Kohlekonzerne ausgebremst.
Hot Club d’Allemagne legt nach zehn Jahren eine neue CD vor: Hot Club d’Allemagne
Hot Club d'Allemagne: Hot Club d'Allemagne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDanach haben sich auch viele gesehnt im Corona-Shutdown: Einfach mal wieder abends in einer Bar sitzen dürfen, Gläschen oder Tässchen auf dem Tisch, entspannt zurückgelehnt und der Musik lauschen, die vier ambitionierte Herren im gedimmten Scheinwerferlicht machen – locker, zuweilen überschwänglich, herrlich beswingt und dennoch so, als würden sie so nebenbei ein paar fröhliche Lebensgeschichten erzählen. Das kann man jetzt tatsächlich haben – sogar daheim, abends, wenn man den Tag von sich abfließen lassen möchte.
QualityLand 1.1: Der erste Teil des Erfolgsromans von Marc-Uwe Kling als mitreißende Graphic Novel
Marc-Uwe Kling, Zachary Tallent: QualityLand, Band 1.1. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist eigentlich das Jahr von Marc-Uwe Kling. Aber dann kam Corona. Als die Verfilmung seiner „Känguru-Chroniken“ ins Kino kommen sollte, schlossen die Kinos. Und nicht nur die Känguru-Chroniken machen Furore (und finden auch trotz Corona zu Zuschauern und Lesern), sondern auch sein 2017 veröffentlichter Roman „QualityLand“, für den Kling just 2020 den Folgeband angekündigt hat. Wer „QualityLand“ noch nicht kennt, dem hilft jetzt der erste Comic dazu auf die Sprünge.
These #19: Der „aktivierende Sozialstaat“ grenzt insbesondere benachteiligte Menschen aus.
Kalender-These #19 – Juni 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit gerade junge Menschen nicht am Verwaltungsdruck zerbrechen, brauchen sie Sicherheit und Förderung – um Selbsthilfepotenziale entdecken und nutzen zu können.
Interview: Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ erklärt seinen Protest gegen die Corona-Demos
Als Gegenprotest am 18. Mai 2020 auf dem Nikolaikirchhof versammelt - Leipzig nimmt Platz mit einer angemeldeten Kundgebung. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelSie kritisieren die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, wähnen sich in einer Diktatur oder verbreiten antisemitische Verschwörungstheorie: Die auch in Leipzig seit Wochen andauernden Demonstrationen beinhalten viel Problematisches. Auch sind immer mehr Personen aus dem rechtsradikalen Spektrum dort anzutreffen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft deshalb mittlerweile regelmäßig zum Protest gegen diese Veranstaltungen auf.
Keinen Kontakt, bitte! – RC Leipzig spielte seine beste Saison und ist trotzdem traurig.
Der RC Leipzig hofft auf Spendengelder. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelRugby und Abstand halten ist wie Baden und trocken bleiben wollen. Oder anders formuliert: Wenn nicht mindestens zehn Spieler auf einem Haufen liegen, ist es kein Rugby. Zwinkersmiley. Wobei, eigentlich wäre eher der mit dem traurigen Gesicht angebracht, denn genau dieses körperbetonte Spiel ist in Corona-Zeiten absolut tabu. Beim Bundesligisten RC Leipzig herrscht dafür vollstes Verständnis. Traurig ist man an der Stahmelner Straße natürlich trotzdem.
LVB konnten ihre Linienerlöse trotz sinkender Fahrgastzahlen steigern
XL-Straßenbahn auf der Messekehre. Foto. Ralf Julke

Foto. Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur die Leipziger Gruppe als Stadtholding legte in dieser Woche ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vor. Auch die drei Tochterunternehmen legten ihre Zahlen vor. Und gerade bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) war eine gewisse Aufmerksamkeit sicher. Denn erstmals in den vergangen Jahren konnten die LVB ihre Erlöse nicht durch eine Fahrpreiserhöhung steigern.