Ein paar Blitzlichter in die dunklen Abgründe Berlins in den Jahren 1914 bis 1933

Mord und Totschlag haben Menschen schon immer in ihren Bann gezogen. Das war im Mittelalter so, das war auch vor 100 Jahren so. Zeitungen berichteten ausführlich über spektakuläre Verbrechen. Polizeikommissare führten ein neugieriges Publikum in zwielichtige Kneipen oder schrieben schon damals stimmungsvolle Memoiren. Stoff genug für Regina Stürickow, ein Stück Alt-Berlin wieder zum Leben zu erwecken.

So etwas Ähnliches hat die Slawistin und Historikerin auch schon für Paris gemacht. Sie lebt in beiden Metropolen. Und groß genug sind die beiden Städte ja, um für sie quasi einen Reiseführer der kriminellen Milieus und großen Verbrechen zu schreiben. Für Berlin quasi rechts und links der S-Bahn. Scheunenviertel, Stettiner Bahnhof, Schlesischer Bahnhof, Alexanderplatz – man kennt die Örtlichkeiten teils aus berühmten Filmen und Thrillern. Aber was war Realität, was Literatur?

Immerhin geht es um eine Zeit, die sowieso schon von sozialen Verwerfungen gezeichnet war – die Jahre zwischen 1914 und 1933, geprägt von den Kriegsauswirkungen, Kohlrübenwintern, Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise. Was in den üblichen Darstellungen zum Berlin der Weimarer Zeit als „Goldene Zwanziger“ gemalt wird, war für die meisten Berliner in Wirklichkeit eine harte Zeit – mit Arbeitsplatz- und Existenzverlust, Hunger, Obdachlosigkeit oder einem mehr als ärmlichen Leben auf beengtem Raum in überfüllten Mietskasernen.

Und  so zeichnet die Autorin im einführenden Kapitel nicht nur die topografische Landschaft des Verbrechens, sondern schildert auch anschaulich das Leben in den ärmsten Stadtteilen Berlins, das Leben in den Obdachlosenasylen, Mietskasernen, in den billigen Kneipen, die es durch einzelne Kriminalfälle zu zweifelhaftem Ruhm brachten, in den billigen Absteigen und den riesigen Mietskasernen. Denn Verbrechen ist eher selten ein Abenteuer, auch wenn es die touristische Neugier der zahlenden Kundschaft mit Gänsehaut ins diffuse Milieu zieht.

In der Regel sind es blanke Armut, Arbeitslosigkeit, soziale Verwahrlosung, billiger Alkohol und eine längst zur Dauerkrise gewordene Perspektivlosigkeit, die die Verbrechenszahlen in die Höhe treiben lassen. Meist geht es um ein bisschen Geld, um sich Essen kaufen zu können, geraten Diebstähle, Einbrüche und Raubüberfälle aus dem Gleis und enden mit einem Mordfall für die Kriminalpolizei, die im Berlin der 1920er Jahre durchaus schon professionell arbeitete, die seinerzeit modernste Ermittlungstechniken anwandte, auch wenn sie eines nicht ändern konnte: Die dramatischen Folgen einer aus den Fugen geratenen Zeit zu reparieren.

Sie alle – die kleinen und großen Ganoven, die reichen und die armen Opfer und natürlich die namhaften Kommissare Berlins tauchten seinerzeit allesamt auch in den großen Zeitungen Berlins auf (deswegen gibt es auch ein paar enthusiastische Zeilen über das damalige Berliner Zeitungsquartier), aber auch in Biografien und Fach- und Sachbüchern. Zum Glück, könnte man sagen. Es war ein florierendes Medienzeitalter und die Reporter waren meist viel näher dran am Geschehen, als die heutigen Skandalmedien. Und sie legten noch Wert darauf, die Dinge möglichst sachlich zu schildern – mit einer Kompetenz, die den meisten heutigen Polizeireportern völlig abgeht. Denn wenn man das Verbrechen begreifen will, muss man wissen, wie Opfer und Täter leben, unter welchem Druck sie stehen, in welchen Nöten sie sind. Und so hat der Leser gleich den notwendigen Hintergrund für die authentischen Kriminalfälle, die Regina Stürickow zusammengetragen hat – auch für die Zeit des 1. Weltkrieges, dessen große Marschmusik schon im Frühjahr 1915 kläglicheren Tönen wich, denn auf einen langen Krieg hatten sich die deutschen Generäle überhaupt nicht vorbereitet. Und so mangelte es schon im Frühjahr an Nahrungsmitteln und ziemlich schnell auch an Arbeitskräften, weil alles, was männlich war und einigermaßen schießen konnte, eingezogen wurde in die große Fleischfabrik.

Natürlich war das genau so wie heute: Ein vom nationalen Taumel besoffener Reichstag hatte dem Kaiser und seiner Generalsclique die Zustimmung gegeben, sich in einen Krieg zu stürzen, der völlig überflüssig war, lediglich die Panik eines vergreisten Oberkommandos widerspiegelte und mit teilweise falschen, größtenteils aber fehlenden Informationen begründet wurde. Heutige Historiker sprechen ja gern davon, die Regierungen Europas seien in diesen Krieg mehr oder weniger hineingetaumelt.

Dasselbe wird man wohl auch über das Jahr 2015 sagen können, wenn wieder einmal klar wird, dass man auf Grundlage falscher Informationen und Panikszenarien entschieden hat. Wie sich die Zeiten ähneln. Und wie wenig Menschen, die sich um Abgeordnetenämter rangeln, bereit sind, zu lernen aus der Geschichte.

Auch darüber, welche Prozesse durch ihre Entscheidungen in Gang gesetzt werden. Dass die Weimarer Republik am Ende von einem greisen Feldmarschall abserviert werden konnte, hat mit solchen Prozessen zu tun. Und mit einer zunehmend boshafteren Allianz der Republikfeinde, die alles dafür taten, die Demokratie zu zerschießen. Das wird am Ende dieses Buches noch einmal thematisiert, wenn die Autorin vor allem auf die klugen Analysen in der „Weltbühne“ eingeht, wo man sich – mutiger als in den großen Gazetten – mit den Fememorden der Zeit und der zunehmenden Radikalisierung der Rechten beschäftigte, mit der vertuschten Aufrüstung der Armee und mit dem engen Zusammenhang der Zahl von Verbrechen und purer existenzieller Not. Und – das war auch damals schon so: mit den Zahlen, die die verantwortlichen Instanzen lieber nicht veröffentlichten, weil sie einige dieser Zusammenhänge sehr deutlich gezeigt hätten.

Und zwischendurch bekommt der Leser natürlich trotzdem, was er sich vom Titel verspricht: lauter Morde und Totschläge mit Einblicken in die damalige Polizeiarbeit, das Berliner Tag- und Nachtleben und natürlich das konkrete Milieu, in dem die Opfer und die Täter angetroffen wurden. Man erfährt eine Menge über ihre kleinen Arbeiten und Geschäfte, mit denen sie sich über Wasser hielten, über das Leben der Bettler, der Wirtinnen, Straßenprostituierten. Nur da und dort taucht ein klein wenig Flitter dieser Goldenen Zwanziger auf, in denen der Schwarzmarkt blühte und sich Wucherer und Rauschgiftdealer goldene Nasen verdienten – oder auch mal selbst zum Opfer einer spektakulären Rache wurden. Man erfährt von zerrütteten Familien, Kindern in Not, aber auch der Schwierigkeit, der Mörder und Gewalttäter habhaft zu werden, wenn dabei die Grenzen Berlins überschritten wurden. Die überregionale und internationale Polizeizusammenarbeit war erst im Entstehen, zeitigte aber ihre ersten Erfolge – auch davon gibt es ein paar Fälle in diesem Buch.

Nicht immer kann die Autorin erzählen, welche Strafe die Täter am Ende bekommen haben, weil die entsprechenden Schriftstücke fehlen. Aber einige spektakuläre Fälle konnten auch damals nicht gelöst werden. Die Enttäuschung machte nicht nur den aufgeregten Bürgern zu schaffen, sondern auch den Ermittlern. Immerhin wollte man ja auch in Berlin zeigen, dass man auf internationalem Niveau war bei den Ermittlungen. Aber es ist wie heute: Wenn die nötigen Spuren fehlen und Zeugenaussagen nicht weiterbringen und der Täter gar von außerhalb kam, wird es schwer für die Polizei. Die hohen Aufklärungsraten bei Tötungsdelikten, die damals wie heue bei über 90 Prozent lagen, haben ihre Ursache schlicht darin, dass die Täter fast immer im direkten Lebens- und Familienumfeld zu suchen und zu finden sind. Und fast immer ist es schiere existenzielle Not, die hier Gewalt zum Ausbruch kommen lässt.

Die großen spektakulären Mordfälle mit echten Profikillern waren auch damals die Ausnahme. Nur scheint es den Lesern der Zeitungen oft anders, weil die Verantwortlichen gern alles tun, um die Existenznöte der Gesellschaft vor den eigenen Bürgern zu verschleiern. Im 1. Weltkrieg wurde alles, was zu viel über die tatsächlichen Folgen des Krieges verriet, systematisch zensiert. Und in der Weimarer Republik waren es auch nicht wirklich die großen Verleger, die Wert auf eine vollumfängliche Berichterstattung legten – auch das war wie heute. Die belastbaren Zeugnisse und Reportagen stammen allesamt von ambitionierten Journalisten, die sich das Studium der Milieus – auch der prekären – zur Aufgabe gemacht haben. Deswegen ist auch das Jahr 1933 die Zäsur, denn mit diesem Jahr war auch damit Schluss – die besten Journalisten wurden entweder verhaftet, arbeitslos oder mussten gleich ganz das Land verlassen, weil sie mit Verfolgung rechnen mussten.

Und das Wort, das ihnen die neuen Schreihälse zuriefen, lautete schon damals „Lügenpresse“. Auch wenn Regina Stürickow auf dieses Thema nicht extra eingeht. Die Jahreszahlen 1914 und 1933 sprechen für sich.

Regina Stürickow Mörderische Metropole Berlin, Militzke Verlag, Leipzig 2015, 14 Euro.

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