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Weimarer Republik

Bücher im Geiste der Weimarer Demokratie: Die Wiederentdeckung eines fast vergessenen Verlages

Der im Leipziger Süden heimische Sax Verlag entwickelt sich nach und nach auch zu einem Verlag, in dem sich die sächsischen Verlags- und Verlegergeschichten sammeln. Nicht nur die Geschichten zur Buchstadt Leipzig, sondern auch die zu den Persönlichkeiten, die hier einst die Bücher machten, die das Kaiserreich und die Republik in ihren Bann schlugen. Mit Harry Schumann und dem Carl Reissner Verlag wird nun ein fast vergessenes Verlagsschicksal aus dem Dunkeln geholt.

Die Hohenzollern und die Nazis: Stephan Malinowskis großes Buch über die Geschichte einer Kollaboration

Es ist das Buch zu einer großen Diskussion, die seit 2019 so richtig Feuer bekommen hat, seit der Versuch der Hohenzollern, einstige Besitztümer wieder zurückzubekommen, öffentlich wurde. Seit Jahren verhandeln sie darüber schon mit den Landesregierungen im Osten. Mit Gutachten versuchen sie, ihr Recht auf diese Rückgabe durchzusetzen und zu belegen, dass die Enteignungen im Osten nach 1945 unbegründet waren. Aber wenn es um geschichtliche Tatsachen geht, helfen auch nur belegbare Fakten.

Die Goldenen Zwanziger: Annäherung an ein turbulentes Jahrzehnt mit Bezügen auf Karl Barth und unsere Gegenwart

Es ist ja nicht nur die TV-Serie „Babylon Berlin“, die derzeit zum Vergleich anregt: Wie ähnlich waren eigentlich die 1920er Jahre den gerade begonnenen 2020er Jahren? Wiederholt sich Geschichte? Erleben wir noch einmal solche „Roaring Twenties“? Nutzen wieder rechtsradikale Scharfmacher die Krise der Gesellschaft, um die Demokratie zu zerstören und ihren Menschenhass zur Staatsdoktrin zu machen? Eine Frage, die man auch aus der Religionsperspektive betrachten kann.

Abels Auferstehung: Thomas Ziebulas zweiter Krimi aus dem Nachkriegsleipzig des Jahres 1920

Es ist schon erstaunlich, wie in den vergangenen Jahren das Interesse für die Weimarer Republik gewachsen ist. Und zwar schon eine Weile vor der Verfilmung von „Babylon Berlin“. Kaum ein Genre zeigt diese wachsende Sensibilität so deutlich wie der Kriminalroman. Vor einem Jahr schickte Thomas Ziebula erstmals seinen Kriminalinspektor Paul Stainer ins Leipzig der frühen 1920er Jahre. Der Krieg ist noch allgegenwärtig.

naTo-Projekt „Alltag/Revolution. Leipzig 1918–1923“ thematisiert die aufwühlenden fünf ersten Jahre der Weimarer Republik

Am 9. Oktober hat Leipzig ja wieder an die Friedliche Revolution von 1989 erinnert. Aber sie und die nachfolgende Deutsche Einheit überblenden auch ein wichtiges Stück deutscher Demokratie-Geschichte. Dabei ist die Gegenwart ohne die Weimarer Republik und die Novemberrevolution von 1918 nicht denkbar. Denn Demokratie bekommt man nicht geschenkt. Wie hart das Ringen darum im Leipzig der Jahre 1918 bis 1923 war, zeigt jetzt das naTo-Projekt „Alltag/Revolution. Leipzig 1918–1923“ auch mit einer Ausstellung im Hauptbahnhof.

Babylon Berlin: Der opulente Foto-Band zur dritten Staffel der Erfolgsserie

Am heutigen Sonntag, 11. Oktober, startet in der ARD die dritte Staffel von „Babylon Berlin“. Die erste Staffel wurde 2018 zu einem Erfolg, den selbst die Macher so nicht erwartet hatten. Denn sie sorgte nicht nur in Deutschland für Furore. Sie wurde in die halbe Welt verkauft. Und das hat Gründe, die nicht nur mit der Teamarbeit der drei Regisseure zu tun haben, sondern auch mit der Vorlage des Krimiautors Volker Kutscher. Dieses mit eindrucksvollen Fotos vollgepackte Buch erzählt ein wenig davon.

Nickelmann erlebt Berlin: Ein fast vergessenes Kinderbuch über ein selbstbewusstes Mädchen in der Großstadt Berlin

Einige der großartigen Kinderbücher aus den 1920er Jahren werden noch heute immer wieder aufgelegt und mit Begeisterung gelesen: Erich Kästners „Emil und die Detektive“ von 1929 zum Beispiel oder Wolf Durians „Kai aus der Kiste“ von 1926. Aber manche Kinderbücher sind auch in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie die Germanistin Gina Weinkauff zu diesem Buch von Tami Oelfken feststellt, das ein Klassiker hätte werden können.

Leipzig erinnert am 14. März an den Kapp-Putsch: Schauspielszene im Hauptbahnhof

Am Samstag, 14. März, gibt es auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs eine kleine Schauspielaufführung, die an ein Ereignis erinnert, das vor 100 Jahren auch Leipzig erschütterte. Wenn auch auf seltsam irrationale Weise. Denn in Leipzig standen sich Kräfte gegenüber, die beide das Übergreifen des Kappputsches verhindern wollten. Beide bis an die Zähne bewaffnet. Ein paar Gerüchte genügten, und es kam zum Blutvergießen.

Der rote Judas: Ein mitreißender Kriminalroman aus dem Leipzig des Jahres 1920

Am Dienstag, 28. Januar, erscheint bei Wunderlich ein Krimi, der nicht nur Leipziger Krimi-Freunden schlaflose Nächte bereiten dürfte, sondern auch Kennern der Geschichte und all jenen, die mit Sorge darauf schauen, wie derzeit enthemmte Nationalisten wieder versuchen, die Demokratie zu zerstören. Und dabei hat Thomas Ziebula Leipzig ganz und gar nicht zufällig ausgewählt als Schauplatz seines Kriminalromans.

Quintus und der Feuerreiter: Wie Quintus Schneefahl das Ende der Republik aus nächster Nähe miterlebt

Die Trilogie ist komplett. Den ersten Band der Lebensgeschichte des Quintus Schneefahl veröffentlichte der in Leipzig geborene Thomas Persdorf, der heute als Autor in Mainz lebt, noch 2013 im Engelsdorfer Verlag in Leipzig. Der begleitete den jungen Journalisten, der heftig mit seiner Epilepsie zu kämpfen hat, bis in die stürmische Nachkriegszeit und in den revolutionären November 1918. Schon das für die heutige deutsche Romanlandschaft etwas Seltenes, dass ein Autor sich tatsächlich wieder in die Wirren der Geschichte stürzt.

Zwischen Wunder und Sachlichkeit: Ein ganzes „Signum“-Sonderheft würdigt die Literaturzeitschrift „Die Kolonne“

Seit 20 Jahren gibt es in Dresden ein ganz besonderes Magazin für Literatur und Kritik. „Signum“ heißt es. Jährlich erscheinen zwei Ausgaben, dazu immer noch eine Sonderausgabe, die sich einem Thema widmet, das den Herausgebern besonders am Herzen liegt. Das neueste Heft widmet sich einem legendären Vorläufer aus der Zeit der Weimarer Republik und seinen wichtigsten Machern und Autoren: „Die Kolonne“.

Schmutz und Schund. Die Weimarer Republik: Studierende der Uni Leipzig thematisieren die Zensur der 1920er Jahre

Auch die Weimarer Republik war eine Übergangsgesellschaft – auch was das gesellschaftliche Verhältnis zur Freiheit der Kunst betrifft. Während die Kunstszene Anschluss an die Moderne suchte und neue Freiräume ausprobierte, lebte das sittenstrenge Denken der Kaiserzeit in Ämtern, Gerichten und Zensurpraktiken weiter. Ab dem 10. Oktober zeigt die Ausstellung „Schmutz und Schund. Die Weimarer Republik“ zensierte und indizierte Schriften und Bilder der 1920er- und 1930er-Jahre.

Am Donnerstag liest Jörg Sobiella im Zeitgeschichtlichen Forum aus seinem Buch zu Weimar im Jahr 1919

Revolutionen greifen ineinander. Sie hören nicht auf, weil Menschen nie aufhören, über eine bessere Gesellschaft nachzudenken. Und deswegen ist es so wichtig, im Jahr 2019 auch an die vorletzte erfolgreiche Revolution in Deutschland zu erinnern. Und das mit einem Buch, das die Mühen der folgenden Ebene nur allzu anschaulich beschreibt. Am Donnerstag, 5. September, ist Jörg Sobiella mit „Weimar 1919“ im Zeitgeschichtlichen Forum zu Gast.

Weimar 1919: Das ganze Drama der Geburt der ersten deutschen Demokratie

Weimar 1919. Wissen wir nicht längst alles darüber? Gibt es da überhaupt groß etwas zu wissen? Ist nicht alles historisch fertig bewertet und eingetaktet? Aber von wem eigentlich? Geschichte ist eben meist doch nur das, was die späteren Deuter hineinlesen. Und viel zu selten sind solche Historiker wie Jörg Sobiella, die sich einfach mal in die ganze Geschichte hineingraben wie Archäologen. Und dann ein Drama enthüllen, das nicht einmal die Zeitgenossen sehen konnten.

Eröffnung Wanderausstellung zur Weimarer Republik am 9. November, im Anschluss Stolpersteine putzen

Am 9. November 2018 jährt sich die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass lädt die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe an diesem Tag um 16 Uhr zur Eröffnung der kompakten Wanderausstellung "Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie." Im Anschluss um 17 Uhr putzt Kolbe die Stolpersteine der Familie Kessel in der Dohnaniystraße / Ecke Hans-Poesche-Straße.

Flashmob am 8. November im Hauptbahnhof: Die Revolution rollt nach Leipzig

Vor 100 Jahren, im Herbst 1918, begehrte das deutsche Volk auf gegen das überkommene Regime des Kaiserreichs, gegen den seit 1914 tobenden Krieg, gegen Armut, Unfreiheit, Unterdrückung und soziale Benachteiligung. Die Fürsten dankten ab, an ihre Stelle trat als höchster Souverän das Volk selbst. Es war Deutschlands Aufbruch in die Demokratie.

Kaisersturz oder Wie zwei Männer die Monarchie retten wollten und dafür die Republik bekamen

Lothar Machtan ist – was das Jahr 1918 betrifft – einer der ausgewiesenen Historiker Deutschlands. Und wie kein anderer weiß er, was alles schon akribisch erforscht ist – und welche Fragen bis heute unbeantwortet geblieben sind. Und eine ist ganz zentral: Wie kam es, dass trotz erfolgreicher Revolution die Weimarer Republik so wenig Akzeptanz bei den Deutschen gefunden hat? Eine spannende Frage, die mit drei zentralen Personen zu tun hat.

„Weimar“ – Die Goethestadt an mehr als einem Tag samt Bauhaus und Weimarer Republik

Städte verändern sich. Und zehn – mittlerweile elf – Jahre reichen völlig, um selbst in die Stadtführer aus dem Lehmstedt Verlag Bewegung zu bringen und bei Herausgeber Mark Lehmstedt den Druck zu erhöhen: Den Band müssen wir jetzt aber neu machen. Denn es gibt Städte in Deutschland, da ist richtig Leben in der Bude. Zum Beispiel, weil man gerade ein richtig fettes Jubiläum vor der Nase hat. Oder zwei. So wie Weimar.

Gerhard P. Groß analysiert das letzte Kriegsjahr 1918 und die Erfindung der Dolchstoßlegende

So mancher Leser stellte mit gelindem Entsetzen fest, dass das Stadtgeschichtliche Museum in diesem Jahr zwar zwei ziemlich sinnfreie Ausstellungen zum Sport („Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte“) und ab Oktober zur Popmusik („Oh Yeah. Popmusik in Deutschland“) veranstaltet, aber die wirklich großen Jubiläen einfach ignoriert. Und das sind unter anderem das Ende des 1. Weltkriegs und die Novemberrevolution. Gerade in Zeiten der bedrohten Demokratie hochaktuelle Ereignisse.

Mit Natonek, Wiegand und der „Presse im Peterssteinweg“ mittendrin in den Brecht-Uraufführungen der 1920er Jahre

Für FreikäuferAm Ende blättert man noch einmal vor und liest den Untertitel des Buches: „Brecht-Stücke im Spiegel der Leipziger Presse“. Die Leipziger Presse zwischen 1923 und 1932, als Leipzig mehrere aufmerksamkeiterregende Brecht-Uraufführungen und -Inszenierungen erlebte, war noch breit gefächert. Drei, vier große Tageszeitungen kann Peter Uhrbach immer wieder rundum zitieren, wenn es darum geht, die Resonanz der Brecht-Stücke in der damaligen Kritik sichtbar zu machen.

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