Die „goldenen 20er“ in Leipzig (Teil 3): Eine echte Prise Weimarer Luft schnuppern oder #MakeMonarchyGreatAgain

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 42Das Kaiserreich und seine Anhänger bleiben im politisch fragilen Jahr 1927 weiter präsent. Dies zeigt sich auch an den Personen, welche nun wieder die Geschicke der Deutschen lenken. So auch der oberste Heeresleiter im I. Weltkrieg und „Dolchstoß“-Erfinder, Paul von Hindenburg, welcher nun Reichspräsident in der Republik ist. Und auch unter den gewählten Parlamentariern finden sich genügend Gestrige, die mit der Demokratie nach wie vor nicht viel anfangen können. Eindrücke vom Zeitgeschehen vermittelt wie gewohnt die „Neue Leipziger Zeitung“ (NLZ).
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Und die NLZ schreibt in ihrer Ausgabe vom 2. März 1927: „Berlin, 1. März: Der erweiterte Vorstand der Deutsch-Kon­servativen Partei, der gestern in Berlin unter dem Vorsitz von D. Graf Ernst Julius Seidlitz-Sandreczki zusammentrat, billigte einstimmig eine Entschließung in der es heißt: Wir Konservativen stehen in unbeirrbarer Treue zum monarchistischen Gedanken und zum angestammten Herrscherhause. Wir bekennen den Willen zur Befreiung und zu einer Außenpolitik, die durch Würde sich Achtung gewinnt.“

Wenig verwunderlich, dieser Ruf „Wir wolln den Kaiser wiederham“ vonseiten der „Konservativen“. Beim Vorsitzenden Graf Seidlitz-Sandreczki handelt es sich bei dem Beschluss vor 90 Jahren um einen schlesischen Adligen, welcher bereits 1894 zum erblichen Mitglied des „Preußischen Herrenhauses“ (die erste Kammer Preußens) erhoben wurde. Eine Wahl für die bereits 1848/49 gebildete Kammer nach dem Vorbild des englischen „House of Lords“ war nicht nötig, den Rest verhandelte man hier bis zu seiner eiligen Flucht Ende 1918 unter der „Preußischen Verfassung“ direkt mit Kaiser Wilhelm dem II. – Man hing eben noch sehr an den alten Ideen in diesem Jahr 1927 … Immerhin verzichtete die monarchietreue, nationale Gesellschaft auf den Schlachtruf #MakeMonarchyGreatAgain.

Auf allen Ebenen wird damals der Richtungs­streit ausgetragen, mancher spottet gar eilig über Tote und deren Leistung in der Weimarer Republik. Und die Neue Leipziger Zeitung (NLZ) mischt kräftig mit: „Zeitungsnach­richten zufolge hat der Würzburger Lehrer für Rechtswissenschaft und Staatsrecht, Professor Ernst Maner, in seiner Vorlesung folgende Ausführung gemacht. ‚Es gab einen gewissen Hugo Preuß. Der war Professor an der Han­delshochschule Berlin und hat eine Rechts­verfassung geschrieben. Diese Verfassung ist teilweise ernst, teilweise eine Faschingszeitung. Wenn ich mir eine lustige Stunde machen will, lese ich hier und da in dieser Verfassung.‘“

Was nun in der NLZ folgt, ist heute wieder Gegenstand breiter Debatten um Presseethik – eine persönliche Einordnung des Autors im Namen der Redaktion zum Geschehen: „Der Herr Maner hält sich anscheinend für sehr geistreich und witzig. Uns scheinen solche ‚Witze‘ aber doch eher die traurige Tatsache zu erhärten, daß der Verfall der deutschen Geis­teswissenschaft auf dem Tiefpunkt angelangt ist.“, so die NLZ meinungsstark.

Interessant vielleicht, dass von einem gewissen Würzburger Staatsrechtler Ernst Maner heute, ein Menschenleben später, kaum noch Spuren zu finden sind. Wird wohl doch nicht so wich­tig gewesen sein, was er zu sagen hatte. Und den Humor aus dieser Zeit überbringen heute auch andere, wie ein anderer Beitrag einer bekannten Leipzigerin in der NLZ zeigt (dazu später mehr).

Das Ringen um die Zukunft hat begonnen

Der Widerstreit der reaktionären Kräfte in der und gegen die Weimarer Republik wird dennoch gerade in dieser kleinen Episode deutlich. Eben jener hier von der NLZ vertei­digte Preuß war der erste Reichsinnenminister 1919 im Kabinett Philipp Scheidemanns und hatte maßgeblich bis zu seinem Tod 1925 an der Weimarer Verfassung mitgearbeitet. Und wurde vor allem dafür aus dem nationalen Lager angegriffen. Später richteten die Nati­onalsozialisten ihre Kampagne gegen die Weimarer Verfassung auch gegen ihn, vor allem gegen seinen jüdischen Glauben, um die demokratischen Bemühungen der Zeit zu diskreditieren.

Doch schon die sogenannten Konservativen des Jahres 1927 wollten zu eben jener Verfas­sung aus dem Jahr 1848 bis 1850 zurück, wie sie in Preußen mit dem König oder Kaiser an der Spitze ausgearbeitet worden und bis 1918 gültig war.

Während die medizinische, chemische und physikalische Forschung in den Jahren zwi­schen 1918 und 1933 mit einer wahren Flut an Nobelpreisträgern, wie Max Planck (1918), Albert Einstein (1922), Gustav Hertz (1925), Heinrich Otto Wieland (1927), Adolf Windaus (1928), Carl Bosch (1931), Werner Heisenberg (1932) fast im Jahrestakt rasant neue Ergeb­nisse produziert, sind Geisteswissenschaft und Politik dieser Zeit tatsächlich in Kriegsverar­beitung und einem Richtungsstreit zwischen „nach vorn“ oder „lieber zurück“, zwischen neuem Säbelrasseln und Pazifismus verhaftet.

Herausragend hier in der Politik nur Gustav Stresemann mit seinem Friedensnobelpreis im Jahr 1926 für seine Bemühungen um ein fried­liches deutsch-französisches Verhältnis sowie Ludwig Quidde (1927), der sich als Pazifist offensiv gegen Wilhelm II. eingesetzt hatte und Friedenskonferenzen organisierte.

Thomas Mann steht 1929 mit seinen „Bud­denbrooks“ in der Sparte Literatur ziemlich verlassen in dieser Zeit der Weimarer Republik. Allein Carl von Ossietzky, Chefredakteur der Berliner „Weltbühne“ (u. a. mit Kurt Tucholsky) wird 1935 noch den Friedensnobelpreis erhal­ten, bevor in Deutschland endgültig die Nazis die Macht übernehmen und das Licht ausgeht.

Bis heute kann man den Weg der Weimarer Republik vielleicht an zwei Werken deutscher Schriftsteller dieser Zeit zu den Gräueltaten im I. Weltkrieg nachvollziehen. Während Ernst Jünger in sein Buch „In Stahlgewittern“ im Jahr 1924 in der dritten Überarbeitung nationalistische Passagen einfügt, welche auch bei wohlmeinenden Lesern nicht mehr als Antikriegshaltung verstanden werden können, wird „Im Westen nichts Neues“ des Osnabrückers Erich Maria Remarque (Erich Paul Remark) später von der NS-Diktatur ver­brannt. Während man Jünger seither in rechten Kreisen huldigt.

Die Menschen in den 20ern hatten noch ein Kleinod näher an der Haustür. Damals ging’s noch nicht ins „Neuseenland“, sondern in den „Luna Park“ am Auensee im Stadtteil Wahren. Dieser bestand jedoch nur kurz als ganzer Vergnügungspark mit Bad, Schmalspurbah um den See, Hippodrom und Achterbahn in der Zeit von 1912 bis 1932 am Auensee. 1932 ging die Betreibergesellschaft in Insolvenz, die Bauten verschwanden und nur das heutige „Haus Auensee“ erinnert noch an den damals wohl größten Vergnügungspark Deutschlands. Foto: Stadtgeschichtliches Museum

Die Menschen in den 20ern hatten noch ein Kleinod näher an der Haustür. Damals ging’s noch nicht ins „Neuseenland“, sondern in den „Luna Park“ am Auensee im Stadtteil Wahren. Dieser bestand jedoch nur kurz als ganzer Vergnügungspark mit Bad, Schmalspurbah um den See, Hippodrom und Achterbahn in der Zeit von 1912 bis 1932 am Auensee. 1932 ging die Betreibergesellschaft in Insolvenz, die Bauten verschwanden und nur das heutige „Haus Auensee“ erinnert noch an den damals wohl größten Vergnügungspark Deutschlands. Foto: Stadtgeschichtliches Museum

Während sich die Großen ihrer Zeit in politischen Auseinandersetzungen ergehen, ist die Realität des sprichwörtlichen kleinen Mannes oft genug grauslig. „Ein tragischer Unglücksfall ereignete sich am Dienstagnach­mittag im Grundstück Mölkauer Straße 49 in Leipzig-Anger-Crottendorf. Die dreijährige Tochter Gertraude des Maschinenbautechni­kers Rahnefeld stürzte in einem unbewachten Augenblick aus dem Fenster der im vierten Stockwerk gelegenen elterlichen Wohnung auf die Straße hinab und wurde mit zerschmetter­ten Gliedern, einer schweren Gehirnerschüt­terung und schweren inneren Verletzungen in das Krankenhaus St. Jakob eingeliefert. Dort ist das Kind kurz nach der Einlieferung seinen Verletzungen erlegen.“

Auch den Hergang weiß die NLZ zu berichten: Der Vater hatte Geigenunterricht erteilt und die Mutter war im Waschhaus. Also war es an der 12-jährigen älteren Schwester, Gertraude ins Bett zu bringen. Das Fenster hatte sie aber nicht geschlossen. Gertraude machte sich daran zu schaffen, beschmierte es, kletterte und verlor das Gleichgewicht. Heute würde man natürlich den Namen der vom Unglück geschlagenen Familie in der Presse nicht nennen.

Während hier eine Tragödie ihren Lauf nahm, ist man demnächst in der Kohlgartenstraße wieder mit einem heute gerade unter jungen Menschen schwer aus der Mode geratenen Dauerbrenner beschäftigt – der Philatelie. „Die Jugendgruppe des Briefmarkensamm­lervereins Leipzig-Ost trifft sich am Sonntag, 6. März, ½11 Uhr in den ‚Drei Lilien‘ …“, wird in der Zeitung verkündet. Also damals alles hübsch geregelt, alles versammelt sich in Gruppen, Grüppchen und Vereinen zum gemeinsamen Tun. Irgendwoher muss der weltweit bewunderte bis belächelte Ruf der „deutschen Ordnung“ schließlich kommen.

Im Sport führt das hingegen durchaus zu Erfolgen. So schlägt „die Boxabteilung der Universität Leipzig … die Boxer der TU Dresden mit 10:4, Burghausen führt die Staffel A der Leipziger Handball-Klasse an, in Staffel B steht Leutzsch ganz oben.“ Interessant – in Leutzsch gab es also sogar mal Handballsport.

Wichtiger ist hier wohl, dass die einst große Boxtradition Leipzigs heute weitgehend ein­geschlafen ist, doch auch in Dresden ist dies der Fall. Zumindest verlieren die Boxer der TU damals deutlich, das alte Duell Leipzig-Dres­den endet mit einem haushohen Leipziger Sieg.

Weniger Siegreiche gibt es schon damals zuhauf

Und was heute „die Tafel“ ist, kann man 1927 bereits in folgender Ankündigung in der NLZ wiederfinden: „Rentner, Fürsorgeempfänger, Erwerbslose, Kurzarbeiter und Kriegsbe­schädigte aufgepasst: Am 4. und 5. März wird Schweinefleisch aus frischer hiesiger Schlachtung ausgegeben. Wer zum städtischen Schlachthof kommt, kann zum Einheitspreis von 90 Pfennig pro Pfund Rücken, Keule, Kamm oder Bauch erwerben. Ausweis nicht vergessen.“

Wer heute zur damaligen Adresse an der Altenburger Straße, Ecke Richard-Lehmann- Straße kommt, findet an der Kantstraße 71-73 das Gelände des Mitteldeutschen Rundfunk vor. Den Ausweis sollte man immer noch dabei haben, wenn man aufs Gelände will. Und Führsorgeempfänger wird man wahrschein­lich mehr antreffen als einst.

Bereits erschienene Zeitreisen durch Leipzig auf L-IZ.de

Der Leipziger Osten im Jahr 1886

Der Leipziger Westen im Jahr 1886

Westlich von Leipzig 1891

Leipzig am Vorabend des I. Weltkrieges 1914

Einblicke in die Jüdische Geschichte Leipzigs 1880 bis 1938

Alle Zeitreisen auf einen Blick

Die „goldenen 20er“ in Leipzig (Teil 1): Verdammt lang her?

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