Artikel zum Schlagwort Zeitreise

Wohin treibt die Aufarbeitung der DDR nach 30 Jahren Einheit?

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (7): Streit um das Erbe der DDR nach 1990

© gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelHaben Sie schon mal den Namen Ireneo Funes gehört? Nein? Er ist der Protagonist in „Das unerbittliche Gedächtnis“, einer Erzählung des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges von 1942. In der Geschichte verliert jener Funes, ein 19-jähriger Dörfler, nach einem Sturz seine Fähigkeit zum Vergessen. Jeden fremdsprachigen Text, jede Beobachtung aus seinem Alltag, jedes Gesicht kann der gelähmte Gaucho nun bis ins Detail aus seinem Gedächtnis abrufen. Es geht nicht lange gut. Mit gerade einmal Anfang 20 ereilt den armen jungen Mann der einsame Tod. Weiterlesen

Das Schicksalsjahr 1929 im brodelnden Berlin der Goldenen Zwanziger

Babylon Berlin: Der opulente Foto-Band zur dritten Staffel der Erfolgsserie

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Sonntag, 11. Oktober, startet in der ARD die dritte Staffel von „Babylon Berlin“. Die erste Staffel wurde 2018 zu einem Erfolg, den selbst die Macher so nicht erwartet hatten. Denn sie sorgte nicht nur in Deutschland für Furore. Sie wurde in die halbe Welt verkauft. Und das hat Gründe, die nicht nur mit der Teamarbeit der drei Regisseure zu tun haben, sondern auch mit der Vorlage des Krimiautors Volker Kutscher. Dieses mit eindrucksvollen Fotos vollgepackte Buch erzählt ein wenig davon. Weiterlesen

Vor dreißig Jahren wird die deutsche Wiedervereinigung außenpolitisch besiegelt.

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (6): Der steinige Pfad zum Zwei-plus-Vier-Vertrag

© Bundesarchiv / Peter Grimm

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelEs ist ein Routine-Termin. Sensationen erwartet bei der Pressekonferenz am Abend des 10. Februar 1990 in Moskau niemand. Doch dann verkündet der deutsche Kanzler Helmut Kohl (CDU) den Hammer: „Generalsekretär Gorbatschow und ich stimmen darin überein, dass es das alleinige Recht des deutschen Volkes ist, die Entscheidung zu treffen, ob es in einem Staat zusammenleben will.“ Weiterlesen

Alte und neue Nazis – auch in der DDR ein Problem

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (5): Der offizielle Antifaschismus in der DDR

© Bundesarchiv

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im Handel„Wir bitten das Volk in Israel um Verzeihung für Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Lande.“ Ernüchternde Worte, mit denen sich Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten DDR-Volkskammer, im April 1990 an die Öffentlichkeit wendet – und das Selbstverständnis der DDR als antifaschistisches Vorbild zerlegt. Weiterlesen

„Kommt die D-Mark nicht, gehen wir zu ihr!“– Ein schwieriger Spagat zwischen Wunschdenken und Sachzwang

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (4): Die Währungsunion am 1. Juli 1990

© Bundesarchiv, Bild 183-1990-0706-400 Kasper, Jan Peter CC-BY-SA 3.0

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelMilliarden D-Mark im Hinterhof der Sparkasse, smarte Westbanker, denen der Anblick bekittelter Ostkollegen den Schlips hochgehen lässt, ein Jahrmarktsbudenzauber an neuen Bankhäusern, die wie bunte Pilze aus der Alltagstristesse der noch existenten DDR herausschießen – das verrückte Jahr 1990 hat im untergehenden Realsozialismus auf deutschem Boden manch eine Überraschung parat. Weiterlesen

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (3): Streiks, Sozialprotest und der steinige Weg der aufgeholten Modernisierung

Foto: gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79In den ersten Jubel nach dem Fall der Mauer mischt sich in der noch existenten DDR bald auch Unbehagen, denn es wird klar, dass es kein Rückfahrticket in die kuschelige Gemeinschaft der „Volkseigenen Betriebe“ (VEB) geben wird, der Orkan des kapitalistischen Umbruchs nicht ohne Verwerfungen vonstatten geht. Die Bereitschaft zum Streik und soziale Proteste werden zum Begleiter im Ostdeutschland des Jahres 1990. Wo kam das Protestpotenzial her? War es unbedeutend oder hatte es doch einen Einfluss auf den Verlauf der ökonomischen Transformation? Weiterlesen

Eine neue Verfassung wurde im Zuge der Wiedervereinigung nie geschrieben – manche halten das für ein Versäumnis

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (2): Sind wir in guter Verfassung?

Foto: Wikimedia Commons/Konrad-Adenauer-Stiftung

Vorschau auf die LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, ab Freitag, 24. April 2020 im HandelFür alle Leser2019 feierte das Grundgesetz seinen 70. Geburtstag. Seit 3. Oktober 1990 sind ehemals zwei deutsche Staaten unter seinem Schirm wieder vereinigt. Welcher Weg führte dorthin? Hätte es nicht einer komplett neuen Verfassung bedurft, um einstigen Bürgerinnen und Bürgern der DDR einen fairen Start auf Augenhöhe zu signalisieren statt überhebliche Siegermentalität? Wurde eine einmalige Chance versäumt? Weiterlesen

Die Volkskammer-Wahl am 18. März 1990 und die Folgen

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (1): „Es wird keine DDR mehr geben“

© Bundesarchiv/Bernd Settnik

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im Handel1990 erwachte die Gesellschaft in der DDR zu einem nie gekannten Leben. Nach der Revolution schien auf einmal alles möglich, Aufbruchstimmung paarte sich mit Unsicherheit, der Verfall alter Strukturen der kommoden Diktatur sorgte gleichermaßen für Jubel und Zukunftsangst. Der vertraute Mief des Mauerstaats machte einer kapitalistischen Verwertungslogik Platz. Arbeitslosigkeit wurde zum Thema, Alltagsleben und politische Kultur waren auf den Kopf gestellt. Weiterlesen

Die Leipziger Bürgerkriegswoche von 1920

Leipzig erinnert am 14. März an den Kapp-Putsch: Schauspielszene im Hauptbahnhof

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Samstag, 14. März, gibt es auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs eine kleine Schauspielaufführung, die an ein Ereignis erinnert, das vor 100 Jahren auch Leipzig erschütterte. Wenn auch auf seltsam irrationale Weise. Denn in Leipzig standen sich Kräfte gegenüber, die beide das Übergreifen des Kappputsches verhindern wollten. Beide bis an die Zähne bewaffnet. Ein paar Gerüchte genügten, und es kam zum Blutvergießen. Weiterlesen

Wende-Gespräche (Teil 3)

Interview Prof. Dr. Thomas Hänseroth: „Dieses System war nicht lebensfähig“

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 72, ab 25. Oktober 2019 im HandelProf. Dr. Thomas Hänseroth (66) hat seit 1993 den Lehrstuhl für Technik- und Technikwissenschaftsgeschichte an der TU Dresden inne. Der gebürtige Meißener forscht und lehrt unter anderem zur Geschichte des Ingenieurs, der Ideengeschichte von Technik, Innovationen sowie Technik und Wissenschaft im Nationalsozialismus und der DDR. Im Interview spricht er über seine DDR-Erfahrungen, wie die Geschichte der Technik dazu beiträgt, die DDR und ihren Kollaps besser zu verstehen. Und warum er dem untergegangenen Land nicht nachtrauert. Weiterlesen

Der letzte Teil der Reihe. Die Endphase in den achtziger Jahren.

Die DDR (4): Lethargie, Missmut und Fahren auf Sicht

Merseburg im Jahr 1980. Foto: Dietmar Rabich/Wikimedia Commons

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 72, ab 25. Oktober 2019 im Handel„Der Alltag in der DDR“, so kommentierte es ein Kabarettist mal sarkastisch, „machte die Menschen zu Überlebenskünstlern: Sie wurden immun gegen die Umweltgifte, lebten in Nischen, die die allmächtige Partei übersah oder duldete, schlossen sich in Gruppen Gleichgesinnter zusammen, und es gelang ihnen, ,aus nischt was zu machen.‘“ Worte, die zeigen, wie das Gros der DDR-Bürger die späten achtziger Jahre in seinem Land zwischen Fichtelberg und Kap Arkona empfindet: bedrückend, eng, miefig. Weiterlesen

Nach Ulbrichts Sturz vollzieht Honecker eine politische Kehrtwende.

Die DDR (3): Abkehr von Utopia – Erich Honecker und die siebziger Jahre

Annäherung zweier ungleicher Nachbarn: Erich Honecker (r.) 1974 im Gespräch mit dem Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR, Günter Gaus. Foto: Bundesarchiv (gemeinfrei)

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, ab 27. September 2019 im HandelNiemand darf von der Mission erfahren. Nur ein kleiner Zirkel Eingeweihter weiß, warum Werner Lamberz, seit 1970 Kandidat des DDR-Politbüros, Ende April 1971 nach Moskau fliegt. Er reist im Auftrag von Erich Honecker und soll bei der Sowjetführung die Erlaubnis zum Machtwechsel in der DDR einfädeln. Weiterlesen

Die sechziger Jahre in der DDR waren von Stabilisierung, bescheidenem Wohlstand und vorsichtigen Hoffnungen geprägt.

Die DDR (2): „Walterchens“ Wirtschaftswunder, ein wenig Wohlstand, Wahnsinnsvisionen

Walter Ulbricht (m.) beim Besuch einer Kunstausstellung in Dresden 1967. Noch muss sich Erich Honecker direkt hinter ihm mit der zweiten Reihe begnügen. Foto: Bundesachiv (Gemeinfrei)

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 70, seit 23. August im HandelIn den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 wird die Westberliner Polizei in Alarmzustand versetzt. Passanten und Anwohner hatten in der Nacht beobachtet, wie Kampfgruppen im Ostteil den Zugang zu den Westsektoren unter dem Schutz schwer bewaffneter Soldaten mit Barrikaden abriegelten. Neugierige werden mit Gewehr auf Abstand gehalten. Weiterlesen

Die frühen Jahre der DDR 1949-1961 zwischen Utopie und Terror

Die DDR (1): Walter Ulbricht und der große Plan

© Lucas Böhme

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 69, seit 19. Juli im HandelEr scheint noch einmal davongekommen zu sein. Dabei schien sein politisches Schicksal besiegelt. Doch Anfang Juli 1953, keine drei Wochen, nachdem sowjetische Panzer die Diktatur gegen den Aufstand am 17. Juni retteten, wittert SED-Generalsekretär Walter Ulbricht Morgenluft. Sowjetdiktator Stalin war gestorben, die neuen Machthaber in Moskau lassen den ersten Mann in ihrem ostdeutschen Teilstaat nicht fallen – trotz aller Vorwürfe, er sei für die desaströse Situation verantwortlich. Weiterlesen

Zeitreise: Der gute Ort

Verlorene Bauwerke in Leipzig: Wer war Wilhelm Haller?

Fotograf unbekannt.

Für alle LeserVor 80 Jahren wurden die letzten Überreste eines Gebäudes geräumt, das in der Architekturgeschichte der Leipziger Region als letztes Nachbeben der Reformarchitektur gilt. Die Feierhalle auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in Leipzig wurde wie andere jüdische Sakralbauten Opfer der Pogrome 1938. Am „guten Ort“ brauchten die Nazis länger. An der Rabitzbetonkuppel bissen sie sich die Zähne aus. Weiterlesen

Wo Kinder heute klettern, herrschte einst der strenge Prinzipal

Die Geschichte der Roten Villa in Großzschocher

Foto: Werner Franke

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausg. 59In Leipzig ist er nicht flaniert. Da war der gebürtige Dresdner bestenfalls mal auf Stippvisite: Heinz Knobloch, der beliebteste Feuilletonist der DDR. Und sein einprägsamster Satz kommt vor allem in seinen Berliner Spaziergängen vor: „Misstraut den Grünflächen“. Weiterlesen

Nach dem Krieg und einer Kurz-Revolution: Leipzig am Jahresende

Zeitreise: Weihnachten 1918

Foto: Library of Congress, gemeinfrei

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausg. 62Die Revolution ist mittlerweile reichlich sieben Wochen alt. Die Radikalität ist von der Straße und aus den Köpfen gewichen. Der neue Reichskanzler Friedrich Ebert hat dafür gesorgt. Der Vorsitzende einer vormals revolutionären Partei hat sich mit den sogenannten alten Eliten zusammengeschlossen, hält über eine geheime Leitung Kontakt mit dem ersten Generalquartiermeister, quasi dem Chef der Obersten Heeresleitung, Wilhelm Groener. Die Armee, beziehungsweise das, was übrig geblieben ist, ist Helfer bei der Wiederherstellung der Ordnung. Weiterlesen

Rückblick auf das Jubiläums-Fest des VfB Leipzig in der Kongresshalle am Zoo

125 Jahre VfB Leipzig: „So eine Vereinsgeschichte ist spektakulär“

Foto: Jan Kaefer

Für FreikäuferLZ/Auszug Ausg. 61Und dann stand wie Phoenix aus der Asche plötzlich jemand auf der Bühne, von dem kaum einer wusste, dass es ihn wieder gibt. Ein Präsident des VfB Leipzig. Dirk Sander heißt der Mann, der früher Pressesprecher beim 1. FC Lok war, im Berufsleben Diplomat ist und nun einem Verein vorsteht, der eigentlich seit 14 Jahren gar nicht mehr existieren sollte. Weiterlesen

Vor 100 Jahren sichert die SPD die Macht und das Bier wird knapp

Zeitreise: „Am Anfang war Gewalt“ – Die November-Revolution in Leipzig

Foto: gemeinfrei

Für FreikäuferLZ/Auszug Ausg. 61„Am Anfang war Gewalt“, so heißt das Buch des irischen Historikers Mark Jones über die Revolution 1918/1919. Gewalt gründet die Weimarer Republik, so Jones. Die revolutionäre Gewalt beginnt Ende Oktober, als sich Matrosen weigern, in eine letzte Schlacht zur Ehrenrettung der deutschen Marine zu ziehen. Fortan tobt im Norden ein Hin und Her um die Macht. Matrosen oder Offiziere, alte oder vermeintlich neue Macht: Wer hat das Sagen? Weiterlesen