Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (3): Streiks, Sozialprotest und der steinige Weg der aufgeholten Modernisierung

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79In den ersten Jubel nach dem Fall der Mauer mischt sich in der noch existenten DDR bald auch Unbehagen, denn es wird klar, dass es kein Rückfahrticket in die kuschelige Gemeinschaft der „Volkseigenen Betriebe“ (VEB) geben wird, der Orkan des kapitalistischen Umbruchs nicht ohne Verwerfungen vonstatten geht. Die Bereitschaft zum Streik und soziale Proteste werden zum Begleiter im Ostdeutschland des Jahres 1990. Wo kam das Protestpotenzial her? War es unbedeutend oder hatte es doch einen Einfluss auf den Verlauf der ökonomischen Transformation?

DDR: Streikrecht nur auf dem Papier

Streiks als sozialpolitisches Phänomen, das nach dem Mauerfall vor allem in Ost-Berlin und im Süden der DDR auftritt, sind zu dieser Zeit etwas Neuartiges. Abgesehen vom Aufstand des 17. Juni 1953, der jedoch bis 1989 die letzte, scharfe Konfrontation zwischen Bevölkerung und Obrigkeit bleiben sollte, hatte es kaum Streiks in der DDR-Geschichte gegeben.

Dabei stand die erste DDR-Verfassung von 1949 – ganz in der Tradition eines Einsatzes für Entrechtete – nicht nur für die Garantie ein, Vereinigungen zur Verbesserung von Lohn- und Arbeitsbedingungen anzugehören, sondern formulierte im zweiten Absatz des Artikels 14 auch unmissverständlich: „Das Streikrecht der Gewerkschaften ist gewährleistet.“

Wie so oft ein Papier-Bekenntnis. In Wirklichkeit argumentierte der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB), SED-treuer Dachverband der einzelnen DDR-Gewerkschaften, im Arbeiter- und Bauernstaat gehörten Fabriken, Maschinen, und Anlagen ja ohnehin schon dem Volk. Ein Streik der Arbeiterschaft wäre folglich ein unsinniger Streik gegen sich selbst.

Es ist ein rhetorischer Winkelzug, der ein vermeintliches Volkseigentum als Argument gegen jeden Keim von Eigeninitiative nutzt. Alles basiert auf einer machtlogischen Überlegung: Unkontrollierbarer Raum gilt in der sozialistischen Erziehungsdiktatur als Risiko.

Ob die SED-Führung den Widerspruch erkannt hatte? Jedenfalls verschwindet das Streikrecht still und leise aus der geänderten Verfassung von 1968 und 1974 – und spielt dann faktisch keine Rolle mehr.

„Wir fahren Westware und kriegen Scheißgeld“

Erst mit dem Umbruch von 1989/90 wendet sich das Blatt. Mit der neuen Freiheit kann nun auf Missstände aufmerksam gemacht werden – und an denen mangelt es nicht. Ein Beamter aus West-Berlin, der den Gestank aus dem Ostteil zu spüren bekommt, wird Anfang 1990 mit den Worten zitiert, der „Sektor Gas, Wasser, Scheiße“ sei dort in einem „unglaublichen Zustand.“

Es rächen sich die Folgen jahrelanger Vernachlässigung der DDR-Infrastruktur und des ökologischen Raubbaus. Undichte oder kaputte Röhren der Ost-Berliner Kanalisation, die großteils auch an West-Berlins Abwassersystem angeschlossen ist, bilden nur die Spitze des Eisbergs – und treffen die West-Berliner zwangsläufig mit. Im Rest der Bundesrepublik lese man morgens bei Brötchen von den Zuständen in der DDR – „uns aber fliegt der Dreck um die Ohren“, klagt ein Senats-Oberer aus West-Berlin.

So kommt es im Frühjahr 1990 zu Ausständen im Ostteil der Stadt, wo Gewerbetreibende, Händler und Handwerker ihrem Unmut Luft machen. Auch die LKW der Ost-Berliner Müllabfuhr und hunderte Taxis stehen zeitweise still. Ärger zeigt sich überdies bei Polizei, Straßenreinigung und Eisenbahnern: „Wir fahren Westware und kriegen Scheißgeld“, schimpft ein Reichsbahn-Bediensteter Anfang 1990.

Streiks und Proteste haben oft politischen Impuls

Der Zorn über allgemeinen Verfall, Mangel und Unterversorgung am Ende der DDR, der Wunsch nach mehr wirtschaftlicher Teilhabe – dies liefert erste Erklärungen über die neue Streikbereitschaft. Gefördert wird sie von einer unzureichenden Personalausstattung, verschärft durch die Ausreise vieler Menschen gen Westen. Selbst das „Neue Deutschland“ berichtet von immer mehr Wohnungen ohne Gardinen, in deren Fenstern nie Licht brennt.

Es ist kaum möglich, die Gründe für die Streiks am Ende der DDR trennscharf zu fassen. Doch mit Sicherheit spielt ein DDR-spezifischer Impuls zusätzlich mit hinein, nämlich politische Fragen nach der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), dem Bruch des parteilichen Machtmonopols und der Einheit Deutschlands. Schon am 15. Dezember 1989 hatten 10.000 Beschäftigte in Plauen die Arbeit unterbrochen, um für die Einheit zu demonstrieren, und am 12. Januar 1990 treten tausende Menschen in Erfurt in den Ausstand.

Auch kommt es zu Arbeitsniederlegungen, weil die Regierung von DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (SED – SED-PDS – PDS) die Parole des Revolutionsherbstes „Stasi in die Produktion!“ umzusetzen versucht. Doch die Aufnahmebereitschaft der Betriebe hält sich gegenüber den Schnüfflern der entmachteten Geheimpolizei oft in Grenzen.

Dagegen treten innerbetriebliche Mitbestimmung und gewerkschaftliche Organisation als Themen nur langsam in den Vordergrund. Den Ostdeutschen fehlen Erfahrungswerte. Auch die Demokratie am Arbeitsplatz muss in der Freiheit erst eingeübt werden.

Die umstrittene Rolle der Gewerkschaften

1990 entsteht in vielen DDR-Betrieben ein Machtvakuum, weil die als Erfüllungsgehilfen der SED geschassten Leiter eine Lücke zurücklassen. „Runde Tische“ von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beraten, wie es weitergehen soll. Es sind die ersten Gehversuche einer Demokratisierung, die der FDGB nicht verhindern kann.

Umstritten bleibt die Rolle des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dem vorgeworfen wird, den SED-ergebenen FDGB nach dem Mauerfall hofiert und so das allgemeine Misstrauen gegenüber Gewerkschaften gefördert zu haben. Dabei ist das FDGB-Funktionärskorps seit Ende 1989 fast nur noch mit der Rettung eigener Pfründe beschäftigt.

Auf dessen Betreiben verabschiedet die DDR-Volkskammer im März 1990 sogar ein Gesetz, das dem FDGB eine privilegierte Stellung gesichert hätte. Nach der ersten und letzten freien DDR-Parlamentswahl wenige Tage später wird es jedoch ignoriert und im Mai 1990 aufgehoben.

Gefangen im Spannungsfeld

Im Lauf des Jahres 1990 dreht sich der Wind. Zur politischen Dimension der Streiks kommen handfeste, ökonomische Fragen. Die Währungsreform am 1. Juli 1990 führt in Ostdeutschland zum Konsumeinbruch, Debatten über künftige Eigentumsrechte prägen die Stimmung. Je mehr sich die Einheit im Herbst abzeichnet, desto drängender geht es um die Sicherung von Lohn und Arbeit.

Im Juni 1990 streiken wieder die Müllfahrer in Ost-Berlin, es folgen Arbeitsniederlegungen in der Metallbranche, bei Kalikumpeln, Landwirten und Gärtnern. Die Gewerkschaften lavieren im Spannungsfeld zwischen Profilierung im Osten und wirtschaftlichem Sachzwang.

Bei aller Kritik gehört es zur Wahrheit, dass dieser Spagat kaum elegant zu bewältigen ist – zumal die Herausforderungen des ökonomischen Übergangs gravierender sind, als zeitgenössisch prognostiziert.

Als die qualmenden Schlote verschwanden

In dem Sinne stellen sich die Streiks und sozialen Proteste am Ende der DDR als Symptom eines Wandels dar, der nachholt, was die Bundesrepublik und andere Staaten Westeuropas schon seit den siebziger Jahren erlebt hatten: Den Abschied von der klassischen Arbeitswelt der Werften, Kohlezechen, Stahlwerke und Textilfabriken, das Ende qualmender Schornsteine und der Ausbau des Dienstleistungssektors.

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Dieser heute etwas unscharf als „Deindustrialisierung“ umrissene Prozess steht im Zusammenhang mit der Mikroelektronik, der globalen Vernetzung und den Ölkrisen der Siebziger – Faktoren, die das Aus für die goldenen Boomjahre nach dem Zweiten Weltkrieg markieren. Der Umbruch wird in Westeuropa bewältigt, geht aber mit dem Verlust von Millionen Jobs in der Industrie und sozialen Turbulenzen einher, deren Nachhall bis in unsere Tage spürbar ist.

Die DDR dagegen steht 1990 vor den Scherben ihrer schwachen „Planwirtschaft“, die den Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft verpasst hat. Zwar sind Forst- und Landwirtschaft bereits geschrumpft, doch noch immer dominieren Industrie und Handwerk gegenüber Angeboten von Handel, Bildung & Wissenschaft, Banken, Versicherung und Sozialwesen. Zwischen DDR und Bundesrepublik klafft eine Lücke von 25 Jahren, die rasch aufzuholen ist.

Das funktioniert nicht ohne Verwerfungen. Die in der DDR propagandistisch forcierte Figur des Arbeiters macht hier 1990 noch etwa die Hälfte der Beschäftigten aus, fällt in ihrem Anteil aber bis 1994 auf ein Viertel.

Für die Menschen sind die Konsequenzen hart. Obgleich der Sozialstaat materielle Folgen eines Arbeitsplatzverlustes abfedert: Die Identitätskrise Betroffener, die mit dem Broterwerb auch ihren in Arbeitskollektiven geprägten Wertehorizont verlieren, kann er nicht lösen.

Mit der ostdeutschen Arbeitsgesellschaft bricht 1990 nicht allein ein System radikaler Kooperation statt Konkurrenz zusammen, das sich wegen fehlender Anreize zu Leistung und Innovation als nicht zukunftsfähig erweist. Zugleich verschwindet ein soziales Netz von Sinnstiftung und Zusammenhalt, das wesentlich über Arbeit geprägt worden war. Eine Idealisierung dieser Verhältnisse wäre falsch – doch sie waren ein Fakt, dessen Einbrennwirkung sich kaum jemand entziehen konnte.

Nützt uns die historische Erfahrung?

So sind die Streiks am Ende der DDR der Beginn eines Lernprozesses, der zur Einübung des aufrechten Gangs im kalten Wind der Marktwirtschaft beiträgt. Einfluss auf den Prozess der nachholenden Modernisierung Ostdeutschlands haben sie kaum. Viele Forderungen erweisen sich als verständlich, aber unerfüllbar.

Das zeigt sich Ende 1990 beim ersten großen Streik nach der Einheit, der von den Eisenbahnern im Osten ausgeht. Weder die veraltete Technik noch das marode Streckennetz der DDR können es mit der Deutschen Bahn aufnehmen, die zudem mit eigenen Problemen kämpft. Der Personalbestand der alten Reichsbahn geht in drei Jahren fast um die Hälfte zurück.

Bei aller Komplikation kann die Transformation der ostdeutschen Wirtschaft aber rückblickend als Beweis gelten, dass eine moderne Gesellschaft auch einen solchen Umbau schaffen kann. Anders als einst von Hannah Arendt prophezeit, ist uns die Arbeit bisher nicht ausgegangen. Mag sein, dass Geschichte uns keine Anleitung liefert, wie wir handeln sollen. Doch vielleicht hilft die historische Erfahrung, dem heutigen Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung, KI und Big Data gelassener entgegenzusehen.

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (2): Sind wir in guter Verfassung?

Machtgefälle im Kopf. Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 80 ist da: Was zählt …

Bereits erschienene Zeitreisen auf L-IZ.de

Der Leipziger Osten im Jahr 1886

Der Leipziger Westen im Jahr 1886

Westlich von Leipzig 1891

Leipzig am Vorabend des I. Weltkrieges 1914

Einblicke in die Jüdische Geschichte Leipzigs 1880 bis 1938

Der I. Weltkrieg – Leipzig im letzten Kriegsjahr 1918

Leipzig in den „Goldenen 20ern“

Leipzig im Jahr 1932

Die DDR im Rückblick

Alle Zeitreisen auf einen Blick

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

* Leserclub *Leipziger ZeitungDDRZeitreise
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Sturm auf die Bastei: Leipziger Impro-Theater veranstalten großes Spendenkonzert für die Moritzbastei
Sturm auf die Bastei. Foto: Armin Zarbock

Foto: Armin Zarbock

Für alle LeserDadurch, dass große Konzerte und Tanzveranstaltungen in Innenräumen nicht möglich sind derzeit, haben auch Leipzigs Kulturhäuser derzeit mächtig zu kämpfen. Auch die Moritzbastei kann nur einen Teil ihres Programms ins Freie verlegen. Den 8. September nutzt die Leipziger Improvisationstheater-Szene nun, um mit einem großen Open-Air-Geldsammelkonzert der Moritzbastei unter die Arme zu greifen: Sturm auf die Moritzbastei.
Anfrage von Kerstin Köditz bringt illegale Datensammlung von Corona-Infizierten in der PD Dresden erst richtig ans Licht
Seltsame Datenabfragen aus sächsischen Polizeirevieren. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserKerstin Köditz ist lange genug innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag um ein Gespür dafür zu entwickeln, wo die Antworten der Staatsregierung weiche Stellen haben und so seltsam klingen, dass der Schreiber der Antwort ganz augenscheinlich versucht hat, mal wieder einen amtlichen Bockmist so zu verstecken, dass er vielleicht übersehen wird. So ging es ihr auch mit einer Antwort von Innenminister Roland Wöller (CDU) aus dem Juni.
Das Kunstkraftwerk zeigt im September die historische Boomtown Leipzig in einer Bilderflut
Immersion "Boomtown". Foto: Luca Migliore, Kunstkraftwerk Leipzig

Foto: Luca Migliore, Kunstkraftwerk Leipzig

Für alle LeserDas Jahr der Industriekultur wurde ja von den Auswirkungen der Corona-Pandemie fast völlig aus der Wahrnehmung gepustet. Statt emsig alte Industriebauten zu besichtigen, sitzen die Sachsen im Homeoffice oder am Tagebausee. Aber so ganz abgehakt ist das Ganze noch nicht. Das Kunstkraftwerk in der Saalfelder Straße bereitet gerade seine nächste große Show vor. Und die widmet sich dem Leipzig der Boom-Zeit, jener Zeit, als die Stadt zur Industriemetropole wurde.
Späte DM 2020: David Storl mit neuntem Titel

Für alle LeserAm Sonntag standen wie üblich bei der Deutschen Meisterschaft der Leichtathletik noch mehr Finals auf dem Zeitplan. Die Leipziger Beteiligung blieb überschaubar, nur Alexander Ide hatte das Finale über 1.500 Meter erreicht und David Storl holte sich den im Vorjahr wegen einer Verletzung nicht verteidigten Titel zurück. Als Nachrücker im Speerwurf ging noch Jakob Nauck an den Start. Aus der Weltspitze traten Malaika Mihambo im Weitsprung und Johannes Vetter im Speerwurf an.
Das lange Interview mit Friedemann Goerl: „Öffentliche Räume müssen wieder zum Wohnzimmer unserer Stadt werden!“
Friedemann Goerl ist erst 30 Jahre und trägt in Leipzig schon viel Verantwortung. Der studierte Geograph ist seit 2018 der Fußverkehrsverantwortliche der Stadt. © privat

© privat

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelFriedemann Goerl ist erst 30 Jahre und trägt in Leipzig schon viel Verantwortung. Der studierte Geograph ist seit 2018 der Fußverkehrsverantwortliche der Stadt. In einer fast 300 Quadratkilometer großen Stadt mit 1.700 Kilometern Straße, zahlreichen Parks und dem Auwald eine echte Mammutaufgabe. Doch davon lässt sich Goerl nicht abschrecken, hat und erarbeitet Pläne. Die gefallen nicht jedem. Wie lange müssen sich Fußgänger den Autofahrern noch gänzlich unterordnen?
Grüne hoffen ab 2021 auf den Einsatz von Rettungsschwimmern an besonders besucherstarken Stränden
Nordstrand am Cospudener See. Foto: Patrick Kulow

Foto: Patrick Kulow

Für alle LeserGanz so schnell ist auch eine Verwaltung nicht. Als die Grünen-Fraktion im April ihren Antrag „Bade- und Schwimmunfälle vermeiden – Sicherheit an Leipziger Seen verbessern!“ einreichte, hatte die Badesaison in Leipzig noch nicht so richtig begonnen. Im Juni beschloss der Stadtrat das vom Umweltdezernat vorgelegte Alternativkonzept. Doch der heiße Sommer überrascht ganz und gar nicht mit vermehrten Badeunfällen. Die Grünen machen jetzt Druck.
Das Jugendsinfonieorchester Leipzig hat für all seine Freunde „Pirates Of The Caribbean“ eingespielt
Videoclip des JSO Leipzig: Pirates of the Carribean. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserIm Mai erfreute das Jugendsinfonieorchester Leipzig seine Freunde schon mit einem Videoclip: Da spielten die jungen Musiker/-innen die „Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Homeoffice ein und zeigten, wie professionell das Orchester schon ist. So mancher Schüler der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ träumt davon, einmal in diesem Orchester mitzuspielen. Seit einer Woche lädt ein neuer Videoclip zum Staunen ein.
Kommunen in Deutschland brauchen eine bessere finanzielle Ausstattung
Ein Häufchen Geld. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 7. August veröffentliche das Bundesverfassungsgericht die Meldung zu einem Urteil, das schon im Juli gefällt wurde. Es betrifft auch Leipzig – so wie jede Stadt, der in den letzten Jahrzehnten vom Bund Aufgaben übergeholfen wurden, die durch Bundeszuweisungen finanziell nicht abgedeckt waren. „Regelungen der Bedarfe für Bildung und Teilhabe wegen Verletzung des kommunalen Selbstverwaltungsrechts mit dem Grundgesetz unvereinbar“, titelte das Gericht.
Gute Gründe, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen und trotzdem Hygieneregeln zu beachten
Die nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen, Stand 7. August. Grafik: Freistaat Sachsen

Grafik: Freistaat Sachsen

Für alle LeserAm 3. August veröffentlichte das Sächsische Kultusministerium die Ergebnisse der Leipziger Corona-Schulstudie, die in gewisser Weise die Wiederaufnahme des Schulregelbetriebs am 31. August unterfüttern soll. Die großen Medien stürzten sich alle gleich drauf. So wie auch auf die schon im Juli veröffentlichte Schulstudie aus Dresden, die nach demselben Muster durchgeführt wurde.
Verkehrswende in die falsche Richtung: Leipzigs Radverkehr unterm Brennglas
Vollbremsung und rechts einordnen, um links abzubiegen. Foto: Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelIn Berlin ist die Freude riesig. Nur noch 30 Jahre, dann können sich die Hauptstädter den Flug nach Australien sparen, denn das Klima von Canberra herrscht 2050 in Berlin. Und in etwa 80 Jahren liegt die Stadt obendrein direkt an der Ostseeküste. Hauptsache, der Klimawandel geht ungebremst so weiter wie bisher.
Was stimmt an den Wegebeziehungen rund um den Cottaweg nicht?
Einengung der Fahrbahn an der Zeppelinbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls Radfahrer darf man sich in Leipzig durchaus als Testpilot betrachten. Der neueste Test läuft ja derzeit auf der Zeppelinbrücke, wo das Verkehrs- und Tiefbauamt in dieser Woche die temporären Radstreifen aufbrachte, die man schon im Frühjahr angekündigt hatte. Eigentlich weniger wegen Corona, sondern „um die Verkehrssicherheit zu erhöhen“ und den Unfallschwerpunkt an der Einmündung Cottaweg zu entschärfen.
Späte DM 2020: Lea Wipper mit erster Leipziger Medaille
Alle vier SC DHfK-Starter liefen toll über 1500 m. Alexander Ide zog als Einziger ins Finale ein Foto: Sebastian Beyer

Foto: Sebastian Beyer

Für alle LeserAls erster Sachse im pandemiebedingt zuschauerfreien Braunschweiger Stadion sicherte sich Max Hess vom LAC Erdgas Chemnitz einen Titel als Deutscher Meister. Höhepunkt am Samstag war für den SC DHfK Leipzig die Bronzemedaille im Speerwurf der Frauen. Leipziger griffen am Samstagnachmittag ein, als die 1.500 Meter Halbfinals der Männer begannen. Pech hatte Artur Beimler, den ein Sturz um die Chance auf den Finaleinzug brachte und die Männer über 100 Meter verpassten das Finale.
Es gibt nicht mal Zahlen zum Erfolg der Rundverfügung des Generalstaatsanwalts zu Bagatelldelikten vom März 2019
Schriftzug über dem Haupteingang des Leipziger Landgerichts. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEigentlich hätte es Franz Sodann, Landtagsabgeordneter der Linken, schon ahnen können, als er seine Anfrage zum „Vollzug der Rundverfügung Bagatelldelikte“ stellte. Die heißt zwar nicht so, sondern „Rundverfügung zur einheitlichen Strafverfolgungspraxis sowie zur Strafzumessung und zu sonstigen Rechtsfolgen“. Sie gilt seit dem 1. März und wurde von Generalstaatsanwalt Hans Strobl verfügt. Und was zu erwarten war: Kein Mensch kann nachvollziehen, was sie gebracht hat.
Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Auch am 27. September ist ein Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg undenkbar
Fockebergmarkt im vergangen Jahr. Foto: Tine Zeiler

Foto: Tine Zeiler

Für alle LeserEs sollte der 29. Prix de Tacot werden am 10. Mai auf dem Fockeberg. Doch Corona machte auch diesem von der naTo veranstalteten Traditionsereignis den Garaus. Auch wenn man im Haus am Südplatz noch zuversichtlich war, dass man das Rennen im Herbst würde nachholen können, genauer: am 27. September. Doch auch das wird nichts. Weder ist Corona aus der Welt verschwunden, noch kann man bei so einem Rennen die berühmten AHA-Regeln einhalten.