Zeitreise 1918: Abwehrschlacht an allen Fronten (2)

Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 5721. Juli 1918: Es werden die kleinen Erfolge in der Presse gefeiert. Die Worte „Offensive“ oder „Sieg“, sind schon lange nicht mehr aufgetaucht. Nun erfreut man sich an einem eigenen „Abwehrerfolg“. Denn unter Feldmarschall Ferdinand Foch führt der „Erbfeind“ Frankreich eine Gegenoffensive. Unterdessen vollzieht sich an der "Heimatfront" ein langsamer Wechsel in der Sicht auf Frauenarbeit und Rechte von Kindern, schuld daran auch der Krieg.
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„Unter Aufbietung aller Kräfte versuchte der Feind, den ihm am Vortage nach schweren blutigen Opfern mißlungenen Durchbruch zu erzwingen. Bereits um 5 Uhr vormittags kündete schweres Trommelfeuer die Wiederholung des feindlichen Durchbruchsversuches an. Tiefgegliedert mit französischen Kräften und zahlreichen Tankgeschwadern, rannte der Gegner unsere Linie zwischen Aisne und nordwestlich von Chateau-Thierry von neuem an, unter Verschwendung von Menschenmaterial wie seinerzeit Nikolai Nikolajewitsch in Brussilow.“

In Brussilow errangen die Russen 1916 einen großen militärischen Erfolg gegen die Mittelmächte. Durch die großen eigenen Verluste stellte sich der Erfolg letztlich als Pyrrhus-Sieg heraus. Nikolajewitsch war Russlands erster Oberbefehlshaber, der nach mehreren Misserfolgen von seinem Cousin dem Zaren 1915 entlassen wurde.

Das „Leipziger Tageblatt“ versucht sich weiter in Kriegslyrik: „Unser zusammengefasstes Artilleriefeuer schlug verheerend in ihre Reihen. Auf allen rückwärtigen Straßen führte Foch ständig neue Reserven heran. Unter den feindlichen Truppenansammlungen, Bereitstellungen und Kolonnen räumten unsere Schlachtflieger durch fortgesetzte Bombenabwürfe entsetzlich auf.“

Und der Ton wird rauer. „Die feindlichen Marschkolonnen stoben fluchtartig auseinander. Vor der ganzen Front liegen zahlreiche zerschossene Tanks umher.“ Der letzte Satz mutet wie eine Wiederholung vom Vortag an und ist insofern interessant als dass das Wort „Tank“ offenbar für eine zeitlang in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen war. Die Briten hatten unter dem damaligen Kriegsminister, einem später noch berühmteren gewissen Winston Churchill, unter strengster Geheimhaltung an der neuen Wunderwaffe gearbeitet, um den Stellungskrieg im Westen aufzulösen.

Um die Geheimhaltung zu wahren, sollten die Mitarbeiter auf Nachfragen immer wieder antworten, dass man an besonderen „water tanks“, also Wassertanks, arbeitete. Noch heute heißt die Waffe im Englischen „tank“.

Deutsche Panzer kamen in der Frühjahrsoffensive ebenfalls zum Einsatz. Sie waren aber bei weitem nicht so gut entwickelt wie die britischen und französischen.

Der französische Feldmarschall Ferdinand Foch by Melcy, 1921. Foto: Gemeinfrei

Der französische Feldmarschall Ferdinand Foch by Melcy, 1921. Foto: Gemeinfrei

An der „Heimatfront“ bröckelt ganz Entscheidendes

Ernsthafte Konkurrenz in Kriegszeiten für Leipzigs Messe? In Stuttgart wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die für Württemberg eine große Verkaufs- und Ausstellungsgelegenheit schaffen soll, um die Messe-Zentralisierung in Leipzig zu durchbrechen. „Im neuen Bahnhofsviertel soll ein eigenes Gebäude hergestellt werden. Es besteht die Aussicht, daß neben der Edelmetall-Industrie auch die Uhrenindustrie und die Feinmechanik und wahrscheinlich auch die Konfektion sich zu einer dauernden Messe vereinigen werden.“

Im Leitartikel für den 21. Juli widmet sich der Chefredakteur des Leipziger Tageblatts jedoch einer grundsätzlichen Frage an der Heimatfront. Das Thema „Geburtenrückgang“ steht auf der Tagesordnung und die Lösungsansätze wie die Widersprüche sind denen heutiger Zeiten verblüffend ähnlich.

„Was in den letzten Friedensjahren noch bis zu einem gewissen Grade akademische Erörterungen waren, ist durch den Krieg zu einem Problem geworden, das wir irgendwie lösen müssen, wenn wir unsere Stellung unter den Völkern auch in Zukunft behaupten wollen. Der Geburtenrückgang hat in den letzten Jahren vor dem Kriege schon zu Besorgnissen Anlass gegeben, und doch ist er verhältnismäßig gering gewesen, denn noch immer konnten wir alljährlich einen Ueberschuß der Geburten über die Todesfälle von etwa 800.000 als einen Beweis unserer Lebenskraft betrachten. Und trotzdem waren es Sturmzeichen“, welche nun – im Krieg – zu Gewissheiten werden.

„Kamen 1880 auf tausend Einwohner noch alljährlich 39,1 Kinder, so sank diese Ziffer bis 1910 schon auf 30,7; 1912 gar 29,1 herab. Wenn dieser Rückgang mit wachsender Ehescheu erklärt wurde, so ist das nicht richtig gewesen, denn die Zahl der Verheirateten stieg von 53,18 Prozent im Jahr 1900 auf etwa 54,25 im Jahre 1910. Man kommt dem Problem wesentlich näher, wenn man das Verhältnis der Mütter zur Gesamtzahl unserer Frauen betrachtet. In den Jahrzehnten von 1881-1890 wurden durchschnittlich auf tausend Frauen 152,65, im folgenden noch 148,50, im letzten aber nur noch 134,97 Geburten errechnet.“

Einen Unterschied zwischen Stadt und Land gebe es dabei kaum, stellt der Schreiber fest und sucht weitere Ursachen. „Den Schlüssel zu diesen Vorgängen finden wir in der wachsenden Erwerbstätigkeit der Frau. 1882 standen 5 ½ Millionen Frauen, das heißt etwa ein Viertel im Erwerbsleben, 1907 waren es schon 9 ½ Millionen, das heißt nahezu ein Drittel. Da die Kriegsverhältnisse noch mehrere Millionen Frauen in die Berufe hineingezwungen haben, so liegt zweifellos eine große Gefahr für unsere Zukunft vor. Will man den Geburtenrückgang bekämpfen – und daß wir es tun, ist eine Frage der nationalen Selbsterhaltungen – dann müssen wir uns irgendwie mit dieser Erscheinung des modernen Lebens abfinden.“

Und es fallen bemerkenswert „liberale“ Sätze, denn mit Verschärfungen in der Verhütung oder gar höhere Strafen bei Schwangerschaftsabbrüchen ist es eben nicht getan. Weiter heißt es: „Mit kleinen Mitteln, wie sie die Gesetze der letzten Wochen darstellen, ist beim besten Willen nicht viel getan. Das Verbot empfängnisverhütender Mittel wie die schärfere Bestrafung der Schwangerschaftsunterbrechung mögen in Einzelfällen eine gewisse Wirkung haben. Das Problem als solches aber vermögen sie nicht zu lösen. Es fehlt ohnedies nicht an Stimmen, die vor diesen gesetzgeberischen Maßnahmen gewarnt haben, da die Anzeigepflicht operativer Eingriffe für die Aerzte nur dazu führt, daß noch mehr Mädchen zur Selbsthilfe schreiten und damit nicht nur im Augenblick, sondern auch für die Zukunft ihre Mutterschaft gefährden.“

Frauen inspizieren fertige Kartuschen auf einem Fließband. Foto: The War Budget Magazin, gemeinfrei

Frauen inspizieren fertige Kartuschen auf einem Fließband. Foto: The War Budget Magazin, gemeinfrei

Der Grund liegt demnach wohl schlicht im Krieg selbst

Denn das Problem sei „eben kein moralisches, sondern ein soziales. Es kann daher auch nur auf sozialem Gebiete angegriffen werden. Wie drohend es durch den Krieg geworden ist, lehren die wenigen Zahlen, die bisher vorliegen. Die Statistik ist erst für 1914 veröffentlicht worden und kann insofern die ganze Folgenschwere des Krieges noch nicht zeigen. Für die Geburten muss man es sogar noch als Friedensjahr rechnen, und doch weist es ein neues Minus von 20.000 aus. Aus amtlichen Erklärungen, die im Reichstag abgegeben wurden, wissen wir aber, dass sich diese Zahl in den folgenden Kriegsjahren vervielfacht hat. Man spricht sogar davon, dass die Bevölkerungsabnahme größer ist durch den Geburtenrückgang dieser Jahre als durch die unmittelbaren Todesopfer, die wir zu unserer nationalen Verteidigung bringen mussten.“

Zwei Jahre werden beispielhaft aufgeführt. So betrug die die Gesamtsterblichkeitsziffer für das Jahr 1914 1.328.077, wo noch 1913 rund 300.000 Menschen weniger verschieden. Entscheidend aber: „Der Geburtenüberschuss der beiden Jahre beträgt 546.312 gegen 833.800. Diese Zahl macht das Problem außerordentlich schwer, denn es beweist uns, daß 1915,1916,1917 und 1918 ganz erhebliche Lücken gerissen haben müssen.“

Oder anders gesagt: Das Volk schrumpft schneller, als es die Verluste an der Front allein darstellen. Zwei Lösungen böten sich nun an, so das Tageblatt, eine davon wird eine gewichtige Umwälzung: „Zwei Wege bieten sich, um abgesehen von einer weiteren erfolgreichen Bekämpfung der Sterblichkeit namentlich im Jugendalter diesem drohenden Verhängnis entgegenzuwirken. Das eine ist eine zunehmende Fürsorge für die Unehelichen, das andere die wirtschaftliche Erleichterung der Eheschließung.“

Doch viel bedeutsamer ist dem Autor die Frage der unehelichen Kinder, die frühere Prüderie lässt er nicht mehr gelten: „Schon 1903 war jedes 12. neugeborene Kind unehelich. 1914 schon jedes 10. Es ist ganz selbstverständlich, daß in unserem Menschenetat 180.000 Neugeborene eine erhebliche Rolle spielen. Die mangelnde Pflege der Unehelichen ist in vergangenen Friedensjahren so groß gewesen, daß von ihnen in den ersten Lebensmonaten fast doppelt soviel starben wie unter den Ehelichen. Es ist menschlich begreiflich, daß man an diese Fragen nicht gerne herantritt, weil sie an die Grundlagen unserer bisherigen moralischen Anschauungen rühren, und doch werden wir uns auch in dieser Hinsicht umzustellen haben.“

Den Anfang machte das deutsche Heer, welches begann, uneheliche Kinder anzuerkennen und diese erhielten anschließend staatliche Unterstützung. „Man wird jedoch noch weitergehen müssen. Früher oder später muss sich der Staat entschließen, für unsere unehelichen Kinder seiner Beamtinnen und wohl auch der Beamten eine gewisse Pensionsberechtigung festzusetzen. Ein außerordentlich wichtiges Kapitel ist auch das Erbrecht der Unehelichen, um das wir in Zukunft nicht herumkommen werden.“

Und so hat wohl auch das Schreckliche des I. Weltkrieges einen gewissen, wenn auch bitteren Sinn, da aus Not nun stärkere Rechte für Kinder und Frauen werden. „Man mag persönlich darüber denken wie man will, die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Anteil der Unehelichen an den Geburtenziffern künftig wächst, weil zahlreiche Frauen im Erwerbsleben besser stehen als wenn sie eine Ehe eingehen. Auch die gewaltigen Verluste an Männern, die dieser Krieg uns zugefügt hat, werden das Verhältnis der verheirateten zu den unverheirateten Frauen äußerst ungünstig beeinflussen.“

Eine Entwicklung, welche die Männer nach dem I. und dem II. Weltkrieg wieder zurückzudrehen suchten. Was letztlich nicht mehr gelang.

Bereits erschienene Zeitreisen durch Leipzig auf L-IZ.de

Der Leipziger Osten im Jahr 1886

Der Leipziger Westen im Jahr 1886

Westlich von Leipzig 1891

Leipzig am Vorabend des I. Weltkrieges 1914

Einblicke in die Jüdische Geschichte Leipzigs 1880 bis 1938

Leipzig in den „Goldenen 20ern“

Alle Zeitreisen auf einen Blick

Zeitreise 1918: Abwehrschlacht an allen Fronten (1)

In der LZ 57: NSU-Prozess, Halberg Guss, Flohmarkt, Weltkrieg und der lange Schatten der Treuhand

* Leserclub *Leipziger ZeitungZeitreiseLeipzig 1918Leipziger Tageblatt
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Foto: Marko Hofmann

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Foto: Ralf Julke

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